Verrückt nach Emma

  1. Ø 0
   2007
Verrückt nach Emma Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Verrückt nach Emma: Armin Rohde als Bewährungshelfer, der sich in seine kleptomanische Klientin (Anja Kling) verliebt.

Die schöne Emma ist nicht bloß notorische Kleptomanin, sondern auch der wandelnde Beweis für die Chaos-Theorie: Obwohl sie meist nur Gutes im Sinn hat, gleicht ihr Lebensweg einer Spur der Verwüstung. Als man sie nicht mal mehr im Gefängnis haben will, muss sich Franz Berger mit Emma rumschlagen. Im Nu gleicht das Leben des bedauernswerten Bewährungshelfers einem Scherbenhaufen: In kürzester Zeit verliert er Frau, Haus, Auto und Arbeit. Zu allem Überfluss gilt er auch noch als Bankräuber.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Selten ist die Chaos-Theorie so schön belegt worden wie von Emma. Sollte jemand daran zweifeln, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings letztlich katastrophale Auswirkungen haben kann: Emma ist der lebende Beweis. Meist beginnen die Kettenreaktionen ganz harmlos, aber weil am Ende kein Stein mehr auf dem anderen steht, darf man Emma mit Fug und Recht als Zeitbombe bezeichnen.

    Immerhin ist sie eine ungemein attraktive Zeitbombe. Aber selbst im Knast will man sie nicht mehr haben, weil ganze Gebäudekomplexe mittlerweile dringend renovierungsbedürftig sind. Also wird sie wieder auf die Menschheit losgelassen, genauer gesagt, auf Franz Berger: Er hat das Pech, ihr Bewährungshelfer zu sein. Berger hat ein unübersehbares Helfersyndrom und opfert sich regelmäßig für seine Klienten auf. Mit diesem Fall will allerdings selbst er nichts zu tun haben, doch alle Versuche, das Unheil abzuwenden, fruchten nichts: Innerhalb kürzester Zeit verliert er seinen Wellensittich, seine Frau, sein Haus, sein Auto, das Auto seiner Frau, seine Arbeit; und gilt zu allem Überfluss auch noch als Bankräuber.

    Man kann sich förmlich vorstellen, wie Christian Schnalke, der sich bislang eher als Autor schwerer Stoffe hervorgetan hat („Die Patriarchin“, Afrika, mon amour“), dieses Drehbuch mit diebischer Freude geschrieben hat. Die beiden Hauptfiguren mögen nicht unbedingt komplex sein, müssen aber eine enorme Dynamik aushalten. Gerade der bedauernswerte Bewährungshelfer, ohnehin nicht Herr über sein Leben, wird zum Spielball des Schicksals, und vermutlich könnte diese begeisternde Verzweiflung niemand besser verkörpern als Armin Rohde. Kongenial ist Anja Kling als Unschuldslamm, das stets das Gute will (von ihrer notorischen Kleptomanie mal abgesehen), aber als Unglück auf zwei Beinen für eine Spur der Verwüstung verantwortlich ist. Ulrich Zrenner inszeniert die entsprechenden Ereignisse mit fast schon übermütiger Hingabe. Geschickt spielt der Film gerade in diesen Szenen mit einer Mischung aus Vorhersehbarkeit und Überraschungseffekten: Getreu Murphy’s Gesetz geht zwar alles schief und zu Bruch, was schief und zu Bruch gehen kann, aber Schnalke und Zrenner setzen immer noch eins drauf.

    Trotzdem ist „Verrückt nach Emma“ keine pure Aneinanderreihung von Slapstick-Szenen, selbst wenn die komischen Höhepunkte des Films natürlich jene Momente sind, in denen Emma Bergers Leben in ein fröhliches Chaos verwandelt. Aber es gelingt Zrenner immer wieder, eine gewisse Tragik durchscheinen zu lassen, und das macht die Geschichte erst zur wirklich großen Komödie. tpg.

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