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War'n Sie schon mal in mich verliebt?

   Kinostart: 12.01.2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentarisches Porträt über einen vergessenen Superstar der Weimarer Republik, Max Hansen.

Zur Zeit der Weimarer Republik zählt der jüdische Komiker Max Hansen zu den größten deutschen Unterhaltungsstars. Gemeinsam mit Freunden gründet er 1925 in Berlin das Kabarett der Komiker, dann erobert er als Kellner Leopold in dem Operetten-Kassenschlager „Im Weißen Rössl“ die Massen. Hansen entdeckt auch die Schauspielerin Zarah Leander und produziert zehn Filme mit seiner Trio-Film, bevor ihn die Nazis ins abenteuerliche Exil erst nach Wien und dann nach Skandinavien treiben.

Einen vergessenen deutschen Unterhaltungsstar portraitiert Douglas Wolfsperger in seiner um zahlreiche Zeitzeugenberichte ergänzten Kinodokumentation.

Max Hansen ist einer der großen Unterhaltungsstars der Weimarer Republik, berühmt vor allem mit seine Rolle des Kellners Leopold im Musical „Im weißen Rössl“ feiert er Erfolge. Wegen seiner jüdischen Abstammung ist es mit seiner Karriere nach Hitlers Machtübernahme jäh vorbei. Nach einer Zwischenstation in Wien baut sich Hansen in Skandinavien eine neue Existenz auf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Schon mit seinen Filmen „Bellaria“ und „Die Blutritter“ hat Regisseur Douglas Wolfsperger unter Beweis gestellt, dass er es vermag, mit viel Herz und Einfühlungsvermögen Menschen zu beobachten. Seine feine Ironie dabei ist nie verletzend. Und groß ist sein Geschick im Aufspüren und in der Auswahl seiner Zeitzeugen, deren lebendige Erzählweise den reichen Schatz an dokumentarischem Material geschickt belegen oder ergänzen.

      So hat auch das Porträt über Max Hansen, den vergessenen großen Komödianten, Kabarettisten und sangesfreudigen Filmstar der Weimarer Republik, den typischen Charme Wolfspergerscher Filme.

      Ehrliche, manchmal berührende Aussagen der Zeitzeugen und Kinder Hansens belegt Wolfsperger mit unbekanntem und gut gewähltem Archivmaterial, das nicht nur viel über den Menschen und Künstler Hansen wiederspiegelt, sondern auch viel an Zeitgefühl vermittelt.

      Max Hansen war ein Publikumsliebling, dessen Persönlichkeit voller Charme und Ausstrahlung der Faszination großer Bühnenstars von heute gut vergleichbar ist.

      Hansen spielte mit „seinem“ Publíkum auf geniale Weise, vermittelte Lebensweisheiten und strahlte intelligenten Witz aus.

      So bietet dieser warmherzige und überaus interessante Film nicht nur die verdienstvolle Wiederentdeckung eines großen Künstlers, er ist auch ein trefflich montiertes Zeitdokument, atmosphärisch schön, lehrreich und amüsant zugleich.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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    2. War'n Sie schon mal in mich verliebt?: Dokumentarisches Porträt über einen vergessenen Superstar der Weimarer Republik, Max Hansen.

      Als purer komödiantischer Genuss stellt sich der Dokumentarfilm über das Leben des Kabarettisten, Sängers und Schauspielers Max Hansen heraus, der selbst Hitler verspottete und als Emigrant überlebte.

      Max Hansen (1897 - 1961) ist vergessen, aber dank der mitreißenden Arbeit des Österreichers Douglas Wolfsperger, der schon in „Bellaria“ (über die Stammgäste eines Wiener Kinos) seine Liebe zum Film bewies, hat er in der schwungvollen Dokumentation an bleibendem Erinnerungswert gewonnen. Die Zeitzeugen sprechen vom „Superentertainer“, der 1925 das Kabarett der Komiker begründete, als erster Kellner Leopold „Im Weißen Rössl“ Maßstäbe setzte, auf Berliner Bühnen begeisterte und zwischen 1930 und 1933 mit seiner Trio-Film zehn Filme produzierte. Vor den Nazis floh Hansen wegen seiner jüdischen Abstammung 1933 nach Wien und 1938 nach Kopenhagen, wo es dem Dänisch mit Akzent sprechenden Hansen gelang, über einen Anwalt einen arischen Pass zu erhalten, als die Deutschen Dänemark besetzten: Zur Verfügung stellte sich ein verarmter schwedischer Adeliger, den Hansen sogar auf der Bühne vorstellte. Plötzlich hatten die Kinder einen Opa.

      Wolfsperger spaziert mit Hansens Sohn Max Jr. und den beiden Töchtern (eine Journalistin, eine Schauspielerin) zur Villa, wo die Familie dieses Lebemannes mit „Lebensappetit“ großbürgerlich residierte, und auf den „Friedhof der Namenlosen“. Eindrucksvoll die Erzählung über Zarah Leander, die Hansen vor ihrer Zeit als Ufa-Star in Wien für die Bühne engagierte, die Erinnerung an Hansens erste Frau Lizzi Waldmüller, seine zweite Frau Eva, eine dänische Klsterschülerin, und Partnerin Brigitte Mira, die sagt: „Ein unerhörter, wunderbarer Schauspieler, der mich nicht ausstehen konnte.“ Die zahlreichen Filmausschnitte belegen Hansens komische Talente (nur hätte man gern die Titel einmontiert gesehen) u.a. mit der schönen Zeile: „Wer ist hier der Lubitsch? Ich oder sie!“

      Eindeutiger Höhepunkt des Films ist das von Hansen geschriebene frivole Lied „Warn Sie schon mal in mich verliebt? Das ist das Schönste, was es gibt. Haben Sie schon mal von mir geträumt? Da haben Sie wirklich was versäumt?“ In dessen dritter Strophe verspottet Hansen 1928 (!) Adolf Hitler als schwulen Vegetarier. Das Lied wurde 1933 verboten. Auf keinen Fall verpassen. Gehört in jedes Arthouse- oder Programmkino. ger.
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