Fakten und Hintergründe zum Film "Up in the Air"

Kino.de Redaktion |

Up in the Air Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

In seinen ersten beiden Arbeiten als Spielfilmregisseur hat Jason Reitman ein ausgeprägtes Talent gezeigt, provokative Antihelden in den Mittelpunkt zu rücken – einen Tabaklobbyisten in THANK YOU FOR SMOKING („Thank You For Smoking“, 2005) und eine schwangere Teenagerin in dem Oscar®-prämierten JUNO („Juno“, 2007) – und mit ihnen zutiefst menschliche, witzige und ansprechende Geschichten zu erzählen, in denen genau diese Figuren alle Erwartungen unterlaufen. Er bleibt seiner Tradition treu und kommt gerade zur rechten Zeit mit der Geschichte von Ryan Bingham, der, wenn man es nüchtern betrachtet, einen ziemlich unangenehmen Job hat. Er entlässt Menschen, wenn Firmen sich gesundschrumpfen.

Gleichzeitig dreht sich Ryans Story aber auch um einen Typen, der sich sofort ins Gedächtnis einbrennt: ein charmanter, anständiger Mann, der sich mit großem Enthusiasmus einer Welt aus Geschwindigkeit, Technologie, Komfort, individueller Ambition und materiellen Vergünstigungen verschrieben hat; ein Mann, der ein geschmeidiges und angenehmes Leben führt; ein Mann, der alles hat und doch feststellt, dass etwas Entscheidendes fehlt. Seine Geschichte stellt spannende Fragen: Wie gelingt es uns in einer Zeit, in der Reisen in die ganze Welt an der Tagesordnung sind und Kommunikation fast ausschließlich via Maschinen stattfindet, zu jenen bleibenden, wahrhaftigen Beziehungen zu kommen, die einst Dreh- und Angelpunkt amerikanischer Gemeinden waren? Und was passiert, wenn wir ihnen aus dem Weg gehen?

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Diese Fragen liegen im Zentrum des Drehbuchs von UP IN THE AIR, das Reitman nach einer früheren Fassung von Sheldon Turner übernahm und in eine neue Richtung führte: Er wollte anhand der Geschichte Ryan Binghams reflektieren, wie wir heute leben, in einem Moment der Geschichte, an dem technologischer Fortschritt und der Zusammenbruch der Kommunikation aufeinanderprallen.

„Ich habe es als Geschichte eines Mannes verstanden, der mit der Tatsache umgehen muss, dass er zwar glaubt, sein Leben sei komplett, dabei aber etwas Wichtiges völlig ignoriert, nämlich die Verantwortung, Teil eines größeren Ganzen zu sein“, meint Jason Reitman. „Ryan Bingham hat so viel Angst vor der Last, Teil einer Gemeinde zu sein, dass er völlig verpasst, wie viel einem das geben kann.“

Er fährt fort: „Ich denke, das ist etwas, was wir gerade als Gesellschaft erleben. Wir alle benutzen unsere Handys, setzen Tweets auf Twitter ab, schicken SMS, und es hat den Anschein, als hätten wir mehr Kontakt zu anderen Menschen als jemals zuvor. Tatsächlich ist es doch so, dass sich die Menschen nicht mehr in die Augen sehen, und wir haben weniger richtige Beziehungen als jemals zuvor. Ryans Leben in den Flughäfen sehe ich als Metapher dafür. Egal, wo auf der Welt man einen Flughafen betritt, man kennt sich sofort aus. Überall gibt es die gleichen Läden, die gleichen Restaurants, die gleichen Zeitungen. Überall fühlen wir uns wohl, und doch fühlen wir uns nirgendwo wirklich Zuhause. Wir sind so global, dass wir jeden Sinn dafür verloren haben, was eine lokale Gemeinde bedeutet.“

Reitmans Inspiration für UP IN THE AIR war zunächst einmal der Roman „Der Vielflieger“ von Walter Kirn. Er bildete die Basis für das Drehbuch, das sich schließlich auf eine ganz eigene Reise begab. „Das Buch sprach mich auf einer ganzen Reihe von Ebenen an“, erklärt Reitman. „Ich liebe die Sprache von Walter und habe sie so oft eingesetzt, wie ich nur konnte. Aber während ich schrieb, veränderte sich mein eigenes Leben. Ich habe meine Frau kennengelernt, wir haben geheiratet und bekamen unser erstes Kind. Ryan wurde davon automatisch berührt: Er wurde etwas erwachsener und hielt Ausschau nach mehr im Leben. Mit einem Mal ging es im Drehbuch darum, von welch entscheidender Bedeutung Verbindungen in unserem Leben sind.“

Kirn erinnert sich, dass das Thema seines Romans einer zufälligen Begegnung geschuldet war. Er flog nach Los Angeles, als er mit einem Mann neben ihm ins Gespräch kam und ihn fragte, woher er käme. „Er sagte: Oh, ich komme von hier; von diesem Sitz, um genau zu sein.‘ Als ich ihn fragte, was er damit meinte, erzählte er mir, dass er früher einmal eine Wohnung gehabt hätte, aber weil er 300 Tage im Jahr unterwegs sei, habe er sie gegen einen Stauraum eingetauscht.

Zuhause, das seien für ihn längere Hotelaufenthalte. Als ich nachfragte, sagte er: ‚Wissen Sie, von mir gibt es viele.‘ Während ich mit ihm redete, realisierte ich, dass er sich an eine Welt angepasst hatte, die ausschließlich aus Flughäfen, Hotels, Restaurantketten, Geschenkshops und Zeitungsständern besteht. Gleichzeitig wurde mir klar, wie einsam er wohl sein müsse.“

Das war die Geburtsstunde von Kirns Hauptfigur Ryan Bingham, dem es gelungen ist, Mitte 40 alt zu werden, ohne eine wahre persönliche Beziehung zu führen, sieht man von seinen exklusiven Reiseprogrammen ab – ein Mann, der seine Zeit buchstäblich damit verbringt, „andere Menschen gehen zu lassen“.

„Ryan nimmt anderen Menschen die Arbeit weg, das ist der Job, den ich ihm gegeben habe“, meint Kirn. „Er ist wie ein Masseur, der reinkommt und dir die Schultern reibt, während er dich mit deinem Schreibtischstuhl in den Fahrstuhl rollt. Angestellte zu entlassen, ist eine eigene Kunstform und legal heikle Angelegenheit, aber Ryan meistert sie perfekt.“

Bingham entwickelte sich zu einer brandaktuellen Variante des klassischen amerikanischen Handlungsreisenden, der Träume an die verkauft, die er gerade durch den plötzlichen, unpersönlichen Verlust ihrer Karrieren ruiniert hat, während er kreuz und quer durchs Land reist. Das faszinierte Reitman: „Anstatt von Tür zu Tür zu gehen, reist er von Verkehrsknotenpunkt zu Verkehrsknotenpunkt“, sagt der Autor und Regisseur. „Da ist etwas zutiefst Emotionales an einem Mann, der die Mitte seines Lebens erreicht hat, aber keine feste Adresse sein Eigen nennt. Drehbuchautor Sheldon Turner ergänzt: „Nachdem ich das Buch gelesen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören darüber nachzudenken. Ich war gefesselt von Binghams Job und dem damit verbundenen Tribut, den er zollen muss indem er Menschen feuert, um genau davon leben zu können. Wie kann jemand anderen Menschen so massiv Schaden zufügen und dabei seine Seele nicht verlieren? Ryan Bingham steht exemplarisch für die Unverbindlichkeit und Isolation unserer Zeit. All die Dinge, die uns näher zueinander bringen sollten, haben uns nur von einander entfernt.

Kirn war begeistert, als er erfuhr, dass es Reitman war, der einen Film aus seinem Roman machen wollte. „THANK YOU FOR SMOKING war so unkonventionell in seiner Haltung, dass ich Jason sofort volles Vertrauen als meinem Mitverschwörer schenkte“, meint Kirn. „Und als ich das Drehbuch erhielt, hatte ich den Eindruck, dass Jason der Geschichte für die Leinwand eine vierte Dimension verliehen hatte. Ich verneigte mich vor ihm aus Dankbarkeit, weil er es so gut gemacht hatte, weil er eine Person ist, die über Fähigkeiten verfügt, die ich einfach nicht besitze.“

Reitman war um einiges weiter gegangen, als einfach nur den Roman für die Leinwand zu übersetzen. Er nahm die Hauptfigur von Kirn und schuf um sie herum eine Reihe völlig neuer dramatischer Umstände – und zwei neue Figuren, die seinen mühsam gehegten Kokon der Individualität zerschmettern. Sie sind: Natalie (Anna Kendrick), eine draufgängerische, aber auch naive Rationalisierungsfachfrau in ihren Mittzwanzigern, die er unter seine Fittiche nehmen muss, obwohl sie seinen Lebensstil bedroht, und Alex (Vera Farmiga), die Frau, die seine Geschäftsreisen-Seelenverwandte zu sein scheint und erstmals in ihm das Bedürfnis weckt, mehr als nur eine flüchtige Verbindung zu einem anderen Menschen zu haben.

„Ryan macht im Verlauf des Films eine interessante Erfahrung: Auf eine ganz komische Weise wird er zur Vaterfigur für Natalie, die ihm nicht von den Fersen weicht, und er ertappt sich dabei, wie er darüber nachdenkt, der Ehemann von Alex zu werden“, erklärt Jason Reitman.

Das Drehbuch erhielt eine weitere bedeutende Relevanzebene, während Reitman daran arbeitete, weil sich nicht nur sein Leben, sondern auch die wirtschaftliche Lage des gesamten Landes dramatisch veränderte. Als das Skript fast fertig gestellt war, befanden sich die Vereinigten Staaten in einer heftigen und bedrohlichen Rezession, was den Regisseur dazu animierte, den Aspekt des Jobverlusts noch stärker herauszuarbeiten und in die Geschichte zu integrieren.

Dabei fühlte sich Reitman inspiriert, ein ungewöhnliches Risiko in Kauf zu nehmen: Er wollte die Kollage der Entlassungen und Geständnisse der eben Gefeuerten nicht selbst im Drehbuch festschreiben, sondern entschloss sich, in die Welt zu ziehen und echte, direkte und ungeskriptete Reaktionen ganz gewöhnlicher Amerikaner festzuhalten, die aufgrund der kollabierenden Wirtschaft gerade ihren Job verloren hatten. Das erwies sich als augenöffnender und bewegender Vorgang, der die Mischung des Films aus Komödie und Drama unmittelbar mit einer ernüchternden Realität verknüpfte.

Reitman erinnert sich: „Wir wollten, dass die Entlassungsszenen ehrlich und wahrhaftig sein sollten. Also dachten wir uns: Warum nicht zeigen wie es wirklich ist? Wir reisten nach Detroit und St. Louis, zwei der Städte, die am heftigsten von den Jobverlusten im vergangenen Jahr betroffen sind, und setzten Anzeigen in die lokalen Zeitungen, in denen wir die Menschen wissen ließen, dass wir einen Film über Jobverluste machen wollten und nach persönlich betroffenen Leuten suchten, die uns von ihren Erfahrungen erzählen sollten. Wir erhielten so viele Rückmeldungen, dass es uns das Herz brach.“

Er erzählt weiter: „Die Menschen suchten uns auf und wir baten sie, uns zu sagen, was sie am Tag ihrer Entlassung gesagt hatten oder sich wenigstens zu sagen gewünscht hätten. Ich als Regisseur, der täglich mit Schauspielern daran arbeitet, so etwas wie Realismus zu erzielen, war fasziniert, wie ehrlich und echt diese Leute rüberkamen, von denen ich vermutet hätte, dass sie sich vor der Kamera unwohl fühlen würden. Mittlerweile ist das einer meiner liebsten Momente des gesamten Films.“

Und schließlich meint Reitman: „Jeden Tag liest man in der Zeitung von Jobkürzungen, aber das sind immer nur Zahlen. Man vergisst sehr schnell, dass sich dahinter Menschen und ihre Schicksale verbergen. Ich bin sehr stolz, dass wir diesen Zahlen ein Gesicht verleihen.“

Den Produzenten des Films war es unmöglich, das fertig gestellte Drehbuch in eine Schublade zu stecken, so widersprüchlich erschien ihnen die Mischung aus origineller Comedy und spürbarer Emotion. Der ausführende Produzent Tom Pollock sagt: „Dies ist ein ernster Film, der sehr, sehr lustig ist. Das ist einer der Gründe, warum ich ihn so sehr liebe. Es ist ein Film, der sich über alle Genres hinwegsetzt. Er ist perfekt für Jason, weil man seine Arbeit nie so einfach klassifizieren kann. Seine ersten beiden Filme waren völlig einzigartig. Und auf diesen hier trifft das ebenso zu.“

Als Produzent kam neben Tom Pollock auch dessen Partner bei The Montecito Picture Company an Bord, ein Mann, den Jason Reitman besser kennt als jeden anderen: sein Vater Ivan Reitman, Regisseur unter anderem von GHOSTBUSTERS („Ghostbusters“, 1984) und als solcher ebenfalls bekannt und gefeiert. „Ich spreche sowohl als Produzent als auch als Vater: Das war eines der besten Drehbücher, die ich jemals gelesen habe“, lacht er. „Ausgehend von Walter Kirns Roman über einen Mann, der in Flugzeugen lebt und seinen Lebensunterhalt verdient, indem er Menschen entlässt, schuf Jason eine völlig neue Geschichte, die punktgenau über die Zeit erzählt, in der wir leben. Es ist interessant, wie es Jason gelingt, eine wirklich ernste, emotional aufgeladene Geschichte mit solch einem einzigartigen Humor zu erzählen. Der Humor in UP IN THE AIR ist sehr frisch. Er hilft uns, Dinge zu sehen, die täglich um uns herum passieren, und findet einen Weg, sie aufrichtig widerzuspiegeln. Er hat einen Film gemacht, der genauso von seinem Gehirn kommt wie von seinem Herzen.“

Die kreative Synergie zwischen den beiden Reitmans war ein weiteres einzigartiges Element dieser Produktion. Pollock erläutert: „Jason hat einen Weg gefunden, er selbst zu sein, ohne im Schatten seines Vaters zu leben. Diese beiden Männer machen grundverschiedene Filme, aber sie haben eine wunderbare gemeinsame Arbeitsbeziehung, geprägt von gegenseitigem Stolz und Respekt.“

Zu den beiden Reitmans als Produzenten stoßen Jason Reitmans langjähriger Partner Daniel Dubiecki, der schon bei THANK YOU FOR SMOKING („Thank You For Smoking“, 2005) und JUNO („Juno“, 2007) als Produzent in Erscheinung getreten war, sowie Jeffrey Clifford, der mit der Leitung von The Montecito Picture Company betraut ist.

Clifford berichtet, was ihm sofort positiv auffiel, als er das Drehbuch las: „Jason hat ein untrügliches Gespür, wie Menschen wirklich in der Welt funktionieren, ihre Manierismen, Gesten, Sprache und die sehr spezifische Weise, wie sie denken. Er ist so interessant, weil er all das einsetzt, um Geschichten zu erzählen, in denen es tatsächlich um etwas geht, und damit einen echten Nerv beim Publikum trifft.“

Dubiecki fügt hinzu: „Jason erzählt schwierige Dinge, über die die Menschen reden wollen, mit viel Fun und Stil. UP IN THE AIR ist erwachsenes, fortgeschrittenes Filmemachen, das leicht wirkt, aber mit Fortschreiten der Handlung immer neue Schichten offenbart und immer tiefer geht.“

Produktion: Die Besetzung

Wie bei seinen beiden vorherigen Filmen war Jason Reitman bewusst, dass auch das Gelingen von UP IN THE AIR von seiner nicht ganz unkniffligen Hauptfigur abhängen würde. Von einem Mann, der nicht nur charmant, sondern auch schlagfertig und nachvollziehbar sein musste, während gleichzeitig ein Gefühl der Leere erkennbar sein musste hinter seiner stolzen Fassade und seiner vermeintlichen Freude darüber, aufgrund seines Vielfliegerstatus fortan unlimitiert viel Gepäck mit an Bord nehmen zu können.

Von Anfang an wurde das Drehbuch für Oscar®-Preisträger George Clooney geschrieben. „Wenn du einen Film machen willst über einen Typen, der beruflich Leute feuert und alleine leben will, brauchst du einen verflixt guten Schauspieler. Und dafür gibt es nun mal keinen besseren als George Clooney“, erklärt Reitman. „Die Rolle war maßgeschneidert für ihn, und es war vermutlich einer der bewegendsten Momente meines Lebens, als er das Drehbuch gelesen hatte und sagte: ‚Jason, es ist großartig‘.“

Clooneys Schaffen als Schauspieler weist eine große Bandbreite an Rollen auf, vom gelackten Sträfling Ulysses in der Screwball-Musical-Komödie O BROTHER, WHERE ART THOU? („O Brother, Where Art Thou?“, 2000) der Coen-Brüder über den Raubüberfall-Experten Danny Ocean in Steven Soderberghs Blockbuster OCEAN’S ELEVEN („Ocean’s Eleven“, 2001) und dessen Fortsetzungen bis hin zur Oscar®-nominierten Darstellung als „Hinbieger“ einer Anwaltskanzlei in Tony Gilroys Thriller MICHAEL CLAYTON („Michael Clayton“, 2007).

Reitman sagt, Clooney habe die Figur des Ryan Bingham mit vielerlei Schattierungen ausgestattet, indem er ihn mit einer Menschlichkeit spielt, die dem Charakter eine finstere Drolligkeit verleiht, ohne ihn ins Possenhafte zu ziehen. „George kann mühelos in jede Art von Szene einsteigen, egal ob sie emotional oder komödiantisch ist“, sagt Reitman. „George und ich haben einen sehr ähnlichen Sinn für Humor. Wir glauben beide, dass Comedy ehrlich sein muss, dass man nicht versuchen darf, etwas auf Teufel komm raus lustig zu machen. Das Drehbuch muss lustig sein, aber die Darstellung muss ehrlich sein.“

Die Mitwirkung von Clooney gewährleistete auch, dass ständig eine aufgeregte Spannung am Set zu spüren war. „Er ist einfach ein liebenswerter Kerl am Set“, schließt Reitman. „Das hört man ja ständig und du glaubst, dass das alles nur Hype ist, aber so ist es nicht. Er ist wirklich so und er schafft es, dass sich alle um ihn herum wohlfühlen. Das war ein großer Pluspunkt.“

Ivan Reitman fügt an: „George versprüht diesen wunderbaren Charme und leichten Humor und er findet stets die richtige Tonalität für diese Figur, die sich auch in sehr ernsten Situationen befindet. Er bringt es unter einen Hut, ein charismatischer Filmstar zu sein, aber auch sich mehr aufzuschultern als je in einem Film zuvor. Ich denke, das ist eine sehr aufregende Kombination, die den Leuten gefällt.“

Viele haute es um, als sie die Chemie zwischen dem Drehbuch und Clooneys Umsetzung bemerkten. „Jason kann präzise und scharfzüngige Dialoge schreiben, die trotzdem viel Seele offenbaren – und das trifft eins zu eins auf George zu“, resümiert Jeffrey Clifford.

Nachdem Clooney als Hauptfigur feststand, fokussierte sich Reitman auf die zwei ungewöhnlichen Frauen, die Ryan dazu bringen, seine Zukunft als ewiger Freigeist zu hinterfragen. Für die zentrale Rolle der Alex, deren überragendes Wissen über Elitereiseprogramme Ryan unendlich beeindruckt, die in ihm aber auch den Wunsch nach einer wirklichen Beziehung weckt, wandte sich Reitman an die preisgekrönte Schauspielerin Vera Farmiga, die vor allem für ihre Rolle in Martin Scorseses THE DEPARTED („Departed – Unter Feinden“, 2006) bekannt ist.

„Die Rolle der Alex ist raffiniert“, fügt Reitman an. „Sie ist die Frau, die George Clooneys Herz gewinnt, und sie ist gleichzeitig eine einzigartige weibliche Filmfigur. Vera passte perfekt mit ihrem Charme, ihrer Schönheit und, ehrlich gesagt, hat sie die nötigen Eier – man muss sich einfach in sie verlieben. Was ich an den Figuren und an ihrer Umsetzung durch die Schauspieler so mag, ist, dass man sie nicht verurteilt. Sie sind einfach richtige Menschen.“

Farmiga fühlte sich sowohl vom Drehbuch als auch von der Arbeit mit Reitman angezogen. „Die Dialoge sind scharf wie ein Messer, und die Figuren sind brillant kantig und geistreich“, so die Schauspielerin. „Die Heldinnen in Jason Reitmans Filmen sind wacher, schärfer, intelligenter und exzentrischer als die weiblichen Figuren in den meisten anderen Filmen. Das hat mich an Alex so fasziniert. Der Film hat eine solche Wahrhaftigkeit und enorme soziale Relevanz.“

Außerdem fand Farmiga den Film sehr lustig. „Jason hat Comedy in seinen Genen“, sagt sie. „Ich musste ihm vertrauen, denn ich habe schreckliche Angst vor Ironie. Aber er hat ein wirklich exzellentes Gespür für Humor und wie er funktioniert.“

Natürlich war sie der Aussicht auf eine heiße Romanze mit George Clooney nicht abgeneigt, aber viel mehr bewegte sie schließlich der Weg, den ihre Beziehung einschlagen sollte. „Ryan glaubt, dass er mit Alex sein weibliches Gegenstück gefunden hat, eine Frau, um die er sich keine Sorgen machen muss, die von einer Beziehung nicht mehr verlangt, als sie gerade ist. Sie passt perfekt in seinen Lebensstil ohne feste Bindung – nur ist er dann derjenige, der anhänglich wird.“

Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Clooney sagt Farmiga: „George war genau der Partner, den ich gebraucht habe, weil ich niemals zuvor so unsicher war, mich in einer Rolle zurechtzufinden. Zwei Wochen vor der ersten Kostümprobe hatte ich mein erstes Kind auf die Welt gebracht. Ich brauchte einen Verbündeten – und George war einfach wunderbar. Das Attraktivste an ihm ist sein Witz, seine Pfiffigkeit. Er kann sich in die Rolle des ironischen, cleveren, coolen und abgeklärten Typen einfach so hineinfinden, und zwar mit Gusto. Dennoch ist er ein vollkommener Gentleman, extrem freundlich und liebenswürdig. Was haben wir gelacht am Set.“

Gerade als Ryan Bingham Alex kennenlernt, tritt eine andere Frau in sein Leben – die junge Finanzexpertin Natalie Keener, die in Ryans Firma zu arbeiten anfängt und die Freiheit seines hyperkinetischen Lebensstils ins Wanken bringt. Durch ihre Sparpläne werden Ryan und seinen Kollegen die vielen Reisen gestrichen und sie werden gezwungen, ihre Arbeit via Videokonferenzen zu erledigen. Diese Anordnung stellt Ryans Leben auf den Kopf und macht die Entlassungen der Leute noch unmenschlicher. Als Ryan Natalie schließlich mitnimmt und zeigt, wie seine Arbeit funktioniert, erkennt sie, dass es sehr aufreibend und herausfordernd ist, Menschen ihren Arbeitsplatz wegnehmen zu müssen. Tatsächlich berührt es sie mehr, als sie ertragen kann.

Als Natalie wurde Anna Kendrick besetzt, die für ihre Darstellung der Dinah in der Broadway-Neuinszenierung „High Society“ in der Kategorie Best Featured Actress nominiert wurde und damit als zweitjüngste Tony-Award-Anwärterin in die Geschichte einging. Seither baute sie ihre Arbeit im Filmbereich aus, angefangen bei ihrem Debüt in ROCKET SCIENCE (2007) bis hin zu ihren Parts in der TWILIGHT („Twilight – Biss zum Morgengrauen“, 2008)-Reihe.

„Das Geheimnis ist, dass ich die Rolle der Natalie direkt für Anna Kendrick geschrieben habe“, gibt Reitman zu. „Ich habe sie in ROCKET SCIENCE gesehen und fand sie unglaublich gut und ganz anders als jede andere Schauspielerin ihrer Altersklasse. Und als sie dann zum Vorsprechen für UP IN THE AIR kam, hat sie das auch bewiesen. Sie hat eine wirklich einmalige Stimme, die sie von ihrer Generation abhebt.“

Er fährt fort: „Ich bin sehr stolz auf die Figur von Natalie, denn ich finde, sie unterscheidet sich von den meisten anderen jungen weiblichen Charakteren. Normalerweise sind weibliche Figuren im Alter zwischen 20 und 30 Jahren irgendwie romantische Hauptfiguren. Aber Natalie ist eine unromantische, businessorientierte, dickköpfige junge Frau, die mich an mehrere Frauen erinnert, die ich verehre, einschließlich meiner Frau.“

Kendrick war gleichermaßen von Natalie angetan. „Als ich mit Jason zum ersten Mal über diese Rolle sprach, sagte er mir, dass sie angelehnt sei an mehrere Frauen, die er kennt, die sich frustriert fühlten, weil sie stets die smartesten Personen im Raum seien. Natalie ist smart, aber auch verklemmt, sie fühlt sich unwohl in ihrer Haut und hat ihre Probleme im Umgang mit anderen Leuten. Ich glaube nicht, dass ich die smarteste Person im Raum bin, aber ich erkenne mich in ihrem Wesen als Kontrollfreak wieder, und außerdem bin ich wirklich ungelenk im Umgang“, fügt Kendrick lachend hinzu.

Was Kendrick darüber hinaus an Natalie faszinierte, war deren Art und Weise, wie sie mit geschäftstüchtiger Präzision und ungeheuerlichem Gleichmut einen Angestellten nach dem anderen feuern kann. „Natalie ist eine so lustige Figur, aber sie glaubt nicht, dass sie lustig ist, und sie weiß auch mit großer Sicherheit nicht, dass sie lustig ist“, erklärt sie. „Sie will sich stets unter Kontrolle haben und landet genau an einem Ort, an dem sie die Kontrolle verliert. Sie fühlt sich wohl zum ersten Mal komplett verloren, und sie erkennt, dass sie diesen Job nicht machen kann.“

Während der Entlassungsszenen hinterließ die Realität der Geschichte einen tiefen Eindruck bei der Schauspielerin. Sie erzählt: „Als ich gerade eine Entlassungsszene spielte, sagte die mir gegenübersitzende Frau, dass sie wirklich gerade ihren Job verloren hätte. Ich fühlte mich unwohl und ich wusste nicht, was ich zu ihr sagen sollte. Es hat mich wie ein Schlag getroffen, dass es für so viele Leute Teil der Realität ist.“

So sehr sie den Charakter ihrer Figur liebt, so ironisch war es für Kendrick, gerade in diesem Film gecastet zu werden, weil sie Flughäfen über alles hasst. „Ich hasse sie und ich fliege äußerst ungern. Es war urkomisch, dass wir die ganze Zeit nur an Flughäfen gedreht haben. Für mich ist das die Essenz des persönlichen Kontrollverlusts.“

Ferner war ihr etwas unbehaglich bei dem Gedanken, an der Seite von George Clooney zu spielen – was sich als vollkommen unnötig herausstellte. „Ich hatte Panik, war aufgeregt und nervös“, erzählt sie. „Nicht nur, weil es sich um George Clooney handelte – das allein ist offenkundig einschüchternd. Ich war auch wegen meiner Rolle aufgeregt und weil ich alles unbedingt besonders gut machen wollte. Dann lernte ich ihn kennen und verstand sofort, warum mich jeder zu beruhigen versucht hatte. Er ist ein großartiger Typ.“

Jason Bateman, der unlängst den unsicheren Adoptivvater des ungeborenen Kindes in JUNO („Juno“, 2007) spielte, stand erneut für Reitman vor der Kamera, als Ryan Binghams Chef Craig Gregory. „Als ich das Drehbuch gelesen habe, wusste ich, dass die Figur Craig Gregory großartig zu spielen sein würde“, sagt Bateman. „Er ist der typische Firmenvertreter mit Hosenträgern, den ich hasse. Es sagt viel über seine Persönlichkeit aus, dass Jason im Drehbuch über jeden Dialogsatz von Craig dessen vollen Namen schrieb, während alle anderen nur beim Vornamen genannt wurden. Er ist der Prototyp, für den man nicht arbeiten will – eine Art seelenloser Darth Vader.“

Reitman freute sich, dass Bateman in dieser Rolle eine komplett neue Seite seines Talents unter Beweis stellen konnte. „Jason hat bislang schon viele schmierige Typen verkörpert – für Craig Gregory fand er wieder einen neuen Zugang“, so Reitman.

Bateman merkt wiederum an, dass er – wie die anderen Schauspieler auch – die Figur durch das Prisma von Reitmans Drama/Comedy-Fusion entdecken wollte. „Jasons Drama ist mit Comedy nur so gespickt – und andersherum auch –, weil er an wirklichen Personen mit echten Problemen interessiert ist“, fasst Bateman zusammen. „Er hat einen hysterischen, aber herzzerreißenden Humor. Das können nicht viele von sich behaupten – aber Jason gehört sicherlich dazu.“

Produktion: Das Drehbuch

Ryan Binghams Reise kommt endgültig ins Stottern, als er zur Hochzeit seiner Schwester in Winsconsin eingeladen wird – und gezwungen ist, seiner Familie zu begegnen, die er sein gesamtes erwachsenes Leben ignoriert hat, womit ein unerwarteter Hunger nach etwas Tieferem ausgelöst wird.

Jason Reitman sieht Ryans Treffen mit seiner Familie als entscheidend für die Entwicklung der Komödie und des Dramas in UP IN THE AIR an. „Ein Element, das mir immer an Walter Kirns Buch gefiel, war die Idee, dass Ryan die Hochzeit seiner Schwester besuchen musste. Ich selbst hasse Hochzeiten, also konnte ich gut verstehen, dass Ryan nicht gehen will. Gleichzeitig dachte ich mir, dass es die perfekte Gelegenheit wäre, um zu zeigen, dass Ryan sich verändert hat, dass er mehr will und dass er bereit ist, mit anderen Menschen in Verbindung zu treten.“

Der Regisseur hatte großen Spaß daran, die Binghams zu besetzen. „Ich brauchte Typen, die lustig, sehr aufrichtig und auf eigenartige Weise herzzerreißend sind. Das fand ich besonders bei Melanie Lynskey, die als Ryans Schwester zu sehen ist. Sie strahlt so viel Ehrlichkeit, Humor, Traurigkeit und Liebenswürdigkeit aus. Als Ryan sie fragt: ,Willst du, dass ich dich deinem Ehemann zuführe‘, sieht man es bereits in ihren Augen, bevor sie verneint. Das bricht mir jedes Mal das Herz, wenn ich es sehe. Und Danny McBride ist ein Kerl, mit dem ich arbeiten wollte, seitdem ich ihn vor Jahren in ALL THE REAL GIRLS (2003) gesehen habe. Er ist in seinen Filmen immer so witzig, dass man dazu neigt, zu vergessen, wie gut er als Schauspieler ist. Es war große Klasse, ihm eine Rolle zu geben, in der er nicht lustig sein musste.“

McBride, der zuletzt als Schauspieler und Autor in seiner eigenen HBO-Comedy-Serie „Eastbound and Down“ zu sehen war, merkte sofort, dass das Material bei ihm Klick machte: „Mir gefiel der Ton des Drehbuchs. Es las sich so erwachsen. Jason hat einfach einen coolen Ton und Stil drauf“, sagt er. „Sowohl THANK YOU FOR SMOKING wie auch JUNO machen so viel Spaß, haben aber zugleich ein großes Herz, und das ist die Art von Komödie, die mich anspricht.“

Ihm gefiel auch die überraschende Entwicklung, die seine glücklich verlobte Figur durchmacht. „Jim ist ein typischer Kleinstadtkerl in seinen Dreißigern, für den immer feststand, dass es im Leben darum geht, zu heiraten, ein Haus zu kaufen und eine Familie zu gründen. Dann, am Morgen seiner Hochzeit, rastet er aus“, erklärt McBride. „Das wird zum entscheidenden Moment, nicht nur für Jim, sondern auch für Ryan, denn es stellt sich heraus, dass er sich vor denselben Dingen fürchtet wie Jim. Als er versucht, die richtigen Worte für Jim zu finden, erkennt Ryan, dass sein Leben auch eine andere Seite hat.“

Lynskey, eine Neuseeländerin, die man aus ihrer Rolle in der Erfolgsserie „Two and a Half Men“ sowie neuen Filmen wie Sam Mendes’ AWAY WE GO („Away We Go – Auf nach Irgendwo“, 2009) und Steven Soderberghs THE INFORMANT! („Der Informant!“, 2009) kennt, konnte den Figuren des Films ebenfalls nicht widerstehen. „Ich wollte wirklich, wirklich unbedingt in diesem Film mitspielen“, erklärt sie. „Und der Casting-Director sagte zu mir: ,Lass Jason nicht wissen, dass du einen neuseeländischen Akzent hast. Wenn du was sagst, sag es mit amerikanischem Akzent.‘ Leider bin ich darin nicht besonders gut, wenn ich als ich selbst rede. Also war ich immer völlig still, wenn ich nicht gerade in einer Szene dran war. Er fragte mich, ob ich noch eine weitere Szene spielen könne, und ich nickte einfach nur. Aber am Ende hat alles prima geklappt.“

Lynskey ist in einer großen Familie aufgewachsen, also konnte Lynskey verstehen, dass Ryan seine Schwester Julie nicht richtig kennt. „Mir gefiel der Stoff, weil ich den Eindruck hatte, dass Familien so dargestellt werden, wie sie wirklich sind“, meint sie. „Ich fühlte mich von den peinlichen Momenten angesprochen, wenn man, obwohl man mit jemandem verwandt ist, auf einmal eine große Distanz verspürt und nicht mehr weiß, was man noch sagen soll.“

Reitman beschloss früh, dass er die Hochzeit von Julie und Jim und den anschließenden Empfang so drehen wollte, als sei er von dem Paar angeheuert worden, den glücklichen Tag zu dokumentieren. Die komplette Szene, inklusive des Empfangs, wurde nicht auf Film, sondern auf Video gedreht. Es gab eine Probe am Abend davor, in der die Darsteller ihre eigene Garderobe trugen. Ein richtiger Hochzeitskoordinator und ein Pastor gaben Jason, den Darstellern und der Crew Ratschläge, wie sich die Zeremonie in der Realität abspielen würde.

Lynskey empfand das Erlebnis als surreal. „Danny war so witzig und der Tag war so bizarr. Auf einmal sahen wir uns in die Augen und dachten: ,Wow, ich habe ein Gefühl, als würde ich heiraten.‘ Vermutlich verspüren wir den Rest unseres Lebens eine eigenartige Verbindung. Ich habe schon öfters in Filmen geheiratet, und auch schon im wahren Leben, aber es war Dannys erstes Mal, also war es ziemlich lustig.“

McBride fühlte sich in Feierlaune versetzt. „Es war alles so perfekt“, lacht er. „Ich überlegte kurz, ob ich meine Verlobte anrufen und fragen sollte, ob sie nicht schnell nach St. Louis kommen wolle, damit wir unsere eigene Hochzeit auch gleich noch dranhängen könnten. Ich schätze, Melanies Hochzeitskleid hätte ihr ausgezeichnet gestanden. Es wäre super gewesen.“

Produktion: Die Drehorte

UP IN THE AIR ist wie seine Hauptfigur. Der Film kurvt von Stadt zu Stadt, von Verkehrsknotenpunkt zu Verkehrsknotenpunkt, von Flughafen zu Flughafen, ist nie richtig am Boden, sondern immer auf dem schnellsten Weg zu einem ungewissen Ziel. Jason Reitman sagt über den Look des Films, dass er vor eine Reihe faszinierender Design-Herausforderungen gestellt wurde. „Ich vermute, dass die meisten Leute glauben, ein Film, der schwer auszustatten ist, müsste im England des 17. Jahrhunderts spielen. Aber wenn man es realistisch betrachtet, würde wohl kaum jemand bemerken, ob man mit gewissen Designs 100 Jahre danebenliegt. Bei einem Film wie unserem dagegen muss man 100-prozentig genau sein“, merkt er an. „Man muss nur einen Blick auf die Leinwand werfen und weiß sofort, ob man ihm sein Szenenbild abnimmt oder nicht. Ist das wirklich deine Heimatstadt? Ist das wirklich dein Dorf? Sieht dein Büro wirklich so aus?“

Er fährt fort: „Wir drehten in fünf Städten, aber wir stellten 20 dar. Und Steve Saklad, unser Szenenbildner, war einfach genial, wie es ihm gelang, bis zu fünf verschiedene Städte in einem einzigen Gebäude unterzubringen. Man musste wirklich nur von einem Stockwerk ins nächste gehen, von einer Szenen zur anderen, und schon hatten wir den gesamten Kontinent durchquert.

Gleichzeitig war es mir sehr wichtig, dass man bei jeder neuen Landung von Ryan die Veränderungen wirklich spüren musste. Einen Moment befinden wir uns in Miami am Wasser, im nächsten Augenblick sind wir in Detroit mitten im Schnee. Ich wollte, dass man die verschiedenen Klimata spürt, ich wollte, dass man sieht, wie sie die Luft einatmen, also musste sich alles von Stadt zu Stadt verändern: das Licht, das Szenenbild, die Garderobe – alles verändert sich.“

In einem größeren dramatischen Bogen findet noch ein anderer visueller Wandel statt, der dem Wandel in Ryan Binghams Inneren entspricht. „Als der Film anfängt, ist alles perfekt, unberührt. Man kommt in einen Flughafen, und er ist makellos und ohne Flecken und alle Menschen sind wie maßgeschneidert angekleidet. Man kann sich einfach keinen himmlischeren Ort vorstellen“, sagt Reitman. „Am Ende des Films ändert sich mit Ryans Wandel im Leben auch sein Blick auf die Flughäfen, die wir auf einmal mit Handkamera festhalten und als chaotisch und unaufgeräumt zeigen.“

Daniel Dubiecki fügt an: „Als sich Ryan subtil zu wandeln und zu verändern beginnt, dann spürt man das in jedem Aspekt des Films, in den Farben und den Texturen. Die Veränderungen registriert man nicht nur in den Figuren und den Dialogen. Sie passieren in der Musik. Sie passieren in der Garderobe. Sie passieren im Szenenbild. Sie passieren in der Lichtsetzung. Dieser Wandel ist Teil von Jasons Gesamtvision.“

Die Städte, die Ryan Bingham besucht, um seine „Karrierenübergangsberatung“ abzuziehen, wurden sorgfältig ausgewählt, um die ins Rampenlicht zu rücken, die vom Personalabbau, von den Insolvenzen und den Zwangsvollstreckungen in den vergangenen Monaten am schwersten betroffen waren. Dazu gehören Detroit (Heimat der Autoindustrie), Phoenix (ein Umschlagplatz für Gesundheitsversicherungen), St. Louis (Zentrum der Flaschenindustrie) und Wichita (Finanzfirmen).

Als Reitman sein Produktionsteam zusammenstellte, verließ er sich auf eine Gruppe von Spezialisten, mit denen er bereits zuvor gearbeitet hatte: Dazu gehören Kameramann Eric Steelberg, Szenenbildner Saklad und Kostümdesigner Danny Glicker. Außerdem holte er wieder den Produktionsleiter John Latenser mit an Bord, der sein Talent für die hartnäckige Suche nach Drehorten bereits bei THANK YOU FOR SMOKING unter Beweis gestellt hatte. „Obwohl der Arbeitsaufwand deutlich höher ist, schätze ich den Umstand, dass Jason gerne vor Ort an realen Locations dreht“, meint Latenser. „Der Dreh an solchen Locations führt zu einem Realismus, den man beim Dreh in einer Bühnenhalle niemals reproduzieren könnte.“

Latenser musste zunächst die Hauptdrehorte eingrenzen. Die Analyse deutete auf St. Louis, Missouri, als logisches Hauptquartier der Produktion, weil die Architektur der Stadt durch ihre Vielseitigkeit glänzt. Detroit, Omaha, Miami und Las Vegas kamen im Anschluss dazu. Diese fünf Städte wurden auch als Double für Städte wie Phoenix, Wichita, Chicago, Houston und Waupaca, Wisconsin, eingesetzt. Viele Straßenzüge in St. Louis ähneln Gegenden in Chicago und Omaha. Letztendlich drehte man an mehr als 30 Locations in der Stadt im Mittleren Westen. Dazu kommen noch mehr als 50 Szenen in verschiedenen Flughäfen und Flugzeugen. „Normalerweise würde man versuchen zu vermeiden, an Orten zu drehen, an denen es laut zugeht. Aber Jason fasste schon früh den Entschluss, dass er in echten Flughäfen filmen wollte“, erzählt Latenser.

Seit 9/11 ist es zunehmend problematischer geworden, in Flughäfen zu drehen. „Alles musste genau geplant werden, inklusive der Logistik, wie man die Anlage und die Crew auf das Gelände bringt“, berichtet Latenser. „Jedes Mitglied der Crew hatte die Sicherheitssperren der Transportation Security Administration (TSA) zu passieren und musste einen Hintergrundcheck über sich ergehen lassen. Und es war uns nicht gestattet, den normalen Rhythmus des Flughafens außer Tritt zu bringen.“

Zum Glück hatte die Produktion schon früh eine Partnerschaft mit American Airlines eingefädelt, also waren die Störungen minimal. Viele Angestellte und Reisende waren verblüfft und glücklich, auf einmal in ihrer Nähe George Clooney zu erleben, der nicht damit sparte, den Menschen zuzuwinken und mit ihnen zu spaßen.

Die Produktion begann am Detroit Metropolitan Airport, wo das Drehteam fünf Tage in dem neuen McNamara Terminal und dem eingemotteten Berry Terminal filmte. Letzteren nutzte das Art Department als Ersatz für andere Flughäfen, nur eine von vielen vergleichbaren Verwandlungen, die für die Produktion vonnöten waren. Saklad erinnert sich: „In diesem einen Komplex konnten wir fünf Flughäfen darstellen, von denen man sofort annehmen würde, dass es sich um tatsächliche Flughäfen im Mittleren Westen handelt.“

In St. Louis übernahm die Produktion das leer stehende, sechsstöckige GenAmerica-Gebäude in der Innenstadt, das für folgende Innenaufnahmen eingesetzt wurde: Ryans Büro im Hauptquartier seiner Firma, Sun Casualty in Phoenix, die St. Louis Bottling Company, aus deren Fenstern man den berühmten Gateway-to-the-West-Bogen sieht, und eine Szene in Atlanta, in der Alex einen Telefonanruf in einem Konferenzzimmer macht. Das Gebäude befindet sich neben dem Ballpark Hilton, das in weiteren Szenen zum Einsatz kam.

Saklad teilte die Identitäten der einzelnen Städte in bestimmte Töne und Farbpaletten auf. Phoenix wird beispielsweise von den erdigen Farben des Südwestens dominiert, für Wichita griff er auf üppige Burgunder- und Goldtöne zurück, während die Motor City Detroit von Grau, Rot und kühlem Blau dominiert wird. „Wir mussten einen strengen Rahmen setzen, damit das Publikum die Bewegung von Ort zu Ort nachvollziehen kann“, erklärt der Designer.

Dazu kommen sieben verschiedene Hotelzimmer, in denen Szenen spielen. Saklad sah sich durch eine frühe Abmachung mit der Hilton-Hotel-Kette unterstützt, was ihm einige Gedankenarbeit ersparte. Dennoch suchten Reitman und Saklad nach etwas ganz Speziellem. „Wir lehnten die meisten aktuellen, zeitgemäßen Hoteldesigns ab“, merkt Saklad an. „Wir suchten nach etwas Zeitloserem und Klassischem, weil Ryan ein Mann ist, der über keine besondere visuelle Fantasie verfügt.“

Dazu kam noch eine psychologische Komponente, die bei der Wahl des Looks der Hotelzimmer eine Rolle spielte. „Jason war es wichtig zu vermitteln: Wenn Ryan den Schlüssel durch das Schloss zieht und einen Raum betritt, muss er ohne hinzusehen oder das Licht anzuschalten wissen, wo der Kleiderschrank ist, wo die Bademäntel aufbewahrt werden, wo der Gepäckständer ist, wo sich der Lichtschalter für das Badezimmer befindet. Wir strengten uns gemeinsam an, eine limitierte Vision von Ryans Welt zu haben“, erklärt Saklad.

Im ersten Teil des Films, merkt Saklad an, sind die Locations des Films beinahe ausschließlich vorfabrizierte und angefertigte Plätze, im Gegensatz zu vertrauten und privaten Räumen. „Ryan bewegt sich durch Büroräume, Hotels, Flughäfen und Firmen. Selbst sein Zuhause funktioniert wie ein Hotelzimmer. Für das Art Department war das eine wahrhaft einzigartige Herausforderung“, sagt er.

Wenn der Film schließlich zur Hochzeit in Waupaca, Wisconsin, ankommt, macht das Design regelrecht eine Kehrtwendung. „Wir hatten viel Spaß, die Hochzeit in Waupaca auszurichten“, erinnert sich Saklad. „Das gibt es Farben und in Handarbeit hergestellte Gegenstände. Die Setdekorationsabteilung verbrachte Stunden mit ihren Entwürfen und den Tischdekorationen. Wir hatten sogar eine handgemachte Hochzeitstorte. Das hat Spaß gemacht.“

Die Aufgabe, all diese Kontraste einzufangen, fiel Kameramann Eric Steelberg zu, der Jason Reitman seit der Highschool kennt und bereits JUNO für ihn gedreht hat. „Eric war sehr sorgfältig, wie er schimmernde, schöne, sexy Einstellungen und absolut knochentrockene, neutrale, fast dokumentarische Einstellungen abwechseln ließ“, meint Saklad.

In ihren ersten Diskussionen erzählte Reitman, erinnert sich Steelberg, „dass der Film Geschäftsreisen romantisieren sollte. Er sprach von diesem Wandergesellen, der es liebt, unterwegs zu sein, der seine Hotels liebt, der es liebt, sich in Flugzeugen aufzuhalten – all die Dinge, die die meisten am Reisen hassen. Jason war es wichtig, dass wir die Welt durch Ryans Augen sahen, und er wollte, dass diese Welt sexy und ansprechend ist. Also zeigen wir Reisen, wie sie früher einmal waren, als sich die Menschen noch fein anzogen, wenn sie Flugzeuge betraten. Selbst wenn es sich nicht um einen übermäßig neuen oder unbedingt schönen Flughafen handelte, versuchten wir einen Weg zu finden, ihn irgendwie zu romantisieren.“

Dass der Film fast ausschließlich an tatsächlichen Locations gedreht wurde, erhöhte die Herausforderung zusätzlich. „Es ist schwierig, in Flughäfen und Hotellobbys zu drehen, während sie fürs Geschäft geöffnet sind. Wir drehten eine Szene in einem echten American-Airlines-757-Jet in einem Hangar, und selbst da gab es Einschränkungen“, sagt er.

Wo auch immer gedreht wurde, Steelbergs Ausleuchtung orientierte sich an Binghams Entwicklung als Figur. Wenn das Publikum Ryan Bingham zum ersten Mal sieht, sagt Steelberg, ist die Bebilderung etwas glatter, aber im Verlauf der Handlung, wenn die Geschichte wahrhaftiger wird, ändert sich mit ihr die visuelle Herangehensweise. „Anfangs benutzten wir hartes, kontrastreiches Licht. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto weicher und wärmer wird es, wie Ryan. Am wichtigsten war für uns, auf eine Weise zu drehen und auszuleuchten, dass das Publikum regelrecht in die Handlung hineingesogen wird.“

Das Designteam wird von Kostümdesigner Danny Glicker komplettiert, der erst in diesem Frühjahr für seine Arbeit an MILK („Milk“, 2008) für einen Oscar® nominiert worden war und mit Reitman zuvor bereits an THANK YOU FOR SMOKING gearbeitet hatte. „Glicker ist zum Brüllen – und obendrein ein Genie“, sagt Reitman. „Sein Auge für Garderobe ist ohne Beispiel. Ich kann mir nicht vorstellen, einen Film ohne ihn zu machen. Dies ist ein Film, in dem die Hauptfigur in jeder Szene denselben Anzug trägt, und doch sieht er jedes Mal anders aus. Bei Ryans Reisen war es uns wichtig, dass jeder, den er trifft, auf seine Weise seine Stadt repräsentiert. Glicker traf den Nagel auf den Kopf.“

Glicker sagt, dass seine Bewunderung für das Drehbuch und den Regisseur ein guter Ausgangspunkt war: „Jason hat eine ganz eigene komplizierte Weise, eine Geschichte zu erzählen, die smart und witzig ist. Er gewinnt das Publikum und fordert es heraus. Jason ist außerdem ein Filmemacher, der den kompletten Film bereits in seinem Kopf hat. Er hat immer unter Kontrolle, was er auf Film bannen will.“

Die erste und größte Aufgabe war es für Glicker, das Geheimnis um die Logik von Ryan Binghams Garderobe zu entschlüsseln. Simpel ausgedrückt, sagt Glicker, hat Bingham die Kunst des Lebens aus dem Koffer gemeistert. „Ich wollte der Idee gerecht werden, dass er so völlig ohne Anhängsel lebt, dass er mit einem einzigen Carry-on-Koffer reisen kann“, berichtet er. „Ich habe eng mit George Clooney und Jason gearbeitet, um eine sehr sorgfältig arrangierte Garderobe zu erstellen, die in eine kleine Tasche passt und einem Mann auf Reisen dennoch ausreicht. Wir schossen uns auf einen klassischen, fast im Stil der Sixties gehaltenen Kleidungsstil für Ryan ein. In den Sechzigern hatte man meistens einen Blazer und zwei dazu passende Hosen, also hat Ryan zwei identische Anzüge bei sich, die er auf Reisen recycelt.“

Die Geschichte verlangte auch nach einer Veränderung in George Clooneys traditioneller Silhouette. „Man ist gewohnt, ihn in italienischen Anzügen zu sehen“, merkt Glicker an. „In diesem Fall hatte ich den Eindruck, dass der Film so untrennbar mit dem amerikanischen Arbeiter verbunden ist, dass ich mich auch auf einen unverkennbar amerikanischen Look konzentrieren wollte, eine knackige, klassische Brooks-Brothers-Silhouette.“

Der Teufel bei Binghams minimalistischem Kleidungsstil steckt im Detail. „Jedes Hemd, das er trägt, ist handgefertigt in dem stets gleichen grauen Ton, der sich großartig fotografieren lässt, egal in welcher Umgebung man sich aufhält. Sein Übermantel ist aus dem Kaschmir, das man mit Geld kaufen kann, weil es Licht auf wunderschöne Weise reflektiert und sich immer in perfekter Harmonie dem Hintergrund anpasst. Wir arbeiteten hart, damit er in jeder Situation knackig und professionell rüberkommt, aber doch nie aussieht, als käme er von einem Modeshooting.“

Die Detailgenauigkeit machte auch vor Clooneys Füßen nicht halt, sagt Glicker: „Ryan ist besessen von allem, was schnell, praktisch und effizient ist. Und es gibt nun mal nichts Effizienteres als Loafer. Seine Schuhe sind absolut flughafentauglich und lassen ihn schnell durch jeden Metalldetektor kommen.“

Ein weiteres von Ryans geliebten Objekten hat einen speziellen Platz im Herzen von Jason Reitman: sein kompakter, höchst wirkungsvoller Travelpro-Koffer. „Ich habe einen Trolley, aus dem ich ganze Wochen leben kann“, gesteht der Regisseur. „Ich habe die Zeit gemessen, die ich brauche, um durch die Sicherheitskontrollen zu kommen, zu packen und wieder auszupacken. Diese Szenen im Film stammen also aus meinem eigenen Leben.“

Für Ryans weibliches Gegenstück, Alex, gespielt von Vera Farmiga, wählte Glicker einen Stil, der ebenfalls vom süßen Geruch des Erfolgs umweht wird. „Alex ist elegant, sinnlich und smart“, sagt er. „Zum Glück ist Vera eine jener seltenen Schauspielerinnen, die sich im eigenen Körper wohlfühlen. Sie ist in der Lage, sich wirklich zu bewegen und die Sinnlichkeit ihrer Kleidung in einer Weise auszudrücken, die Kraft ausstrahlt. Sie ist eine furchtlose Schauspielerin. Bei den Anproben wollte sie nicht wissen, ob ihr die Garderobe passt, sondern wie sie ihre Darstellung unterstützen kann.“

Glicker fährt fort: „Sie trägt bevorzugt seidene Charmeuseblusen und weich strukturierte Armani-Anzüge. Obwohl die Nadelstreifen ihres Anzugs eine mutige Wahl sind, trägt sie diese in einer Weise, die etwas verspielter und weiblicher ist. Außerdem hat sie ein paar schöne kleine schwarze Kleider, darunter der spröde, drapierte Kragen, den sie bei der Hochzeitssequenz trägt. Ihre Kleidung ist verführerisch, aber auch absolut korrekt für den Koffer einer ernsthaften Geschäftsfrau.“

Anna Kendricks Natalie einzukleiden, war für Glicker das genaue Gegenteil von Vera Farmiga. Wie die meisten Berufsanfänger, die frisch vom College kommen, hat sie nur wenige Kleidungsstücke, weil ihr einfach das Geld dazu fehlt. „Ich habe ihr immer drei Stücke gegeben. Wenn es also ein Anzug war, dann bestand er aus Blazer, Rock und Hosen. All ihre Blusen sind perfekte, frische kleine Geschäftsblusen. Dreiteilige Anzüge sind eine Möglichkeit für sie als Jobanfängerin, mit einem Minimum an finanziellem Aufwand ein Maximum an professioneller Garderobe zu erhalten“, erzählt er.

Ähnlich wie Saklad genoss es Glicker, bei der Hochzeitssequenz zu einer gemütlicheren Kostümpalette zu wechseln. „Die Hochzeit steht für einen entscheidenden Abschnitt in Ryans Geschichte, in dem wir wirklich zu verstehen beginnen, dass er aus einer Familie einfacher, bodenständiger Leute kommt“, beobachtet Glicker. „Als Erstes reduzierte ich unser Kleidungsbudget auf das Niveau, das auch Julie zur Verfügung stehen würde. Wir wollten ein Gefühl vermitteln, dass man hier keine Fremden, sondern Leute sieht, die man persönlich kennen könnte.“

Ungewöhnlich ist, dass einer der kreativsten Kniffe Glickers den Hauptdarstellern vorenthalten wurde, sondern ausschließlich bei Statisten, die die Flughafen- und Hotelszenen bevölkern, zum Einsatz kam. Sie waren der Schlüssel dafür, einen Eindruck von den vielfältigen Identitäten der verschiedenen Städte zu vermitteln. „Nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, sagte ich Jason, dass es mir wichtig sei, die Regionalität zu betonen“, sagt der Kostümdesigner. „Also sieht man, dass die Menschen zu Beginn des Films in den Phoenix-Szenen viel Türkis tragen. Selbst in den winzigsten Segmenten stellten wir sicher, dass man regionale Eigenheiten oder örtliche Sportmemorabilien sieht. Wir wollten das Publikum nicht mit der Nase darauf stoßen, aber wir pflanzten diese kleinen Pflänzchen überall auf dieser Reise, um sie visuell interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Mein erklärtes Ziel war es, dass es dem Publikum am Ende des Films so gehen soll wie Ryan Bingham: Es soll den Eindruck haben, es sei durch das ganze Land gereist.“

Produktion: Abschluß

Als die Produktion an ihr Ende kam, setzte sich Reitman mit einer weiteren kreativen Mitstreiterin zusammen, die er als essenziell für seine Arbeit ansieht: Dana Glauberman, die bereits JUNO und THANK YOU FOR SMOKING geschnitten hatte. Reitman sagt über ihre Zusammenarbeit: „Ich kann mir keinen Menschen vorstellen, mit dem ich den Schneideraum lieber teilen würde als mit Dana. Sie versteht, wie ich drehe, sie versteht meine visuelle Sprache, und sie ist in der Lage, sofort den Ton und Stil zu treffen, den ich mir vorgestellt habe.“

Glauberman, die auch bei einigen Filmen von Ivan Reitman als Schnittassistentin gearbeitet hatte, kennt Jason seit seiner Zeit an der Highschool und die beiden verbindet eine Freundschaft, die zu blindem kreativen Vertrauen geführt hat. Sie erkannte seine typische Handschrift auch im neuen Drehbuch sofort: „Ich habe mich sofort in das Drehbuch von UP IN THE AIR verliebt. Es steckt voller Jasonismen, tollen Figuren und hat ein großes Herz. In dieser Geschichte steckt mehr Drama als in seinen Vorgängern, und die Emotionen haben eine ganz andere Tiefe.“

Die Schnittarbeit, sagt Glauberman, gleicht dem Zusammenfügen eines narrativen Puzzles, ein Prozess, der ihr mit Reitman besonders viel Freude bereitet. „Jason und ich haben so eng miteinander gearbeitet, dass es Zeiten gibt, in denen wir tatsächlich unsere Gedanken lesen und die angefangenen Sätze des anderen beenden. Es ist eine großartige Regisseur-Schnittmeister-Beziehung, weil wir einander und unsere Stile perfekt und vollkommen verstehen. Es gab viele besondere Herausforderungen bei diesem Film, vor allem, eine Balance all der verschiedenen Ebenen der Figuren zu finden, und ich bin außerordentlich stolz auf das, was wir geleistet haben.“

Glauberman war sehr bewegt, während sie sich durch die Stunden von Filmmaterial arbeitete, das die Menschen von der Straße zeigt, die auf den Verlust ihrer Jobs reagieren. „Uns liefen Tränen herunter, während wir das Material sichteten, weil es einem das Herz bricht“, sagt sie. „Es lässt einen verstehen, dass man vom Glück geküsst ist, weil man nicht nur einfach eine Arbeit, sondern auch eine erfüllende Karriere hat.“

Die letzte Arbeit an UP IN THE AIR bestand für Jason Reitman darin, handverlesene Songs für den Soundtrack auszusuchen. „Für mich ist der Soundtrack die Seele des Films“, erläutert er. „Ich fange schon sehr früh an, an die Musik zu denken. Schon während der Arbeit am Drehbuch lege ich eine Songliste auf iTunes an mit all den Liedern, die für mich infrage kommen. Schließlich entschied ich mich für zehn Lieder, die für sich genommen bereits sehr viel über den Film erzählen.“

Der Film beginnt mit einer zeitgemäßen und ausgesprochen funkigen Coverversion von Woody Guthries „This Land Is Your Land“ von Sharon Jones & the Dap-Kings, mit dem die Geschichte stimmungsvoll in Bewegung gesetzt wird. Reitman sagt: „Es ist ein wirklich wunderbarer, seelenvoller Anfang für die Reise durch Amerika, die der Film antritt.“

Es ist eine Reise, die Reitman gemeinsam mit Ryan Bingham unternommen hat. Er fasst zusammen: „Ich habe drei Filme gemacht, und jeden Film habe ich mit einer Frage begonnen, die ich mir gestellt habe. Im ersten Film habe ich meine eigenen politischen Ansichten hinterfragt. In meinem zweiten Film ging es darum, ein Vater und erwachsen zu werden. Und dieser stellt die größte Frage von allen: Wie verbringt man sein Leben?

Allein? Oder mit anderen Menschen? Befindet man sich auf der Flucht oder nicht? Während ich den Film gedreht habe, hatte ich das Gefühl, ich würde die Ideen, die in mir loderten, bekräftigen. Und die besagen, dass das Leben in Gemeinschaft mit anderen Menschen, die einem wichtig sind, besser ist, auch wenn man nicht den Eindruck hat, andere zu brauchen.“

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