Über den Tod hinaus

  1. Ø 0
   2009
Über den Tod hinaus Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Über den Tod hinaus: ZDF-Fernsehfilm der Woche: "David-gegen-Goliath"-Geschichte um eine junge Frau, die den Betrüger, der ihre Schwester in den Selbstmord getrieben hat, überführen will.

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Kritikerrezensionen

  • Das Private ist politisch: Kaum ein Drehbuchautor setzt diese Erkenntnis so konsequent um wie Benedikt Röskau. Die Bedrohungen kommen stets von außen: ein Schlafmittel mit grausamen Folgen in „Contergan“, ein Virus in „Faktor 8“. Auch in dem Wirtschafts-Thriller kämpft eine Frau wie eine Löwin für ihre Familie.

    „Faktor 8“-Regisseur Rainer Matsutani nennt Röskau einen „Recherche-Freak“, und das meint er durchaus anerkennend. Auch in „Über den Tod hinaus“ dürften die komplizierten juristischen Details garantiert hieb- und stichfest sein. Entscheidender für den Erfolg der Geschichten aber sind die Figuren. Röskaus Helden sind Menschen, die angesichts außergewöhnlicher Herausforderungen über sich hinaus wachen. Zum Beispiel Elke (Silke Bodenbender), Hausfrau und Mutter, die ihren Beruf für die Kinder aufgegeben hat. Unter normalen Umständen wäre sie nie auf die Idee gekommen, es mit einem übermächtigen Immobilienmakler aufzunehmen. Doch ihr bleibt keine Wahl: Ihre Schwester Christa (Janna Striebeck) ist überredet worden, ihr Geld in eine Wohnung in Chemnitz zu investieren. Die Mutter (Marita Breuer) hat daraufhin eine Bürgschaft aufgenommen und als Sicherheit ihr Haus angegeben, in dem auch Elke und ihr Mann Harald (Charly Hübner) leben. Als sich nach Christas Freitod rausstellt, dass sie mit einer „Schrott-Immobilie“ reingelegt worden ist, würde die Familie das Erbe gern ablehnen, wird aber belehrt, eine Bürgschaft wirke stets auch über den Tod hinaus. Elke will den Makler Pagenburg (Thomas Sarbacher) zur Rede stellen, doch der hält sie für eine Teilnehmerin seines Verkaufsseminars. Ihre skeptischen Fragen bestärken den charismatischen Unternehmer in der Überzeugung, sie sei genau die richtige Verkäuferin, weil sie die potenziellen Zweifel der Kunden verstehe. Elke lässt sich auf das Spiel ein und sammelt fleißig Material, das sie mit Hilfe eines Anwalts (Jan- Gregor Krempe) gegen den Betrüger und seine Kumpane von der Bausparkasse verwenden will.

    Silke Bodenbender ist in jeder Hinsicht eine ausgezeichnete Besetzung für die weibliche Hauptrolle: Es gibt nicht viele Schauspielerinnen, die Normalität so erfrischend unprätentiös verkörpern können. Trotzdem akzeptiert man ohne weiteres, dass das himmelschreiende Unrecht (wie schon in „Erlkönig“) ungeahnte Energien in Elke freisetzt; sie findet sogar Spaß an der „Under Cover“-Arbeit. Gleichzeitig verhehlt Röskau nicht, dass die Aufgabe eigentlich eine Nummer zu groß für sie ist: Pagenburg ist nicht so leicht zu überführen, und daheim liegen angesichts der drohenden Zwangsversteigerung die Nerven blank. Die Stars des Films sind zwar Silke Bodenbender und das dem Drehbuch, das Röskau gemeinsam mit seiner Frau Sylvia Leuker geschrieben hat, aber Andreas Senn hat aus der Geschichte einen fesselnden Film gemacht: mit ausgezeichnet geführten Darstellern und einer ausgewogenen Mischung aus Thriller und Drama. tpg.

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