Verlorenes Land

  1. Ø 5
   2002
Verlorenes Land Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Verlorenes Land: Bewegendes Nachkriegs-und Heimatdrama über eine von Schicksalsschlägen schwer getroffene Bauernfamilie.

Maria sehnt sich nach einem gemeinsamen Leben mit Jean-Pierre, der als ehemaliger französischer Kriegsgefangener auf dem Bauernhof von Marias Schwiegereltern arbeitet. Stillschweigend dulden sie die Liaison, obwohl die Großmutter noch immer sehnsüchtig auf die Heimkehr ihres Sohnes Hans, Marias Ehemann, aus russischer Kriegsgefangenschaft hofft. Jeder sucht nach seienem eigenen Glück, der jüngere Sohn Franz als Erfinder in der Stadt. Der Bauer versucht seine uneheliche Tochter Lisa zu verkuppeln. Als Hans plötzlich mehr tot als lebendig aus der Gefangenschaft zurückkehrt, ändert sich alles.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Unbeschwertheit, die Charles Trenets musikalisches Thema „La mer“ anfangs immer wieder suggeriert, kann in Jo Baiers tief bewegendem Nachkriegs-, Familien- und Heimatdrama nur von kurzer Dauer sein. Das Landleben und die bäuerliche Gemeinschaft lassen dafür nur wenig Raum. Lediglich die Eindringlinge, wie der Kriegsgefangene Jean-Pierre oder die lebensfrohe Liebschaft des jüngeren Bauernsohns (Theaterschauspielerin Nina Kunzendorf als echte Entdeckung) lassen die anderen an der Leichtigkeit des Seins teilhaben. Bei der Rückkehr in seine französische Heimat nimmt Jean-Pierre diese Unbeschwertheit einfach mit.

    Steht Marias unglückliche Liebesgeschichte zunächst im Vordergrund, so erzählt Baiers Film dennoch in erster Linie von zwei starken Frauenfiguren, die von Martina Gedeck (als Maria) und Monica Bleibtreu (als Marias Schwiegermutter) in ihrer Gänze ausgefüllt werden. Wie beide die Bürde ihres schweren Daseins tragen, hilft einem über die Traurigkeit des Films hinweg. Maria, die so plötzlich aus ihrer glücklichen Beziehung gerissen wird, ihre Schwiegermutter, die im Ungewissen auf ihren Lieblingssohn wartet, und mit einem Mann zusammen lebt, der sie dereinst betrogen hat, ehe sie ihn bei einem Unfall ganz verliert. Wenn diese beiden unvereinbar scheinenden Charaktere, trotz allen Leids, das auf ihrer Beziehung lastet (Maria wartet nicht auf den „verlorenen Sohn“, bringt ihn später um), zueinander finden, sind dies die schönsten und berührendsten Momente des Films.

    In seiner Authentizität, der detailgetreuen Ausstattung, den liebevollen Kostümen und der lückenlos überzeugenden Darstellung des gesamten (Familien-)Ensembles ist „Verlorenes Land“ eine Ode auf das Leben auf dem Land und gleichzeitig ein Requiem für das allmählich von der Bildfläche verschwindende Bauerntum. Besonders beeindruckend, wie Baiers Kameramann Peter von Haller in seinen Bildern gleichzeitig Harm und – seltener – Idyll des bäuerlichen Lebens einfängt. fra.

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