Väter - denn sie wissen nicht, was sich tut

  1. Ø 4
   2006
Väter - denn sie wissen nicht, was sich tut Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Väter - denn sie wissen nicht, was sich tut: TV-Komödie um Vater (Edgar Selge) und Stiefvater (Armin Rohde) eines erziehungsresistenten Jugendlichen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Gipfeltreffen der Komödianten: In Hermine Huntgeburths leichtfüßiger und zugleich tiefgründiger Komödie sorgen sich Armin Rohde und Edgar Selge als zwei Väter um ihren gemeinsamen Sohn.

    Walter (Armin Rohde) ist am Tiefpunkt angelangt. Im Arbeitsamt wurde der Computerspezialist als unvermittelbar bezeichnet und zur Straßenreinigung geschickt, seine Wohnung wird er auch bald verlieren. Als sein nassauernder, antriebsschwacher Stiefsohn Anton (Robert Gwisdek) ihm dumm kommt, platzt ihm der Kragen und er setzt ihn vor die Tür. Der Zwanzigjährige nistet sich kurzerhand bei seinem leiblichen Vater Ingo (Edgar Selge) ein. Ingo nimmt ihn mit beinahe mütterlichem Mitleid auf, doch schon bald wird die Geduld des Schöngeistes auf eine harte Probe gestellt und auch er bekommt das lethargisch-anmaßende Verhalten des jungen Mannes zu spüren. Ingo will, dass Walter sich wieder um Anton kümmert, doch dann erfährt er von der prekären Situation des früheren Freundes und nimmt kurzerhand auch ihn noch auf. Mit vereinten Kräften versuchen sie, ihren renitenten Sohn zurück ins Leben zu bugsieren, dabei werden ihre Methoden immer rabiater…

    Ausgangsidee für „Väter, denn sie wissen nicht, was sich tut“, war für Hermine Huntgeburth ein gemeinsames Projekt für Edgar Selge, mit dem sie 1991 „Im Kreise der Lieben“ gedreht hatte, und Armin Rohde, der 1997 für „Das Trio“ für sie vor der Kamera stand, zu finden; auch viele weitere Schauspieler aus „Väter…“ hatten übrigens bereits mit ihr gedreht. Die Autoren Volker Einrauch und Lothar Kurzawa aus der gemeinsamen kleinen, aber feinen Hamburger Filmmanufaktur Josefine-Film entwickelten die Geschichte und schrieben das Drehbuch. Mit NDR und Arte waren schnell Auftraggeber gefunden. Zwischen Huntgeburths erfolgreichem Kinofilm „Die weiße Massai“ und dem mehrfach ausgezeichneten Zweiteiler „Teufelsbraten“ fanden die Dreharbeiten statt.

    „Väter, denn sie wissen nicht, was sich tut“ überzeugt als Gesamtwerk. Hermine Huntgeburth inszeniert mit leichter Hand, ohne sich auf billige Lacher einzulassen. Hier wird jede Figur ernst genommen, jede Selbstironie zugelassen. Es ist ein pures Vergnügen, den beiden Hauptdarstellern zuzusehen, wie sie ihre männlichen und weiblichen Seiten ausloten und um die besten Erziehungsmethoden ringen. Robert Gwisdek könnte nicht besser besetzt sein, in Nebenrollen zeigen Ulrike Krumbiegel und Barbara Nüsse Höchstleistungen, Sidonie von Krosigk schafft den Sprung von Bibi Blocksberg zur selbstbewußten Jugendlichen. Die Dialoge sind pointiert, wie immer beweisen Einrauch und Kurzawa, dass sie eine ungewöhnliche Geschichte mit schrägen Einfällen erzählen können, die dennoch fest in der sozialen Realität verankert ist. Ein besonderes Highlight ist Edgar Selges Monolog über den männlichen Willen, den er in Loriot’scher Qualität präsentiert. Dieser Film ist ein Kleinod, wie man es nur selten im Fernsehen findet. sw.

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