Topsy-Turvy

  1. Ø 0
   1999
Topsy-Turvy Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Nach dem Misserfolg ihrer letzten Operetten-Produktion für das Londoner Savoy-Theater müssen sich der ewig griesgrämige Librettist Gilbert und der lebenslustige, aber gesundheitlich angeschlagene Komponist Sullivan etwas Neues ausdenken. Für Sullivan steht fest, niemals wieder ein Boulevardstück, sondern ein ernstzunehmendes Werk zu schaffen. Nach dem Besuch bei einer Japan-Ausstellung hat Gilbert eine zündende Idee für eine japanische Oper, „Der Mikado“. Doch dazu müssen erst die Eitelkeiten diverser Sänger und Sängerinnen des Ensembles besänftigt und etliche Vorbereitungen getroffen werden, bis es zur grandiosen Aufführung kommen kann.

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Kritikerrezensionen

  • Die New Yorker Filmkritiker wählten Mike Leighs Biopic über das Operetten-Gespann William Schwenk Gilbert und Sir Arthur Sullivan zum besten Film des Jahres 1999. Nicht ohne Grund. Der Blick in die Operettenwelt des 19. Jahrhunderts erinnert an die Querelen des modernen Entertainment-Business.

    Nach moralischen Schwergewichten wie „Lügen und Geheimnisse“ oder „Naked“ wendet sich Mike Leigh der leichten Muse und Musik zu, erzählt von Theaterdonner und persönlichen Rivalitäten. Die beiden führenden Repräsentanten der britischen Operette, William Schwenk Gilbert und Sir Arthur Sullivan, liegen sich nach langer Zusammenarbeit in den Haaren. Nach einer nicht gerade gefeierten Aufführung von „Princess Ida“ 1884 und schlechten Kritiken will der aristokratische Komponist Sullivan weg von der populären Kunst hin zur seriösen Oper. Er weigert sich, die für ihn albern erscheinenden Texte und Geschichten von Gilberts weiter zu vertonen, hält den Librettisten und sein Werk für „topsy turvy“ (heißt so etwas wie völlig durcheinander) und bricht den Vertrag mit seinem Produzenten, dem Direktor des Savoy Theaters D’Oyly Carte. Im Streit will keiner der Dickköpfe nachgeben, jeder fühlt sich als Künstler nicht richtig anerkannt. Erst der Besuch einer Ausstellung über Japan inspiriert Gilbert zu neuen Taten. Er schreibt die Operette „Der Mikado“ und Sullivan läßt sich zur Mitarbeit erweichen, das Stück wird ein Erfolg.

    Mike Leigh entwirft ein opulentes Spektakel, schaut hinter die Kulissen des Theaters, zeigt die Eifersüchteleien der Egomanen, ihre Ängste und Eitelkeiten, aber auch die Hoffnungen der Schauspieler. Dabei läßt sich der Engländer ein paar ironische Seitenhiebe auf die viktorianische Zeit nicht nehmen. Der erste Teil konzentriert sich auf das unterschiedliche Leben der beiden Protagonisten und ihren Konflikt, der zweite auf die Proben und Vorbereitung von „Der Mikado“. Da schwelgt der Film in Ausstattung, Farbenpracht und Musik, dass es eine wahre Wonne ist. Aber auch die persönlichen Kümmernisse kommen nicht zu kurz, wenn beispielsweise Gilbert einen Tag vor der Premiere von „Der Mikado“ dem Star der Aufführung das Hauptlied streicht, oder wenn ein anderer es unwürdig empfindet, seine nackten Beine auf der Bühne zu präsentieren. „Topsy-Turvy“ ist keinesfalls altmodisch, Ärger hinter den Kulissen und sensible Seelchen sind auch heute noch Show Business keine Seltenheit. Wer denkt da nicht an die Schwierigkeiten zwischen Musical-Tycoon Andrew Lloyd Webber und Tim Rice? Die Schauspieler, allen voran Jim Broadbent und Allan Corduner in den Hauptrollen und Timothy Spall als unglücklicher Mime sind überzeugend, die Dialoge geistreich und witzig, der Schauwert außergewöhnlich. Und die Musik ist hier das Sahnehäubchen. „Topsy-Turvy“ könnte bürgerlich-elitäre Kinomuffel vor die Leinwand bringen und eifrige Kinogänger für die Operette interessieren. mk.

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