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Filmhandlung und Hintergrund

.. und Äktschn!: Hintersinnige Komödie von und mit Gerhard Polt über einen Amateurfilmer in der bayerischen Provinz, der mit seinen Spezis den definitiven Film über Hitlers Privatleben drehen will.

Der passionierte Amateurfilmer Hans A. Pospiech hat in seinem künstlerischen wie privaten Leben noch nicht viel auf die Reihe gebracht. Als die lokale Sparkasse allerdings einen Filmwettbewerb ausschreibt, sieht er seine Chance gekommen. Pospiech nimmt teil und gewinnt. Damit rückt sein Traum, den ultimativen Film über Adolf Hitler als Privatperson zu machen, immer näher. Schon bald sind die Hauptdarsteller in der örtlichen Stammkneipe gefunden und in Pospiechs Garage kann der Dreh über den “Oasch aus Braunau” beginnen.

Ein Amateurfilmer in der bayerischen Provinz will mit seinen Spezis den definitiven Film über Hitlers Privatleben drehen. Hintersinnige Komödie von und mit Gerhard Polt, die Satire fast wie aus dem richtigen Leben bietet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein wichtiges Thema der satirischen Komödie "Und Äktschn!" ist ihrem Co-Autor Gerhard Polt zufolge "die Kraft der Mittelmäßigkeit". Der 71-jährige Kabarettist, der die Hauptrolle des Amateurfilmers Hans A. Pospiech spielt, findet sie in historischen Dramen und Dokudramen, besonders jenen, die um Adolf Hitler kreisen. Pospiech glaubt, mit seinem Blick ins Privatleben des Führers eine filmische Sensation zu landen, die Hollywood Konkurrenz macht. Gleichzeitig kann Polt dank der Film-im-Film-Konstruktion von Co-Autor und Regisseur Frederick Baker ("Widerstand in Haiderland", "Romy Schneider – Eine Frau in drei Noten") seinen satirischen Humor breiter streuen. Er hält dem Zeitgeist in Gestalt eines kleinbürgerlichen Prekariats einen Spiegel vor, in den man gerne blickt.

    Pospiechs Vater filmte im Krieg, also lässt das Thema auch den Sohn nicht los, der die alten Streifen samt Kamera besitzt. In seinem Milieu tummeln sich Händler und Käufer von Originalfundstücken: ein Gedicht einer Nazi-Größe, ein Generalshandschuh – der "Stern"-Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher lässt grüßen. Pospiech will an die filmische Frage, "wer steckt eigentlich hinter diesem Hitler?", ganz unideologisch herangehen. Aber indem er so genau hinschaut, ob Adolf im Café einen Zwetschgendatschi oder lieber eine Prinzregententorte isst, kommt er doch nur wieder mit dem Führerkult der Vätergeneration in Berührung. Gisela Schneeberger ist köstlich bissig als Filmdiva, die Eva Braun und ihren Führer gut aussehen lassen will, schon aus Sorge um ihren eigenen Ruhm.

    Pospiechs Garagendasein in Neufurth und seine Rivalität mit Nagy (Nikolaus Paryla), dem Vorsitzenden des Amateurfilmclubs, ist satirisch nicht so ergiebig wie die Hitlerfilm-Geschichte. Der von seiner Frau verbannte Beinahe-Obdachlose fährt stets Rad mit einem Kinderanhänger, wohl weil er so viel zu tragen hat. Pospiech ist etwas zu armselig geraten, um der Komödie nicht einiges von ihrem Biss zu rauben. Aber der Poltsche Witz füttert seine Gedankenwelt immer wieder mit kleinen Überraschungen.

    Fazit: Die satirische Komödie "Und Äktschn!" mit Gerhard Polt fragt vergnüglich-hintersinnig, ob nicht jeder Amateur einen guten Hitler-Film drehen kann, bremst sich aber mit der Tristesse des Kleinstadtmilieus, das sie zeichnet, selbst ein wenig aus.
  • Nach dem enttäuschenden “Germanikus” zeigt sich der ewig grantige Satiriker Gerhard Polt sichtlich erholt und erzählt wieder Geschichten fast wie im richtigen Leben.

    Mit 71 Jahren will es Gerhard Polt noch einmal wissen. Der geniale bajuwarische Grantler, der wie es kein anderer versteht, dem Volk aufs Maul zu schauen und ihm den Spiegel vorzuhalten, zeigt sich von seinem letzten Kinofilm “Germanikus”, der weder komödiantisch noch kommerziell überzeugen konnte, sichtlich erholt. Nun knüpft er da an, wo einst seine Leinwandkarriere begann. “…und Äktschn!” besitzt zwar nicht ganz die Brillanz und satirische Schärfe von “Kehraus“, kann es punktuell aber mit seinem Meisterwerk von 1983 durchaus aufnehmen. Das liegt auch daran, dass Polt sich auf vertrautes Terrain begibt.

    Er selbst spielt einen ebenso übellaunigen wie mittelmäßígen Amateurfilmer namens Pospiech, der vergeblich ein Hauch von Hollywood in seine kleine bayerische Heimatstadt namens Neufurth bringen will. Sein eigenes Leben bekommt der Loser nicht auf die Reihe – von der Frau aus dem Haus gejagt, fristet er in der Garage ein kärgliches Dasein und kann sich in der von der verblühten Dorfschönheit Grete Neuriedl (Gisela Schneeberger, gescherte Arroganz in persona) bewirtschafteten Kneipe nicht mal einen Schnitt leisten. Aber als Filmfreak lässt er keine Gelegenheit aus, einen auf dicke Hose machen (“Hitchcock, Bergman, ich habe sie alle gekannt”). “…und Äktschn!” ist immer dann großartig, wenn Polt einem modernen Karl Valentin gleich seine doppelbödigen Weisheiten wie etwa “Armut ist ohne Geld gar nicht denkbar – und mit auch nicht” an den Mann bringt. Allerdings gleitet seine bissige Realsatire zur Hälfte der Handlung in einen Film-im-Film-Plot ab, wenn Pospiech beschließt, einen Film über (den privaten) Adolf Hitler zu machen.

    Natürlich muss es erlaubt sein, sich über den “Oasch aus Braunau”, wie er hier genannt wird, lustig zu machen. Doch Polt fällt zum Thema nicht allzu viel Neues ein, zitiert eher Kollegen wie Dietl (“Schtonk!“) oder Buck (“Rubbeldiekatz“). Dass auf einer weiteren Ebene das Finanzierungssystem der Banken und der Filmförderung sein Fett weg bekommt, musste auch einmal gesagt werden, ist aber Branchen-Geplänkel, das die Fangemeinde des Münchner Kabarettisten nur peripher interessieren dürfte. Nichtsdestotrotz hat der messerscharfe Beobachter des “richtigen” Lebens, der Pospiech einmal sagen lässt “Der Mensch stirbt, aber der Film bleibt”, sich nun selbst ein würdiges Denkmal gesetzt. lasso.

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