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Tuyas Hochzeit

Kinostart: 23.08.2007

Tuya de hun shi: Lakonisch komischer Frauenfilm vor dem kargen Hintergrund der mongolischen Steppe.

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Filmhandlung und Hintergrund

Lakonisch komischer Frauenfilm vor dem kargen Hintergrund der mongolischen Steppe.

Täglich steht Schafzüchterin Tuya (Nan Yu) zeitig auf, um ihren behinderten Mann Bater (Bater), die beiden Kinder, Hof und Vieh zu versorgen, abends fällt sie erschöpft ins Bett. Eines Tages verletzt sie sich am Rücken, wird invalide und schafft daher den Gang zum 15 km entfernten Brunnen nicht mehr. Damit die Familie nicht verhungert, beschließen sie und Bater, sich scheiden zu lassen, damit sie einen gesunden Mann findet, der alle mitversorgt. Schon anderntags rennen ihr die vielen Bewerber die Tür ein, doch der Richtige will einfach nicht kommen.

Chinas Männerüberschuss ist Zentrum von Quan’an Wangs in der rauen mongolischen Steppenlandschaft angesiedeltem, lakonisch-humorvollen Frauenfilm, der in Berlin 2007 den Goldenen Bären gewann. Hauptdarstellerin Nan Yus Darstellung belebt das ruhige Drama.

Im mongolischen Teil des heutigen Chinas lebt die Schafzüchterin Tuya und ist damit beschäftigt nicht nur sich selber, sondern auch ihre zwei Kinder und ihren behinderten Mann durchzubringen. Neben der harten Arbeit mit den Tieren ist vor allem das tägliche Wasserholen vom 15 km entfernten Brunnen eine zeit- und energieraubende Strapaze. Um ihr das Leben zur erleichtern, beschließt sie noch einmal zu heiraten.

Die junge Schafzüchterin Tuya muss ihren behinderten Mann Batoer und zwei Kinder versorgen und dafür Wasser aus einem 15 Kilometer entfernten Brunnen holen. Als sie sich verletzt, sucht sie auf Anraten der Schwägerin einen Mann. Bedingung vor der Scheidung: Der Neue muss den alten Ehemann mitversorgen. Mit einem durch Erdöl reich gewordenen Klassenkameraden, den Tuya 17 Jahre nicht gesehen hat, scheint sich eine vernünftige Lösung anzubahnen. Doch Batoer macht ihr einen Strich durch die Rechnung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Im Mittelpunkt von „Tuyas Marriage“ stehen die Geschichte einer Frau, die selbstbewusst ihren Weg geht, auch wenn ihr dabei nicht viele Möglichkeiten offen stehen und die Geschichte eines Mannes, der seine Ehe opfern muss, um die Zukunft seiner Familie nicht zu gefährden. Es genügen wenige Worte, um die Beziehung zwischen Tuya und Bater zu charakterisieren. Ihre Gefühle spiegeln sich in ihren Gesichtern und nicht etwa in ihren Dialogen.

      Die Tragik des Films speist sich zum einen aus der Tatsache, dass es eine auf einer Liebesbeziehung basierende und intakte Ehe ist, die aus einer Notsituation heraus geschieden werden muss. Zum anderen jedoch folgt aus der erzwungenen Trennung der Aufbau neuer Beziehungen, für beide eine schwer zu meisternde Situation.

      "Tuyas Ehe" entfaltet seine Handlung in ruhigen, bisweilen schwermütigen Bildern, die immer wieder dokumentarisch wirken. Diese Atmosphäre wird durch tragikomische Elemente aufgelockert; insbesondere die Figur des leichtsinnigen und liebenswerten Nachbarn dient als Katalysator. Das gleiche gilt für die eindrucksvolle Landschaft der Mongolei, die den Hintergrund des Films bildet. Diese karge und scheinbar lebensfeindliche Weite und Einsamkeit unterstreicht dabei außerdem die Notwendigkeit des Zusammenhalts der wenigen dort lebenden Menschen und ihre Abhängigkeit voneinander.

      Ganz nebenbei werden die ungeheuren finanziellen Unterschiede, die in China zwischen Stadt und Land nach wie vor bestehen, deutlich gemacht. Als harter Kontrast zu den ärmlichen Verhältnissen, in denen Tuyas Familie überleben muss, stellt sich das reiche Leben Baoliers dar. Obwohl beide aus dem selben Land kommen und sogar die gleiche Schule besucht haben, liegen Welten zwischen ihnen und ihrem Alltag.

      Trotz der Ernsthaftigkeit seines Themas, ist "Tuyas Ehe" ein kurzweiliger Film. Tragische Elemente werden sowohl durch Komik als auch durch den selbstbewussten Charakter der Hauptfigur ausgeglichen. Die Weite der mongolischen Landschaft bietet darüber hinaus lohnenswerte visuelle Anreize. Und so erhielt der Film auf der diesjährigen Berlinale verdientermaßen den Goldenen Bären.

      Fazit: "Tuyas Ehe" ist die gelungene Umsetzung einer ausgeglichenen, tragikomischen Liebesgeschichte. Ein kurzweiliger und sehenswerter Film.
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    2. Tuyas Hochzeit: Lakonisch komischer Frauenfilm vor dem kargen Hintergrund der mongolischen Steppe.

      Der Gewinner des Goldenen Bären geht als humorvoller Frauenfilm über eine schöne und tatkräftige Schafzüchterin in der Inneren Mongolei ins Ziel.

      Die Schafherde zu Beginn, fast eine Anspielung auf den Anfang von Chaplins „Moderne Zeiten“, aber ohne dessen Satirefaktor, dient dem chinesischen Regisseur Wang Quan’an („The Story of Ermei“, „Lunar Eclipse“) in seinem dritten Spielfilm als erstes Zeichen für sein Anliegen, vom Verlust der Hirtenkultur und den ökologischen und ökonomischen Veränderungen der Region zu erzählen, ohne Erdöltürme, Bürohäuser und Fabriken ins Bild zu setzen. Glücklicherweise entwickelt sich daraus kein karges Sozialdrama, sondern ein lakonisch komischer Frauenfilm, der von der kraftvollen Darstellung von Hauptdarstellerin Yu Nan (alle Filme von Wang und „Fureur“, 2004, von Karim Dridi) lebt, die unter Kopftüchern und in Lammfellstiefeln fast nicht zu erkennen ist, aber ihre strahlende Schönheit bei der Preisvergabe zeigte.

      Yu Nan arbeitet als junge Schafzüchterin Tuya, die ihren behinderten Mann Batoer und zwei Kinder versorgen und Wasser aus einem 15 km entfernten versiegenden Brunnen holen muss. Als sie sich verletzt und nicht mehr so hart arbeiten kann, sucht sie auf Anraten der Schwägerin einen Mann. Bedingung vor der Scheidung: Der Neue muss den alten Ehemann mitversorgen. Als etliche Freier abziehen, scheint sich mit einem durch Erdöl reich gewordenen Klassenkameraden, den Tuya 17 Jahre nicht gesehen hat, eine vernünftige Lösung anzubahnen. Batoer, der im Pflegeheim einen Selbstmordversuch unternimmt, macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Erst ein herzensguter Nachbar und Verehrer, den alle als Nichtsnutz und Trinker abtun, bringt mit dem Graben eines Brunnens vor Tuyas Steinhaus und einem erfolgreichen Antrag alles ins Lot.

      „Tuyas Ehe“ spielt im mongolischen Teil Chinas in einer Steppenlandschaft am Rande von Wüste und Gebirge, durch die sich eine schnurgerade Autobahn als einzige Schnellverbindung in die Stadt zieht. Folglich ist der Erzählrhythmus der karstigen Strauchlandschaft angepasst. Die Kamera von Lutz Reitemeier zeigt die raue Schönheit der Mongolei u.a. in einer spannenden Szene, als Tuya den Sohn mit einem Kamel aus einem Schneesturm rettet. Ähnlich wie Nikita Michalkows „Urga“ (1991) und „Mongolian Pingpong“ (2006) ein Film nicht nur für China-Liebhaber, sondern dank Yu Nan ein starkes Stück Kino um einen Trotzkopf mit Aussicht, der in Arthouse-Kinos reüssieren kann. ger.
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      Kino.de Redaktion  
    • Neu im Kino: 23. August 2007

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