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Traumfabrik Kabul

   Kinostart: 19.04.2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Doku über die afghanische Polizistin Saba Sahar, die sich als Regisseurin und Hauptdarstellerin ihrer Filme für die Rechte der Frauen einsetzt.

Seit 18 Jahren ist Saba Sahar bereits Polizistin in Kabul und bekommt tagtäglich hautnah mit, wie tief Gewalt gegen Frauen noch im gesellschaftlichen Selbstverständnis ihres Landes verankert ist. Sahar versucht nicht nur durch ihren Beruf, etwas zu verändern, sondern hat sich auch als kritische Filmemacherin einen Namen gemacht. In den von ihr inszenierten Filmen spielt sie auch selbst mit. Mit ihrem sozialen Engagement versteht sie sich weniger als Kritikerin, denn als Patriotin.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Sebastian Heidingers Dokumentarfilm begleitet Saba Sahar - die erste Frau, die in Afghanistan eine offizielle Zulassung als Filmproduzentin erhielt. Die zielstrebige, junge Frau ist außerdem Polizistin und Schauspielerin. Konsequent verfolgt sie ihr Anliegen, die Rolle der Frau in einem von Männern dominierten Land durch ihre aufklärerischen und zugleich unterhaltsamen Filme zu verbessern. Dabei wechseln sich dokumentarische Szenen mit Spielszenen aus Sahars Filmen ab.. Mit einfachsten Mitteln und unter schwierigsten Bedingungen inszeniert, konterkarieren sie den Titel des Films: die Traumfabrik. Kein illusionistischer, sondern vielmehr ein idealistischer Traum ist es, den Sahar mit aller Verbissenheit und Konzentration verfolgt. Die stets zurückhaltende, nie intervenierende Kamera konzentriert sich in erster Linie auf Sahar und dokumentiert ihr Leben in einer kruden Alltagswirklichkeit sowie ihren Traum von Selbstbestimmung. Beiläufig entstehen dabei Bilder eines kargen, vom Krieg zerrütteten Landes, die sich (un-)angenehm von den allseits aus den Medien bekannten Bildern aus Afghanistan abheben. TRAUMFABRIK KABUL ist ein sehr persönliches Porträt einer mutigen, unermüdlichen Frau - aufklärend und unterhaltsam wie Sahars Filme. Ein wichtiges kulturelles Zeitdokument.

      Jurybegründung:

      Der Titel des Dokumentarfilms klingt geradezu ironisch. Denn Kabul mit seinen Trümmerlandschaften und der angespannten Atmosphäre entspricht in keiner Weise der gängigen Vorstellung von einer „Traumfabrik“, wie man sie in Verbindung mit Hollywood oder Bollywood vor Augen hat. Umso interessanter ist es, dass hier ein Filmteam sich an die Fersen einer engagierten Frau heftet, die im Medium Film eine Möglichkeit sieht, den nach wie vor unterdrückten Frauen ihres vom Krieg zerstörten Landes zum einen Trost und zum anderen die Motivation zu vermitteln, sich gegen die Missstände zu wehren. Saba Sahar ist dabei in Afghanistan eine Ausnahmeerscheinung: Polizistin, Schauspielerin und Filmproduzentin zugleich. Ihre Biografie unterschied sich in ihren jungen Jahren nicht wesentlich von der anderer Frauen in Afghanistan, die um 1970 geboren wurden - mit 17 bereits verheiratet mit einem Mann, den ihre Eltern für sie ausgesucht hatten, und keinerlei berufliche Chancen. Aber Saba hat sich frei gekämpft, eine Ausbildung zur Polizistin gemacht und verbindet nun ihren Einsatz für Recht und Gerechtigkeit mit ihrem Hauptanliegen, den Frauen ihrer Heimat Mut und Kraft durch ihre Filme zu vermitteln. Dass dies ein sehr langer und sehr harter Weg ist, dokumentieren die Bilder des Films über sie. Der tägliche Kampf gegen Gewalt und Gefahr, die Bedrohung durch die Taliban, Armut und Arbeitslosigkeit. Da klaffen Film und Realität weit auseinander. Das alles versucht dieser Dokumentarfilm über Saba zu zeigen, wobei allerdings, wohl auch den schwierigen Umständen seiner Entstehung in einem vom Krieg geschüttelten Land geschuldet, dieses Porträt einer tapferen Frau stellenweise zerstückelt und oft uneinheitlich wirkt. Es fehlt die Stringenz. Viele Einzelaufnahmen und Szenen aus Sabas Filmen, die allerdings manchmal recht unverhofft eingespielt werden, sind interessant. Aber dann folgen wieder schier endlose Passagen, in denen allzu viel geredet wird, gänzlich uninteressante Einstellungen ausgewalzt werden und der Film auseinander fällt. Beeindruckend war der Schluss dieser Reise durch eine Welt, in der Träume in der Tat wahrscheinlich zur Zeit nur im Film wahr werden können: Saba, die man fast immer als eine harte, energische und gelegentlich herrschsüchtige Frau erlebt, die sich wohl nur so in einer Männerwelt behaupten kann, in der Rolle der „frisch gebackenen“ Mutter Und so zeigen die letzten Einstellungen eine Frau, die für kurze Augenblicke das sehr intime und private Glück erleben darf, Mutter zu sein und in einer noch nicht völlig von den Kämpfen verwüsteten Landschaft außerhalb der „Traumfabrik Kabul“ hingebungsvoll der traditionellen Musik ihrer Kultur zu lauschen. Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind!

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Traumfabrik Kabul: Doku über die afghanische Polizistin Saba Sahar, die sich als Regisseurin und Hauptdarstellerin ihrer Filme für die Rechte der Frauen einsetzt.

      So entmutigend die Nachrichten aus dem geplagten Afghanistan auch immer sind, gibt es doch immer auch hoffnungsvolle Meldungen. Saba Sahar ist eine der Hoffnungsträgerinnen, deren Wirken sich zwar noch im Kleinen abspielt, doch gleichzeitig den Keim für Veränderungen sät. Die Doku von Sebastian Heidinger („Drifter“) zeigt eine starke Frau, die nie aufgeben will und in deren Filmen auch Humor und Ironie ihren Platz haben.

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