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Fakten und Hintergründe zum Film "Und macht euch die Erde untertan"

Fakten und Hintergründe zum Film "Und macht euch die Erde untertan"

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Poster

Über den Film

Der Film entstand im Rahmen der Kampagne „Rettet Hasankeyf – Stop Ilisu“ und thematisiert eines der umstrittensten Bauvorhaben der Welt: Das geplante Kraftwerk Ilisu am Tigris im Südosten der Türkei. Die entscheidende Rolle bei dem Projekt spielen Deutschland, Österreich und die Schweiz: Abgesichert mit Kreditbürgschaften dieser drei Länder, finanziert mit zinsgünstigen Krediten von deren Banken, gebaut durch deren Unternehmen. Ein Projekt, das in Europa niemals genehmigt würde, soll durch Deutschland, Österreich und die Schweiz ermöglicht werden.

Das Tigristal rund um die Stadt Hasankeyf ist eine beeindruckende und bedeutende Kultur- und Naturlandschaft, ein Zeugnis vergangener Kulturen und ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna. In diesem so genannten Zweistromland liegen auch die Wurzeln der westlichen Zivilisation. Seit rund 10 Jahren protestieren Betroffene, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen gegen die humanitären, ökologischen und politischen Auswirkungen des Projektes.

Hintergrund: Staudamm Tigris

Am Tigris in Südostanatolien soll mit tatkräftiger Unterstützung aus Deutschland, Österreich, und der Schweiz einer der umstrittensten Staudämme der Welt entstehen – der Ilisu Damm. Der Baubeginn wurde schon mehrmals öffentlich verkündet, ohne dass konkret etwas geschehen wäre. Tatsächlich haben jetzt erste Enteignungen stattgefunden. Sie wurden - wie es scheint - aber wieder gestoppt. Der tatsächliche Baubeginn ist wohl für das Frühjahr 2008 zu erwarten. Die Bauzeit soll dann 7-8 Jahre betragen.

Etwa 400 Kilometer des Tigris und seiner Nebenflüsse würden zerstört, durch Einstau flußaufwärts und durch den Schwallbetrieb flussabwärts des Kraftwerkes. Unterhalb des Dammes würden künstliche Flutwellen das Ökosystem vernichten, Lebensraum für zum Teil weltweit bedrohte Arten und für eine bislang wenig erforschte Flora und Fauna.

Über 200 bekannte archäologische Fundstätten würden vernichtet, darunter die berühmte antike Stadt Hasankeyf, in deren Umfeld sich 23 Kulturen verewigt haben, nicht zu reden von vermuteten, aber noch unbekannten Stätten aus 10 000 Jahren Menschheitsgeschichte.

Zigtausende von Menschen müssten ihre Heimat verlassen, Siedlungen und wertvolles Ackerland würden geflutet. Der Plan steht zudem im Widerspruch zu internationalen Abkommen, da die Nachbarstaaten Syrien und der Irak nicht konsultiert wurden. Außerdem werden die ethnischen Konflikte in Anatolien verschärft. Die entscheidende Rolle bei dem Projekt spielen Deutschland, Österreich und die Schweiz: Abgesichert mit Kreditbürgschaften dieser drei Länder, finanziert mit zinsgünstigen Krediten von deren Banken, gebaut durch deren Unternehmen. Ein Projekt, das in Europa niemals genehmigt würde, soll durch Deutschland, Österreich und die Schweiz ermöglicht werden.