Underworld: Blood Wars Poster

„Underworld: Blood Wars“ – die Kritik

Alexander Jodl |

Kate Beckinsale landet als „Todeshändlerin” zum fünften Mal zwischen allen Fronten des ewigen Kampfes Vampir vs. Werwolf.

Die filmischen Abenteuer der Vampirin Selene gehen zurück ins Jahr 2003. Damals inszenierte Regisseur Len Wiseman die britische Schauspielerin Kate Beckinsale erstmals als  „Todeshändlerin“, deren Aufgabe darin besteht, ihre Art vor den Angriffen mordgieriger Werwölfe zu schützen. Bereits damals gewandet in engem schwarzen Leder – und mit beträchtlichen kämpferischen Fähigkeiten ausgestattet – fightete sich die attraktive Untote übergangslos in die Herzen von Horror- und Action-Fans.

Selene, und mit ihr der ganze Film, war cool, sexy, taff – kurz: Das Ganze bewies in vielerlei Hinsicht Qualitäten. Die Fans wollten eine Fortsetzung und bekamen auch eine. Und dann noch eine, noch eine und noch eine… Alle mehr oder minder von Len Wiseman, die meisten mit Kate Beckinsale – und keiner mehr auch nur annähernd so gut wie Teil eins.

Nur für echte Fans

Vielleicht um den Niedergang des Franchises – und somit den Verlust auch unbelehrbarer Fans – endlich aufzuhalten, durfte in „Underworld: Blood Wars“ mit Anna Foerster erstmals eine weibliche Regisseurin ans Werk gehen. Allerdings noch immer unter den strengen Augen von Len Wiseman, der dabei als Produzent fungierte. Genutzt hat es eher wenig. Jedenfalls, wenn man nicht zu der Art Fans gehört, die Selene bedingungslos Treue geschworen haben.

Für alle anderen wurde der Film aber wohl auch nicht wirklich konzipiert, wie man unschwer am Fehlen jeglicher erläuternden Einführung ablesen kann. Licht aus, Film ab – und Sekunden später sind wir mitten im Kampf Wolf gegen Vampir. Anders ausgedrückt: Wer den oder die Vorgänger nicht gesehen hat, ist hier schlichtweg falsch. Wer das jedoch hat – und unbedingt noch mehr davon will – allerdings vermutlich völlig richtig.

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Mehr von allem

Das kreative Konzept von „Blood Wars“ lautete letztlich: Mehr von allem (bis auf plausibler Story). Mehr Lykaner und Vampire kollidieren noch öfters und blutiger als in den Vorgängern miteinander. Dabei verschießen sie noch mehr, noch großkalibrigere Geschosse, schwingen schärfere Klingen unter Einsatz noch üppigerer CGI-Effekte. Nicht zu vergessen: Das Lederkostüm von Selene sitzt tatsächlich noch enger als ehedem. Wirklich wahr.

Der sich anbahnende Endkampf zwischen den beiden mythologischen Spezies reduziert sich auf ein kontinuierliches Gemetzel, bei dem entweder die Protagonisten oder deren abgetrennte Körperteile durch die Luft fliegen. Eingebettet sind diese Kämpfe in eine krude Story um Macht, Verrat, Treue und Dominanz der Arten – und Kate Beckinsale sucht dazwischen verzweifelt nach ihrer untergetauchten Tochter, die als Hybrid eine genetische Schlüsselrolle spielt. Eine Suche, die sie mit dem Rest der Fraktionen teilt. Aber letztlich: Wer braucht schon wirklich eine tragfähige Rahmenhandlung, wenn man zwei Super-Spezies und deren ewigen Zwist Action-intensiv und Genre-gerecht rabiat zelebrieren kann.

Wuchtiger, blutiger, bleihaltiger, künstlicher: Wenn dramaturgische Konzepte einfach nur immer weiter nach oben skaliert werden, läuft man schnell Gefahr, irgendwann in den Bereich der Satire zu gelangen. Das kann durchaus Teil des Plans sein und filmisch sogar funktionieren. Muss aber auch nicht. Und bei „Blood Wars“ sind die Filmemacher so nah an diese Grenze herangegangen, dass jeder Fan für sich entscheiden muss, ob das für ihn noch im genussfähigen Bereich liegt – oder die Grenze zur Albernheit bereits überschritten wurde.

Der Trailer zu „Underworld: Blood Wars“

 

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