Filmhandlung und Hintergrund

Film Nummer neun, ein kunstvoll erzähltes und fesselnd inszeniertes Drama, gehört zu den besten Folgen der Krimireihe mit Natalia Wörner.

Im Schleswiger Landesmuseum ist eine attraktive junge Aufsicht ermordet worden. Praktisch die gesamte Belegschaft hätte ein Motiv, allen voran der Direktor. Bloß der geistig behinderte Gärtner kommt für Kommissarin Winter als Täter nicht in Frage, eine Haltung, die ihr Kollege Hamm für unprofessionell hält. Es kommt ohnehin immer wieder zu Spannungen innerhalb des Teams, zumal Jana Winter auch persönlich unter großem Druck steht: Ihr Sohn ist womöglich autistisch.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Unter anderen Umständen: Falsche Liebe: Film Nummer neun, ein kunstvoll erzähltes und fesselnd inszeniertes Drama, gehört zu den besten Folgen der Krimireihe mit Natalia Wörner.

    Die Schleswiger Krimis mit Natalia Wörner als verwitwete und alleinerziehende Kommissarin Jana Winter waren bislang immer sehenswert. Mit der Episode „Falsche Liebe“ aber ist den Verantwortlichen das seltene Kunststück gelungen, die Reihe nach acht Jahren auf ein neues Niveau zu heben.

    Da die Filme ausnahmslos von Judith Kennel inszeniert werden, macht vermutlich das Drehbuch von Stefan Kolditz den Unterschied. Der mehrfach ausgezeichnete Autor („Unsere Mütter, unsere Väter“, „Dresden“) hat ein Drama von bemerkenswerter Vielschichtigkeit geschrieben. Neben der auch bildgestalterisch auffallend sorgfältigen und durchdachten Umsetzung besticht der Film vor allem durch seine facettenreichen Schilderungen familiärer Tragödien. Allerdings stellen Kolditz und Kennel diese Seite der Geschichte nie aufdringlich in den Vordergrund. Sie ergibt sich eher beiläufig und fügt sich schließlich zu einem schlüssigen Gesamtbild.

    Vordergründig geht es um Mord: Eine hübsche junge Museumswärterin ist auf tückische Weise ums Leben gekommen. Es gibt allerlei Verdächtige, allen voran die Belegschaft des Museums, denn zwischen den Angestellten und ihrem Chef gab es verschiedene Liebschaften und Sehnsüchte. Vor diesem Hintergrund erzählt Kolditz gleich mehrere weitere Dramen. Eins davon prägt den dank Kameraführung (Nathalie Wiedemann) und Schnitt (Jan Henrik Pusch) ungemein packenden Auftakt: Winter gerät in einem Parkhaus mit einem gewalttätigen Ehemann aneinander. Als sich kurz drauf seine Frau samt Kind in die Tiefe stürzen will, ist die Polizistin wie gelähmt; in letzter Sekunde kann ihr Kollege Hamm (Ralph Herforth) die beiden retten. Prompt empfiehlt Winters Chef (Martin Brambach) seiner besten Ermittlerin, Urlaub zu nehmen, zumal sie zu allem Überfluss auch noch unter den typischen Stress-Problemen der meisten Alleinerziehenden leidet; doch dann kommt der Mord im Museum dazwischen.

    Mit großer Kunstfertigkeit verknüpft Kolditz gleich fünf verschiedene Handlungsstränge zu einer Erzählung von großer Dichte. Unter den Ermittlern kommt es ebenso zu lautstarken Auseinandersetzungen wie unter den Museumsmitarbeitern, zu denen auch der geistig etwas behinderte Gärtner (Peter Jordan) gehört, der seit dem Tod der gemeinsamen Eltern vor zwanzig Jahren von seiner dominanten Schwester (Maria Simon) betreut wird. Die treffende Besetzung auch der weiteren Rollen (Max von Pufendorf, Catrin Striebeck und Tanja Schleiff) trägt enorm zur Qualität des Films bei. Quasi als Gast taucht schließlich sogar noch Thomas Sarbacher auf. Er verkörpert einen Psychologen, der die Schuldfähigkeit des Gärtners untersuchen soll.

    Die Chemie zwischen dem Analytiker und der Ermittlerin funktioniert so gut, dass der Professor unbedingt ins Ensemble aufgenommen werden sollte, zumal er ein interessanter Widerpart zu Winter ist: Anders als gewohnt agiert die Kommissarin diesmal keineswegs kühl und beherrscht. Dass sich die Frau aus dem Parkhaus irgendwann tatsächlich das Leben nimmt und Winters verhaltensauffälliger Sohn womöglich unter dem Asperger-Syndrom leidet, macht ihr das Leben naturgemäß nicht leichter. Herausragend wie stets ist auch Martin Brambach, der seine kleine Rolle als Abteilungsleiter für einige große Auftritte nutzt; und das Schleswiger Museumsschloss Gottorf ist ein reizvoller Schauplatz. Ein ausgesprochen sehenswerter Krimi, dessen Bilder nicht zuletzt durch die Musik (Nikolaus Glowna, Ludwig Eckmann) perfekt zur Geltung kommen. Dass Couch-Ermittler spätestens nach einer Stunde wissen sollten, wer’s war, tut der Qualität des Films keinen Abbruch. tpg.

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