Filmhandlung und Hintergrund

Verrätseltes kafkaeskes Noir-Drama um Alptraumsituationen in einem mysteriösen Mietshaus.

Vinzent (Detlef Bothe) sammelt gerade Unterschriften gegen Tierversuche, als er im seltsamen Mietshaus gegenüber seine Freundin zu entdecken glaubt. Auch kommt es ihm so vor, als riefe sie seinen Namen. Leider kann ihm niemand wirklich auf seiner Odyssee durch Flure und Fluchten helfen, am wenigsten die mehr als wunderlichen Bewohner des Hauses.

Der Weg ist das Ziel in dieser auf herkömmliche Mittel wie Inhalt, Spannung oder einen Höhepunkt verzichtenden, bemüht kafkaesken Meditation über galoppierenden Identitätsverlust. Debütfilm des Berliner Musikvideo- und Werbespotproduzenten Ayassi.

Auf der Suche nach seiner Freundin, für die er Unterschriften gegen Tierversuche sammelt, gerät Vincent in ein mysteriöses Mietshaus, das ihn nicht mehr aus den Fängen lässt. Vincent begegnet einem Mädchen und dessen Mutter, einer jungen Frau, einer verletzten alten Frau und einem Arzt.

Rose ist überzeugte Tierschützerin. So überzeugt, dass sie sich mehr Arbeit mit dem Ehrenamt aufhalst als sie alleine bewältigen kann. So bittet sie ihren Freund Vinzent, für die gute Sache Unterschriften zu sammeln. Der gerät dabei in ein mysteriöses Mietshaus, dessen Einwohner ihn bald nicht mehr los lassen: In einer Wohnung ist die Tochter des Hausbesitzers aufgebahrt, nebenan glaubt Vinzent seine Freundin in Gefahr. Oder sind all die Leute, etwa die verletzte alte Frau oder der Arzt, nur Ausgeburten seines drogenvernebelten Gehirns?

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Vinzent: Verrätseltes kafkaeskes Noir-Drama um Alptraumsituationen in einem mysteriösen Mietshaus.

    Verrätseltes kafkaeskes Noir-Drama um Alptraumsituationen in einem mysteriösen Mietshaus.

    Auf der Suche nach seiner Freundin, für die er Unterschriften gegen Tierversuche sammelt, gerät Vincent (Detlef Bothe) in ein mysteriöses Mietshaus, das ihn nicht mehr aus den Fängen lässt. Im 2004 entstandenen Debütfilm des Berliner Musikvideo- und Werbespotproduzenten Ayassi wird nicht erzählt, sondern die Grundkonstellation des durch Treppenhaus, Korridore und Keller des riesigen Hauses irrenden Vincent immer aufs Neue variiert. Vincent begegnet einem Mädchen und dessen Mutter (Karin Baal), einer jungen Frau (Anna Thalbach als Geliebte des Vermieters), einer verletzten alten Frau und einem Arzt; alles Personen, die ihn wie den Antihelden in Roman Polanskis „Der Mieter“ in ihren Bann ziehen und nicht mehr loslassen. Am Ende fällt er in die seit Hitchcocks „Vertigo“ wirksame Endlosspirale des eigenen Bewusstseins.

    Mehr ein am Filmstil als an der Geschichte interessierter Versuch, Identität, Ängste und Paranoia in Bilder mit kafkaesken Anleihen und Noir-Atmosphäre zu übersetzen. Immer wieder sorgen Weitwinkelaufnahmen und das (überstrapazierte) Fischaugenobjektiv für perspektivisch verschobene Einstellungen, die inhaltlich keine Vertiefung erfahren. Bücherwände, Gemälde, Fotografien und der Übergang von Comic-Szenen in die Realhandlung erinnern an „The Stratosphere Girl“ und an „Genealogien eines Verbrechens“, fügen sich aber nicht zwingend zu einer Einheit wie beispielsweise in „Stay“. Der Grund liegt im Verzicht auf Spannung, Dramaturgie, Erotik und Personen, für die man sich interessieren würde. Zahlreiche Wiederholungen einzelner Bilder und Motive des unnötig verrätselten Films sollen Déjà-Vu-Erlebnisse Vincents evozieren, aber sie fallen wie der Held ins Leere. Ein avantgardistisches Experiment ohne wirklichen Noir-Faktor. ger.

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