Trolösa

Filmhandlung und Hintergrund

Nach 30jähriger Schauspiel-Karriere wechselte Liv Ullmann 1992 mit „Sofie“ hinter die Kamera. In ihrem neuen Film erzählt sie nach einem Drehbuch von Ingmar Bergman von Ehebruch und einer verbotener Liebe, die an Eifersucht zerbricht. Dieses faszinierende und auf Emotionalität setzenden Psychodrama gehörte zu den Highlights des Wettbewerbs in Cannes und hätte einen Preis verdient. Bis zum Ende als Palmen-Anwärterin...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach 30jähriger Schauspiel-Karriere wechselte Liv Ullmann 1992 mit „Sofie“ hinter die Kamera. In ihrem neuen Film erzählt sie nach einem Drehbuch von Ingmar Bergman von Ehebruch und einer verbotener Liebe, die an Eifersucht zerbricht. Dieses faszinierende und auf Emotionalität setzenden Psychodrama gehörte zu den Highlights des Wettbewerbs in Cannes und hätte einen Preis verdient.

    Bis zum Ende als Palmen-Anwärterin gehandelt, ging Liv Ullmann leer aus. Schade, denn sie präsentiert die ewig alte Story von zwei Männern und einer Frau mit neuer Vitalität. „Trolösa“ basiert auf einer realen Begebenheit in Ingmar Bergmans Leben. Die Dreiecksgeschichte wird von einer 40jährigen Frau in Rückblenden einem älteren, ausgebrannten Schriftsteller erzählt, der ihre Inspiration benötigt, weil nicht mehr schreiben kan. Im Hintergrund steht das Wissen um die einst schmerzvolle und wechselhafte Beziehung zwischen Ullmann und Bergman. Auf der Leinwand agiert im Mittelpunkt dieses gefährlichen Triangels Marianne, die mit ihrer neunjährigen Tochter und dem international berühmten Dirigenten Markus in einer glücklichen Ehe lebt. Als eines Tages David, ein Kollege von Markus aus dem Theater sich an ihrer Schulter ausweint und ihr unvermittelt vorschlägt, zusammen zu schlafen, nimmt sie das Angebot mehr amüsiert als ernsthaft zur Kenntnis. Doch dann kann sie einem Seitensprung in Paris nicht widerstehen. Was als folgenloses Liebesspiel begann, entwickelt sich zur leidenschaftlichen, aber auch äußerst quälenden Liaison. Denn der Liebhaber leidet unter krankhafter Eifersucht, die Geliebte unter unerträglichen Schuldgefühlen. Am Ende steht Scheidung (der Gatte wusste von Anfang an um die Affäre), Kampf ums Kind bis aufs Messer und Verlust der Liebe. Sensibel schildert Ullmann den peinigenden Prozess der Trennung, die Wunden, die Männer und Frauen sich gegenseitig schlagen, die Hilflosigkeit eines Kindes zwischen den Fronten, auf dessen Kosten sich die Erwachsenen streiten. Allerdings bleibt es relativ unverständlich, warum die weibliche Hauptfigur ihre Ehe wegen eines jähzornigen Egomanen aufs Spiel setzt, der sie schlecht behandelt, später sogar betrügt und nur im Bett Befriedigung bringt. Der Film ist mit sehr statischer Kamera gedreht, düster und kammerspielartig inszeniert, selbst in anfänglich leichten Momenten ahnt man das Unglück. Unverkennbar der Einfluss Bergmans auf diese „Szenen einer Ehe“. Trotzdem gelingt der Schwedin ein eigenständiges und aufwühlendes Werk, bei dem man ungehemmt mitlieben und mitleiden kann. mk.

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