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Fakten und Hintergründe zum Film "Vollidiot"

Kino.de Redaktion |

Vollidiot Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktionsnotizen

Drei Jahre ist es her, dass Tommy Jaud Lust darauf bekam, einmal etwas ganz Anderes zu versuchen. Als Chefautor der erfolgreichen Sat.1-Serien „Die Wochenshow“ und „Ladykracher“ mit Anke Engelke hatte Jaud sich bereits einen Namen als Mann für gutes Timing und originelle Pointen gemacht – „Ladykracher“ wurde neben zahlreichen anderen Auszeichnungen 2003 sogar für den Emmy nominiert. Doch seine neue Arbeit sollte in Buchform erscheinen.

„Ich wollte einfach mal was schreiben, was nicht sofort gedreht wird“, sagt der Autor, der beim renommierten Fischer Verlag zunächst nur eine Kurzgeschichte einreichte. Doch schon bald wurde ihm angetragen, die Fülle seiner Ideen doch in einen Roman zu fassen. Ende 2004 erschien dann „Vollidiot“. Die Geschichte des Endzwanzigers Simon Peters, der frisch verlassen mit Grausen seinem 30. Geburtstag entgegensieht, und seinen ebenso hilflosen wie überheblichen Versuchen, die ungewohnte Einsamkeit zu überwinden, nahm die Bestsellerlisten im Sturm.

Vollidiot meets Wixxer

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Einer der ersten, der in den Genuss der Lektüre kam, war Tobi Baumann, den Jaud 1996 bei der gemeinsamen Arbeit an der „Wochenshow“ kennen gelernt hatte, wo Baumann ebenfalls als Regisseur tätig war. Seitdem gab es zahlreiche gemeinsame Projekte, etwa die Serien „Ladykracher“ oder „LiebesLeben“, bei der Tobi Baumann Regie führte. 2004, exakt das Jahr, in dem „Vollidiot“ auf den Markt kam, debütierte Baumann als Spielfilmregisseur mit der Edgar Wallace-Parodie DER WIXXER, die mit deutschen Comedystars wie Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe oder Olli Dittrich gespickt war. Sie konnten 1,8 Millionen Zuschauer ins Kino locken, ein Erfolg, an den Baumann mit VOLLIDIOT anknüpfen möchte. „Ich habe das Buch in die Hand genommen und erst wieder weggelegt, als ich es durch hatte“, erinnert sich Baumann, dem das Potenzial des Romans sofort auffiel: „Es ist eben nicht Literatur, sondern im besten Sinne Popkultur, die so schnell funktioniert wie das, was man sich im Fernsehen oder im Kino anschaut“, fährt der Regisseur fort.

Als sich die Berliner Produktionsfirma Senator Film (DAS WUNDER VON BERN [2003], DAS KLEINE ARSCHLOCH UND DER ALTE SACK [2006]) mit Goldkind Film aus München zusammentat, um Jauds Roman auf die Leinwand zu bringen, meldete Tobi Baumann sofort Interesse an. „Wir haben so viel zusammen gearbeitet, dass man einfach weiß, wie der andere tickt und die gegenseitigen Vorschläge umso besser annehmen kann“, erklärt Baumann, der sich mit dem Autor an die Arbeit machte, die Vorlage in ein Drehbuch zu verwandeln. „Wir sind schon so etwas wie ein altes Ehepaar“, fügt er dann noch lachend hinzu.

Die entscheidende Herausforderung bei der Erstellung des Skripts bestand darin, dem großen Einfallsreichtum und den überbordenden Ideen des Romans gerecht zu werden, ohne dabei die Form eines temporeichen, stringenten Spielfilms zu sprengen. „Wir mussten natürlich auf ein paar schöne Sachen verzichten“, sagt Jaud. „Das Buch hat eigentlich nur einen roten Faden, nämlich die Beobachtungen von Simon Peters. Das ist keine klassische Filmdramaturgie.“ So sehr Tobi Baumann auch bedauerte, manche Aspekte des Buchs nicht umsetzen zu können - etwa die Erfindung einer wahrhaft abgefahrenen Glühwürmchen-Seilbahn - an Umgestaltungen der Storyline kamen er und Jaud nicht vorbei: „Im Film möchte man über eine Hauptfigur doch gerne wissen, warum er so ist, wie er ist und warum er dies oder jenes tut“, fasst Baumann zusammen. „Deshalb gibt es mehr über den Hintergrund von Simon Peters. Aber keine Angst: Er bleibt ein Vollidiot!“

Rent a Pocher

Parallel zur Erstellung des Drehbuchs lief auch die Suche nach einem passenden Hauptdarsteller auf Hochtouren: Schnell fiel die Wahl auf das sympathische Großmaul Oliver Pocher, der mittlerweile zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands gezählt werden muss. Nach seinem Durchbruch 2002 mit der Show „Alles Pocher…, oder was?“ bei VIVA wechselte er ein Jahr später mit „Rent a Pocher“ zu ProSieben. Zuletzt machte der politisch unkorrekte Comedian mit „Pochers WM-Countdown“ und der Veröffentlichung seiner ersten Single „Schwarz und Weiß“ auf sich aufmerksam. Pocher kannte Tommy Jaud von der Produktionsfirma Brainpool, die „Rent a Pocher“ produziert hatte. Wie so viele andere, war auch er von Jauds erstem Roman begeistert. „Ich fand ihn sehr lustig geschrieben. Es ist eine Art von Humor, die ich nachvollziehen kann. Das war auch das erste Mal, dass mich ein Buch als Filmvorlage interessiert hat“, sagt der 29-Jährige begeistert, der sich auch aus Altersgründen für die Idealbesetzung hält.

Der Regisseur hatte mit Pocher an einer Folge von „LiebesLeben“ gearbeitet und anfangs leise Zweifel gehegt, ob ein Stand-Up Comedian die richtige Besetzung für die Rolle sei. „Ich kenne die Vorurteile und habe sie auch selber gehabt“, gibt Baumann zu, „aber nach dem ersten Drehtag habe ich gesagt: ‚Das geht ja ganz einfach. Das ist er ja!’“

Clown, Comedian, Tausendsassa

Doch schon bevor die Kamera angeworfen wurde, war Pocher intensiv in das Projekt involviert. Tommy Jaud und Tobi Baumann reisten nach Zürich, um einen seiner Bühnenauftritte erleben zu können. Einige von Pochers eigenen Ideen fanden dann Eingang ins Drehbuch. „Wir haben oft mit Oli gesprochen und viel gemeinsam entwickelt“, erklärt Baumann. Das bedeutet freilich nicht, dass bei der Arbeit der Spaß zu kurz gekommen wäre. „Oli ist ein absoluter Clown, Comedian, Tausendsassa. Es macht extrem viel Spaß, mit ihm zu arbeiten“, sagt etwa Tanja Wenzel, die als beste Freundin Paula dafür zuständig ist, den lebensuntüchtigen Simon mit guten Ratschlägen zu versorgen.

Sie drehte mit Tobi Baumann gemeinsam schon DER WIXXER und unterstreicht damit die Maxime, nach der er sein Arbeitsumfeld gestalten wollte. „Ich habe versucht und in Teilen auch geschafft, viele alte Freunde und Weggefährten im Film unterzubringen. Unter anderem ist Anke mit dabei“, sagt der Regisseur und meint natürlich Anke Engelke, die in der Rolle der „Eule“ Simon und seinem besten Kumpel Flik das Leben schwer macht. „Sie hat dieses kleine Geheimnis, dass ihr Simon eigentlich sehr am Herzen liegt, sie ihm als Chefin aber natürlich Vorschriften machen und ihn sehr oft in seine Schranken weisen muss“, beschreibt Engelke die „Eule“, eine stets etwas verklemmt wirkende Person – was man von der Schauspielerin nicht behaupten kann. „Sie ist die lustigste Frau, die ich in Deutschland kenne. Die ist sogar noch lustiger als meine eigene“, schwärmt Tobi Baumann.

Danke, Anke

Ihre Wandlungsfähigkeit, die spätestens seit „Ladykracher“ jeder deutsche Fernsehzuschauer bestätigen kann, machte sie zur perfekten Besetzung für die „Eule“. „Wir haben inzwischen einen Fundus, der Material aus den letzten zehn Jahren liefert, weil wir schon bei der Wochenshow zusammen gearbeitet haben“, erklärt Anke Engelke, die gleich noch hinzufügt: „Bei Tobi Baumann ist es hinter der Kamera genauso lustig wie vor der Kamera. Er findet es gut und wichtig, dass die Menschen sich während eines Drehtages nicht nur angestrengt, sondern auch möglichst oft gelacht haben.“

Kein Wunder, dass auch andere Darsteller gern zu diesem Team gestoßen sind. Der Newcomer Oliver Fleischer spielt Flik, Simons besten Kumpel, und sieht große Gemeinsamkeiten zwischen sich selbst und seiner Rolle. „Da sind viele Parallelen bei Flik, die zum Privatmenschen Oliver Fleischer passen. Nicht nur die Übergewichtigkeit, sondern auch, dass ich mich gerne einsaue mit Kaffee und diversen anderen Lebensmitteln“, erklärt der 32-Jährige lachend. Für seine erste große Kinorolle konnte Fleischer die Ratschläge des erfahrenen Teams sehr gut gebrauchen. „Man hat Möglichkeiten, noch Sachen auszuprobieren, obwohl Tobi einen ganz klaren Kopf dabei hat und einen roten Faden, den er durchzieht“, sagt der Schauspieler. „Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Es lag vielleicht auch daran, dass wir Paninibilder ausgetauscht haben.“ Auch Tanja Wenzel findet nur gute Worte für die Atmosphäre am Set: „Mit Tobi zu arbeiten ist für mich wie in eine Familie zurück zu kommen, weil man immer wieder die gleichen Leute trifft. Ein lustiges, familiäres Arbeitsklima- so macht drehen Spaß.”

Wie im richtigen Leben

Immer wieder weisen Leser des Romans darauf hin, dass „Vollidiot“ aus dem Leben gegriffen sei. „Die Leute dieser Altersklasse erkennen sich darin“, meint auch Oliver Fleischer. Genau um diesen Wiedererkennungswert ging es auch, als die Drehorte ausgesucht wurden. Tommy Jaud und Tobi Baumann, beide Kölner durch und durch, waren sich schnell einig, dass die Handlung in ihrer Heimatstadt angesiedelt werden musste. „Ich wollte aber keine Postkartenbilder, also irgendwelche neutralen Einstellungen, die auch aus Münster sein könnten“, ist sich Baumann sicher. Größten Wert legte der Regisseur darauf, die meisten Szenen on location drehen zu können, „um authentisch zu bleiben“.

„Köln hat uns herzlich und mit offenen Armen aufgenommen und wir haben es weidlich ‚ausgenutzt’. Es ist nicht nur die Stimmung einer immer fröhlichen Stadt, die dem Film seine Heimat spürbar bietet, sondern auch viele hervorragende Filmschaffende, die ihr Handwerk bestens verstehen und mit Seele und Leidenschaft alles für Ihre Aufgabe und den Film geben - besser hätte es für VOLLIDIOT aus unserer Sicht nicht laufen können!“, so die Produzenten Christoph Müller und Sven Burgemeister.

Nur eines der Sets wurde im Studio nachgebaut: Simons Wohnung. Die Visionen von Simon, während er in einem Meer aus Teelichtern liegt oder einen ICE durch seine Bude sausen sieht, wären an einem Originalschauplatz nicht zu realisieren gewesen. Ansonsten wurde aber trotz des extrem hohen Tempos – in den rund 90 Minuten des fertigen Films finden sich 218 Bilder – immer auf den reichhaltigen Schatz an Drehorten zurückgegriffen, den die Rheinmetropole bietet. Und an den meisten von ihnen ist der Hauptdarsteller Oliver Pocher zu sehen, der mehrfach einen 14-Stunden-Tag zu absolvieren hatte. Grund für Mitleid ist das für Tobi Baumann aber noch nicht. „Es kümmern sich 20 Leute um ihn, um mich kümmert sich keiner. Wenn ich ein Wasser will, dann sagt einer ‚ja, hol doch’“, murrt der Regisseur augenzwinkernd.

Auch für die Zukunft ist übrigens kein Entspannen und keine Erholung der Lachmuskeln in Sicht. Immerhin wartet mit „Resturlaub“ auch noch der Nachfolgeroman von Tommy Jaud darauf, von einem findigen Filmproduzenten entdeckt zu werden. Und der käme an der Kölner Ladykracher-Clique sicher nicht vorbei…

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