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„Twilight“-Filme: Deutscher gewinnt Klage nach 3 Jahren Prozess

Author: Andreas EngelhardtAndreas Engelhardt |

Twilight - Biss zum Morgengrauen Poster
© Concorde

Vor sechs Jahren ging die „Twilight“-Saga mit „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 2“ zu Ende. Dass die populäre Vampir-Reihe jetzt wieder ins Gespräch kommt, liegt an einem eher unschönen Grund: Eine Klage, die nach drei Jahren zu einem (vorläufigen) Ende kam.

Gut drei Jahre lang klagte der Synchronsprecher Johannes Raspe wegen der „Twilight“-Filme. Darin sprach Raspe in allen fünf Filmen den Part von Edward Cullen, der von Robert Pattinson gespielt wurde. Ziel der Klage war eine sogenannte Nachvergütung. Da die „Twilight“-Saga ein derart phänomenaler Erfolg war, fand Raspe, dass die Bezahlung für seine Arbeit nicht angemessen war.

Das Landgericht München gab dem Synchronsprecher jetzt Recht, wie der Interessenverband Synchronschauspieler (IVS) mitteilte. Die Tele München Gruppe, zu der der Filmverleih Concorde zählt, der die deutschen Verwertungsrechte an den „Twilight“-Filmen besitzt, muss Raspe also entsprechend nachvergüten. Wobei die genaue Summe für eine Verlängerung des Prozesses sorgen dürfte. IVS-Vorstand Till Völger teilte mit, dass die Berechnungsgrundlage des Landgerichtes für Raspe nicht nachvollziehbar sei und er deswegen in Berufung gehen werde.

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„Fluch der Karibik“-Sprecher gewann seine Klage ebenfalls – mit einem unschönen Nachspiel

Völger machte dabei zugleich auf die geringe Bezahlung der deutschen Synchronsprecher aufmerksam: „Seit Mitte der 60er Jahre hat sich die Höhe der Gagen kaum verändert“, wohingegen die Gewinne aus Filmen und Serien einen deutlichen Zuwachs vorweisen. Da viele Arbeiten pauschal bezahlt werden und den Nutzungserfolg nicht berücksichtigen, profitieren die Synchronsprecher davon nicht. Zumal aufgrund der Inflation sogar bei vielen ein „drastischer Gagenverfall“ zu erkennen ist.

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Der Fall von Johannes Raspe ist die zweite Klage über eine Nachvergütung, die ein deutscher Synchronsprecher in jüngerer Vergangenheit für sich entscheiden konnte. Marcus Off gewann seine Klage gegen Disney aufgrund der zu geringen Vergütung für seine Arbeit an den ersten drei „Fluch der Karibik“-Filmen. Darin sprach Off den beliebten Piraten Captain Jack Sparrow, gespielt von Johnny Depp.

Für Off hatte die Klage aber auch ein unangenehmes Nachspiel: Er wurde in den zwei letzten „Fluch der Karibik“-Filmen durch einen anderen Sprecher ersetzt und erhielt laut eigenen Angaben im Anschluss insgesamt weniger Angebote. Ob genug Synchronsprecher unter diesen Voraussetzungen klagen und damit einen Wandel in der Branche durchsetzen können, bleibt folglich fraglich.

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