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Fakten und Hintergründe zum Film "T?te mich!"

Kino.de Redaktion |

Töte mich Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

1. Wie sind sie auf das Thema des Drehbuches gekommen?

Die Inspiration für die Personenkonstellation „junges Mädchen und Mörder“ kam über ein französisches Theaterstück, das ich seinerzeit mehrmals in London gesehen habe. Eine Inszenierung des Stücks „Roberto Zucco“ von Bernard-Marie Koltès. Die Situation in dem Stück ist eine gänzlich andere als bei TÖTE MICH, aber die Beziehung zwischen dem Mörder und dem jungen Mädchen hat mich damals schon fasziniert. Was uns, meine Koautorin Esther Bernstorff und mich, bei der Endwicklung des Drehbuchs von TÖTE MICH vor allem interessierte, war die Tatsache, dass ein Mensch mit einem Todeswunsch einen ganz anderen Bezug zu einem Mörder hat als andere Menschen. Er hat in diesem speziellen Fall das Potential helfen zu können. Beide sind ohne Liebe aufgewachsen, gehen aber sehr unterschiedlich damit um. Trotzdem haben sie im Innersten Verständnis füreinander und können sich durchaus akzeptieren. Gerade deshalb sind die beiden auch füreinander „geeignet“.

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2. Was war die größte Herausforderung bezüglich der Umsetzung des Drehbuches?

Eine große Herausforderung war die Natur des dritten Protagonisten – der Landschaft – zu finden. Wir mussten diese lange Reise bis ans Mittelmeer erzählen, die die Entwicklung der verschiedenen Landschaften beinhaltet, ohne Straßen oder Schilder zu zeigen. Es war nicht immer einfach, die verschiedenen Arten von Wäldern zu finden, die glaubhaft machen können, dass man durch Deutschland hindurch wandert. Glücklicherweise hat NRW einen sehr vielfältigen Wald. Wir brauchten vor allem eine Natur, die weitgehend frei von Menschen und Siedlungen war, was heutzutage ausgesprochen schwierig ist. Mit meinem Kameramann Stéphane Kuthy mussten wir zudem Bilder in dieser Natur finden, die die Entwicklung innerhalb der Beziehung von Adele und Timo unterstreicht, da Esther und ich dafür nur wenig gesprochenen Dialoge verwenden wollten. Eine sehr spannende Herausforderung!

3. Die Inszenierung eines suizidgefährdeten Teenagers und eines Mörders – wie haben sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet?

Wir haben mit Esther sechs Jahre an dem Drehbuch gearbeitet, dazwischen hab ich meine ersten beiden Spielfilme gemacht. Diese Pausen und die wiederkehrenden Zeiten, in denen wir an TÖTE MICH arbeiteten, waren sehr hilfreich, weil wir immer wieder mit Distanz an den Stoff herangehen konnten. Um tiefer in die Charaktere einzudringen, haben wir uns mit einer Kinderpsychologin und einer Gefängnispsychologin getroffen. So konnten wir sichergehen, dass unsere Zeichnungen der Charaktere glaubhaft waren.

Im Mittelpunkt standen die ausführlichen Proben mit den Schauspielern. Zuerst, um zu sehen, ob die beiden Schauspieler zusammen passten. Später um jede Szene auf ihre Spielbarkeit hin zu überprüfen. Einige Dialoge und auch ein paar Szenen haben sich nach dieser Probenzeit dann auch wirklich sehr verändert.

4. Wie schwer war es die passende Besetzung für diese beiden außergewöhnlichen Charaktere zu finden?

Bei Timo war es ziemlich leicht. Wir arbeiteten mit einer Schweizer Koproduktionsfirma (Hugo Film) zusammen, die mir Roeland Wiessneker vorgeschlagen hatte. Ich wusste sofort, dass er der Richtige war! Ich hatte ihn in mehreren Filmen gesehen und fand, dass er diese Brutalität, die ich suchte, aber auch die Zerbrechlichkeit eines verletzten Tieres, perfekt ausdrücken konnte.

Bei Adele war es schwieriger. Ich habe mir viele junge Schauspielerinnen angesehen, immer wieder auch zusammen mit Roeland. Das schwierige war, dass ich ein Mädchen brauchte, die auf der einen Seite absolut glaubhaft darstellen musste, dass sie keinen Lebenswillen mehr in sich hat. Dass sie eigentlich nur noch „funktioniert“ und ihr einziges Ziel nur der Tod sein kann. Das Publikum sollte keinen Zweifel daran haben, dass sie ernsthaft sterben will. Also musste dieses junge Mädchen die Dunkelheit, diesen bereits vorhandenen Tod mit ihrem Körper und in ihren Augen ausdrücken können, ohne dabei melodramatisch zu werden.

Auf der anderen Seite, musste sie absolut glaubhaft darstellen können, dass das Leben während der Reise langsam wieder in sie zurückkehrt. Dem Todeswunsch sollte die wiederkehrende Lust am Leben folgen. Dies musste sie – ohne Dialoge – nur durch ihr Wesen vermitteln können. Ich fand – wie auch bei vielen anderen Darstellern in diesem Film – das Spiel von Maria Dragus in Michael Hanekes „Das weiße Band“ extrem eindrucksvoll. Ich wusste, dass sie die Kraft haben würde, die dunkle Seite von Adele auf der großen Leinwand darzustellen. Ich traute ihr zu, die Geschichte dieses Mädchen mit ihren Todeswunsch, erzählen zu können. Als ich dann beim Deutschen Filmpreis sah, wie emotional und lebensfroh sie ihren Preis entgegen nahm, hatte ich das Gefühl, dass sie sehr wahrscheinlich auch in der Lage sein würde, die langsame wiederkehrte Lust am Leben darstellen zu können. Ich hab allerdings auch mit ihr vorab ein paar Castings gemacht, auch mit Roeland Wiessneker zusammen, um zu sehen, ob die beiden als Paar funktionieren. Es war sehr schnell ganz offensichtlich, wie gut die beiden harmonieren. Ich bin extrem glücklich mit der Besetzung meiner beiden Protagonisten!

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