Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama um eine Familie, die in der Krise wieder zusammenfindet.

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Kritikerrezensionen

  • Verlassen: TV-Drama um eine Familie, die in der Krise wieder zusammenfindet.

    Wie die Angst ums Kind ein Ehepaar wieder zueinander führt: Martina Gedeck und Harald Krassnitzer brillieren in einem emotionalen Drama von beinahe unerträglicher Authentizität.

    Die Dialoge sind einsilbig, triefen aber vor Verachtung: Eine Antipathie, die derart von Herzen kommt, hat sich über Jahre aufgebaut. Claudia und Dieter (Martina Gedeck, Harald Krassnitzer) sind zwar schon seit einiger Zeit geschieden, haben aber immer noch nicht zu einem gelassenen Umgang gefunden. Leidtragende ist die Tochter, eine sensible Siebzehnjährige (Janina Stopper). Als das Ex-Paar wieder mal streitet, schnappt sich Julia kurzerhand den Wagen der Mutter und macht sich aus dem Staub. Die Eltern ahnen zwar, dass sie gen Genua gefahren ist, wo die Familie einst in besseren Zeiten immer ihren Urlaub verbracht hat, aber auch dort bleibt Julia verschwunden. Außerdem verzettelt sich Dieter in seinen Gefühlen: Die gemeinsame Suche in Italien bringt die Geschiedenen einander wieder näher. Dass Dieter mal was mit der Pensionswirtin hatte, bei der sie wie früher einkehren, macht die Dinge nicht leichter. Richtig kompliziert aber wird’s erst, als auch noch seine zweite Frau (Marion Mitterhammer) auftaucht. Kein Wunder, dass die Erwachsenen Julia aus den Augen verlieren. Das ändert sich, als ihre Sachen am Strand gefunden werden: Das Mädchen kann gar nicht schwimmen; und just an dieser Stelle hat sich vor langer Zeit auch Dieters Mutter das Leben genommen.

    Christoph Stark (Buch, Regie und Schnitt) erzählt das Drama mit Bedacht. Es passiert nicht viel, aber das dank der vorzüglichen Darsteller mit hoher Intensität. Gerade Gedeck und Krassnitzer vermitteln eine mitunter beinahe unerträgliche Authentizität, wenn Tonfall und Körpersprache ihren Dialogen einen bedrohlichen Subtext verleihen. Gleiches gilt für die knallharten Gespräche zwischen Mutter und Tochter. Die junge Janina Stopper, die ihr Riesentalent schon an der Seite von Dieter Pfaff („Bloch: Die Wut“) und zuletzt im Bodensee-Tatort „Blutsbande“ bewiesen hat, ist eine würdige Gegenspielerin für Martina Gedeck. Aber auch der Vater hat’s nicht leicht: Er muss erkennen, dass er nichts von seiner Tochter weiß. Und nicht nur das: Die Suche nach Julia öffnet ihm endlich die Augen für seine Kindheit. Der Tod seiner Mutter hat damals eine Wunde verursacht, die durch die Geburt der Tochter wieder aufgerissen ist. Das mag alles konstruiert klingen, fügt sich aber wunderbar. tpg.

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