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Verführerischer Mond

   Kinostart: 29.05.1997
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Filmhandlung und Hintergrund

Tragische Liebesgeschichte von Chen Kaige, die in ihren Facetten das Aufeinanderprallen des traditionellen und modernen Chinas widerspiegelt.

Shanghai zu Beginn der 20er Jahre. Die Patrizierfamilie der Pangs glänzt nach außen mit Macht und Reichtum, ist innerlich jedoch bereits verfallen. Vater und Söhne fröhnen dem ungebremsten Opiumkonsum, und mit der neuen Republik kann niemand etwas anfangen. In diese Atmosphäre des Zerfalls und der Dekadenz kommt der junge Intellektuelle Zhongliang, der ein Auge auf Pangs schöne Tochter Ruyi geworfen hat.

Shanghai zu Beginn der zwanziger Jahre. Der letzte chinesische Kaiser hat abgedankt und die ehemals mächtige Patrizierfamilie Pang, die sich in der neu entstandenen Republik nicht zurechtfindet, ergibt sich dem Opium. Zhongliang, der Schwager von Duanwu, dem dezidierten Nachfolger des süchtigen Familienoberhaupts, wird aus dem dekadenten Haus getrieben. Jahre später kehrt er als Gigolo und Gangster zurück, um für seine Demütigungen Rache zu nehmen. Als erstes Opfer hat er sich Ruyi, Pangs hübsche Tochter, auserkoren.

Im Shanghai Anfang des Jahrhunderts zählen innerhalb einer großen Patrizierfamilie nicht mehr die gängigen Werte. Nur noch der exzessive Opiumkonsum ist von Wichtigkeit. Als sich ein junger Mann für die Tochter des Hauses interessiert eskaliert der Verfall. Bildgewaltiges Familiendrama.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Verführerischer Mond: Tragische Liebesgeschichte von Chen Kaige, die in ihren Facetten das Aufeinanderprallen des traditionellen und modernen Chinas widerspiegelt.

    Im Zeichen des Vollmonds, visuell leuchtend und wegweisend in der Verbindung westlichen und fernöstlichen Kinos, steht das neue Projekt des Chinesen Chen Kaige, das seinen letzten Film, den Cannes-Gewinner „Lebewohl, meine Konkubine“ nicht nur an Budget (etwa das Doppelte), sondern auch an Eindruckskraft übertrifft. Mittels einer komplexen, ihren menschlichen Kern berührend herausschälenden Geschichte, die ihre Wirkung auch beim deutschen Publikum stärker als der kommerziell unter Wert geschlagene Vorgänger ausspielen könnte.

    Drei Jahre arbeitete Kaige an diesem visuell süffigen, mit mobiler Kamera lebendig gehaltenen Melodram, dessen opulentes Design in einer Straßenszene sogar mit der Traumarchitektur in Michael Ciminos „Heaven’s Gate“ konkurrieren kann. Wie schon in seinem Cannes-Preisträger zelebriert Kaige, unterstützt von Wong Kar-wais Stammkameramann Christopher Doyle, das Bild, hofiert und glamourisiert dabei seine Stars, die durch die Bank mit darstellerischen Bestleistungen aufwarten. Erneut thematisiert der Regisseur den Wandel in der chinesischen Gesellschaft, die Ablösung traditioneller Strukturen, konzentriert sich aber stärker auf den Schauplatz Mensch, der seine vom Leben zugewiesene Rolle nicht verlassen kann, weil er in der Zwangsjacke seiner Psyche gefesselt ist. Zentrales Beispiel dafür ist der junge Zhongliang (als Erwachsener gespielt von Hongkong-Star Leslie Cheung), der 1911, nach dem Abdanken des letzten Kaisers, Opfer der Opium-verseuchten Dekadenz der traditionsbewußten Familie Pang wird. Sein Schwager, der legitime Nachfolger des süchtigen Meister Pang, mißbraucht ihn als Diener und in einer traumatischen Nacht für von Kaige nur angedeutete amouröse Spielchen, die den naiven Jungen am nächsten Morgen aus dem Haus treiben. Jahre später kehrt er als gefühlsgefrosteter Gigolo und Gangster zurück, spielt und straft mit der Liebe von Ruyi (Gong Li), der Schwester seines Schwagers, bis diese enttäuscht die Konsequenzen zieht und Zhongliang der Verzweiflung überläßt.

    Ein kompliziertes Geflecht von unkonventionellen Figuren und Beziehungen erfordert zunächst große Aufmerksamkeit. Doch hat man es schließlich entwirrt, belohnt „Verführerischer Mond“ mit berührenden, tragischen Einblicken in menschliche Schicksale, die, obwohl in exotischem Milieu angesiedelt, so gar nichts Fremdartiges an sich haben. kob.

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