Under the Skin

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   2013

Under the Skin: Mysteriöser Thriller über eine Außerirdische, die auf den Straßen Schottlands männliche Anhalter aufliest und zu verführen versucht.

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Filmhandlung und Hintergrund

Under the Skin: Mysteriöser Thriller über eine Außerirdische, die auf den Straßen Schottlands männliche Anhalter aufliest und zu verführen versucht.

Wer sagt, dass Aliens immer kleine grüne Gestalten sein müssen, die mit ihren Glubschaugen nicht gerade ansehnlich sind? Laura (Scarlett Johansson) ist ein auf die Erde entsandter Alien, die mit ihrer aufreizenden Art und ihrem verführerischen Aussehen die Männer auf der Erde um den Verstand bringt. Sie zieht durch die schottischen Highlands und verdreht dabei einige Männerköpfe, die dem Charme und dem Aussehen von Laura nach und nach verfallen.

Doch das macht die attraktive Laura nicht ohne Grund, denn sie wurde mit einer Mission auf die Erde geschickt: Sie soll einsame Männer einsammeln und diese auf ihren Planeten bringen. Dort ist Menschenfleisch eine teure und gern gegessene Delikatesse und zahlreiche Bewohner des Planeten können es gar nicht erwarten, bis neues Menschenfleisch auf dem Teller landet.

Laura gibt alles, die Gefühle der Menschen, und vor allem der Männer, zu imitieren und damit die Männer auf ihre Seite zu bringen, denn Emotionen wie Mitleid oder Liebe sind ihr völlig fremd. Sie sind jedoch essenziell, um die Männer nach und nach zu verführen.

Die Männer lassen sich auf dieses Spiel von Erotik und Sex ein, doch ahnen nicht, dass sie bald kleingehakt und tot auf einen anderen Planeten verschifft werden. Doch Laura versinkt so sehr in der Welt der Menschen, dass sie bald die Neugier packt und auch ihr Gewissen langsam aber sicher an die Oberfläche kriecht.

„Under the Skin“ ist die Leinwandadaption des gleichnamigen Romans von Michel Faber der im Jahre 2000 erschien.  Im Gegensatz zur Verfilmung hört die von Scarlett Johansson verkörperte außerirdische Protagonistin im Roman auf den etwas ungewöhnlicheren Namen Isserley

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Kritikerrezensionen

  • Anstrengend, zermürbend, bereichernd. Ein Film, wie es ihn kein zweites Mal gibt. Und das lässt sich doch eigentlich nur als Kompliment verstehen.
  • Beklemmender Thriller über eine Außerirdische, die auf den Straßen Schottlands männliche Anhalter aufliest und zu verführen versucht.

    Eine Verfilmung des Romans „Under the Skin“, wie Michael Faber ihn 2000 geschrieben hat, wäre eine spannende Sache: eine allegorische Science-Fiction-Fabel im Stil von „Farm der Tiere“ über eine vermeintlich außerirdische Autofahrerin, die im schottischen Hinterland männliche Anhälter aufliest, unter Drogen setzt und zur Weiterverarbeitung abliefert. Mehr als das gröbste Outline dieser Prämisse hat den britischen Regisseur Jonathan Glazer allerdings nicht interessiert, sodass man im Grunde noch nicht einmal von einer Adaption reden kann. Abgesehen von der Autofahrerin und den Anhaltern ist von der Vorlage hin zu einem der ungewöhnlichsten, eigenwilligsten und beklemmendsten Filme, die man je zu sehen bekommen wird, nicht übrig geblieben. Ja, mit Scarlett Johansson hat sich Glazer, der zuletzt acht Jahre vorher mit seinem großartigen „Birth“ als Filmregisseur in Erscheinung getreten ist, einen der angesagtesten weiblichen Hollywood-Stars der Gegenwart für die Hauptrolle gesichert. Und obwohl sie der einzige professionelle Darsteller und im Grunde in jeder einzelnen Szene des Films zu sehen, fällt es einem schwer, von einem Starvehikel zu sprechen. Verdammt, es fällt einem schwer zu beschreiben, was „Under the Skin“ überhaupt ist.

    Es ist ein Film, der einfach zu passieren scheint und sich seiner Zuschauer auf fast schon beängstigende Weise bemächtigt und in einer Bilderwelt verschlingt, die nackte Gänsehaut verursacht. Am besten lässt sich diese bedrückende Abfolge von grotesken Szenen als Horrortrip beschreiben, der sich ebenso unbeteiligt und emotionslos abspielt, wie die namenlose Protagonistin auf unsere Welt blickt, die sie weder verstehen kann noch verstehen will: Sie will einfach nur ihren Auftrag erfüllen, junge Männer finden, teilweise in Szenen, die offenkundig mit versteckter Kamera in realen Szenarien gedreht wurden, und diese dann mit dem Versprechen von Sex in ein pechdunkles Gebäude locken, wo Dinge mit ihnen passieren, die man wirklich selbst gesehen haben muss, um sie zu glauben (wenn auch nicht unbedingt zu begreifen).

    Es ist ein bisschen, als hätte der innovative Videoclipkünstler Chris Cunningham versucht, Nicolas Roegs Bilderrätsel „Der Mann, der vom Himmel fiel“ zu entschlüsseln und mit seinen visuellen Codes zu versehen. Schwer zu sagen, ob sich am verstörenden Ende tatsächlich der Kreis einer Geschichte schließt. Vielleicht ist es idiotisch, hier überhaupt von einer Geschichte zu sprechen. Aber es ist eine filmische Erfahrung, die man gemacht haben sollte, angefüllt mit einzigartigen Momenten und Szenen – speziell eine aus weiter Entfernung ohne Schnitt gedrehte Sequenz, in der man mitverfolgt, wie an einem Strand eine vermeintlich harmlose Situation in eine Tragödie mündet, lassen einem das Blut gefrieren – und einer oppressiv dichten Atmosphäre, gedreht von einem Mann, der sein Medium beherrscht und ausreizt, wie es zuletzt vor ihm bestenfalls Kubrick getan hat. ts.
  • Mit "Under the Skin – Tödliche Verführung" legt Videoclip-Regisseur Jonathan Glazer seinen erst dritten Spielfilm in 13 Jahren vor, die sich allesamt in keine Schublade einordnen lassen. Bei dem Gangsterdrama "Sexy Beast" interessierte sich der Brite wenig für Genreregeln, besetzte Ben Kingsley gegen den Typ als brutalen Kriminellen und verhalf Ian McShane ("Deadwood") zu einer bis heute anhaltenden, zweiten Leinwandkarriere. Auch Nicole Kidman im Wiedergeburtsdrama "Birth" (2004) und Scarlett Johansson in "Under the Skin" wurden bewusst gegen ihr Image gecastet. Stärker als zuvor entzieht sich Glazer mit dem utopischen Stoff jeder Erwartungshaltung, lässt bewusst zahlreiche Fragen und Zusammenhänge offen und verweigert sich einer gradlinigen narrativen Struktur.

    Leider sah der deutsche Verleih in dem surrealen Trip kein Kassenpotential, so dass "Under the Skin" nach mehreren, zumeist ausverkauften Festivaleinsätzen lediglich in Einzelvorstellungen im Kinos zu sehen ist. Mitunter läuft er sogar zusammen mit dem Actionspektakel "Lucy". In beiden Science-Fiction-Filmen verkörpert Scarlett Johansson Unheil verbreitende Frauen mit übernatürlichen Fähigkeiten, womit die Gemeinsamkeiten aber schon enden. Wo Luc Besson in "Lucy" eine überbordende Bilderorgie mit einem sich steigernden Erzählrhythmus entfesselt, setzt Glazer auf eine düster-meditative Stimmung, in die immer wieder verstörende Momente wie Widerhaken einschneiden und als Gegenstück zu den idyllischen Landschaftsimpressionen dienen.

    Dass es sich bei der namenlosen Protagonistin um ein Alien handelt, thematisiert Glazer an keiner Stelle eindeutig. Im Gegensatz zu Michel Fabers Romanvorlage "Die Weltenwandlerin", der nur allmählich die wahre Natur seiner untersetzten, bebrillten Serienkillerin enthüllt, verzichtet Glazer auf Sozialkritik und (allzu drastische) Splattereinlagen. Neben einem "Space Invader"-Plakat zu Beginn verweist seine freie Adaption erst durch die Weise, wie die Opfer im Innern eines abgelegenen Hauses in eine undefinierbare Flüssigkeit gezogen, konserviert und später als eine Art Nahrungsmittel aufgelöst werden, auf die extraterrestrische Herkunft der geheimnisvollen Schönen.

    Es wird deutlich, dass Scarlett Johansson mit schwarzer Perücke bei versteckter Kamera auf dem Beifahrersitz reale Männer in der schottischen Provinz ansprach und versuchte, zwischen gespielter Orientierungslosigkeit und aufreizendem Interesse ihre Zufallsbekanntschaften zu becircen. Die weiblichen Waffen setzt Johansson hier weitaus subtiler ein als in "Lucy", doch die Konsequenzen erweisen sich ähnlich tödlich. Dabei dienen die dokumentarischen Alltagsszenen als Gegenstück zu den stilisierten, überhöhten Sequenzen, in denen etwa die Kamera die Jägerperspektive einnimmt oder Glazer mit Überblendungen, schwarz-weißen Kontrasten und der Signalfarbe Rot arbeitet.

    Allerdings erfolgt die schockierendste Szene des Films schon relativ zu Beginn, als die Fremde und ihr Motorradbegleiter am Strand eine gesamte Familie samt weinendem Kleinkind auslöschen, was ihren Mangel an Emotionen unterstreicht. Obwohl sie offensichtlich bestens informiert ist, wie man Männer um den Finger wickelt, erkundet die Besucherin erst allmählich ihren unbekannten Körper. Ansatzweise entwickelt die Frau mit der versteinerten Mine sogar Gefühle, was sich als gefährlich für sie erweist.

    Aus der von Trash-Klassikern wie "Not from this Earth" ("Gesandter des Grauen") bekannten Prämisse einer heimlichen Invasion kreieren Jonathan Glazer und sein Co-Autor Walter Campbell eine faszinierende Parabel auf Entfremdung und Seelenlosigkeit samt Star-Demontage. Auf den experimentellen Ansatz muss man sich allerdings einzulassen verstehen, wie die kontroversen Publikumsreaktionen beim Fantasy Filmfest belegen.

    Fazit: Das surreale Science-Fiction-Drama "Under the Skin – Tödliche Verführung" verfolgt den mörderischen Streifzug einer emotionslosen Jägerin, wobei man auf minimale Dialoge, einen elliptischen Plot und düster-enigmatische Bilder setzt.
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