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Filmhandlung und Hintergrund

Unter Strom: Hervorragend besetzte Krimikomödie, die keine Scheu vor derben Gags und brutalen Szenen zeigt.

Der Ganove Frankie wurde verurteilt, doch seiner Meinung nach zu Unrecht. So flieht er vor der Polizei und nimmt das gerade geschiedene Paar, Daniel und Anna, als Geisel. Auf Anna wartet aber ihr Lover in einer Waldvilla. Verfolgt wird Frankie unter anderem von einer Polizistin, die sich in ihren Chef verliebt hat. Dieser hat jedoch ein Verhältnis mit einem Minister, der wiederum von Frankie ebenfalls als Geisel genommen wird. Auch Frankie hat eine Freundin, die von dessen besten Kumpel schwanger ist.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dass ein Ehepaar vor dem Scheidungsrichter herzzerreißend streitet und im Saal nebenan einer unschuldig wegen Mordes verurteilt wird, dass dieser dann die Streithähne als Geiseln nimmt und flieht, sich damit einen schweren Mühlstein aus nicht enden wollenden Beschimpfungen aufhalst – daraus allein hätte man schon einen guten, witzigen, unterhaltsamen Film machen können. Doch Zoltan Paul geht weiter, hält niemals an.

    Im Jaguar, der nun den beiden Geschiedenen je zur Hälfte gehört, fahren sie ins Waldhaus, das ebenfalls nun beiden je zur Hälfte gehört, wo der Liebhaber der frischgebackenen Ex-Frau wartet und ein, nun ja, ansehnliches Viagraproblem unterm Bademantel vor sich herträgt. Das ist aber nur die Spitze einer ganzen Latte von Verwicklungen, in die auch noch der Freund und die Frau von Geiselnehmer Frankie mitwirken, die freilich während Frankies U-Haft ein Kindlein gezeugt haben; eine Polizistin, die ihren vorgesetzten Kommissar anhimmelt, der aber wiederum der Geliebte des Wirtschaftsministers ist, den Frankie und Anhang auf dem Weg in den Unterschlupf im Wald auflesen. Und der unmittelbar beteiligt ist an der Intrige, die Frankie seine Verurteilung einbrachte…

    Das einzige, was an diesem Film zu verbessern wäre, ist der nichtssagende Titel, der wahrscheinlich keinen Hund hinterm Ofen vorlocken wird. Der hätte schon griffiger und pfiffiger ausfallen können, dem Film eben angemessener. Klar legt der Film an diverse Pole hohe Spannungen an, erzeugt Kurzschlüsse, aber halt nur im übertragenen Sinn; so dass „Unter Strom“ als Filmtitel ins Leere läuft, der Film spielt ja nicht im Elektrizitätswerk. (Obwohl: da Zoltan Paul stets die unerwartete Wendung nimmt, hätt’s ruhig auch dazu kommen können…)

    Eigentlich aber macht Paul alles richtig. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine Achterbahnfahrt, hinter jeder Kurve liegt eine neue Überraschung, und Loopings und Rundum-Schrauben gibt es auch en masse.

    Abgesehen von der perfekten Ausbalancierung der vielen Figuren mit ihren vielen Handlungsfäden durchsetzt Paul seine Geschichte noch mit einer Menge wunderbarer Gags, wie man sie zumal im deutschen Kino selten findet. Weil sie vor nichts Halt machen und konsequent bis zu ihrem Ende durchgezogen werden – oder sie werden, und auch das kann den Lacheffekt steigern, retardierend in der Luft hängen gelassen, um später eine noch viel bessere Pointe zu bekommen. So birgt auch der Dauerständer des Liebhabers unter dünnem Stoff nicht einfach nur einen billigen Lacher, sondern ist in seiner raffinierten Auflösung schon wieder hochintelligent aufgebaut mit kleiner Anspielung auf Mae West.

    Dass sein Film nicht einfach nur eine Klamotte ist, sondern ein komisches Chaos, das – und so was gibt es gerade in deutschern Raum selten genug – geradezu klug erzählt ist in seinem anarchischen Gestus, das verstärkt Paul noch dadurch, dass er Cheesy, Frankies Freund, der ihm Hörner aufgesetzt hat, ständig in Filmzitaten sprechen lässt. Das eröffnet eine ironisch selbstreflexive und letztendlich explosive Ebene, die zugleich möglichen Einwänden von Klischeehaftigkeit jeden Wind aus den Segeln nimmt.

    Fazit: Dies sei ein Film über die Liebe, sagt Zoltan Paul. Und zeigt, welche komisch-anarchische Kraft in dem steckt, was alle alles aus Liebe tun.
  • In seinem hochkarätig besetzten Ensemble-Stück würzt Zoltan Paul klassisches Boulevard-Theater mit makabren Gags, markigen Sprüchen und brutalen Tarantino-Szenarien.

    Deftige Dialoge, geschmacklose Witze und neun Hauptfiguren, die mehr oder weniger nachvollziehbar miteinander etwas zu tun haben – dies sind nur ein paar jener Ingredienzien, die der gebürtige Ungar Zoltan Paul in seine an klassisches Boulevardtheater angelehnte Krimikomödie gepackt hat. In “Unter Strom”, seiner zweiten Kinoregiearbeit, gelingt ihm das Kunststück, seine Geschichte an nur drei Schauplätzen spielen zu lassen: in einem Gerichtsgebäude, einem Jaguar und einem einsamen, in einem Waldstück gelegenen Häuschen.

    Ins Rollen gerät das Ganze durch den Ganoven Frankie (Hanno Koffler), der sich zu Unrecht verurteilt fühlt und auf der Flucht vor der Polizei ein gerade geschiedenes Paar, Daniel und Anna (Harald Krassnitzer & Catrin Striebeck), als Geisel nimmt. Dazu gesellen sich eine Polizistin (Sunnyi Melles), die in ihren Chef (Ralph Herforth) verliebt ist, der ein Verhältnis mit Minister van Möllerbreit (Tilo Nest) hat, der wiederum von Frankie als weitere Geisel genommen wird. Die Neuner-Konstellation perfekt machen des Ganoven Freundin (Anna Fischer), die von dessen besten Kumpel (Robert Stadlober) schwanger ist, und schließlich Annas Lover (Franz Xaver Zach), der mit einer Überdosis Viagra in der Waldvilla seine Angebetete erwartet.

    Ein dauererigiertes Glied und Sprüche wie “Ich würde lieber ein Känguru f… als dich” geben die Marschrichtung in einem Film vor, in dem sämtliche Beteiligten nicht nur sexuell unter Strom zu stehen scheinen. Auch mit einer gewissen Tarantino-Brutalität inklusive Filmblut und abgeschnittenem Finger geht Zoltan Paul ganz und gar nicht sparsam um. Gleiches gilt für Flüssigkeiten aus der Magengegend, die über den Vordereingang wieder nach draußen drängen. Diese drastischen, zum Teil durchaus auch Ekel erregenden Szenen können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es dem Plot an Struktur fehlt, dass das Personen-Gefüge arg konstruiert wirkt und manche Beziehungsstränge die Fantasie des Betrachters auf eine harte Probe stellen. Dennoch werden etwa Cineasten an Stadlobers stets Filme zitierender Figur ihren Spaß haben, wie überhaupt am gesamten Darsteller-Ensemble, aus dem insbesondere die Frauen herausragen: Theater-Aktrice Sunnyi Melles als liebeskranke, treudoofe Gesetzeshüterin, Nachwuchs-Star Anna Fischer (“Fleisch ist mein Gemüse”) mit kecker Mireille-Mathieu-Frisur und auch Catrin Striebeck, die als Krassnitzers zänkische Ex-Frau die pfiffigsten Oneliner zu bieten hat. Wenn man dann auch noch einem weiteren Spruch in “Unter Strom”, der besagt, dass “alle großen Rätsel des Lebens in Filmen gelöst werden”, Glauben schenken mag, dann könnte man diesem kohlrabenschwarzen Gangster-Klamauk sogar so etwas wie philosophischen Tiefgang unterstellen. lasso.

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