Was will ich mehr

Kinostart: 09.12.2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Silvio Soldini ("Brot und Tulpen") erzählt die Geschichte einer verbotenen Leidenschaft zwischen Trivialität, Sex und Schuldbewusstsein - "Intimacy" auf Italienisch.

Anna kann eigentlich zufrieden sein mit ihrem Leben. Im Job läuft alles rund, ihr Lebensgefährte ist sympathisch und möchte Nachwuchs. Doch ein viriler Kellner hat es ihr angetan. Bald landen die beiden einmal die Woche im Stundenhotel. Der fantastische Sex reicht Anna irgendwann nicht mehr, sie will eine Beziehung. Alles wir komplizierter. Denn der Lover hat nicht nur eine eifersüchtige Frau, sondern auch zwei Kinder.

Anna führt eigentlich ein glückliches Leben, doch als sie von ihrem Liebhaber mehr will als nur Sex, wird alles kompliziert. Freizügiges Beziehungsdrama von Silvio Soldini („Brot & Tulpen„) um eine alltägliche Affäre.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Der italienische Regisseur Silvio Soldini erzählt die Geschichte einer heimlichen Liebesaffäre in nüchterner Alltagssprache. Die junge Mailänderin Anna und ihr Liebhaber Domenico haben feste Partner und ein geregeltes Leben, beide könnten sie sich also die Frage im Titel des Films stellen. Sie beginnen ihre sexuelle Beziehung, die sie zu einem anstrengenden Versteckspiel zwingt, auch nicht etwa, weil es sich um Liebe auf den ersten Blick handeln würde. Bald jedoch wird die Sehnsucht nacheinander so stark, dass ihnen die wöchentlichen Treffen nicht mehr genügen.

      Soldini führt in emotionsloser Art durch den Alltag des Mailänder Pärchens Anna und Alessio. In kurzen Szenen blättert er ihr geregeltes Dasein auf, schaut Anna im Büro über die Schulter, im Wohnzimmer an der Seite ihres Lebensgefährten, wenn die Freunde Bruno und Bianca auf Besuch kommen oder in der Kneipe. Höchstens die Neigung Alessios, abends vor dem Fernseher zu sitzen und Annas Zögern, ob sie mit dem Freund ein Kind bekommen will, könnten Anhaltspunkte für unterschwellige Unzufriedenheit sein.

      Alba Rohrwacher spielt diese unscheinbare kleine Frau ohne Allüren, die sich in der Freizeit allenfalls einen Malkurs gönnt. Mit dieser Besetzung bietet sich die Figur als Identifikation für Normalsterbliche an, so wenig wie sie einem erotischen Model ähnelt, und die Affäre erscheint erst recht als alltägliche Geschichte. Es wird nicht groß erklärt, wieso sie die Affäre mit dem Angestellten einer Cateringfirma beginnt. Der Süditaliener Domenico, gespielt von Pierfrancesco Favino, ist zwar ein feurigerer und attraktiverer Mann als Alessio, aber er rennt nicht gerade als Latin Lover durch die Gegend. Sein Leben als Ehemann und Vater zweier kleiner Kinder besteht hauptsächlich aus Arbeit, und doch drücken die Familie Geldsorgen. Der Stress in seinem Alltag scheint Domenico erst recht zu Anna hinzuziehen.

      Die ersten Versuche Anna und Domenicos, sich zu lieben, scheitern auf vergnügliche Weise an der fehlenden Privatheit dieser Orte. Dann finden sie eine Routine in einem Stundenhotel, das sie einmal in der Woche aufsuchen, wenn Domenico vorgibt, zum Tauchen ins Schwimmbad zu gehen. Anna stellt irgendwann fest, dass sie sich verliebt hat und wird in der Zeit ohne Domenico immer unruhiger. Und auch Domenico, dessen Ehefrau die Affäre längst entdeckt hat, schreckt vor den Folgen seiner Sehnsucht immer weniger zurück.

      Der Film schildert den Psychostress, den die heimliche Beziehung für Anna und Domenico bedeutet, mit beinahe schmerzhafter Akribie. Im Kontrast zu den engen Grenzen, in denen sich die beiden bewegen, wächst ihre Risikobereitschaft. Diese innere Spannung wird anschaulich geschildert, die vielen dokumentarisch anmutenden Szenen aus dem Leben italienischer Großstadtbewohner unterstützen den authentischen Eindruck, den die Geschichte macht. Aber die Charaktere werden für einen Liebesfilm ungewöhnlich wenig ausgelotet, was auf Kosten von Romantik und Leidenschaft geht. Für seinen fehlenden Glamour ist der Film dann mit 121 Minuten auch zu lang.

      Fazit: Unglamouröse italienische Geschichte einer heimlichen Liebesaffäre.
    2. Was will ich mehr: Silvio Soldini ("Brot und Tulpen") erzählt die Geschichte einer verbotenen Leidenschaft zwischen Trivialität, Sex und Schuldbewusstsein - "Intimacy" auf Italienisch.

      Silvio Soldini erzählt die Geschichte einer verbotenen Leidenschaft zwischen Trivialität, Sex und Schuldbewusstsein - „Intimacy“ auf italienisch.

      Keine verhängnisvolle Affäre, sondern eine alltägliche, die so oder so ähnlich passieren kann. Wie aus heiterem Himmel, unvorhergesehen, unheimlich. Dabei geht es Anna gut, im Job läuft alles rund, ihr Lebensgefährte bastelt im Haus und wälzt im Bett gerne dicke Bücher, möchte Nachwuchs und kann sich keine Untreue vorstellen. Ein viriler Kellner hat es ihr angetan und nach einigen vergeblichen Sex-Versuchen in Hauseingängen oder im Büro landen sie einmal die Woche im Stundenhotel. Der fantastische Sex reicht Anna irgendwann nicht mehr, sie will eine Beziehung, was die Angelegenheit kompliziert, denn der Lover hat nicht nur eine eifersüchtige Frau, sondern auch zwei Kinder.

      Silvio Soldini belässt die Figuren - von den betrogenen Partnern bis hin zu den Liebenden - in ihren Widersprüchen und Schwächen, kreist erneut um das Thema Befreiung und Neuanfang. In „Brot und Tulpen“ startet eine Hausfrau in ein neues Leben, weil sie den Reisebus verpasst, in „Tage und Wolken“ muss sich ein Ehepaar nach dem sozialen Absturz neu orientieren. Und auch hier steht eine Frau am schicksalhaften Scheideweg.

      Zwar vermeidet das offene Ende eine Radikalität wie Patrice Chéreaus „Intimacy“, lässt aber den Schmerz über zerplatzte Träume fühlen, das gefährliche Minenfeld der Leidenschaft. Die Geschichte ohne moralisierenden Endzweck wird aus der Perspektive ganz normaler Menschen erzählt, die in Geldnot stecken und nicht - wie oft in Liebesfilmen vorgegaukelt wird - einfach den Gefühlen folgen können. Die Realität hat sie fest im Griff, erlaubt nur kleine Fluchten.

      Schon in der Farbgebung zeigen sich zwei konträre Welten, die grauen Bilder der Mailänder City, die warmen Töne beim Sex im Liebesnest oder bei einem Wochenendtrip nach Tunesien. Durch die bewegliche Handkamera und den Einsatz von natürlichem Licht entsteht große Authentizität, die Kamera folgt den Schauspielern, nimmt an ihren Handlungen teil, die sehr offensiven Sexszenen wirken beiläufig und nicht inszeniert. Eine zarte Flüchtigkeit lässt einige Längen und Redundanzen vergessen und macht den kleinen Film groß. mk.

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      Kino.de Redaktion  

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