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Fakten und Hintergründe zum Film "Trauzeuge Gesucht!"

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Produktion: Ein Film entsteht

Liebeskomödien verlaufen oft nach demselben Strickmuster: Boy trifft Girl, Boy erobert das Girl, Boy verliert das Girl, Boy holt sich das Girl zurück. John Hamburgs Film TRAUZEUGE GESUCHT! dreht den Spieß um – die „Kumpelromanze“ nimmt eine Männerfreundschaft unter die Lupe – genauer gesagt eine Freundschaft zwischen zwei völlig verschiedenen Männern.

Nachdem er seiner Freundin Zooey Rice (Rashida Jones) einen Heiratsantrag gemacht hat, fällt dem erfolgreichen jungen Immobilienmakler Peter Klaven (Paul Rudd) aus Los Angeles etwas auf: Ganz im Gegensatz zu seiner Verlobten, die sofort ihrer besten Freundin von dem Antrag erzählt, fehlt die Institution „bester Freund“ in seinem Leben. Ehrlich gesagt gibt es überhaupt keine männlichen Freunde… Nach einem jahrelangen Dasein als „Partner“, der sich auf seine Beziehung konzentriert, erkennt Peter, dass der Mangel an Kumpels seine Freundin bekümmert. Also begibt er sich auf die Jagd nach einem Freund, der auf der Hochzeit als Trauzeuge fungieren kann. Unter Aufsicht seines schwulen – und somit männererfahrenen – Bruders Robbie (Andy Samberg), einem Personal Trainer, absolviert er eine Reihe katastrophaler Jungs-„Dates“. Bis er durch Zufall auf Sydney Fife (Jason Segel) trifft, einen charismatischen Single, der die Gegend auf der Suche nach einsamen Geschiedenen und kostenlosen Mahlzeiten unsicher macht. Peter wird neugierig auf Sydney und die beiden beginnen eine Freundschaft, die Peter deutlich macht, was er nie kannte: wahre Männerfreundschaft. Gleichzeitig bringt er damit seine Beziehung zu Zooey in Gefahr und muss einige unangenehme Entscheidungen treffen.

TRAUZEUGE GESUCHT! hieß ursprünglich „Let’s Make Friends“ und erregte als Pitch von Larry Levin („Dr. Dolittle“, DR. DOLITTLE, 1998) die Aufmerksamkeit des Produzenten Donald De Line. „Das Skript hatte alles, was eine gute Liebeskomödie braucht, und trotzdem einen ganz besonderen Pfiff – schließlich geht’s um einen Mittdreißiger und seinen besten Freund! Es gab bisher noch keinen Film über Männerfreundschaften, der auch deren Problem mit Intimität behandelt. Also sagte ich zu!“

Bald wurde auch John Hamburg („Meet the Parents“, MEINE BRAUT, IHR VATER UND ICH, 2000; „Along Came Polly“, … UND DANN KAM POLLY, 2004), der als Autor und Regisseur gleichzeitig bei mehreren Produktionen involviert war, auf das Projekt aufmerksam. „Immer mal wieder telefonierten wir“, erinnert sich Donald De Line, „und John fragte ‚Wie steht‘s um Let’s Make Friends?‘ Meine Standardantwort lautete ‚Es ist da, du brauchst nur zuzusagen‘ und schon war er wieder weg und arbeitete an etwas anderem.“

Doch der Produzent ließ in seinem Bestreben, mit Hamburg zu arbeiten, nicht locker. Schließlich hielt er ihn für den perfekten Kandidaten. „John ist ein brillanter Komödienautor und -regisseur. Seine Drehbücher besitzen immer einen gewissen Anspruch und Intelligenz. Er weiß, wie man mit Filmen jedermann anspricht, und findet immer Themen, die uns alle betreffen.“

Das findet auch der ausführende Produzent Andrew Haas. „TRAUZEUGE GESUCHT! passte perfekt zu John und dessen tiefem Verständnis der menschlichen Psyche. Er kennt die Beziehungsdynamiken und ist trotzdem unfassbar witzig. Deshalb schafft er es auch immer, seine Arbeit mit realistischem Humor zu versehen.“

De Line vertraute auf John Hamburgs Begabung, seinen natürlichen Komödienstil mit Charakteren zu verbinden, die dem Zuschauer nahegehen. „John hat ein Händchen für genaue Charakterstudien und emotionale Wahrhaftigkeit. Jedes seiner Werke hatte diese Eigenschaften, egal, wie absurd oder weit hergeholt sie auf den ersten Blick scheinen mochten. Bei John schlüpft man mühelos in die Haut der Hauptfigur und hat immer das Gefühl, gewisse Situationen oder Gefühlszustände schon einmal erlebt zu haben. Damit setzt sich John von der Masse der Komödien ab.“

Mehr als fünf Jahre nach seiner ersten Begegnung mit „Let’s Make Friends“ ertappte sich Hamburg immer wieder dabei, wie er sich Gedanken über den Storyverlauf machte. Bald schon fiel ihm eine eigene Version der Geschichte eines Mannes ohne Freunde ein, der sich vor seiner Hochzeit auf die Suche nach einem Kumpel begibt. Er nannte sie TRAUZEUGE GESUCHT!.

Anschließend stellten er und Donald De Line das Projekt bei Dreamworks vor. „Mich hat das Grundthema angesprochen und die Aussicht, dass ich mit meiner eigenen, komischen Version viel Spaß haben würde“, erinnert sich Hamburg. „Ich wusste von Anfang an, dass ich das inszenieren wollte.“

Produktion: Die Besetzung

Für die Hauptrolle von Peter Klaven dachte Hamburg sofort an seinen langjährigen Freund Paul Rudd. „Ich mag die Neugier, die in diesem Typen steckt“, erzählt Rudd. „Er ist positiv eingestellt und dennoch oft gehandicapt, wenn es darum geht, Situationen zu meistern. Er meint es gut und ist ein ehrlicher Kerl, aber gleichzeitig auch ein echter Tollpatsch. Ich bin Peter in vielerlei Hinsicht ähnlich. John und ich witzelten immer darüber, wie ähnlich sein Charakter uns doch sei. Zum Beispiel stehe ich voll auf die US-Version von ‚Kunst & Krempel’ und nehme sie mir immer auf. Ich wette, dass auch Peter das macht… Außer seine Festplatte ist zu voll wegen all der ‚Project Runway’-Folgen…“

Rudd gehörte schon immer zu den Fans von Hamburgs Schreibstil. „Ich kenne John seit Jahren und habe viel von ihm gelesen. Seine männlichen Figuren ähneln ihm in vielerlei Hinsicht und deshalb mag ich sie aus dem gleichen Grund. Er schafft es dank seiner Subtilität, irrsinnig komische und gleichzeitig völlig arglose Situationen zu erfinden. Er beherrscht die Komik des Banalen.“

Zu seinen Lieblingsszenen aus TRAUZEUGE GESUCHT! gehören jene, in denen Peters Ungeschicktheit beim Versuch „einer von den Jungs“ zu sein, deutlich wird. „John ist abonniert auf unangenehme Gesprächspausen und Jokes, die nicht funktionieren. Genau wie ich.“

Peter hat zudem einen Hang zu unverständlichen Spitznamen, bei denen jeder den Kopf schüttelt. „Slangmäßig ist er auch nicht ganz auf dem Laufenden“, kichert Rudd. „Dauernd sagt er Sachen, die klingen, als kämen sie von einem 14-Jährigen. „Nicht viele Mittdreißiger sagen Sachen wie ‚endkrass‘, aber die Art, wie er das voller Hingabe ausdrückt, macht es wieder sympathisch. Das ist einfach zum Liebhaben dämlich.“

„Man kann mit Peter mitfühlen“, fügt Produzent De Line hinzu. „Paul versteht es, dessen Verwundbarkeit auszudrücken, die wir alle kennen, aber uns nicht immer anmerken lassen. Er beherrscht diesen Balanceakt bis zur Perfektion.“

Während des Versuchs, ein Haus zu verkaufen, lernt Peter Sydney Fife kennen, einen Typen, der sich vor allem für kostenlose Mahlzeiten, aber absolut nicht für den Hauskauf interessiert – und das auch offen zugibt. Nach einer Reihe erfolgloser – und urkomischer – Jungs-„Dates“ wirkt Sydney auf Peter wie eine Erlösung. Ein echter Bohemien mit einer entspannten Lebenseinstellung. Er lebt in einem Bungalow in Venice Beach, hängt mit seinen Kumpels ab, reißt Mädels auf und geht mit seinem Pugglewelpen namens Anwar Sadat spazieren (so benannt wegen der angeblichen Ähnlichkeit zum verstorbenen ägyptischen Präsidenten). Der scheinbar erfolgreiche Privatier hat offensichtlich alle Zeit der Welt und trifft sich ausnahmslos mit geschiedenen Frauen. Denn die haben keine Lust auf eine feste Bindung – dafür einen immensen Sex-Drive! Anders als Peter verfügt Sydney über einen engen Freundeskreis, der ihn mit der nötigen Portion an männlicher emotionaler Nähe versorgt. „Seine Kumpels sind Sydneys Fels in der Brandung“, kommentiert Hamburg.

Als Darsteller für den schillernden Charismatiker Sydney Fife und Counterpart zu Rudd wünschte sich Hamburg den Schauspieler Jason Segel. Hamburg und Segel hatten schon vor Jahren bei Judd Apatows TV-Serie „Undeclared“ zusammen gearbeitet. Seither hat sich Segel einen Namen als Darsteller in Comedy-Produktionen wie „Forgetting Sarah Marshall“ (NIE WIEDER SEX MIT DER EX, 2008) gemacht.

„John rief an und erzählte mir, er hätte dieses großartige Skript vorliegen, Paul Rudd würde eine Hauptrolle spielen und er wünschte sich mich für den anderen Part“, erinnert sich Segel. „So was passiert mir sonst nie!“

Segel gefiel der natürliche Ansatz des Drehbuchs und er fühlte sich sofort zu der Rolle hingezogen. „Solche Komödien sind mir die liebsten; realitätsnah, nicht allzu platt und an den Haaren herbeigezogen. Weil auch die Jokes nicht mit dem Holzhammer kommen, kann man als Schauspieler viel natürlicher agieren.“

Die Möglichkeit, erneut mit Rudd zu arbeiten, besiegelte schließlich den Deal. „Ich liebe die Arbeit mit Paul. Wir spielten schon in „Knocked Up“ (BEIM ERSTEN MAL, 2007) und NIE WIEDER SEX MIT DER EX zusammen. Es ist schön, wenn man sich komödiantisch die Bälle zuspielen kann, und es gibt kaum einen besseren darin als Paul. Sobald man einen kleinen Hänger hat, rettet Paul mit einem Joke die Situation.“

Auch Rudd schwärmt in höchsten Tönen. „Jason ist ein witziger Kerl. Ich denke, wir haben uns beide in unsere Charaktere perfekt eingefühlt und konnten uns deshalb beim Dreh auf unbekanntes Terrain vorwagen. Jason mag diese Arbeitsweise genauso wie ich.“

Wegen ihrer bestehenden privaten Freundschaft fiel es den beiden nicht schwer, die richtige Chemie auch vor der Kamera zu erzeugen. „Sobald die beiden am Set auftauchen, merkt man ihre enge Freundschaft“, erklärt ihre Kollegin Jaime Pressly. „Sie sind gerne zusammen und respektieren sich – das merkt man den Szenen natürlich an. Ich habe mich mit den beiden kaputtgelacht.“

„Paul gehört nicht nur zu den schlagfertigsten, sondern auch zu den nettesten Kollegen, mit denen ich bisher zu tun hatte“, freut sich Segel. „Ich bin zwar ein Vollblut-Hetero, aber ich kann euch versichern, dieser Typ ist echt süß!“

Tief im Herzen ist Sydney ein warmherziger, ehrlicher Kerl mit umwerfendem Charme. „Er wirkt wie ein Mix aus einem Golden Retriever und einem Geisteskranken“, erklärt Rudd. „Er trägt das Herz auf der Zunge, ist voller Mitgefühl bis hin zum Kitsch, hüpft dabei aber rum wie ein großer Hund und verteidigt einen guten Freund loyal bis zum Ende.“

Kollegin Rashida Jones stimmt zu: „Sydney mit seiner krassen Art passt gut zu Jason, denn auch er kann direkt sein – auf eine positive Weise.“

„Jason versieht seine Figur Sydney mit einer sanften Hartnäckigkeit, aber auch einer Art von Grusel, ähnlich wie bei einem Menschen, der dir einen Tick zu lange in die Augen schaut“, lacht Rudd. „Er hat die Kunst perfektioniert, einen Charakter so darzustellen, als könne er dich sowohl mit Geschenken überhäufen als auch heimtückisch im Schlaf ermorden. Das schafft er gleichzeitig. Echt faszinierend.“

Die Unterschiede zwischen Peter und Sydney sind laut Segel der Kern ihrer Freundschaft. „Peter kannte in seinem bisherigen Leben niemanden wie Sydney. Wegen der Konfrontation mit einer Seite seines Selbst, die er verloren oder noch nie gekannt hat, fühlt er sich zu Sydney hingezogen.“

„Trotz ihrer starken Differenzen“, erklärt Hamburg, „teilen sie ihren Sinn für Humor und eine gewisse Empfindsamkeit, auch wenn sie das zu Beginn nicht merken.“

Diese Unterschiede im Wesen machen sich auch privat bemerkbar. „Paul und Jason ergänzen sich in Sachen Stil und Timing“, freut sich Produzent De Line. „Ihr Erscheinungsbild gibt dem Ganzen eine weitere komische Note. Paul ist der typische ordentliche All-American Boy, wohingegen Jason eher den genussfreudigen, liberalen Rock’n’Roller verkörpert. In vielerlei Hinsicht bilden die beiden eine Einheit. Und ihre Gegensätze passen zu ihren Leinwandcharakteren.“

Im Verlauf der Geschichte lernen Peter und Sydney voneinander. „Sydney zeigt Peter, dass man über Gefühle sprechen kann, deren Existenz man vorher in sich selbst nie vermutet hätte“, erklärt Hamburg. „Peter ist eher verschlossen. Vielleicht stresst ihn die Hochzeit oder er grübelt über seine Beziehung und er bräuchte ein Ventil für diese Empfindungen. Doch er hatte solch einen Freund noch nie und er findet ihn in Sydney.“

Auch Sydney profitiert von Peter. „Sydney hängt einigen äußerst bizarren Theorien an und er weigert sich, seine Situation zu erkennen“, erzählt Rudd. „Einige Aspekte, die in Sydneys Leben fehlen, nehmen mit dem Auftauchen von Peter Gestalt an. Zum Beispiel erfährt er, dass man auch mit seinem Partner befreundet sein kann – selbst einem weiblichen!“

In der Rolle von Peters Verlobter Zooey Rice glänzt Rashida Jones. Sie freute sich immens über die Chance, eine Rolle zu spielen, die weit über die typische „Komödienfreundin“ hinausgeht. „Zooey ist eine voll entwickelte menschliche Person und spielt einen aktiven Part in der Handlung“, grinst sie. „So was findet man selten. Sie ist nicht nur die Freundin oder Ehefrau – nein! Sie ist eine dreidimensionale, komplett ausgearbeitete Person.“

Zooey gehört zu den eher bodenständigen Charakteren des Films, ist eine intelligente, selbstbewusste Frau und unterstützt Peter in seiner Suche nach einem Freund. Hamburg traute Jones den Spagat zwischen komödiantischem Geschick und Liebenswürdigkeit zu. „Mir war es wichtig, Zooey nicht auf die Rolle der Freundin zu reduzieren, die einzig auf ihr witziges Umfeld reagiert. Ich wollte, dass sie ihren eigenen Sinn für Humor und ihre Sichtweise einbringt“, verdeutlicht er. „Rashida ist smart. Das muss sie auch sein, wenn sie mit schlagfertigen Leuten wie Paul und Jason mithalten möchte. Aber das schafft sie locker.“

„Rashida muss man einfach mögen und das transportiert sie auch auf die Leinwand“, schwärmt Rudd. „Sie kann bodenständig und gleichzeitig immens lustig sein. Mit ihr haben wir einen echten Volltreffer gelandet.“

Peter und Zooey teilen Interessen, über die sich Außenstehende und insbesondere Sydney wundern. „Man sieht uns, wie wir zusammen beim Durchblättern von Inneneinrichtungs- und Architekturmagazinen glücklich sind“, verdeutlicht Rudd. „Wir sind keine Karikaturen, aber wir funktionieren auf einer Wellenlänge, die andere wahnsinnig macht. Zum Beispiel diskutieren wir auf einer Party 45 Minuten lang über die neueste Ausgabe des Style-Magazins Domino und zerpflücken anschließend beim Dessert eine geschlagene Stunde lang genüsslich die Lifestyle-Zeitung Real Simple.

Über Zooeys Beziehung zu Sydney sagt Jones Folgendes: „Sie weiß nicht, was sie von ihm halten soll. Trotzdem wünscht sie sich einen Freund für Peter, deshalb gibt sie sich wirklich Mühe.“

Dabei sieht sie bei Peter und Sydney etwas, das Frauen zumeist selten zu Gesicht bekommen. „Zooey sieht als Vertreterin der Frauen dabei zu, wie sich eine Männerfreundschaft entwickelt. Das ist wie eine Art anthropologisches Experiment.“

Zooey selbst steht mit beiden Beinen im Leben und hat eine Menge Freundinnen, davon zwei sehr enge: Denise (Jaime Pressly) und Hailey (Sarah Burns). Trotzdem sind die drei Freundinnen grundverschieden, wie Jones erklärt. „Denise und Hailey sind so etwas wie Zooeys Counterparts. Denise ist unglaublich willensstark und voreingenommen, wohingegen Hailey mehr wischiwaschi ist.“

Burns findet für Hailey eine etwas explizitere Beschreibung. „Sie ist seit Ewigkeiten Single und findet es zum Kotzen“, erzählt sie. „Sie arbeitet hart daran, einen Freund zu finden, und sabotiert sich dabei jedes Mal selbst. Gelinde gesagt: Sie ist etwas aufdringlich.“

Die drei Frauen besitzen zusammen einen Einrichtungsladen und scheinen alles übereinander zu wissen. „Frauen öffnen sich einander viel schneller und sind dadurch auch viel leichter verletzbar“, vermutet Jones. „Jungs haben es da wesentlich schwerer, ihre harte Schale zu öffnen.“

Anders als Männer lassen Frauen kein Detail aus, insbesondere, wenn es um Sex geht. „Mädels sind da tatsächlich schlimmer. Wenn wir uns treffen, reden wir über jede Kleinigkeit und sind dabei wesentlich expliziter. Ich glaube, wenn Männer sich treffen, geben sie nicht so viel preis, denn das ist eine Ego-Sache und sie möchten cool wirken.“

„Frauen sprechen viel mehr über Sex und ihren Körper und was sie daran stört“, stimmt Burns zu. „Sobald Männer über Sex sprechen, wird es schlüpfrig und eklig. Bei Frauen ist das ein verbindendes Erlebnis.“

Während sich der Protagonist in traditionellen Liebeskomödien meist Rat bei seinem besten Freund sucht, ist es bei TRAUZEUGE GESUCHT! Peters Bruder Robbie. Robbie wird verkörpert von „Saturday Night Live“-Mitglied Andy Samberg und er hilft Peter durch den Suchprozess. Robbie entspricht dem herkömmlichen Macho-Klischee und ist deshalb bestens geeignet, um Tipps für die Männersuche zu geben. Außerdem ist er schwul. Der Personal Trainer ist ein Experte in Sachen Männerfantasien.

Obwohl Robbies sexuelle Orientierung einen großen Teil seiner Persönlichkeit ausmacht, definiert er sich nicht darüber oder lässt sich davon sein traditionelles Männerbild verfälschen.

„Dieser Kerl lässt sich nicht in die Gay-Schublade stecken“, verdeutlicht Hamburg. „Das spielt quasi keine Rolle. Andy wusste genau, wie er das spielen sollte. Er versuchte nicht, aus jeder Kleinigkeit einen Joke zu generieren, sondern verkörperte einfach einen reellen Charakter mit all seinen witzigen Facetten.“ De Line fügt hinzu: „Ironischerweise ist Robbie in vielerlei Hinsicht wesentlich männlicher als Peter. Er schaut zusammen mit seinem Vater Sport im Fernsehen. Er hat jede Menge männliche Freunde, wohingegen Peter eher dem metrosexuellen Typ entspricht.“

Samberg schmunzelt. „Peter ist eher der Idiot und Robbie ein Wahnsinnsmann – damit hat sicher der eine oder andere seine Schwierigkeiten…“

Peter stammt aus einer Familie, die sehr eng zusammenhält. Dennoch stand er seinem Vater Oz nie so nahe wie Robbie. Oz und Robbie sind die besten Freunde und unternehmen typische Vater-Sohn-Aktivitäten. Oz steht zu Robbies Homosexualität und interessiert sich für dessen Privatleben.

„Oswald Klaven ist ein richtiger Kerl, genauso wie Robbie“, erzählt Oz-Darsteller J.K. Simmons. „Mein anderer Sohn, Peter, wirkt weniger auf Männer und ist ein echter Frauenversteher.“

„Oz wirkt wie ein Patriarch à la ‚Der große Santini‘, also rechnet man nicht damit, dass er das Schwulsein des Jüngsten akzeptiert. Doch er nimmt das bedingungslos hin“, erklärt Hamburg. „Er liebt beide Söhne, kommt aber mit dem schwulen besser klar, weil sie sich für die gleichen Sachen begeistern: Videospiele, Angeln, Rumhängen. So sind sie eben.“

Die Filmemacher zeigten sich hocherfreut über die Zusagen von Simmons und Jane Curtin in den Rollen von Oswald und Joyce Klaven. „Mit J.K. und Jane sind uns echte Glücksgriffe gelungen“, schwärmt Hamburg. „Sie wirken wie ein richtiges Paar, sind total unprätentiös, dafür aber scharfzüngig und witzig. Mich hat erstaunt, wie sie beim Improvisieren kreativ sein und trotzdem in ihren Rollen bleiben konnten.“

„Ich habe mich immens über die Nachricht gefreut, dass J.K. meinen Vater spielen sollte, denn ich finde ihn glaubwürdig – sowohl als liebenswerten Vater in ‚Juno’ (JUNO, 2007) als auch in der Rolle des furchterregenden Gefängnisinsassen aus der HBO-Gefängnisserie ‚Oz’ “, erzählt Rudd. „Und bei Jane dachte ich nur ‚Oh mein Gott, sie ist eine Ikone!‘“

„John schreibt einfach unverwechselbar“, sagt Simmons. „Man glaubt zu wissen, was man mit solch einer Komödie vor sich hat, aber trotzdem sind seine Arbeiten immer besonders lustig.“

Auf seiner Suche nach einem besten Freund betreibt Peter einige typische Jungs-Aktivitäten und übersteht mithilfe von Familie, Freunden und dem Internet mehrere „Dates“. Bei seinem Versuch, sich mit dem Ehemann von einer der Freundinnen Zooeys anzufreunden, nimmt er an einer Pokerrunde mit Denises Mann Barry und dessen Freunden teil – sehr zu Barrys Missfallen.

In der Rolle von Barry überzeugt einer von Hollywoods meistbeschäftigten Schauspielern, der derzeit auch als Regisseur in der Traumfabrik Erfolge feiert. Zwei Wochen nach dem Start seines Mega-Hits „Iron Man“ (IRON MAN, 2008) wollte Jon Favreau eigentlich nur seine Ruhe. „Normalerweise sehnt man sich nach dem Start solch eines Films nur nach etwas Entspannung“, gesteht er.

Doch Hamburg hatte da ein Wörtchen mitzureden. „Wir haben Jaime Pressly als Denise verpflichtet, also brauchten wir jemanden, der es mit ihr aufnehmen konnte. Deshalb ließen wir Jon keine Ruhe“, verrät Hamburg. „Glücklicherweise sah er das auch so.“

„Ich unterhielt mich mit meinem IRON-MAN-Kollegen Robert Downey Jr. und er ermutigte mich zuzusagen. ‚Das ist das Beste, was du tun kannst‘, riet er mir. ‚Mach mit, gib dein Bestes und häng dich rein und finde zu deiner Balance.‘“

„Mit Jon machte es wahnsinnigen Spaß“, erinnert sich Hamburg. „Das war echt witzig, denn man arbeitete schließlich mit einem großen, erfolgreichen Regisseur, und er sagte einfach nur ‚Was auch immer du brauchst, sag einfach Bescheid‘. Er agierte absolut professionell und erledigte seine Szenen mit der größten Sorgfalt.“

Favreau bezeichnet seine Figur Barry ganz einfach als „Arschloch“. Barry hat nicht das geringste Interesse daran, seine Zeit mit Peter zu verbringen. Er hält ihn für einen Vollidioten, der nicht mal pokern kann. Er lässt sich nur dazu überreden, weil ihm seine genauso krasse Frau verspricht, im Gegenzug dafür mit ihm bei eingeschaltetem Licht zu schlafen. „Ich verkörpere ihn als unsensiblen Penner, ohne Mitgefühl für den anderen – ich finde es immer lustig, Menschen ohne jegliche Skrupel darzustellen.“

Die Beziehung von Barry und Denise variiert von Augenblick zu Augenblick. „Sie stehen darauf, zu streiten und sich wieder zu versöhnen“, erläutert Pressly. „Das ist ihre Lieblingsbeschäftigung.“ Favreau geht ins Detail: „Ihre Beziehung ist extrem turbulent. Sie ist eine unglückliche Zicke und auch ihm geht’s nicht besonders gut. Sie haben sich beide mit dem Unglücklichsein abgefunden. Trotzdem lieben sie sich, stehen sich nahe und sind voneinander abhängig.“

Als Immobilienmakler in Los Angeles trifft Peter natürlich eine Menge Berühmtheiten. Er freut sich über die Gelegenheit, sein Geschäft dank eines Deals mit Lou „The Hulk“ Ferrigno aus der Ebene in die renommierten Hills auszudehnen.

„TRAUZEUGE GESUCHT! spielt in L.A., also musste Peter in meiner Vorstellung irgendwann auch Celebrity-Häuser verkaufen. Schließlich möchte er Karriere machen – und irgendwann kam mir die Idee mit Lou Ferrigno“, erinnert sich Hamburg. „Ich hatte natürlich keine Ahnung, ob wir ihn bekommen würden. Trotzdem schrieb ich ihn ins Skript und alles schien zu klappen – das ganze Projekt kam in Fahrt.“

Ferrigno freute sich über die Gelegenheit, in einer Komödie mitzuspielen, schließlich passiert das einem zweifachen Mr. Universum nicht oft. „John Hamburg brachte mich ins Spiel und ich könnte darüber nicht glücklicher sein“, erzählt Ferrigno. „John kennt sich mit Komödien aus und holte das Beste aus mir raus.“

„Lou freute sich auf die Arbeit und es war extrem angenehm, mit ihm zu arbeiten“, schwärmt der Regisseur. „Er ist ein netter, sehr bodenständiger Mensch. Außerdem hat er die größten Hände, die ich je gesehen habe“, lacht er.

„Ich war total aus dem Häuschen, als Lou zusagte“, gesteht Rudd. „Ich finde ihn witzig und ungekünstelt. Man könnte ihn als ‚unglaublich toll‘ beschreiben, aber das wäre zu lahm. Lou Ferrigno ist der absolute Hammer!“

„Angesichts solch einer namhaften und witzigen Besetzung fiel es am Set von TRAUZEUGE GESUCHT! bisweilen schwer, eine ernste Miene zu behalten. „Ich habe schon in einigen Komödien mitgespielt und mir bisher einiges darauf eingebildet, immer professionell zu bleiben. Diesmal aber hat das überhaupt nicht geklappt“, beteuert Rudd. „Ich konnte einfach nicht aufhören zu lachen. Damit habe ich nicht nur Szenen, sondern ganze Filmrollen versaut.“

Eine Dinner-Szene im Restaurant Hop Louie in L.A’s Chinatown, bei der fast das gesamte Ensemble mitspielte, geriet zur kompletten Lachnummer. „Da herrschte eine Stimmung wie in der Schulmensa“, erinnert sich J.K. Simmons. „Ständig prustete ich los, bis mir bei Jasons Toast sogar die Shrimps aus der Nase kamen.“

„So ist das Leben eben“, seufzt Hamburg. „Es hat Spaß gemacht, aber es ist auch wirklich viel danebengegangen. Es herrschte eine super Atmosphäre – da war es nicht schwer zu erkennen, dass wir eine Komödie drehten.“

„John hat uns an der langen Leine gehalten“, erklärt Segel. „Das Skript war zwar perfekt und witzig ausgearbeitet und es bestand keine Notwendigkeit für Änderungen, trotzdem sind uns ständig neue Jokes eingefallen. Zu den Vorteilen der Arbeit mit John gehört, dass er mit Improvisationen gut umgehen kann.“

Am Set entstanden stets zuerst einige Takes nach Skript, dann aber nahm sich entweder Hamburg oder sein Ensemble einige Freiheiten. „Das fiel richtig leicht, denn die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet“, bemerkt Rashida Jones. „John setzte sich zwar bei den existenziellen Komponenten der Szene durch, ließ uns ansonsten aber freie Hand.“

„Immer wenn wir gerade so herumprobierten, hörte man plötzlich einen Kommentar aus dem Off – das war dann John. Also konzentrierte man sich wieder und baute seine neue Idee in die Szene ein. Und so ging das hin und her. Mir hat das unglaublichen Spaß gemacht.“

Favreau ist derselben Meinung. „Wir haben eine nette, entspannte Arbeitsatmosphäre genossen und so entstanden einige interessante und lustige Szenen, die weder platt noch allzu weit hergeholt wirken.“

Selbst Darsteller, für die in Szenen kein Dialog vorgesehen war, fanden sich plötzlich in einer Sprechrolle wieder. „Auch wenn man vorher noch keinen Text hatte, konnte man sicher sein, nach dem Take etwas improvisiert zu haben“, erinnert sich Jaime Pressly. „Wir kicherten den ganzen Tag, hatten Spaß zusammen und genossen die freundschaftliche Stimmung.“

Produktion: Die Dreharbeiten

TRAUZEUGE GESUCHT! entstand vollständig in Los Angeles und zeigt die Stadt von einer Seite, die man aus Hollywoodproduktionen sonst nicht kennt. „Ich wuchs in New York auf und fand L.A. schon immer faszinierend“, gesteht Hamburg. „Ich habe hier schon viel gearbeitet, hatte aber immer eine etwas romantische Vorstellung von der Stadt. Deshalb ließ ich den Film hier spielen, um zu sehen, was hinter der Fassade steckt.“

Mit ihrer riesigen Ausdehnung macht es die Stadt den Bewohnern nicht gerade leicht, einen engen Freundeskreis aufzubauen – und eignet sich deshalb hervorragend für die Geschichte von TRAUZEUGE GESUCHT!. „Auf der Suche nach Freunden und Gesellschaft merkt man schnell, dass die Stadt eine Menge Nischen bietet, aber kein Zentrum hat. Da kann man sich schnell einsam fühlen“, erklärt Hamburg.

Der Regisseur wollte die Stadt als eigene, witzige Figur des Films darstellen. „John strebte danach, den Charakter der Stadt auf eine Weise zu zeigen, die sich von anderen Komödien unterscheidet“, verdeutlicht Produzent Donald De Line. „Es sind schon viele interessante – meist ernste – Filme in L.A. entstanden, die seine unbekannten Seiten zeigen. Eine Komödie an dieser Prämisse zu orientieren ist neu.“

Zu den Aspekten, die Hamburg in die Story integrieren wollte, gehörten der Einfluss des Wohnorts innerhalb der Megacity auf die Identität und die Schwierigkeiten, die sich dabei ergeben, aus dem gewohnten Trott auszubrechen. „L.A. besitzt viele Gesichter und Identitäten; Peter Klaven zum Beispiel lebt an der Ostseite, während Sydney ganz weit im Westen in Venice wohnt, einer Art Strandcommunity“, erklärt Hamburg. „Sie leben zwar beide in derselben Stadt, doch wenn man sich für Venice entscheidet, ist man wohl anders gestrickt als jemand, der absichtlich eine Stunde vom Meer entfernt wohnt.“

„Venice überrascht dich immer wieder“, verdeutlicht Produktionsdesigner Andrew Laws. „Damit entspricht der Wohnort auch Sydneys vielschichtigem Wesen.“

Während andere Filme Venice vor allem als Paradies für Spinner und Drogenhändler zeigen, wollte Hamburg eine andere Facette dieser entspannten und etwas abgedrehten Enklave porträtieren. „Als Statisten suchten wir nur die abgefahrensten der Freaks aus“, erinnert sich Jason Segel, „doch sie gaben sich ganz normal. So, als wanderten sie an einem normalen Dienstagnachmittag über die Strandpromenade.“

Zu Sydneys liebsten Freizeitbeschäftigungen gehört das Gassigehen mit seinem Puggle – einer Mischung aus Mops und Beagle – auf dem berühmten Holzsteg in Venice. Dort trifft er sich mit anderen Hundebesitzern, die er „bowsers“ nennt. „,Bowser’ ist Sydneys Wortkreation für jemanden, der aussieht wie sein eigener Hund“, erklärt Koproduzent Anders Bard.

Die Suche nach solchen Paarungen erwies sich als äußerst zeitraubend. „Unser Castingteam, das sich um die Statisten kümmerte, verteilte Flyer, woraufhin 250 Leute mit ihren Hunden ankamen. Da gab es echt Menschen mit den gleichen Outfits wie ihre Hunde, oder demselben Haarschnitt. Das fand ich interessant, wenn auch etwas bizarr.“

Auf der Holzpromenade begegnet Sydney auch erstmals Lou Ferrigno – und findet sich in dessen Würgegriff wieder. „Dieser Griff funktioniert tatsächlich prima“, grinst Ferrigno. „Wenn man ihn richtig anbringt, hemmt er die Blutzufuhr durch die Hauptarterie im Hals. Das knockt dich echt für ein paar Minuten aus.“

Natürlich sollte der Griff im Film nur echt aussehen, weshalb ein Stuntkoordinator dem Muskelmann einen Trick zeigte, mit dem er Segel kein Haar krümmen würde. „Ich habe es genossen, von einem Experten zu lernen, wie es gleichzeitig glaubwürdig und sicher funktioniert. In der Realität ist mit diesem Griff nicht zu spaßen.“

Weil der Kampf zwischen Ferrigno und Segel um die Mittagszeit gefilmt wurde, versammelten sich Trauben von Schaulustigen in der Nähe. „Wir kamen uns vor wie Angelina Jolie in Cannes“, grinst Rudd. „Ich versuche, möglichst bestürzt auf die Tatsache zu reagieren, dass Lou Ferrigno meinen Freund erwürgt – und hinter mit höre ich all die Kameras klicken! Das war schon seltsam.“

Obwohl er scheinbar über genug Geld verfügt, lebt Sydney in einem bescheidenen Bungalow in Strandnähe und verbringt den Großteil seiner Freizeit in seiner „Höhle“: einer umfunktionierten Garage, in der er mit seinen Jungs sämtlichen Männervergnügungen nachgehen kann. „In die Männerhöhle können die Jungs flüchten und finden es dementsprechend toll“, erzählt Rudd. „Als Kind kann man sich noch einigermaßen gut im eigenen Zimmer verstecken. Doch als verheirateter Erwachsener ist es schon schwieriger, selbst wenn man ein eigenes Büro oder ein Haus besitzt. In der Höhle fühlt man sich dagegen wieder wie ein Zehnjähriger.“

„Die Männerhöhle repräsentiert den ultimativen Spielplatz“, bemerkt Segel. Da gibt es kuschelige Sofas, drei Fernseher, Bücher, CDs, DVDs, eine hochklassige Stereoanlage und eine ganze Menge an Instrumenten für spontane Jamsessions.“

Law entwarf eine detailreiche Welt voller realistischer Einzelheiten, die Sydneys Persönlichkeit widerspiegeln. „Zum Beispiel stehen ein brandneuer Fernseher und ein alter Sony Trinitron nebeneinander“, erzählt Hamburg. „Nicht zu vergessen die Fotowand – natürlich nur Jungs: seine Chaostruppe.“

„John und ich besprachen die Ausstattung“, erklärt Laws. „Es sollte reines Männerzeug sein. Selbst die Bücher im Regal sind sehr speziell und nicht unbedingt der Lesestoff, den man von diesem Typen erwartet. Sie sprechen Bände über Sydneys Charakter.“

Gibt es Parallelen zwischen Sydney und dem echten Jason Segel? „Ich lebe zum Beispiel mit einem Kumpel zusammen. Wir kennen uns, seit wir 13 sind. Ist das nicht Wahnsinn?“, enthüllt der Schauspieler.

„Ich glaube, Jasons Haus war früher einmal ein Club mit verschiedenen Ebenen“, vermutet Rudd. „Ich denke, das ist bis heute eine voll funktionierende Disco“, grinst Hamburg. „Über einige seiner Partygeschichten sollte man besser den Mantel des Schweigens legen.“

Bevor er Sydney kennen lernt, übersteht Peter eine Reihe von bizarren und extrem witzigen Männer-„Dates“ in der Hoffnung, dabei einen besten Freund zu finden. „Er hatte so etwas noch nie und weiß deshalb auch gar nicht, wie sich so was anfühlt“, enthüllt Rashida Jones. „Und deshalb packt er die Sache auch völlig falsch an.“

So besucht Peter etwa ein Spiel von L.A. Galaxy mit Lonnie. Er zählt zu Robbies Freunden und wurde mit einigen kostenlosen Trainingssessions geködert. Die Stimmung kippt zusehends, als Lonnie während des gesamten Spiels mit seiner ungewöhnlich hohen und nervigen Fistelstimme singt und dazwischenplärrt. Die endgültige Katastrophe nimmt ihren Lauf, als Lonnie – dargestellt von Komiker Joe Lo Truglio – eine Schlägerei mit anderen Fans anzettelt und Peter mit hineinzieht.

Für die Stadionszene reservierten die Filmemacher einen Teil der Ränge und drehten die gesamte Einstellung im Verlauf eines Spiels. Der zeitlich limitierte Dreh inmitten von 30.000 nicht Eingeweihten geriet zur Herausforderung.

„Es herrscht eine gewisse Spannung, wenn man nur wenig Zeit hat und von Fans beobachtet wird, die keine Ahnung haben, was du vorhast“, gesteht Hamburg. „Paul gab sein Bestes und versuchte ruhig zu bleiben, während Joe schrie und schwitzte und um ihn herum Raufereien entbrannten. Die Arbeit inmitten dieses Tohuwabohus war großartig – und machte immensen Spaß!“

Bei seinem Besuch in der Männer-Höhle entdecken Peter und sein Freund eine Gemeinsamkeit: die Verehrung für die Rockband Rush. „Ich suchte nach einer Band, auf die die beiden stehen könnten, die aber sonst nicht so viele Leute mögen. Ich selber bin ein Riesenfan, ehrlich!“, verrät Hamburg. „Natürlich stammen viele der Geschichten aus meiner persönlichen Erfahrung. Ich mochte Rush schon als Kind und liebe sie noch immer. Ihre Songs passen wunderbar in den Soundtrack.“

Die beiden verbringen eine Menge Zeit mit dem Musikmachen, aber erst beim Besuch eines Rush-Konzerts vertieft sich ihre Beziehung. Die Filmemacher waren ekstatisch, als die Band sich zu ihrem Spielfilmdebüt bereit erklärte. Die Konzertaufnahmen entstanden 2008 im Avalon Hollywood (dem historischen Palace Theater) während einer eintägigen Tourneepause. „Diese Nacht fand ich unglaublich surreal“, erinnert sich der ausführende Produzent Andrew Haas. „Mitten während der Produktion, nach ein paar sehr langen Drehtagen, hatten wir eine Konzerthalle voller Rush-Fans. Ich weiß nicht, ob ihr Rush-Fans kennt? Lasst euch sagen: Die Luft brannte und versorgte uns mit der nötigen Energie fürs Weitermachen!“

„Die Rush-Mitglieder waren super“, schwärmt Hamburg. „Diese Nachtschicht machte richtig Spaß, denn die Musiker waren cool und erfüllten uns alle unsere Wünsche.“

TRAUZEUGE GESUCHT! verknüpft ganz reale Herausforderungen – die Suche eines Erwachsenen nach Freunden – mit viel Gefühl und abgefahrenem Humor. „Ich denke der Film wird allen gefallen“, hofft Jason Segel. „Da gibt es die zotigen Witze, wie man sie aus Jungs-Filmen kennt, gleichzeitig aber auch Elemente einer Liebeskomödie. Wenn du ein Mädchen mit ins Kino nimmst, sagt sie hinterher bestimmt ‚Weißt du was, der Film hat wirklich Tiefgang. Das sagt einiges über dich aus‘. Das ist also eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“

„John hat ein gutes psychologisches Gespür, großes Talent, und wir passen gut zusammen“, erklärt Rudd. „Seine Fähigkeit, humorvolle Situationen darzustellen, ist immens und deshalb ist auch der Film total witzig. TRAUZEUGE GESUCHT! verbindet eine berührende Handlung mit sympathischen Charakteren, von denen sich Männer und Frauen angesprochen fühlen.“

„TRAUZEUGE GESUCHT! erzählt von den Schwierigkeiten, die Erwachsene – insbesondere Männer – damit haben, neue Beziehungen einzugehen und zu pflegen“, verdeutlicht Hamburg. „Wir bringen Licht in die Hintergründe der Probleme, die Erwachsene mit Freundschaften haben. Damit thematisieren wir bestehende Tatsachen und bringen hoffentlich mehr Jungs dazu, einfach mal mit einem Kumpel ins Kino zu gehen, sich eine Tüte Popcorn zu teilen und miteinander abzuhängen.“