Was glücklich macht

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Beziehungskomödie mit Peter Sattmann und Jutta Speidel.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Was glücklich macht: TV-Beziehungskomödie mit Peter Sattmann und Jutta Speidel.

    Anständige Männer sterben mit vierzig, damit ihre Frauen noch was vom Leben haben. Peter (Peter Sattmann) ist mittlerweile sechzig und hat den richtigen Zeitpunkt somit entschieden verpasst. Außerdem hat er andere Pläne: Nachdem er als gefragter Architekt jahrelang durch die Welt gereist ist, will er seinen vorgezogenen Lebensabend gemeinsam mit Gattin Charlotte (Jutta Speidel) in Berlin verbringen. Die findet die Vorstellung auch ganz reizvoll, ist aber andererseits erfolgreiche Wissenschaftlerin und erhält ausgerechnet jetzt eine große Anerkennung für ihr Wirken: Sie soll eine Forschungsgruppe in Brüssel leiten.

    Im Grunde erzählt Edda Leesch eine ganz einfache Geschichte: Womit füllt man sein Leben, wenn die Arbeit getan ist? Peter fühlt sich irgendwann, Proust zitierend, wie ein Toter, der darauf wartet, seinen Posten einzunehmen. Dank der geistreichen Dialoge und der munteren Inszenierung (Matthias Tiefenbacher) hat die nachdenkliche Komödie „Was glücklich macht“ ohnehin ungleich mehr Esprit und Tempo als die Mehrzahl der Werke, die die ARD-Tochter Degeto ansonsten für den Freitagssendeplatz in Auftrag gibt. Dafür läuft der Film nun am Ostersonntag. Und dann sind da ja noch die Darsteller. Gerade Sattmann wirkte lange nicht mehr so spielfreudig, profitiert aber auch von einer tollen Rolle.

    Die beiden Eheleute haben, wie es Charlottes verhärmte Schwester Karin (Cornelia Schmaus) formuliert, wegen Peters häufiger Abwesenheit stets eine Ehe im Ausnahmezustand geführt. Jetzt müssen sie miteinander klarkommen. Oder richtiger gesagt: Peter braucht einen neuen Lebensinhalt. Eigentlich will er einen Roman zu Papier bringen, der in seinem Kopf schon fix und fertig ist. In einer hübschen Schnittfolge zeigt Tiefenbacher, wie Peter auf der Suche nach dem richtigen Einstieg rastlos durchs Wohnzimmer tigert. Später kauft er sich eine mechanische Schreibmaschine, deren Geklapper Charlotte natürlich nervt. Weiter bringt ihn die Tipperei auch nicht: Als die Gattin am nächsten Abend nach Hause kommt, ist der Boden übersät mit zerknüllten Blättern.

    Szenen wie diese hat sich Edda Leesch zuhauf ausgedacht. Wunderbar ist auch der Motorrad-Trip von Peter und seinen Kumpels Ritschie und Klaus (Guntbert Warms, Thomas Thieme); sie wollen es nach dem Tod eines Freundes noch mal richtig krachen lassen. Für die amüsantesten Momente sorgt dabei Thieme als hypochondrischer Schwarzseher, der permanent mit Unfallstatistiken um sich wirft. Sein Haus ist gespickt mit Feuerlöschern; beim Ausflug an den See hat er selbstredend auch einen dabei. Gegenstück zu den Männern sind die beiden Schwestern sowie Charlottes unbemannte Kollegin Gabi, mit der sich Edda Leesch (wie schon in „Der Mann an ihrer Seite“) eine hübsche Rolle geschrieben hat: Das Damenkränzchen hat gleichfalls einige kernige Dialoge zu bieten. Aber dramatisch wird die ganze Geschichte erst, als sich Peter in die unbeschwerte junge Kellnerin Jenny (Katharina Lorenz) verliebt; damit ist die Krise perfekt und Peter endgültig, wie Karin resigniert feststellt, in der dritten Pubertät angelangt. Der wiederum lernt, dass man im Alter keineswegs automatisch weiser wird; nur dicker. tpg.

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