Wachgeküsst

Kinostart: 04.02.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Sensible Frauengeschichte um eine geschiedene Großstadtneurotikerin, die ihr angekratztes Selbstbewußtsein kittet und sich ihren langgehegten Lebenstraum verwirklicht.

Die geschiedene Krankenschwester Judith sieht sich nach 17 Jahren Ehe mit einem wohlhabenden Arzt gezwungen, ihre eigene Identität und einen neuen Freundeskreis zu finden. Zu ihren neuen Bekannten zählen alsbald die glamouröse Nachtclubsängerin Liz und der Nachtportier Pat. Ihre Freundschaft mit dem verschuldeten Pat bringt zwar keine romantische Erfüllung, doch letztlich motivieren sie sich gegenseitig zur Erfüllung ihrer jeweiligen Lebensträume.

Judith Nelson, eine etwa 40jährige New Yorkerin und ehemalige Medizinstudentin, muß sich mit der Tatsache abfinden, daß ihr Mann, ein wohlhabender Arzt, sie wegen einer Jüngeren verlassen hat. Niedergeschlagen droht sie zu vereinsamen. Da weckt der zufällige Kuß eines Unbekannten in einer Musik-Bar wieder ihre Lebensfreude. Sie freundet sich mit Pat, dem Liftboy ihres noblen Wohnhauses, an, und auch zu der impulsiven Blues-Sängerin Liz kann Judith bald engeren Kontakt knüpfen. Und dann gesteht Pat ihr sogar noch seine Liebe…

Nachdem sie von ihrem Mann sitzen gelassen wurde, droht Judith Nelson zu vereinsamen. Der zufällige Kuss eines Unbekannten gibt das Signal für einen Neubeginn, der durch die Freundschaft mit dem Lift-„Boy“ Pat und der Blues-Sängerin Liz unterstützt wird. Regiedebüt von Richard LaGravenese (Autor von „Die Brücken am Fluss“ und „Der Pferdeflüsterer“), in dem Holly Hunter und Danny De Vito als Durchschnittsmenschen glänzen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wachgeküsst: Sensible Frauengeschichte um eine geschiedene Großstadtneurotikerin, die ihr angekratztes Selbstbewußtsein kittet und sich ihren langgehegten Lebenstraum verwirklicht.

    Richard La Gravanese verfügt dank seiner Drehbücher zu Filmen wie „The Fisher King“ und „The Bridges of Madison County“ über einen exzellenten Ruf als Drehbuchautor präzis-einfühlsamer Emotionsstoffe. Für sein Regiedebüt wählte er eine eloquente Komödie im Woody-Allen-Stil, deren zentrale Figur eine von Holly Hunter dargestellte frisch geschiedene Großstadtneurotikerin um die Vierzig ist, die sich in drolligen Kommentaren aus dem Off mit ihrem angekratztem Selbstbewußtsein, ihrer Sehnsucht nach Liebe, ihren Existenzängsten und ihrer Einsamkeit auseinandersetzt.

    Die Krankenschwester Judith Nelson (Hunter) verbleibt nach der Scheidung von ihrem Arzt-Ehemann Bob (Martin Donovan) allein in dem gemeinsamen luxuriösen Fifth-Avenue-Apartment. Ihre Rivalin ist nicht nur jünger und ebenfalls Ärztin (Judith hatte ihr Studium Bob zuliebe abgebrochen), sondern obendrein auch noch schwanger, obwohl Bob angeblich nie Kinder wollte. Ohne eigenen Freundeskreis und auf der Suche nach ihrer Identität freundet sich Judith allmählich mit dem Portier Pat (gewohnt klasse: Danny DeVito) an, der sich trotz des tragischen Tods seiner Tochter und drückender Spielschulden seinen Traum von einem italienischen Importladen bewahrt hat. Ihm schwebt eine Romanze mit Judith vor, die in ihm jedoch nur einen guten Freund sieht. Trotz unerfüllter Liebesbeziehung motivieren sie sich letztlich gegenseitig, ihre Lebensträume trotz einiger Hindernisse zu verwirklichen.

    Judith erlebt mehrere Fantasiemomente, wobei nicht immer ganz offensichtlich ist, ob es sich um Wunschtraum oder Realität handelt. So fällt das erste (fiktive) Gespräch mit ihrer angehenden Freundin, der glamourösen Nachtclubsängerin Liz (die talentierte Rapdiva Queen Latifah stiehlt mühelos jede ihrer Szenen) wesentlich positiver aus, als die sich kurz darauf zutragende tatsächliche Begebenheit. Weitere Fantasieepisoden umfassen einen leidenschaftlichen Kuß mit einem mysteriösen Unbekannten, eine exaltierte Tanzeinlage in einer brodelnden Frauendisco und ein erotisches Encounter mit einem adonishaften Masseur. La Gravanese nimmt sich Zeit: Recht gemächlich und ohne Eile entfaltet sich seine bewußt klein und intim gehaltene Geschichte, die mehr durch ihren Inhalt als die filmische Umsetzung involviert. Ob der fehlenden partnerschaftlichen Erfüllung könnte so manche Zuschauerin der weiblichen Zielgruppe trotz der positiven Botschaft von femininer Selbstverwirklichung allerdings doch ein wenig enttäuscht sein. Die musikalische Untermalung verläßt sich vornehmlich auf klassische romantische Standards, die die Sensibilität und Introspektive des Stoffes gut unterstützen und auch New York Citys pittoreske Nebenrolle bestens komplimentieren. ara.

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