Todeszug nach Yuma

  1. Ø 4
   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Todeszug nach Yuma: Hochkarätiges Western-Remake, in dem Russell Crowe und Christian Bale ein psychologisch packendes Schauspiel-Duell austragen.

Seit er nach einem tragischen Unfall aus der Armee entlassen wurde, versucht Dan Evans (Christian Bale) sein Glück als rechtschaffener Ranger in Arizona. Doch ihm, seiner Frau Alice (Gretchen Mol) und den beiden Söhnen fehlt es am Nötigsten zum Leben. Als der berüchtigte Outlaw Ben Wade (Russell Crowe) eine Postkutsche überfällt, kann Dan den schwer verletzten Kopfgeldjäger McElroy (Peter Fonda) retten und hilft, den Banditen zu verhaften. Nun soll er Wade zu einem Zug geleiten, der ihn ins Staatsgefängnis bringt. Dan willigt aus Geldnot in das riskante Unterfangen ein, verfolgt von Wades brutalem Komplizen Charlie (Ben Foster).

Im mit zeitgenössischer Action und starker Charakterbesetzung auftrumpfenden Remake eines Westerns von 1957 bietet „Walk the Line„-Regisseur James Mangold ein hervorragend inszeniertes Duell zweier Stars: Russell Crowe („A Beautiful Mind„) und Christian Bale („The Machinist„).

Dan Evans ist ein verschuldeter Farmer, seine Frau und sein Sohn halten ihn für einen Versager. Um 200 Dollar zu verdienen, erklärt sich Dan bereit, den gefangenen, charismatischen Gangster Ben Wade, den sein Sohn bewundert, ins zwei Tage entfernte Contention zu bringen. Zwischen den ungleichen Männern entwickelt sich Sympathie.

Der verschuldete und von seiner Familie als Versager angesehene Dan Evans meldet sich in seiner Not für den Gefangenentransport für den berüchtigten Bandenchef Ben Wade, der nach einem Geldkutschenüberfall geschnappt und ins zwei Tage entfernte Contention gebracht zu werden, wo der Gefängniszug nach Yuma wartet. Obwohl Wade betont, durch und durch schlecht zu sein, hilft er seinen Wächtern, bei einem Apachenüberfall ihre Haut zu retten. Er weiß, dass seine seine hartgesottene Gang ihm auf den Fersen ist, um ihn zu retten.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Ziel des Films ist so einfach wie ganz klar: der 3.10 Uhr Zug muss erreicht werden und der Schurke Ben muss dort hinein verfrachtet werden. Der Weg zum Zug ist aber weit mehr als nur eine beschwerliche Reise durch die Wildnis Amerikas. Eine ganz besondere Beziehung zwischen Dan Evans und Ben Wade und anderen Figuren (besonders Evans Sohn) wird entfaltet. Zwischen den Männern Dan und Ben lösen sich schwarz und weiß in Grauschattierungen auf, hier gibt es nur Grenzland zwischen Gut und Böse.

    Die Qualität des Films macht aus, dass es hier nicht einfach darum geht, einen vielfachen Mörder endlich hinter Gitter zu bringen und so die Welt stellvertretend fürs erste von allem Bösen befreit zu haben, nein so einfach ist das hier nicht. Hier geht es um die kleinen Dinge die einen Menschen motivieren, die kleinen Geschichten, die sonst nur nebenbei im Hollywood Kino erzählt werden, hier sind sie der Motivationsmotor. Es geht um das Böse, das wesentlich schillernder und auf den ersten Blick anziehender ist, es geht auch um den Konflikt zwischen einem Vater und seinem Sohn, der um sich selber zu finden, sich gegen ihn stellen muss und es geht um einen leisen Sieg der Moral.

    Dan will seinem Sohn zeigen, dass er auch ein Held sein kann. Dieser nimmt seinen Vater nicht ernst und hält sich in allen Angelegenheiten, die Männer so auf einer Farm mitten in der Prärie zu regeln haben, für überlegen. Dan ist aufgrund einer Kriegsverletzung, ihm fehlt ein Teil seines Beins, etwas eingeschränkt. Trotz dieser physischen Schwäche geht es vielmehr um eine innere, nämlich wie er sich diese zugezogen hat, die sein Handeln motiviert. Das wird erst sehr spät aufgelöst und lässt die Zuschauer noch etwas öfter als den Protagonisten selbst die Sinnfrage stellen: Warum lässt sich dieser Mann, der nichts mit Gesetzeshütern oder sonstigen Interessenten zu tun hat, die Ben Wade hinter Gittern sehen wollen, auf solch ein Risiko ein?

    Da sind immer wieder Dinge aufgeführt, die er selbst nennt, die seinen Antrieb zu solch riskantem Tun offenbaren würden: „Vielleicht will ich einfach nicht, dass Männer wie Sie frei herum laufen“. Oder es ist das Geld mit dem er seine Schulden begleichen kann, das ihn aber keineswegs reich machen wird. Aber es verlässt einen den gesamten Film über das Gefühl nicht, dass dies sehr magere Gründe sind die Familie zu verlassen und sein Leben aufs Spiel zu setzen.

    Auf seinem Weg, wird er von allen alleine gelassen und muss sich ganz in mythologischer Heldenmanier selbst durchkämpfen. Sein Gegenpart Ben Wade hat immer ein ganzes Rudel seiner Männer in der Nähe. Wie Wölfe lauern sie stets irgendwo in der Nähe, jederzeit bereit ihren Anführer zu befreien. Bestien nennt Ben sie selbst und nimmt sich selbst nicht davon aus. Dennoch alleine die Reflektion darüber, hebt ihn von den anderen ab.

    Seine Art wie er Aufmerksamkeit einfordert und trotz Handschellen als ein gleichwertiges Mitglied des Trupps der ihn zum Zug nach Yuma begleiten soll, gesehen werden will und auch wird, zeigt die Intelligenz dieses Mannes. Trotzdem ist er ein Psychopath. Ganz entfernt lässt Hannibal Lecter grüßen und wäre der nicht aus Osteuropa man könnte vermuten Ben Wade sei sein Ur-Ur-Urgroßvater. Die Freude am Verzehr von menschlichem Fleisch teilen sie nicht, dennoch die Eiseskälte wie sie fähig sind Menschenleben mit Alltagsgegenständen einfach auszulöschen.

    Wade ist kein stereotyper böser Mann, wie sie sonst in Western auftauchen, er hat psychologische Tiefe und erfährt am Ende eine interessante und glaubhafte Wendung. Eigentlich ist er jedem der Männer überlegen, die ihn begleiten. Er hätte mehr Gelegenheiten zur Flucht als er dann tatsächlich nutzt. Er scheint müde, gelangweit von seinem alten Leben und ist auch seinen eigenen Genossen weit überlegen.

    Todeszug nach Yuma erzählt nicht nur die hier beschriebene Geschichte, es geht auch um die Gründung der amerikanischen Zivilgesellschaft. Oft genug scheint die Moral und eine gerechte Justiz im Wilden Westen verloren zu gehen, wären da nicht Männer wie Dan, der immer wieder für Gerechtigkeit und freien Willen eintritt. Am Tisch der Familie wird gebetet - zu Gast sind der Gefangene Ben Wade und seine gemischte Begleitung - der kleine Sohn von Dan macht ihn darauf aufmerksam, nicht ohne das Gebet anzufangen zu essen, doch Dan und seine Frau erwarten das nicht, sie wollen niemanden bekehren, sie stehen nur einfach für sich und ihre Moral. Am Ende des Films wird ihre Charakterstärke fruchten, leider hat sie das in der Realität nicht immer.

    Fazit: Anspruchsvolles Westernremake, mit hervorragender Besetzung und einem einzigartigen psychologischen Spiel zwischen Farmer Dan und dem vielfach gesuchten Mörder Ben, die jeweils eine neue Seite in sich entdecken. Ein Duell auch zwischen Zivilisation und Wildem Westen.
  • Hochkarätiges Western-Remake, in dem „Gladiator“ Russell Crowe und „Batman“ Christian Bale, inszeniert vom „Walk the Line“-Regisseur James Mangold, ein psychologisch packendes Schauspiel-Duell austragen.

    Das 1957 mit Glenn Ford verfilmte Original „Zähl bis drei und bete“ basierte auf einer Kurzgeschichte von Elmore Leonard. Das Originalskript von Halsted Welles wurde nun von den beiden „2 Fast 2 Furious“-Autoren Derek Haas und Michael Brandt neu adaptiert. Der traditionell melancholische Ton der Moralfabel des klassischen Zusammenpralls von Gut und Böse (dessen Vertreter unter Verzicht von Schwarzweißmalerei unkonventionelle Charakterschattierungen aufweisen) ist weitgehend unverändert geblieben, modern aufgewertet wurde hingegen der Realismus der Actionszenen. Doch als größter Coup des stimmig-schön fotografierten Westerndramas erweist sich die Besetzung der beiden Hauptdarsteller, die derart hervorragend aufspielen, dass sie selbst eine gewisse Vertrautheit mit dem Stoff völlig vergessen machen.

    Dan Evans (Bale) ist ein verschuldeter Farmer am Rande des Ruins, der von seiner Frau (eine leider unterbeschäftigte Gretchen Mol) und seinem ältesten Sohn William als Versager angesehen wird. Als ihre Scheune niedergebrannt wird, wehrt sich der im Krieg verkrüppelte Evans nicht. Im Kontrast zu ihm nimmt sich der berüchtigte Bandenchef Ben Wade (Crowe) was er will, wie mit einem brutalen Geldkutschenüberfall demonstriert wird. Unerwartet wird er im Anschluss jedoch geschnappt und Scharfschütze Evans meldet sich für Wades Gefangenentransport ins zwei Tage entfernte Contention, um so 200 Dollar zu verdienen. Wade wird als faszinierender Zeitgenosse skizziert, der ebenso locker einen Mann umbringt, wie er charmante Komplimente austeilt oder aus der Bibel zitiert. Er betont, durch und durch schlecht zu sein, doch bei einem Apachenüberfall hilft er seinen Wächtern ihre Haut zu retten. Allerdings hindert dies Wade nicht zu versuchen zu entkommen und gleichzeitig ist ihnen seine hartgesottene Gang (angeführt von einem herrlich psychopathischen Ben Foster) auf den Fersen.

    Nach allerlei Konfrontationen, aufreibenden Nervenkrieg und der Entwicklung einer gewissen Sympathie zwischen Evans und Wade, kulminiert das Geschehen mit einem ausgedehnten Shootout à la „Zwölf Uhr mittags“.

    Neben der komplexen Charakterstudie, wartet die Story mit einem vielschichtigen Porträt des Wilden Westens auf, der so gegensätzliche Elemente aufweist, wie die beiden Protagonisten. Recht und Gesetzlosigkeit, Ehre und Schande, Tradition und Fortschritt (der nicht aufzuhaltende Eisenbahnbau), Verantwortungsgefühl und Freiheitsdrang bilden die Spannungsfelder, in denen sowohl die beiden Männer als auch die Ära definiert werden. Eine zusätzliche Dimension gibt es durch den schwelenden Vater-Sohn-Konflikt, da William seinen Vater zunächst für einen Feigling hält, den charismatischen Wade hingegen als glorreichen Outlaw anhimmelt. Letztlich geht es hier um den Ehrenkodex unter Männern, womit sich in der jüngeren Vergangenheit kaum einer besser als Clint Eastwood auseinandergesetzt hat. Und zu seinem Meisterwerk „Erbarmungslos“ dürfen hier durchaus Parallelen gezogen werden. ara.

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