Trop (peu) d'amour

  

Filmhandlung und Hintergrund

Teenager, Halbwüchsige, junge Frauen und Kinder sind seit seinem Erstling „Die Finger im Kopf“ (1974) die eingestandene Obsession von Jacques Doillon, der sich nach seinen Meisterwerken „Der kleine Gangster“ (1991) und „Der junge Werther“ (1993) eine entspannte Selbstreflexion des Filmemachers als narzißtischen Faun gönnt. Doillon, nach wie vor ein brillanter Schauspielregisseur, inszeniert den Sommer eines Kollegen...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Teenager, Halbwüchsige, junge Frauen und Kinder sind seit seinem Erstling „Die Finger im Kopf“ (1974) die eingestandene Obsession von Jacques Doillon, der sich nach seinen Meisterwerken „Der kleine Gangster“ (1991) und „Der junge Werther“ (1993) eine entspannte Selbstreflexion des Filmemachers als narzißtischen Faun gönnt. Doillon, nach wie vor ein brillanter Schauspielregisseur, inszeniert den Sommer eines Kollegen mittleren Alters, in dessen momentan ruhiges Familienleben eine 17jährige wie ein Sturmwind einbricht und es gehörig auf den Kopf stellt, allerdings um den Preis der Selbstzerstörung, die noch verhindert werden kann.

    Das klingt nach dialoglastiger Kopfarbeit, ist aber im Gegenteil sehr sinnliches Sommerkino, keineswegs so egozentriert, wie Teile der Presse in Berlin kritisierten, höchstens ein wenig zu lang, weil Konflikte, Probleme und Liebesverwirrungen zum Schluß hin langsam wiederholt werden und den zu Beginn aufgebauten Spannungsraum zerstören. Der setzt mit der Ankunft von Emma (Elise Perrier) ein, die dem Regisseur Paul (Lambert Wilson als alter ego Doillons) bei einem Drehbuch helfen soll, aber mit ihrer ungestümen Wildheit und dem rohen Charme eines tollen Fohlens Pauls Partnerin Margot, 25 (herbe Schönheit: Alexia Stresi), und Pauls Tochter Emma, 14 (Doillons anmutige Tochter Lou) ins Gefühlschaos stürzt.

    Bis sie nach Teilsiegen, geplanten Verunsicherungen des Trios und wenig Drehbucharbeit das Trio beschädigt zurückläßt, hat das kleine Biest Emma, von Elise Perrier vorzüglich mit allen Übersprungshandlungen und hintersinnigen Gemeinheiten verkörpert, für hektische Aufregung im Haushalt gesorgt und das prekäre Gleichgewicht der Familie erschüttert. Allein dieser Aufmischaktionen im Gefühlskessel wegen sollte Doillons kleiner Film eine Programmkinochance erhalten und Frankophile entzücken dürfen. Kein Verleih in Sicht für den Schöpfer der „Piratin“? ger.

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