Verräter - Tod am Meer

  1. Ø 3.5
   2017
Verräter - Tod am Meer Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Verräter - Tod am Meer: Deutsch-deutscher Thriller nach dem Roman "Innere Sicherheit" von Christa von Bernuth.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der stille Polit-Thriller bezieht seine hintergründige Spannung aus der reizvollen Vermischung von historischer RAF-Realität mit einem unerhörten Komplott.

    Der Hintergrund ist verbürgt, die Handlung fiktiv; ihr enormer Reiz besteht darin, dass sie dennoch authentisch sein könnte. Das Drehbuch basiert auf dem Roman „Innere Sicherheit“ von Christa Bernuth. Darin geht es ähnlich wie in Volker Schlöndorffs Film „Die Stille nach dem Schuss“ um RAF-Terroristen, die Anfang der Achtzigerjahre in der DDR untertauchten durften. Hauptfigur der Geschichte ist der junge Volkspolizist Martin Franzen (Albrecht Schuch), der 1988 gemeinsam mit einem Kollegen die Leiche einer erschossenen Frau aus der Ostsee fischt. Da sich in der Nähe auch ein Schlauchboot findet, wird der Vorfall als gescheiterte „Republikflucht“ eingestuft. Martin, eigentlich ein linientreuer Beamter, kommt die Sache seltsam vor. Ein Brief, den eine Freundin des Opfers einer Frau in Berlin übergeben sollte, offenbart ihm eine Wahrheit, die sein Weltbild erschüttert: Die Frau (Hannah Herzsprung) entpuppt sich als ehemalige RAF-Terroristin, der die Stasi Asyl gewährt.

    Bis hierher halten sich Roman und Drehbuch an die Realität, nun kommt die Fiktion ins Spiel, und jetzt wird „Verräter – Tod am Meer“ zum Polit-Thriller: Auf Geheiß der Stasi sollen die geflüchteten RAF-Mitglieder weiterhin töten; ganz oben auf der Todesliste steht ein westdeutscher Bankchef, der angeblich verhindert, dass die DDR einen Milliardenkredit bekommt. Später erfährt Martin jedoch den wahren Grund für die geplante Ermordung des Mannes. Er findet raus, dass Staatssicherheit und Bundesnachrichtendienst Hand in Hand arbeiten. Nun sollen Nina und er ebenfalls liquidiert werden. Regie führte Franziska Meletzky, die „Verräter – Tod am Meer“ allerdings mit beinahe zuviel Zurückhaltung inszeniert hat. Die Spannung resultiert zunächst aus der Frage, wie die vielen Bruchstücke, die der Volkspolizist sammelt, zusammenpassen, und dann aus der Ungeheuerlichkeit der Geschichte; selbst gegen Ende, als Stasi und BND gemeinsam Jagd auf das Paar machen, kommt jedoch kaum Nervenkitzel auf. In jeder Hinsicht sehenswert ist allerdings die Arbeit von Kamerafrau Bella Halben; ihre Bildgestaltung verleiht der Handlung eine ungemütliche, kühle Atmosphäre, die erfolgreich kaschiert, dass der Film für ein historisches Drama mit vergleichsweise wenig Aufwand auskommen musste. Außerdem passt sie perfekt zu Martins Stimmung, denn der Volkspolizist zweifelt von Minute zu Minute mehr an dem System, dem er dient. Albrecht Schuch hat bereits im letzten Jahr als Uwe Mundlos im Auftakt zur NSU-Trilogie „Mitten in Deutschland“ eine denkwürdige Leistung abgeliefert, die er mit „Verräter“ bestätigt. Interessant ist auch die Rolle von Christian Redl als Martins väterlicher Freund, der irgendwie in das Komplott involviert ist. Die weiteren Nebenrollen sind mit Anian Zollner, Jule Ronstedt, Stephan Kampwirth und Uwe Preuß ähnlich markant besetzt. tpg.

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