Filmhandlung und Hintergrund

Neuinterpretation von Mary Shelleys Horrorklassiker mit "Harry Potter"-Star Daniel Radcliffe. Vom Regisseur der neuen "Sherlock"-Serie.

Nach einem bislang unglücklichen Leben begegnet der bucklige Igor (Daniel Radcliffe) dem jungen Medizinstudenten Victor von Frankenstein (James McAvoy). Victor baut zu dem leidgeplagten Igor eine Freundschaft auf, die ihn seine schwere Vergangenheit vergessen lässt. Der brillante, angehende Mediziner bewirkt, dass sich Igor öffnet und aus sich herausgeht. Darüber hinaus kommt er durch den Wissenschaftler in Kontakt mit neuen Personen, wie der verführerischen Lorelei (Jessica Brown Findlay), Roderick Turpin (Andrew Scott) und Dettweiler (Mark Gatiss). Igor beginnt auch seinem inzwischen engen Freund Victor bei dessen Experimenten zu assistieren. Die Wissbegier Frankensteins entwickelt sich jedoch zunehmend zu einer ungesunden Obsession, die ihn zu avantgardistischen Versuchen verführt. So versucht der stetig manischer werdende Mediziner die Grenzen des bisher für möglich Gehaltenen einzureißen. Bei seinem Bestreben, tote Materie zum Leben zu erwecken, stößt Frankenstein jedoch an die Grenzen dessen, was moralisch vertretbar ist und entfesselt mit seinem endgültigen Durchbruch einen ungeahnten Terror auf die Menschheit. Der Bestseller „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ von Mary Shelley aus dem Jahr 1818 diente Hollywood mehrfach als Vorlage für Adaptionen. So unter anderem in dem Klassiker „Frankenstein“ (1931) mit der Horror-Legende Boris Karloff oder „Mary Shelley’s Frankenstein“ von 1994. Der Unterschied zum Original ist bei „Victor Frankenstein“ die Erzählperspektive, da die Geschehnisse rund um Frankenstein und seine Kreatur aus der Sicht von seinem Assistenten Igor erzählt werden. Der Regisseur Paul McGuigan ist vor allem durch seine Arbeit bei „Lucky # Slevin“ und „Sherlock“ bekannt, wobei besonders diese Verbindung auffällig ist, da mit Andrew Scott und Mark Gatiss immerhin zwei Darsteller der Serie bei „Victor Frankenstein“ mitspielen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Victor Frankenstein - Genie und Wahnsinn: Neuinterpretation von Mary Shelleys Horrorklassiker mit "Harry Potter"-Star Daniel Radcliffe. Vom Regisseur der neuen "Sherlock"-Serie.

      Die Geschichte des genialen Wissenschaftlers, der aus toter Materie Leben erschaffen will, wurde schon unzählige Male verfilmt. Mary Shelley schuf vor 200 Jahren mit dem Roman „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ einen, ja DEN großen Klassiker des Genres - prompt wurde er bereits 1910 zum ersten Mal auf die Leinwand gebracht (damals noch buchstäblich).

      Und welche Verfilmung später auch den Weg ins Kino finden sollte - fast alle hatten sie eines gemeinsam: Sie konzentrierten sich auf Frankensteins Kreatur. Das Monster, zusammengesetzt aus toten Einzelteilen. Und zwar in so hohem Maße, dass in den Vereinigten Staaten der Name Frankenstein zum Synonym für das Monster wurde - und nicht für einen jungen Schweizer Wissenschaftler, wie im Roman geschildert.

      Die neue Verfilmung von Paul McGuigan  - dem Schöpfer der grandiosen „Sherlock“-Serie - geht jetzt einen anderen Weg: Sie konzentriert sich nahezu komplett auf den Werdegang des Victor Frankenstein - und seines Gehilfen und Freundes Igor. Der Regisseur bringt die Motive der beiden Protagonisten in den Fokus, den Hintergrund ihrer Freundschaft - aber auch ihre Zerrissenheit. Dazu bedient er sich mit James McAvoy als Victor von Frankenstein und Daniel Radcliffe als Igor zweier hervorragenden Mimen in höchst gegensätzlichen Rollen: Der Wissenschaftler - und der ehemalige Zirkusclown. Der hemmungslose Existentialist - und der skrupelbesetzte Humanist…

      Mit seinen Stars schafft der Filmemacher eine Hommage an die längst vergangenen Zeiten des schwarzweißen Horror-Kinos. Die Zeit der großen Gesten, großer Dramatik, der finsteren Burgen - nur eben mit zeitgemäßen filmischen Mitteln. Und tatsächlich findet nichts Kleines den Weg in die Neuauflage: Dramatik,  Szenerie, Konflikte, Dialoge, Explosionen, Experimente - alles am oberen Rand der Cineastik. Und doch immer wieder gebrochen durch starke Bilder des viktorianischen London von fast poetischer Anmutung.

      Ach ja: Am Ende bekommt natürlich auch das Monster seinen Auftritt. Und stimmt: Auch das ist wirklich enorm groß - und hat noch dazu die Kraft der zwei Herzen. Die Zuneigung zu seinem Schöpfer aus Shelleys Roman hat es hingegen nicht. Doch hier entpuppen sich die beiden Wissenschafts-Buddies auch noch als höchst Action-tauglich. Nur ihre arme Schöpfung leidet am Ende unter ziemlich kurzer Haltbarkeit - wie eigentlich in allen Frankenstein-Filmen. Eine Hommage, eben. Und da muss man sich nun mal an traditionelle narrative Gesetze halten…

      Autor: Alexander Jodl

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