Venus in Furs

  1. Ø 0
   1994
Venus in Furs Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Stilisierte, moderne Fassung von Leopold von Sacher-Masochs 1869 erschienener Novelle, in der Severin und Wanda ihre sadomasochistische Beziehung per Kontrakt regeln. Während Severin in seiner Sklavenrolle Erfüllung findet, gibt sich seine Herrin Wanda auch der lesbischen Liebe hin.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein erotischer Spielfilm, der im Gegensatz zu den meisten Spielarten der Gattung hauptsächlich Pluspunkte aufweisen kann, nicht nur den des Preises für Kreativität und Professionalismus auf dem Festival von St. Petersburg. Die Holländer Maartje Seyferth und Victor E. Nieuwenhuijs versuchen sich an einer stilisierten, modernen Fassung von Leopold von Sacher-Masochs 1869 erschienenem Roman, der das Konzept des Masochismus in die Kulturdebatte einführte. Severin von Kusiemski will seine Liebe zu Wanda von Dunajew intensivieren, indem er sich auch kontraktmäßig als ihr Sklave öffentlich und privat demütigen läßt. Wanda geht auf die bizarre Vorstellung ein und schafft, als Severin total in seinen Dienst- und Qual-Phantasien aufgeht, für sich eine andere Lösung: Severin bleibt ihr Sklave, während sie sich der Lesbenliebe hingibt. Der Schluß ist anders als die Romanvorlage, was aber kaum eine Rolle spielt, denn die Sicht der Holländer auf das extreme Spiel auf der Schmerzseite des sexuellen Pendels geht durchaus auf. Da Severins Rituale – Fetischisierung, Dienstrolle, Fesselungen, schließlich die eigene Brandmarkung – Wanda als Domina einengen, weil sie aus Liebe und nicht aus Überzeugung agiert, kann sie nur den doppelten und befreienden Weg als Herrin und Sapphos Tochter gehen. Den Regisseuren gelingen auf dieser Ebene einige interessante Aspekte fern ideologischer Sichtweise, wie sie noch 1968 in der Luggi-Waldleitner-Produktion mit Laura Antonelli eine berühmte Rolle spielte. Was damals anti-patriachalisch und sexualliberal sein sollte, ist heute der reinen Phantasie mit Extremwerten gewichen. Für den Film spricht eine durchkomponierte Schwarzweißphotographie, die zwischen Helmut Newton und Robert Mapplethorpe eigene Schattenwege geht und die Aufmerksamkeit bindet, was den erotischen Ritualen nicht durchgehend gelingt. Spuren von Humor zeigen sich in der besten Szene, in der Severin im Marschland vor einen Karren gespannt wird: als Lust-Last- Tier. Für Freunde anspruchsvoller Erotik in Programmkinos eine angesagte Verführung. ger.

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