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Väter - Allein zu Haus: Mark

Filmhandlung und Hintergrund

Auch der zweite Teil aus der WDR-Reihe mit David Rott und Peter Lohmeyer ist eine witzige Komödie mit viel Tiefgang. Im ersten Film der auf vier Teile angelegten ARD-Reihe „Väter allein zu Haus“ haben Jan Martin Scharf und Arne Nolting von einem Mann Ende fünfzig erzählt, der seiner Lebensgefährtin zuliebe seinen Beruf aufgibt und sich fortan um die soeben eingeschulte kleine Tochter und den Haushalt kümmert. Im...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Auch der zweite Teil aus der WDR-Reihe mit David Rott und Peter Lohmeyer ist eine witzige Komödie mit viel Tiefgang.

    Im ersten Film der auf vier Teile angelegten ARD-Reihe „Väter allein zu Haus“ haben Jan Martin Scharf und Arne Nolting von einem Mann Ende fünfzig erzählt, der seiner Lebensgefährtin zuliebe seinen Beruf aufgibt und sich fortan um die soeben eingeschulte kleine Tochter und den Haushalt kümmert. Im Mittelpunkt der zweiten Episode steht sein bester Freund. Mark (David Rott) und seine Frau Judith (Felicitas Woll) haben den Rollentausch bereits Jahre zuvor vollzogen, sodass sie sich ihrer Karriere als Klinikärztin widmen konnte. Als Tochter Anna in die Schule kommt, kehrt Mark halbtags in seinen Beruf als Werbefachmann zurück und erlebt nun prompt all‘ das, was in der Regel Frauen widerfährt: Seine Chefin (Tanja Schleiff) entpuppt sich als Firmendrachen, der keinerlei Verständnis für Mitarbeiter hat, denen das Wohlergehen ihrer Kinder wichtiger ist als der Erfolg des Unternehmens. Als Mark der doppelte Druck über den Kopf wächst, lässt er sich zu einem Kuss mit Ramona (Nadja Becker) hinreißen. Der unbedachte Moment hat zur Folge, dass seine Ehe auseinanderzubrechen droht.

    Das klingt nach Drama, ist aber wie schon der erste Film eine kurzweilige, unterhaltsame und stellenweise ausgesprochen amüsante Komödie, wenn auch mit Tiefgang. Schon allein die Farbgebung signalisiert Wohlfühlfernsehen. Die Menschen aus Wuppertal werden ihren Heimatort womöglich trotz der ständig durch Bild fahrenden Schwebebahn nicht wiedererkennen: Scharf hat auch diesmal wieder Regie geführt und dafür gesorgt, dass Kameramann Markus Eckert die in ein mildes Herbstlicht getauchte Stadt von ihren schönsten Seiten zeigt. Auch der erzählerische Tonfall ist nie dramatisch, selbst wenn einige Ereignisse keineswegs komisch sind. Unter anderem erfährt Mark am eigenen Leib, wie sich sexuelle Belästigung anfühlt; die unsympathische Vorgesetzte verfolgt ihn sogar bis aufs Männerklo. Scharf hat diese Szenen mit dem nötigen Ernst inszeniert; das gilt auch für die Ehekrise, zumal Judith bei einem schmucken Assistenzarzt Trost findet.

    Neben der Bildgestaltung, der lebensnahen Geschichte und den stellenweise ziemlich flotten Dialogen imponiert der Film vor allem durch die darstellerischen Leistungen. Dass die Schauspieler ausnahmslos gut zu ihren Rollen passen, ist das eine, aber es gelingt ihnen auch eine perfekte Balance auf dem schmalen Grat zwischen Drama, Komödie und Lustspiel. Mark muss gleich mehrfach Zwiegespräche üben. Oft sind solche Monologe ungelenk, aber David Rott gelingt es sogar, beim Spiegeldisput mit sich selbst nicht peinlich zu wirken. In den anderen Auseinandersetzungen entpuppt er sich jedoch als Feigling, der um den heißen Brei herumredet.

    Der Film funktioniert zwar auch dann, wenn man den ersten nicht gesehen hat, zumal es sich ja nicht um eine Fortsetzung handelt; aber natürlich macht er dann mehr Spaß, weil Marks bester Freund Gerd (Peter Lohmeyer) und seine Frau, Judiths beste Freundin Michaela (Christina Große), bereits eingeführt sind. Dem Reihentitel zum Trotz sind die Frauen im zweiten Teil ohnehin noch stärker in die Handlung involviert. Judith ist daher auch keineswegs die Antagonistin des Films, selbst wenn Mark sie zwischendurch so empfindet; auch in dieser Hinsicht sind Nolting und Scharf, beide für die Vox-Serie „Club der roten Bänder“ mit allen wichtigen deutschen Fernsehpreisen ausgezeichnet, dem Konzept des Rollentauschs treu geblieben. Das Beste sind jedoch die zum Teil von viel Wortwitz geprägten und von allen Beteiligten bestens gespielten Dialogszenen. Gegenstück zu den übermütigen Momenten sind die nicht minder glaubwürdig vorgetragenen Ehekrachgespräche zwischen Judith und Mark. tpg.
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