Wall Street - Geld schläft nicht

  1. Ø 3
   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Wall Street - Geld schläft nicht: Fortsetzung des Klassikers von 1988, in dem Gordon Gekko nach Jahren im Knast wieder Fuß in der Welt der Hochfinanz zu fassen versucht.

Gordon Gekko ist wieder auf freiem Fuß. Die Welt mag sich in den vergangenen 20 Jahren verändert haben, aber die Gier nach Macht und Reichtum ohne Rücksicht auf Verluste ist immer noch allgegenwärtig. Zunächst aber wirkt Gekko reumütig. Weil seine Tochter Winnie seit Jahren nicht mehr mit ihm spricht, versucht er sich ihr über ihren Verlobten, den ambitionierten, aber unverdorbenen Wall-Street-Broker Jacob anzunähern. Jacob ist fasziniert von dem ehemaligen Finanztitan und spricht auf dessen weltmännische Art an. Als er bemerkt, was Gekko wirklich vorhat, ist es zu spät.

Gordon Gekko ist wieder auf freiem Fuß. Zunächst wirkt er reumütig in einer Welt, die sich massiv verändert hat in den vergangenen 20 Jahren und doch noch mehr dem schnöden Mammon huldigt denn je zuvor. Weil seine Tochter Winnie seit Jahren nicht mehr mit ihm spricht, versucht er sich ihr über ihren Verlobten, den ambitionierten, aber unverdorbenen Wall-Street-Broker Jacob anzunähern. Jacob ist fasziniert von dem ehemaligen Finanztitan und spricht auf dessen weltmännische Art an.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ja, Gier ist immer noch gut, und sei es nur im Gewand eines saftigen, aber relevanzarmen Mainstream-Dramas.
  • Gier ist nicht mehr nur gut, Gier ist das Ein und Alles: 23 Jahre nach „Wall Street“, dem ultimativen Statement zur Ich-Mentalität der Achtzigerjahre, geht Oliver Stone dem Finanzcrash von 2008 auf die Spur, der den Gordon Gekko von damals wie einen Philanthropen wirken lässt.

    Als bekannt wurde, dass Oliver Stone seinen lange gehegten Wunschtraum, seinem Oscar-Erfolg von 1987 (Bester Schauspieler: Michael Douglas) eine Fortsetzung folgen zu lassen, allen Ernstes in die Tat umsetzen würde, war Skepsis angebracht. Der alberne Untertitel „Geld schläft nicht“ und ein erster ungelenker Trailer trugen nicht unbedingt dazu bei, das Vertrauen in ein neues Abenteuer von Gordon Gekko nach 23-jähriger Leinwandabsenz zu erhöhen. Der fertige Film, der am 14. Mai Weltpremiere außer Konkurrenz im Wettbewerb des Festival de Cannes feiert, spricht eine andere Sprache, ist mühelos der beste Film von Oliver Stone seit dessen Rückkehr zum Kino nach mehrjähriger Pause mit „Alexander“ im Jahr 2004, ein konventioneller, eleganter Thriller über die Fallstricke der Gier, ein Windmühlenkampf, der, da ist der Film eindeutig, nicht zu gewinnen ist, auch wenn der jugendliche Held diese Schlacht gewinnen darf. Es macht Spaß, einem unbestrittenen Meister nach dem vor Pathos triefenden „World Trade Center“ und dem unfokussierten „W.“ wieder in Hochform arbeiten zu sehen, an einem Film, der all das bietet, was das amerikanische Kino auszeichnete, bevor der Eventfilmvirus um sich zu greifen begann und Hollywood mehr und mehr infantilisierte. Die Geschichte ist spannend und emotional, das Thema brisant und erwachsen, die Schauspieler dürfen sich mit Figuren auseinandersetzen, die tatsächlich interessant und nicht gleich auf den ersten Blick zu durchschauen sind. Obwohl die Finanzkrise von 2008 genug Zündstoff liefert, liegt der Fokus nicht auf der Message, sondern den Figuren, die von Oliver Stone ausreichend Raum zum Atmen bekommen.

    Der Held ist der junge Wall-Street-Banker Jake Moore, der sich seinen Idealismus bewahrt ist: Als er mit ansehen muss, wie seine Bank durch Insidergeschäfte des dämonischen Milliardärs Bretton James ruiniert und sein Mentor in den Selbstmord getrieben wird, seine eigenen Pläne, einer Firma, die sich um neue, umweltbewusste Energieformen müht, unter die Arme zu greifen, in weite Ferne rücken, schwört er Rache. Dafür braucht er Unterstützung – ausgerechnet von dem einstigen Powerbroker Gordon Gekko, der acht Jahre zuvor aus dem Knast entlassen wurde und seither als reformierter Mahner vor den Auswüchsen der Hochfinanz Hörsäle füllt. Das ist ein Problem, denn Gekko ist der Vater von Jakes Verlobter Winnie, die nach dem Drogentod ihres Bruders mit dem Papa gebrochen hat. Jake verspricht, eine Annäherung zu ermöglichen, und sichert sich dafür Rat und Tat des einzigen Mannes, der es mit Bretton James aufnehmen kann. Dass schließlich nicht nur der Börsencrash, sondern auch eine Menge unerwarteter Enthüllungen folgen, macht „Wall Street 2“ zu einem reizvollen und dank der Arbeit von Kameramann Rodrigo Prieto, seit „25 Stunden“ der ungeschlagene Experte in Sachen New York, umwerfend anzusehenden Fegefeuer der Eitelkeiten über eine Welt am Rand des Abgrunds. Bewegend ist er vor allem in den Momenten, in denen die Schauspieler auftrumpfen dürfen: Vor allem die Szene, in der Gordon Gekko auf den Stufen des Metropolitan Museum of Art endlich Gelegenheit bekommt, vor seiner Tochter Abbitte zu leisten, zeigt, wie gut und profund amerikanisches Kino für Erwachsene heute noch sein kann.

    Shia LaBeouf macht eine gute Figur als junger Held, der alsbald feststellt, dass er vom Regen in die Traufe kommt; Carey Mulligan bestätigt als Winnie, dass ihre Meisterleistung in „An Education“ kein Strohfeuer war. Josh Brolin hat sichtbaren Spaß an seiner Rolle als dämonischer Bösewicht. Frank Langella, Susan Sarandon und der große Eli Wallach (wohl auch ihm zu Ehren hat Jakes Handy als Klingelton die Titelmelodie von „Zwei glorreiche Halunken“) hinterlassen einen starken Eindruck in Kleinstrollen. Dass neben Vanity-Fair-Chef Graydon Carter und Milliardär Warren Buffett auch Charlie Sheen als Bud Fox auf einen kleinen Gastauftritt vorbeischaut und sich einen kurzen verbalen Schlagabtausch mit seiner Nemesis Gordon Gekko liefern darf, ist ein kleiner Höhepunkt. Aber vor allem bietet der Film mit seinen ewigen glänzenden Oberflächen und Hubschrauberflügen vorbei an der Skyline des Big Apple Michael Douglas die Gelegenheit, seiner Paraderolle noch einmal alle Ehre zu erweisen: Sein faltiges, müdes Gesicht ist Warnung genug, was der Preis der Gier ist. Nicht jeder Dialog sitzt, manchmal muss sich der Film arg viel Mühe geben, seinem Publikum die nötigen Informationen über die Komplexität des Finanzmarkts zu füttern, und gerade im letzten Akt hat man das Gefühl, er müsse die letzten Meter eines bereits gewonnenen Rennens noch einmal laufen. Aber die Schwächen nimmt man in Kauf, weil „Wall Street 2“ einen doch eindringlich daran erinnert, was das amerikanische Mainstreamkino einst sein konnte und heute nur noch höchst selten ist: Unterhaltung mit Anspruch, Entertainment mit Message. Mehr davon. ts.
  • Längst kann Oliver Stone keine Kassenschlager wie in den Achtzigern und Neunzigern mehr vorweisen, weshalb er inzwischen patriotische Melodramen wie „World Trade Center“ oder Fortsetzungen einstiger Hits wie „Wall Street“ dreht. Doch in diesem Fall macht es durchaus Sinn, das weitere Schicksal eines Charakters wie Gordon Gekko zu verfolgen, der zum Synonym des kapitalistischen Systems, der undurchsichtigen Aktiengeschäfte und der kurzzeitigen Börsenerfolge wurde. Deshalb lässt Stone schon in einer der Anfangssequenzen des zweiten Teils Computer generierte Seifenblasen in den Himmel steigen, die ebenso schnell zu platzen vermögen wie die hochfliegenden Träume einiger egoistischer oder zu naiver Charaktere.

    Zunächst steht allerdings der aufstrebende Aktienhändler Jake Moore im Vordergrund, der für die Firma Keller Zabel Investments arbeitet und mit Gekkos Tochter Winnie zusammen lebt. Ganz im Gegensatz zu ihrem Vater wird die junge Frau nicht vom Spekulantentum angezogen, sondern von Idealismus und dem Wunsch, nachhaltige soziale Veränderungen zu bewirken. Daher erscheint es verwunderlich, dass die von der talentierten Carey Mulligan verkörperte Politjournalistin ausgerechnet mit einem Broker zusammen lebt. Immerhin bewundert sie Jakes Engagement für umweltfreundliche Energien. Für solche Unternehmungen hätte Gordon Gekko sicherlich kein Verständnis gezeigt, doch als der wegen Betrugs und Geldwäscherei verurteilte Broker aus dem Gefängnis entlassen wird, agiert er desillusioniert und nüchtern.

    Wo Gekko früher „Greed is good“ pries, setzt er nun ein Fragezeichen hinter seinen einstigen Leitspruch, der gleichzeitig auf dem Titel seines neuen Buchs prangert. Nun trägt der abgeklärte Finanzmagnat legerere Kleidung, fährt mit der Metro und schwört scheinbar dem raschen Geldverdienen ab. Vielmehr sei Zeit das wertvollste Gut, weshalb er wieder Kontakt zu seiner abweisenden Tochter sucht. Jetzt trifft es sich bestens, dass Jake Moore nicht nur von plötzlichen Schulden geplagt wird, sondern auch eine Vaterfigur in Person seines Mentors Louis Zabel (Frank Langella) verlor. Zweifelhafte Gerüchte brachten Keller Zabel einen schlechtem Ruf und den finanziellen Ruin ein, weshalb die Firma unter Wert übernommen wurde und Zabel im Selbstmord den einzigen Ausweg sah.

    Im Zigarre rauchenden Investmentbanker Bretton James bauen Stone und seine Autoren einen aalglatten Gegenspieler auf, der zunächst den smarten Jake ebenfalls auf seine Seite bringen will. Doch der junge Mann wird weiterhin wie von Zabels Geist verfolgt und sucht eine Allianz zu Gekko, an dessen ehrenwerten Motiven zunächst kaum zu zweifeln ist. Stone lässt allerdings keinen Zweifel, dass die Zeit der Finanzgenies alten Schlages unweigerlich vorüber ist. Heute regieren Macht und Gier der Banken das Geschehen, die dem Markt ihre gnadenlosen Bedingungen diktieren.

    Erneut entwickelt Oliver Stone eine höchst moralische Geschichte, die auf positive Werte baut, wobei der Familienkonflikt im Fokus steht. Doch sein Protagonist Jake Moore erweist sich als zu braver Charakter, der zwar manches Geschick bei Verhandlungen beweist, dem aber Ecken und Kanten der „bad guys“ fehlen. Da der angehende Banker als Identifikationsfigur für ein junges Publikum dienen soll, muss er den lockenden fleischlichen Versuchungen widerstehen und darf im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bud Fox keine dunklen Seiten erkennen lassen. Als dieser absolviert Charlie Sheen einen Gastauftritt auf einem Wohltätigkeitsball, wo er dem charismatischen Michael Douglas augenzwinkernd rät, jeden Ärger zu meiden.

    Mit solchen Auftritten und Anspielungen spickt Stone seinen Kommentar zur aktuellen Banken- und Wirtschaftskrise. Selbst absolviert er gleich zwei Cameo-Auftritte, ein Foto von Michael Douglas Vater Kirk kommt ins Bild, oder auf Jakes Handy ertönt Ennio Morricones „The Good, the Bad and the Ugly“ als Rufton – einen Hinweis auf Altstar Eli Wallach, der hier eine graue Bankeneminenz verkörpert. Als Klammer zu Teil eins dienen die Songs von David Byrne und Brian Eno („Tiny Apocalypse“), welche die Handlung voran treiben und kommentieren.

    Mittels Ein-, Überblendungen und Splitscreen-Einsatz schreitet die dialoglastige Story um Geld und Moral rasant voran, wobei einige der Einfälle wie die Aktienkurse vor der New Yorker Skyline recht originell ausfallen. Wenn Jake nach dem Selbstmord seines Gönners gewissermaßen hinter Gittern platziert wird, erscheint solcher Symbolismus dagegen eher aufgesetzt. Hier stellt Stone seine cineastischen Fähigkeiten etwas zu deutlich aus. Doch immerhin gehört „Wall Street 2“ zu jenen seltenen Beispielen, die endlich wieder einen einfallsreichen Nachspann zu bieten haben.

    Fazit: Weitgehend gelungene Mischung aus Kapitalismus-Kritik und Familiendrama mit einem blassen Helden und gelegentlich zu aufdringlicher Symbolik.
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