Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama über die fragilen Beziehungen und Lebensentwürfe zweier Paare im mittleren Alter.

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Kritikerrezensionen

  • Verratene Freunde: TV-Drama über die fragilen Beziehungen und Lebensentwürfe zweier Paare im mittleren Alter.

    Ein neuer Geniestreich von Daniel Nocke und Stefan Krohmer: Ihr herausragend besetztes Drama bietet fesselnde Szenen zweier zerbrechender Ehen.

    2007 haben Autor Daniel Nocke und Regisseur Stefan Krohmer einen ihrer Filme lakonisch „Mitte 30“ genannt. Das Drama „Verratene Freunde“ könnte auch „Mitte 40“ heißen. In der Geschichte geht es um die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn man einen Freund bei einer Unregelmäßigkeit ertappt: Bauunternehmer Peter Staude (Heino Ferch) hat derart viel Geld unterschlagen, dass er sich davon eine teure Villa bauen konnte. Sein moralischer Gegenspieler Andreas Rogel (Matthias Brandt) ist vor allem über die Diskrepanz zwischen Schein und Sein erbost: Staude sammelt in großem Stil Spenden, mit denen er eigentlich Einrichtungen für Behinderte finanzieren soll. Wie so oft wirkt auch diesmal Nockes Drehbuch wie eine Fallstudie: Rogels Dilemma ist Auslöser einer Kettenreaktion, in deren Verlauf zwei Ehen zerbrechen. Daher auch die mögliche Titelalternative „Mitte 40“: Im Zentrum der Handlung stehen nicht nur die Männer, sondern auch ihre Frauen, was den Vorteil hat, dass Krohmer mit gleich vier formidablen Schauspielern arbeiten konnte. Christa Staude (Katja Riemann), ohnehin unglücklich über ihren Status als Frau an der Seite eines erfolgreichen Mannes, verlässt den Gatten, als sie von der Veruntreuung erfährt. Heike Rogel (Barbara Auer) tut es ihr gleich, weil Andreas den Freund in ihren Augen denunziert hat. Dass sie überdies ein Verhältnis mit Staude hat, erleichtert den Schritt.

    Wie immer gelingt es Nocke, intellektuellen Anspruch mit Lebensnähe zu verbinden: Die Dialoge bieten Bosheit auf hohem Niveau und sind entsprechend sorgsam formuliert, klingen aber trotzdem authentisch; allerdings werden sie auch ausgesprochen glaubwürdig vorgetragen. Auer und Brandt spielen hier nach „Vier sind einer zuviel“, „Die Wölfe“ sowie „Das Ende einer Nacht“ zum wiederholten Mal ein Paar und entdecken dennoch immer wieder neue Reibungspunkte. Nicht minder reizvoll ist die Kombination des Duos Auer/Ferch, das gerade in der Leidenschaft dieser verbotenen Beziehung überzeugt, zumal Krohmer den Sex nicht als Erotik verpackt.

    Die Bildgestaltung (Kamera: Patrick Orth, Schnitt: Boris Gromatzki), auch dies ein Merkmal der Filme Krohmers, ist erneut von bemerkenswerter Sorgfalt. Die Ausstattung dient konsequent der Charakterisierung der Hauptfiguren; Rogels Traumhaus zum Beispiel ist ein kühler, farbloser Zweckbau mit Hightech-Ausstattung. Wenn hier am Ende alle Beteiligten erneut aufeinandertreffen, schließt sich der Kreis; aber nichts ist mehr, wie es zu Anfang war. tpg.

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