Transporter 3 Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Transporter 3"

Kino.de Redaktion  

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktion: Marseille

Frank Martin im Ruhestand? Für seine Fans unvorstellbar. Und genauso unvorstellbar für die Gangster, die ihn wieder ins Spiel bringen wollen, ob er nun will oder nicht.

Konfrontiert mit einem Kerl wie Jonas Johnson, stellt sich nicht die Frage, was man selbst will. Und so befindet sich Frank Martin in einer prekären Lage: er trägt ein mit einer Sprengfalle versehenes Armband am Handgelenk und kann sich nicht mehr als 20 Meter von seinem heiß geliebten Auto entfernen, andernfalls geht er in die Luft. Selbst für Frank ist dies ein triftiger Grund, in Richtung Odessa aufzubrechen, um ein rätselhaftes Versandstück abzuliefern – und die Anwesenheit der geheimnisvollen, jungen Valentina in seinem Auto in Kauf zu nehmen…

„Das Neue in dieser Fortsetzung der Geschichte ist die echte Gefahr, die über Frank schwebt“, erzählt Regisseur Olivier Megaton. „Zum ersten Mal in seiner Laufbahn steht er einem Furcht erregenden Kontrahenten gegenüber, was ihn mächtig unter Druck setzt. Zudem verliebt er sich, was ihn in noch größere Gefahr bringt. Ungebunden war er wie eine coole Maschine. Verliebt ist er nun jedoch verwundbar. Frank zeigt Gefühle und weigert sich, Valentina zurück zu lassen, um seine eigene Haut zu retten. Es steht viel mehr als bisher auf dem Spiel, was der Figur eine neue Dimension gibt. Durch diese Konfrontation sind wir mitten im Kodex eines großartigen Actionfilms.“

Produktion: München

In der Zusammenarbeit mit Corey Yuen, der mit Jet Li und Jackie Chan arbeitete, bevor er im Westen Filme wie Lethal Weapon 4, X-Men, Transporter 1 & 2 und Kiss of the Dragon choreographierte und der wieder als Koordinator für die Kampfszenen mit an Bord war, war es das Ziel für Olivier Megaton, „die Sequenzen nicht wie alle anderen Kampfszenen der fünfzehn maßgeblichen Actionfilme aussehen zu lassen. Ich versuche, immer wieder von vorn anzufangen und mir die Szenen, die ich drehen werde, von A-Z auszumalen. Die Idee war, sich in der Serie weiterzuentwickeln. Zum Beispiel in der Werkstattszene: obwohl Jason Statham während des Kampfes jedes Werkzeug in Reichweite hat, sind wir weit von Jackie Chans Stil entfernt.“

Besonders die Szene, in der der Schauspieler einen wunderbaren ’Strip-Kampf’ hinlegt, gab Olivier Megaton die Möglichkeit, die zuckenden Muskeln von Jason Statham effektvoll zu präsentieren. „Im letzten Jahr arbeitete er hart, um außergewöhnliche Körperkonturen zu formen. Der Gewichtsverlust zeigt sich in seinem Gesicht und erhöht sein Charisma. Wir versuchten, das Beste aus seiner athletischen Statur herauszuholen. Die Idee hinter der Striptease-Szene war, Valentina zu zeigen, dass Frank nicht nur ein Kraftmeier ist, sondern auch einen traumhaften Körper hat, der einen Reiz auf sie ausübt. Ganz klar, dass er den weiblichen Zuschauern auch gefallen wird.“

Eine andere attraktive Szene für die Zuschauer ist die finale Kraftprobe zwischen Frank und Johnson, die brisante Auflösung der Partie, die sie während des gesamten Films miteinander spielen. „Es sollte deutlich werden, dass Frank im Kampf seinem Kontrahenten ebenbürtig ist“, erzählt Robert Knepper, „dass er in diesem Film möglicherweise getötet werden könnte und dass es ein Wettkampf zweier Gladiatoren ist, die aufeinander treffen. Das Gute dabei war, zu wissen, dass Corey Yuan die Kampfszenen arrangiert und er über brutales Kräftemessen hinaus gehen würde, dass so etwas wie eine geistige Auseinandersetzung mit östlicher Philosophie entsteht. Ich habe mich vor einigen Jahren mit Tai Chi beschäftigt und erinnerte mich an die darin enthaltene tierische Symbolik. Ich dachte an eine Gottesanbeterin, wie sie sich bewegt, trippelt und dann angreift. Fast alle Szenen des Kampfes konnte ich selbst machen, aber es gab eine spezielle Einstellung, wo ich Corey um ein Stunt Double bat. Wir drehten die Szene in zwei Tagen ab und es war strapaziös aber auch berauschend, weil man unglaubliche Energiereserven aufbringt, zurück auf Anfang geht und es wieder aufs Neue versucht. Man fühlt sich wirklich, als ob man bei den Olympischen Spielen wäre.“

Produktion: Budapest

Nach dem enormen Erfolg der ersten beiden TRANSPORTER-Abenteuer – weltweit über $ 50 Millionen Einnahmen – musste in der dritten Episode die Messlatte für die Actionszenen noch höher angesetzt werden. Olivier Megaton erzählt: „In TRANSPORTER 1 und 2 dauerten die Actionszenen, abgesehen von einer herausragenden Szene, 30-40 Sekunden. Seither haben Filme wie die Bourne-Trilogie oder Domino von Tony Scott das Level enorm angehoben. Trotz eines kleineren Budgets mussten wir mit diesen Filmen mithalten und beweisen, dass wir sogar noch weiter gehen konnten. Wir hatten vielleicht keine 75 Millionen Euro, aber wir hatten viele Ideen!“

Trotz der knappen Drehzeit vom 18. Februar bis 9. Juli 2008, bietet TRANSPORTER 3 unendlich viele Stunts, Verfolgungsjagden und Prügeleien und lässt Frank Martin keine Atempause.

Die eigentliche Waffe im Kampf darum, innerhalb des Budgets und des Zeitplans zu bleiben, war das äußerst präzise Storyboard von Jonathan Delerue (Hitman, Frontier(s)). „Angesichts der Anzahl an Actionszenen im Film, durften wir am Set keine Zeit verschwenden und so musste jeder eine klare Vorstellung davon haben, was wir zu tun hatten. Am Ende war alles, was im Film zu sehen ist, genau so vorgesehen“, so Olivier Megaton.

Was die Stunts betrifft, kam noch ein weiterer Experte mit ins Spiel: Rémi Julienne, der schon an sechs Bond-Filmen, den meisten Belmondo-Streifen und auch bei dem Da Vinci Code mitarbeitete. Der Regisseur sagt über ihn: „Mit Rémi war unser Ziel, so innovativ wie möglich zu sein und nichts davon zu verwenden, was er bereits in anderen Filmen gemacht hatte. Alle Auto-Verfolgungsjagden sind bei Original-Geschwindigkeit gedreht. Wir haben keine Modelle benutzt, um das Tempo und die Massenträgheit eines Wagens einzufangen, der sich gerade um sich selbst dreht.“ Anders als bei den meisten modernen Actionfilmen wurde 3D-Technik so sparsam wie möglich verwendet und die meisten Stunts am Set gedreht. „Das ist ein Bereich, in dem man offen für neue Ideen sein muss“, erklärt Megaton. „Wie lässt man einen Wagen in einen Zug krachen, ohne ihn zu demolieren? Wie lässt man ihn von einem Lastwagen herunterrutschen? Jeder Tag war eine neue Herausforderung und die meisten Lösungen dachten wir uns an Ort und Stelle aus. Das machte die Dreharbeiten so aufregend und bereitete uns einen Riesenspaß.“

Die meisten Verfolgungsszenen sind wie schiere Action-Symphonien arrangiert. Die Folgen: verbeulte Kotflügel, hochriskante Hubschrauber-Einsätze und sogar den Einsatz eines speziell angefertigten Quad-Mobils in den Straßen von Marseille.

Produktion: Odessa

Wie schon in den ersten beiden Episoden, treffen Frank und Tarconi (François Berléand) auch in TRANSPORTER 3 wieder aufeinander. Der einzige französische Schauspieler in der Truppe freute sich, wieder mit seinem britischen Gegenspieler zusammen zu treffen. „Wir fallen uns jedes Mal wieder in die Arme.“ Aber er erinnert sich auch an den Stress, den ihm seine zweisprachige Rolle verursachte. „Die ersten paar Tage sind harte Arbeit, weil mein Englisch ziemlich dürftig ist und man sich im Englischen anders gebärdet als im Französischen. Man betont nicht die gleichen Worte. Für mich bedeutet dies, mit einem Sprach-Trainer zu arbeiten und das ist einer der wenigen Augenblicke, wo ich am Set nervös bin“, erzählt François Berléand.

Neben ihm gibt es zwei Neulinge in TRANSPORTER 3. Der erste ist der Bösewicht, gespielt von Robert Knepper, weltweit bekannt als T-Bag in Prison Break und vor kurzem in Hitman zu sehen. „Das erstaunliche an Robert Knepper ist“, so Olivier Megaton, „dass er, abgesehen von seinem offensichtlichem Charisma, sehr zielgerichtet ist in seiner Art zu sprechen und sich zu bewegen. Wenn man das Glück hat, mit einem Schauspieler seines Kalibers zu arbeiten, fließt jedes Detail mit ins Spiel ein. Er baut jede mögliche Eigenart in seine Figur ein, um diesen entnervenden Kerl hervorzubringen. Ich zeigte ihm Nicht auflegen!, um ihm eine Idee davon zu geben, wonach ich suchte. Speziell ging es um Kiefer Sutherlands Stimme, mit der er so sanft mit Colin Farrell spricht, während er eigentlich das Leben des Mannes zu Grunde richtet. An der Seite eines so wundervollen Schauspielers war Jason in einer riskanten Lage. Ich erinnere mich an den ersten Drehtag, als sie sich das erste Mal gegenüber standen. Jason spürte sofort, dass Knepper die Messlatte höher gelegt hatte und reagierte entsprechend darauf.“

Tatsächlich überlässt Robert Knepper bei seiner Vorbereitung auf eine Rolle – sowohl körperlich als auch mental – nichts dem Zufall. „Die Komplexität der Figur interessiert mich. Vor Jahren in der Schauspielschule sagte der großartige Lehrer Bill Esper immer zu uns: ‚Man spielt keinen Arzt wie einen Arzt, keinen Bösewicht wie einen Bösewicht, man spielt einen Bösewicht wie einen Guten. Mann muss es im Kopf und im Bauch wissen, dass das, was man tut, das Richtige ist. Wenn man etwas tut, von dem man glaubt, dass es schlecht ist, wirst du nicht in der Lage sein, lange mit dir selbst auszukommen. In ihren Köpfen sind solche Leute jederzeit in der Lage, ihre Handlungen zu rechtfertigen.’ Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kerl wie Johnson nicht mit sich selbst klar kommt.“

„Auf der anderen Seite, glaube ich, dass er auf seltsame Weise patriotisch ist und er wirklich glaubt, dass er etwas Gutes für sein Land und die Welt tut, nämlich die Drecksarbeit seiner Regierung zu erledigen. Ich stellte mir vor, dass er in einer typischen, langweiligen Vorortsiedlung in Amerika aufgewachsen sei und wusste, dass da etwas in ihm war, das ihn in diesem Nest nicht sehr lange halten würde. Er ist möglicherweise ein Harvard oder Yale-Abgänger, hoch gebildet und gelehrt. Als wir Hitman drehten, dachte ich immer an Putin. Für Johnson hatte ich das Gesicht eines Diplomaten vor Augen, den die amerikanische Regierung in den Irak schickt, der aus dem Flugzeug aussteigt und wie ein Geschäftsmann aussieht. Er trägt einen schicken Anzug, fast als würde er als Präsident kandidieren. Das ist der Johnson im Film. Er würde eher über ein Buch aus dem 18. Jahrhundert diskutieren als eine Waffe ziehen und dich töten.”

Natalya Rudakova, a.k.a. Sasha, bringt ein bisschen Weiblichkeit in diese sehr maskuline Welt ein. Von Luc Besson in New York beim Überqueren einer Straße entdeckt, gibt sie in TRANSPORTER 3 ihr Debüt: „Ich ging die Straße entlang und begegnete Luc, er fragte mich, ob ich ein paar Schauspielstunden nehmen wollte und das lief gut. Dann hatte ich ein Vorsprechen. Es ist das erste Mal gewesen, dass ich vor einer Kamera stand. Ich zitterte am ganzen Körper.“ Für Olivier Megaton war es die Frische, die er für die Leinwand einfangen wollte, um die Spontaneität von Sashas Figur Valentina zu vermitteln, die er wie folgt beschreibt: „Sie ist das komplette Gegenteil von Frank, der so selbstkontrolliert ist. Sie lebt für den Augenblick. Mit einem Anfänger zu arbeiten ist ein bisschen wie mit einem Kind, dessen Unverstelltheit das wichtigste ist.“ „Valentina liebt das Leben“, ergänzt Sasha. „Sie ist wirklich verrückt, wie viele moderne junge Mädchen. Als einziger weiblicher Charakter bringt sie Spontaneität und Würze in den Film. Sie ist ein echter Vulkan. Ohne sie würden wir uns langweilen, stimmt’s?“

Produktion: Der musikalische Spannungsbogen

Bereits zum zweiten Mal ist auch Filmkomponist Alexandre Azaria mit auf der Reise. Über seine Arbeit an der Filmmusik berichtet der perfektionistische Arrangeur: „Für Transporter 2 hatte ich ein wiederkehrendes musikalisches Thema komponiert, das es im ersten Teil der Transporter-Reihe noch nicht gab. Meine Idee war, dieses Leitmotiv aufzugreifen und es neu zu interpretieren und umzugestalten, um die Entwicklung der Hauptfigur und die Persönlichkeit des Regisseurs widerzuspiegeln, die mich beim Komponieren immer beeinflusst. Ich wollte, dass die Musik an der Reise von Marseille nach Odessa teilnimmt: je näher Frank und Valentina der Ukraine kommen, um so mehr färben osteuropäische Einflüsse die Musik, wie z.B. die Musik der Bulgarian Voices. Eine andere Herausforderung in diesem Filmgenre liegt in den Actionszenen, die acht bis neun Minuten dauern können. Dabei ist es wichtig, sich auf den Rhythmus und die Spannung einzustimmen, die sich in der Actionsequenz immer höher und höher schrauben. Im Allgemeinen achte ich überhaupt nicht auf das Genre, ich denke nur daran, was die Zuschauer fühlen sollen. In TRANSPORTER 3 sind wir zwar in einem Actionfilm, doch er enthält auch sehr romantische Momente, die über die Musik wiedergegeben werden.“

Interview mit dem Regisseur Olivier Megaton

Was bedeuten die TRANSPORTER-Filme für Sie?

Für mich liegt die TRANSPORTER-Serie irgendwo zwischen James Bond und Stirb Langsam, auch wenn ihre Erzählstruktur mehr in Richtung John McTiernans Arbeiten geht, mit einem sympathischen Hauptdarsteller auf dem schmalen Grat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, der regelmäßig in Situationen gerät, die ihn an seine Grenzen stoßen lassen. Mit den Mitteln die uns zur Verfügung standen, haben wir es geschafft zu beweisen, dass eine französische Firma dazu in der Lage ist, eine Marke auf der Grundlage einer Filmfigur, der die Leute immer mehr zugetan sind, zu etablieren.

Wie sah ihr Ansatz aus, die Marke und die Figur in diesem dritten Teil weiter zu entwickeln?

Der erste Film traf den Geschmack der späten 90er Jahre, mit einem Helden, der lustig sein musste und die ganze Zeit Witze reißen sollte. Im zweiten Teil näherten wir uns Tony Scotts Mann unter Feuer. Plötzlich stand für Frank viel mehr auf dem Spiel. Jetzt, im dritten Teil bewegen wir uns wirklich auf dem Terrain von Stirb Langsam, mit einem Helden, der zu Geisel der Story wird. Zum ersten Mal ist Frank wirklich in Gefahr. Man könnte sagen, die Figur ist reifer geworden – kaum zu glauben: Frank verliebt sich – aber auch in Bezug auf den Bösewicht und wie dieser dargestellt ist. Mit Robert Knepper als Kontrahenten erhält die Figur Frank Martins eine verblüffende, neue Dimension.

Wie haben Sie mit Jason Statham an dieser neuen Facette seiner Figur gearbeitet?

Nach einem kurzen Moment verständlichen Zögerns wurde er durch die Art wie er gefilmt wurde, bestätigt und wir begannen eine überzeugende Auseinandersetzung mit der Filmfigur. Jason ist ein sehr instinktiver Schauspieler, mit dem man auf viele Dinge während der Dreharbeiten stößt. In meinen Augen ist er der neue Bruce Willis. Er hat das gleiche Charisma. Er kann sich glücklich schätzen, dass er nicht zu sprechen braucht – seine Augen drücken alle Gefühle aus, um beim Publikum gut rüber zu kommen.

Als Sie die Regie übernommen haben, was war Ihre größte Herausforderung?

Es war mehr als eine Herausforderung, es war eine regelrechte Mission! Wenn man das Drehbuch von TRANSPORTER 3 liest, ist sofort klar, dass sich das Actionlevel verdreifacht hat. Die Bourne-Trilogie hat den Actionfilm in das neue Millennium katapultiert und deshalb mussten wir uns mit diesem Film noch steigern, um zu beweisen, dass wir mit Hollywood-Filmen mithalten konnten.

Was ist schön daran, mit bereits eingeführten Charakteren zu spielen?

Es ist ein bisschen wie mit Comicfiguren: man hat Spaß mit den Stereotypen während man versucht, den Gegebenheiten eine neue Wendung zu geben. Wir beschlossen zum Beispiel, Frank realistischer und stilvoller aussehen zu lassen. Jason Statham hat für den Film einiges an Gewicht verloren. Seine schärferen Gesichtskonturen verleihen ihm noch mehr Präsenz und es hat sich wirklich gelohnt, ihn in die Dior-Anzüge zu stecken! Ähnlich war es mit François Berléand, dem wahren Comic-Charakter des Films. Wir behielten den unkonventionellen Aspekt bei – er fährt in einem alten Renault durch Europa – aber wir verzichteten auf die Bermuda Shorts und die Hawaii-Hemden, um seine Kleidung realistischer wirken zu lassen.

Dem Film sieht man eine überschwängliche Freude am Spiel mit den Regeln des Genres an, wie z.B. die Schießereien und Verfolgungsjagden…

Ja, wir haben eine Menge Neuerungen bei den Verfolgungsjagden eingeführt, die wir alle bei echter Geschwindigkeit drehten, und bei den Auto-Stunts, die wir aus vielen verschiedenen Blickwinkeln filmten. Alles in allem wollten wir die Balance zwischen Modernität und dem Respekt für die Genre-Tradition halten. Obwohl wir zum Beispiel die Regeln der Kampfszenen im Vergleich zu den ersten beiden Filmen nicht ändern konnten, gelang es uns, sie prägnanter zu filmen. So wurde die Werkstatt-Szene mit einer Steadycam gedreht, um den Schauplatz und die Entwicklung der Figur festzuhalten. Ohne Corey Yuens Methoden oder seinem Stil in die Quere zu kommen, führt das Ergebnis unsere Modernität und das Poetische seiner chinesischen Choreographie zusammen.

Würden Sie zustimmen, dass diese Art von Actionfilm, wie Guillermo del Toro es von Hellboy behauptet, ein großer experimenteller Spielplatz ist?

Es gibt nichts unvorhersagbareres, als ein Regisseur zu sein. Es wäre sehr anmaßend, zu behaupten, das Handwerk nach drei Spielfilmen und fünfzehn Kurzfilmen zu beherrschen. Man kann nicht alles kontrollieren, was die Organisation, das Wetter und die Finanzierung angeht und man lernt bei jedem Dreh etwas dazu. Mit anderen Worten: Sicher, ich sehe diesen Film als einen wunderbaren Übungsplatz, speziell was Special Effects angeht. Der Vorteil am Auftrag, einen Film zu machen, ist, dass es einen von anderen Sachzwängen befreit, besonders dem Schreiben, was viel Zeit beansprucht. Andererseits muss man immer die Marke und die Figur im Auge behalten, während man gleichzeitig etwas Neues einfließen lässt. Dabei lernt man viel, es ist hart, aber es macht auch eine Menge Spaß. Es vergeht kein Tag, ohne dass ein Crew-Mitglied anruft um mir zu sagen, wie langweilig es ist, seit die Dreharbeiten abgeschlossen sind!

Interview mit Robert Knepper (Jonas Johnson)

Was reizte Sie an der Rolle?

Meiner Figur Jonas Johnson fällt die Aufgabe zu, die Drecksarbeit für seine Regierung zu erledigen. Wenn er nicht unsaubere Geschäfte erledigen würde, könnte er auch ein Mann vor der Kamera sein, der sich erheben und ein Statement über Giftmüll oder Regierungspolitik abgeben würde. Er ist sehr gebildet und mondän. Aber er ist auch ein sehr gefährlicher Mann und das ist der Grund, warum er für diese Art von Geschäft angeheuert wird. Was ich an ihm mag ist, dass er einen Anzug und schöne Krawatten trägt. Alles an ihm ist gepflegt und ordentlich. In krassem Gegensatz dazu steht, dass er diese schmutzige Arbeit macht, Leute herumschubsen und sie umbringen muss, nur um das zu erreichen, was er für sein Land für nötig hält. Ich glaube, er ist auf seltsame Art patriotisch und er glaubt wirklich, dass er etwas Gutes für sein Land und die Welt tut.

Was hat Ihnen an diesem Actionfilm gefallen?

Was mich wirklich an diesem Film fasziniert hat, war die Sache mit der Bombe, die Frank am Handgelenk tragen muss. „Oh nein, er ist zu weit vom Wagen entfernt! Geh’ zurück zum Auto!“ Es war nicht so sehr meine Figur, sondern der Gedanke daran, was Frank alles durchmachen muss. Er lässt dich beim Lesen des Drehbuchs die Seiten noch schneller umblättern. „Wird er es schaffen?“ Es ist wieder einmal die alte Geschichte vom guten Kerl, der versucht, am Leben zu bleiben und von all den Schwierigkeiten, die dabei seinen Weg kreuzen, und vom Bösewicht, der hinter ihm her ist. Ich hatte Herzrasen, als ich das Buch las und konnte es kaum abwarten weiterzublättern. Das hat großen Spaß gemacht und war auch der Hauptgrund, warum ich mitgemacht habe.

Außerdem wollte ich wieder mit Luc Besson zusammen arbeiten. Er hat einige außergewöhnliche Filme gemacht und Hitman produziert, aber ich hatte ihn nie persönlich getroffen. Luc ist großartig, denn es ist eine Sache, jemanden nicht zu kennen und nur von ihm zu hören, und eine andere, tatsächlich mit jemandem zu arbeiten – und er arbeitete eine Menge an dem Film. Er schrieb das Drehbuch und kam oft zu den Dreharbeiten, er prägte den Film mit.

Was haben Sie von Corey Yuan gelernt?

Ich lernte etwas, was ich bisher nicht konnte. Ich nannte es den „Monkey Move“ oder „Monkey Kick“. Die meisten Kampfszenen konnte ich selbst machen. Wenn man Schauspielerei lernt, lernt man auch eine Menge über das Kämpfen im Film. Wie man einen Schlag einsteckt und zurückgibt, wie man sich bewegt, wie man seinen Körper anspannt. Da gab es nicht soviel, was ich mir von Corey beibringen lassen musste. Es war wie ein Tanz und ich hatte die Choreographie zu lernen. Aber da gab es eine Bewegung, den „Monkey Move“, die ich einfach nicht hingekriegt habe. Dabei sollte ich runter in den Liegestütz und dann plötzlich nach oben kommen, meine Beine nach vorne schnellen lassen und Frank in die Schienbeine treten. Ich sagte zu Corey: „Stunt Double. Ich schaffe das nicht.“ Die beiden Typen, die diese Kampfszene dann probten, waren unglaublich. Sie waren großartig in Form. Der Film lässt mich wie einen tollen Kämpfer aussehen, aber diese beiden sind echte Könner.

Und Regisseur Olivier Megaton?

Olivier war klasse. Er war so ehrlich und gleichzeitig so höflich und das mag ich an ihm. Er versucht, das Beste aus dir herauszuholen und er hat sehr klare, fest umrissene Ansichten über Dinge. Glücklicherweise stehen wir auf derselben Seite. Ich verstehe ihn total und habe es wirklich sehr genossen, mit ihm zu arbeiten. Und er ist noch dazu ein großartiger Koch! Und um ein guter Koch zu sein, muss man ein Gespür für die Dinge haben, um zu wissen, wie man die richtigen Zutaten zusammenfügt. Und so, glaube ich, führt er auch Regie.

Wie war es, mit Jason Statham vor der Kamera zu stehen?

Was ich wirklich an Jason mochte war, dass er aus dem gleichen Holz geschnitzt ist, wie ich es bin. Er hat einige großartige Filme gemacht und er kennt seine Figur in- und auswendig. Wir haben eine gute Arbeitsbeziehung und großen Respekt voreinander. Er ist wirklich gut. Er gehört zur großen Runde dazu, er ist dort am richtigen Platz.

Interview mit Natalya Rudakova

Wie kam es dazu, dass Sie in diesem Film mitspielten?

Ich ging gerade eine Straße in New York entlang und traf auf Luc Besson, der mich fragte, ob ich Lust hätte, ein paar Schauspielstunden zu nehmen. Was ich dann auch tat. Es lief gut, ich war irre aufgeregt, denn ich wollte unbedingt eine Rolle bekommen. Dann hatte ich einen Vorsprechtermin und wurde tatsächlich Darstellerin in diesem Film!

Was haben Sie sich gedacht, als Sie das Drehbuch gelesen haben?

Ich fand es sehr anschaulich, voller Emotionen, Witz und Leidenschaft für das Leben. Das Buch ist atemberaubend, temporeich und enthält viele Actionszenen. Es ist wirklich ergreifend und auch lustig. Man ist nie nur auf einer Ebene, man fühlt immer auch die Emotion dahinter. Es ist fantastisch.

Was bringt Ihre Figur in so einen Männer-lastigen Film ein?

Meine Figur ist die einzige weibliche Rolle im Film und sie bringt viel Sensibilität ins Spiel, viel Farbe und Liebe, spontane Gefühle, spontane Regungen und Spaß. Sie ist wirklich lustig und verrückt und bringt die Würze in den Film ein. Ohne sie wäre es langweilig, oder?

Am Anfang ist sie sehr geheimnisvoll und spricht kaum. Ist das der Grund, warum Frank von ihr so angetan ist, weil sie sich ähneln?

Am Anfang interessiert sich Valentina nicht für Frank Martin. In Wirklichkeit hat sie Angst. Deshalb ist sie so still und spricht nur wenig. Sie hat bereits Erfahrungen mit einem anderen Kurier gemacht. Aber es gibt eine besondere Verbindung zwischen ihr und Frank. Er spielt eine Art beschützende Vaterfigur für sie und sie braucht diese Art von Liebe und Schutz. Darin liegt ihre Verbindung. Russische Mädchen sind so.

Wie war Ihr Verhältnis zu Jason Statham?

Ich hatte Glück, in meinem ersten Film Jason als Partner zu haben, denn er war wirklich hilfsbereit und wir hatten in den Szenen einen guten emotionalen Draht zueinander. Das war wirklich wichtig, denn er gab mir mit seiner Schauspielkunst die Anknüpfungspunkte vor, was mir sehr geholfen hat. Genauso war es auch mit Robert, er war ein wunderbarer Schauspiel-Partner. Ich hatte wirklich großes Glück mit den Darstellern des Films, weil sie mich bei meiner Arbeit sehr unterstützt haben.

Wie war es mit Olivier Megaton und seiner französischen Crew zu arbeiten?

Bevor wir drehten, schaute ich mir einen seiner Filme an, Red Siren, und er war wirklich gut. So wusste ich, mit wem ich arbeiten würde. Olivier und die ganze Crew waren für mich da, alle arbeiteten als Team zusammen. Wir hatten keine Probleme oder Konflikte, ich fühlte mich wie in einer großen Familie. Das half mir enorm, denn ich war drei Monate von meiner wirklichen Familie getrennt und kannte niemanden in Frankreich. Olivier ist großartig, sehr lustig und witzig.

Waren die Actionszenen schwierig? Hatten Sie ein Filmdouble?

Ich glaube ich brauchte kein Double, weil ich ja keine Kampfszenen wie Jason hatte. Ich habe ein bisschen gekämpft, kleine Sachen, und es war aufregend, die Szenen selbst zu spielen. Ich hätte sie nie an ein Double abgegeben, nicht um alles in der Welt!

Haben Sie sich nie verletzt?

Doch, ich habe mich oft verletzt. Ich hatte überall Kratzer und Blutergüsse am Körper, aber es hat großen Spaß gemacht und es war die Sache wert. Ich würde es immer wieder machen…

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