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Fakten und Hintergründe zum Film "Tiger Team"

Kino.de Redaktion |

Tiger-Team - Der Berg der 1000 Drachen Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Für die Besetzung des TIGER-TEAMS wurde deutschland- und österreichweit gesucht. „Letztlich sind wir dann in Berlin fündig geworden“, erklärt die Produzentin Susanne Freyer die Entscheidung für Helena Siegmund-Schultze, Bruno Schubert und Justus Kammerer. Dabei ging es weniger darum, dass die drei dem Aussehen der Kinder in der Buchvorlage entsprechen, als bestimmte Eigenschaften zu repräsentieren. Oliver Berben erläutert: „Durch die Vorlage wussten wir, wie die drei Kinder sein sollten: das Mädchen hat diplomatisches Geschick, einer der Jungen kennt sich mit Technik gut aus, der Andere ist eher für den körperlichen Einsatz zuständig.“

„Es war ein langer Weg, die drei Tiger zu finden“, gibt Peter Gersina zu, „weil ich einfach die richtigen Kinder für die Rollen haben wollte, die das authentisch verkörpern, was das TIGER-TEAM ausmacht. Aufgeweckt, gewitzt, neugierig und mutig.“ Er hat die Entscheidung nie bereut. „Alle drei sind einzigartig, starke Persönlichkeiten - tolle Kinder! Und sie sind begabte Schauspieler, sensibel und doch diszipliniert, sie reagieren aufmerksam und unglaublich schnell, da reichten oft kleine Fingerzeige und sie wussten genau, was ich wollte.“ Auch Drehbuchautor Thomas C. Brezina ist begeistert: „Sie sind den Kindern der Bücher sehr ähnlich, nicht nur im Aussehen, sondern besonders im Charakter. Die drei sind ein Glückstreffer und ich bewundere ihre Disziplin und Ausdauer.“

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Das Bösewichterpaar wollte man von Anfang an prominent besetzen, allerdings zunächst nicht als Mutter-Sohn-Gespann. „Der Bösewicht Q war zunächst ein Mann“, erklärt Susanne Freyer, „aber wir waren mit keiner Besetzung wirklich glücklich. Und eines Tages kam Peter Gersina mit der Idee: ‚Was haltet ihr eigentlich davon, wenn der Böse eine Böse ist?’ Das fanden wir alle großartig.“ Bei der Figurenbeschreibung haben alle Beteiligten sofort an Iris Berben gedacht, die man sich perfekt in der Rolle vorstellen konnte. „Wir hatten natürlich die Hoffnung, dass wir da Unterstützung von Oliver Berben bekommen würden, der als Produzent der Constantin unser Partner in diesem Projekt ist und er fand es auch eine tolle Idee“, erläutert Susanne Freyer.

„Iris Berben bringt dieses Mondäne, dieses Kosmopolitische und die richtige Aura mit, so dass man ihr abnimmt, den weltgrößten Kosmetikkonzern zu führen“, erklärt Peter Gersina die Besetzung. „Und sie hat natürlich auch das Aussehen, das die Rolle glaubwürdig macht.“ Laut Oliver Berben musste sie „nicht lange überredet werden. Wer spielt nicht gern den Bösewicht?“ Und Susanne Freyer bestätigt: „Als sie dann das Buch gelesen hatte, war sie sofort Feuer und Flamme. Und diese Spielfreude sieht man ihr auch an. Es hat uns alle wahnsinnig gefreut, dass sie mit einer solchen Leidenschaft dabei war.“

Auf der Suche nach einem Sohn für Lady Q wurde man schnell bei Stipe Erceg fündig, weil er „eine gewisse Ähnlichkeit hat und man ihm dieses leicht Suspekte abnimmt“, wie Susanne Freyer erklärt. „Es ist sicher keine einfache Rolle, weil Munroe ein Loser ist, der gegen seine Mutter immer wieder verliert, und Stipe hat das toll gemacht. Da ist unterschwellig immer der Wunsch zum Aufbegehren zu spüren.“ Für Regisseur Peter Gersina wäre es „ein Fehler gewesen, für den unterdrückten Sohn einen Loser oder Waschlappen zu besetzen. Deshalb ist Stipe im Prinzip ein Haudegen und Macho. Dass Iris Berben sogar einen Sohn wie ihn komplett dominiert, macht die beiden zu einem starken und ungewöhnlichen Antagonisten-Paar.“ Und Oliver Berben ergänzt: „Man nimmt ihm wirklich ab, dass er ihr Sohn sein könnte. Und er ist ein wirklich großartiger Schauspieler, wie er uns schon in DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008) bewiesen hat. Er hat nicht viele Szenen, ist aber wahnsinnig prägnant.“

Bereits Monate vor den Dreharbeiten machte sich ein Team um den Szenenbildner Christian Eisele auf die Suche nach den passenden Drehorten. „Orte wie die Chinesische Mauer kann man nicht nachbauen“, stellt Susanne Freyer fest, „aber wir konnten aus Kostengründen nicht alles in China drehen und da hat sich Christian gemeinsam mit unseren Co-Partner Six-Six-Eight schon frühzeitig umgesehen. Wir haben uns schließlich für Vietnam entschieden, weil viele Landschaften und Motive dort sehr ähnlich sind.“

Besonders beeindruckend ist der Mondscheinpalast, der „komplett von Christian Eisele und seinem Team gebaut wurde“, so Susanne Freyer. Mit der Entscheidung für die Marble Mountains in Vietnam bei Da Nang konnten wir in engster Umgebung sowohl diverse Außenmotive, so z.B. ein altes Kloster, als auch mehrere gut zugängliche Höhlen nutzen“, erklärt Christian Eisele. „Es hatte etwas sehr Kathedrales und Erhabenes, sogar ohne Filmkulissen. Für uns boten sich ideale Bedingungen, um in diesen Kultstätten unseren Mondscheinpalast entstehen zu lassen. Das war alles durchaus aufwändig. In so einer Höhle ist ja keine Wand gerade wie in einem richtigen Studio. Vergebens wird man auch nach großem Eingangstor und Lichtschalter suchen. Aber genau das ist der Reiz, in so ein Originalmotiv zu bauen.“

Er erinnert sich an die Setarbeiten in Vietnam: „Die Leute dort arbeiten ganz anders, die haben oft nur eine Säge, einen Hammer und ein paar krumme Nägel, der Rest wird improvisiert. Man macht alles mit Übersetzer, weil kaum einer Englisch spricht, dadurch wird die Kommunikation wahnsinnig anstrengend. Wenn man dann aber selber mit anpackt und mit den Jungs Hand in Hand zusammenarbeitet, funktioniert es auch nonverbal mit Handzeichen und drei Brocken Englisch. Pläne werden nur als grobe Richtungsweisung empfunden, aber am Ende ist eine beachtliche Variante dabei herausgekommen.“

Peter Gersina war wichtig, dass die Bauten und Effekte so echt wie möglich wirken sollten. „Wir haben weitestgehend auf CGI verzichtet, weil wir unser Kinderabenteuer in der Wirklichkeit erzählen. Um ein großes Abenteuer zu erleben, muss man sich in keine computeranimierten Fantasiewelten flüchten.“ Und Szenenbildner Christian Eisele ergänzt: „Die Kulissen sind alle 1:1 in Originalgröße gebaut, die Türen, die Säulen, der Schwinghammer, der mechanische Roboter, alles echt. Das Feuer ist richtiges Feuer, alles bewegt sich real und ist nicht digital berechnet. Das gibt dem Film eine ganz andere Dimension, eine größere Glaubwürdigkeit.“ Produzentin Susanne Freyer ist voll des Lobs: „Das Team hat da Sensationelles geleistet, das sah auch live überwältigend aus. Auch viele andere Motive hat Christian so geschaffen. Er ist wirklich ein Zauberer.“

Die größte Herausforderung sei gewesen, „jeden Tag das Pensum zu schaffen, weil wirklich jeden Tag etwas nicht wie geplant ablief“, sagt Susanne Freyer. Doch auch einzelne Szenen hatten es in sich. „Sicherlich der Showdown in der Höhle. Spannend war auch die Szene in der Pandastation, weil bis zuletzt nicht klar war, ob wir die Pandas, vor allem die neugeborenen Pandababys, vor die Kamera bekommen und sie sich wie vorgesehen verhalten. Heikel war auch der Dreh an der Chinesischen Mauer, wo uns bei einem Unwetter fast das ganze Equipment weggeflogen ist.“

Kameramann Carsten Thiele sah die Aufgabe darin, „den speziellen Herausforderungen eines Drehs mit Kindern in fernen fremden Ländern mit möglichst großer Flexibilität zu begegnen.“ Augenzwinkernd fügt er hinzu: „Ich hätte viel dafür gegeben, uns Deutsche einmal aus der ganz subjektiven Sicht der Chinesen und Vietnamesen zu erleben. Ich wäre bestimmt sehr erstaunt und befremdet gewesen…“ In diesen Teilen Asiens zu drehen heiße, sich von allen vertrauten Arbeitsweisen zu verabschieden, erklärt Thiele weiter. „Es ist nicht nur die schwierige Kommunikation, sondern eine völlig andere Art zu denken, zu planen und zu handeln. So oft ich damit zu kämpfen hatte - heute sehe ich es als eine große Bereicherung, bei diesem Film mit ganz anderen Problemen als bei ‚westlichen’ Produktionen konfrontiert gewesen zu sein.“

Oliver Berben stellt dazu fest: „Natürlich ist es schwierig, einen Stoff in drei verschiedenen Ländern zu drehen, in denen man zum Teil weder Sprache noch Bräuche wirklich gut kennt, noch dazu mit Kindern. Es ist ein Projekt, bei dem eine Menge von Dingen zusammengekommen sind, die man in Filmen tunlichst versucht zu vermeiden.“ Und der österreichische Produzent Hans Ponsold ergänzt: „Wir hatten mit den kulturellen Unterschieden und vor allem mit den Sprachbarrieren hin und wieder Schwierigkeiten. Es ist ja so, dass die Dolmetscher vor Ort nicht immer 1:1 übersetzen, was leicht zu Missverständnissen führen kann … Abgesehen davon machte die enorm hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen, die jeden Dreh in eine Art Sauna-Gang verwandelt hat.“

Wer kam am besten damit klar? Na, klar: die drei Tiger. „Die Kinder waren eigentlich die Fittesten“, erinnert sich Susanne Freyer. „Während gegen Ende in China viele Erwachsene über die Hitze stöhnten, waren die drei gut drauf und haben sich lustig gemacht: ‚Hey, nicht einschlafen, Leute!’ Die hatten sich prima akklimatisiert und auch wenn es sicher anstrengend war, haben sie das Abenteuer doch sehr genossen.“

Interview mit dem Tiger Team

Wie habt Ihr vom TIGER-TEAM-Film erfahren?

Justus: Die Filmproduktion hat eine Beschreibung der Rollen an unsere Agentur geschickt und die hat uns dann zum Casting geschickt.

Wie habt Ihr die Castingleute überzeugt, dass Ihr genau die richtigen seid?

Bruno: Erstmal muss man sich selber überzeugen, dass die Rolle zu einem passt und dann kann man die anderen überzeugen.

Helena: Glück gehört sicher auch dazu.

Bruno: Ich habe die Rollenbeschreibung gelesen und dachte: Ja, haut doch hin. Patrick ist manchmal so der tollpatschige Typ, sportlich und mit viel Humor. Das passt ganz gut.

Helena: Bei mir war es ähnlich. Die Beschreibung hat gepasst. Biggi ist sehr selbstbewusst und das bin ich auch meistens.

Justus: Ich habe mich auch schon immer für Wissenschaft interessiert, habe viele Sachbücher zuhause.

Kanntet Ihr die TIGER-TEAM Bücher?

Bruno: Ich habe mal eins gelesen.

Justus: Ich habe eins gelesen, als ich von dem Film erfahren habe. Nach den Dreharbeiten hat Thomas Brezina jedem von uns ein Buch geschenkt.

Bruno: Mit einer persönlichen Widmung!

Ihr habt in Vietnam und China gedreht. Wie hat es euch da gefallen?

Helena: Das Essen war echt gewöhnungsbedürftig!

Bruno: Vietnam war das schönste Land, wir hatten Bungalows direkt am Meer, das war traumhaft. China dagegen war viel moderner, mit Hochhäusern und Hightech.

Justus: Das Hotel in Peking, in dem wir auch gedreht haben, war richtig luxuriös, mit ganz viel Glas und alles glatt poliert.

Helena: Und ein riesiges Fenster, aber wegen dem Smog konnte man leider nicht viel sehen. Trotzdem hat mir China viel besser gefallen, weil man in Vietnam so wenig unternehmen konnte, in Peking gab es viel mehr zu erleben.

Justus: In Vietnam konnten wir in der freien Zeit am Strand liegen, Sandwich oder Pizza bestellen und faulenzen. In Peking sind wir zum Beispiel auf einen Nachtmarkt…

Helena: …und haben Heuschrecken gegessen! Neben uns stand ein chinesisches Mädchen, das machte nur: „Iiih!“

Bruno: Ich fand die lecker. Die Beine waren total kross. Als ich mit Cheng auf dem Fischmarkt gedreht habe, war es total extrem. Nach zwei Minuten hat mein Geruchssinn schlapp gemacht, ich habe nichts mehr gerochen. Die haben da Tiere in Käfigen gehalten, Schildkröten und so, und sie dort auch direkt zubereitet, ihnen die Köpfe ausgequetscht und…

Justus: Das wollen wir gar nicht so genau wissen!

Was habt Ihr bei den Dreharbeiten erlebt?

Bruno: Das Besondere war die Umgebung. Vor allem der Mondscheinpalast im Berg der 1000 Drachen, der in den Marmorbergen in Vietnam nachgebaut war.

Justus: Das war echt beeindruckend, was die da alles aufgebaut haben. Der Thronsaal mit den Säulen zum Beispiel.

In der Höhle gab es ja auch viele Gänge…

Bruno: Wir sind da auch mit Taschenlampen rein und sind überall rumgeklettert. Zum Glück haben sie uns erst nachher gesagt, dass es da überall Käfer und so gibt. Sonst hätten wir uns da nicht reingetraut.

Was fandet Ihr am aufregendsten?

Bruno: Ich fand den Dreh an der Chinesischen Mauer toll. Da bin ich im Brautkleid und mit Stöckelschuhen herumgelaufen. Das hätte ich mir vorher auch nicht gedacht!

Hast Du dafür lange trainiert?

Bruno: Am Anfang war es etwas wackelig, aber dann ging es. Das Problem waren nur am Schluss die Blasen an den Füßen. Ich habe mich früher im Kindergarten auch gerne verkleidet.

Auf der Chinesischen Mauer gab es noch eine spektakuläre Szene. Als Helena von Zinne zu Zinne springt.

Helena: Stimmt! Dahinter waren aber kleine Podeste, die man nicht gesehen hat. Nur waren die schmaler als die Zinnen, das war gar nicht so einfach. Zum Glück war ich mit einem Seil gesichert.

Hattest Du Bammel?

Helena: Nein. Aber Peter, unser Regisseur, hat runtergeguckt und meinte: „Das ist aber ganz schön hoch! Fühlst du dich wirklich sicher?“ Ich glaube, er hatte da mehr Angst als ich.

In Wien habt Ihr am Prater gedreht. Wie war’s in der Geisterbahn?

Helena: Bei der Geisterbahn sollten wir immer nur ein Stück fahren, aber dann haben sie sie nicht zum anhalten bekommen und wir mussten die ganze Tour fahren, zwei, drei Mal.

Bruno: Einmal wollte Peter uns erschrecken und ist auf so einen Knopf getreten, der bei einer geköpften Puppe einen fürchterlichen Schrei auslöst. Ich habe fast einen Herzinfarkt gekriegt!

Justus: Peter ist echt lustig. Aber er hilft einem auch total beim Spielen. Er erklärt einem jede Szene und verrät Tricks, woran man beim Spielen denken muss.

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es einen solchen Mondscheinpalast wirklich gibt?

Bruno: Ich hoffe schon! Und es ist doch auch toll, dass es noch Orte gibt, die wir nicht bis in den letzten Winkel kennen, die noch nicht entdeckt und erforscht sind.

Habt Ihr selbst detektivisches Gespür?

Bruno: Ich habe früher mal Detektiv gespielt, aber heute nicht mehr.

Helena: Ich werde vor allem in meinem Zimmer zur Detektivin, weil ich dauernd nach Gegenständen suchen muss. Ordnung ist das halbe Leben, aber ich lebe die andere Hälfte.

Justus: Ich suche nicht – ich warte so lange, bis sich die Dinge von selbst zu erkennen geben.

Interview mit Iris Berben

Es macht großen Spaß, Ihnen dabei zuzusehen, wie Sie die fiese Lady Q spielen – weil es Ihnen so viel Spaß gemacht hat, mal vor der Kamera richtig böse sein zu dürfen?

Richtig böse bin ich sicher schon einige Male gewesen in den 40 Filmjahren, aber dieses Mal hat es mir besonders Spaß gemacht. Jede Rolle, die einem so was bietet wie die Q – Größenwahn, Macht, Infamie – und das dann überspitzt spielen zu können, ist natürlich immer eine Freude. Der Regisseur Peter Gersina sagte mir, ich sollte mir die Frau wie einen Bösewicht bei James Bond vorstellen und im Aussehen haben wir uns dabei ein bisschen an Dita von Teese orientiert.

Wie war die Zusammenarbeit mit Peter Gersina?

Er ist ein ungeheuer genauer Regisseur, der eine besondere Spielfreude vermittelt, dabei aber nie die Zügel locker lässt. Er hat seine Vorstellung und geht keine Kompromisse ein. Man merkt ihm aber auch an, dass es ihm eine fast diebische Freude bereitet, seine Figuren in ihren Situationen und Konstellationen zu beobachten.

Ihre Figur ist eine einflussreiche Geschäftsfrau, die sich sehr für chinesische Kunst und Kultur interessiert. Haben Sie als Vorbereitung viel recherchiert?

Ja, aber gar nicht so sehr wegen der Rolle. Chinesische Kunst habe ich schon all die Jahre gesammelt, so weit ich es mir leisten konnte. Was es da im Land an Kunst und Kultur zu entdecken gab, war auch mein ganz privates und persönliches Interesse. Ich bin außerhalb der Dreharbeiten oft auf Erkundungstouren gegangen, habe mir die Verbotene Stadt angesehen und ein China kennen gelernt, das ich bis dahin nicht kannte. Ich finde das spannend, mich bereichert das. Und diese Erfahrungen versuche ich dann auch in die Rolle einfließen zu lassen.

Lady Q ist eine leidenschaftliche – und sehr gute – Schwertkämpferin. Wie war der Dreh dieser Szenen?

Gar nicht so einfach für mich! Ich bin ja nicht mehr 25 und meine Ausbildung im Schwertkampf hat erst da begonnen. Das war Knochenarbeit für mich, aber auch eine besondere Erfahrung. Ich hatte das Glück, Leute um mich zu haben, die mit mir geprobt und geübt haben und auch mein Lebensgefährte, der Stuntman ist, hat mich sehr unterstützt.

Kannten Sie die Kinderbuchreihe von Thomas C. Brezina vorher?

Ich kannte sie vorher nicht. Nun ist mein Sohn aber auch aus dem Alter raus, damals gab es andere Kinderbücher. Ich war verblüfft, was für ein ungeheurer Erfolg die Reihe im asiatischen Raum ist.

Wie war die Zusammenarbeit mit den drei Kinderdarstellern?

Mit Kindern zu arbeiten ist anstrengend, da ist eine besondere Sorgfalt notwendig. Peter Gersina hat sie als Regisseur wunderbar geführt und die drei haben einfach das Potential mitgebracht. Man muss mehr Geduld und einen längeren Atem haben, sie haben einen anderen Rhythmus, sind schneller erschöpft, aber oft wird man auch dafür belohnt. Es ist spannend zu sehen, wie direkt und unverstellt sie oft spielen.

Waren Sie selbst als Kind auch so neugierig und aufgeweckt?

Das war ich sicherlich. Ich war neugierig und wollte an der Welt teilnehmen, meinen Beitrag leisten. Ich hatte zum Beispiel einen Klub der guten Taten. Das ist mir alles nicht fremd. Das so auszuleben wie die drei in China hätte ich mir natürlich auch gewünscht!

Wie war die Zusammenarbeit mit Stipe Erceg, der im Film Ihren Sohn spielt?

Klasse! Ein sehr talentierter, sehr eigenwilliger Schauspieler, den ich außerordentlich schätze.

Ihr Sohn Oliver Berben ist bei TIGER-TEAM Produzent. Wie kann man sich Ihre Kollaboration vorstellen?

Sehr professionell und auf Augenhöhe. Da spielt nichts anderes eine Rolle. Der einzige Unterschied ist, dass wir viel schneller und direkter über Projekte sprechen können. Da ist ein großes Vertrauen da, weil wir beide wissen, dass wir den Beruf auf sehr ähnliche Weise definieren und mit aller Ernsthaftigkeit und Leidenschaft dabei sind.

Sie sind für eine immense Bandbreite an Rollen bekannt – von den großartigen Sketchen mit Diether Krebs in „Sketchup“ über große Epen wie zuletzt „Buddenbrooks“ bis zu politischen Dramen wie „Es kommt der Tag“. Wie unterscheiden sich die Projekte schauspielerisch?

Eigentlich gar nicht. Die Arbeit ist immer die gleiche und die Ernsthaftigkeit bei der Arbeit ist immer die gleiche. Das Komische bei „Sketchup“ mag eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlen, aber die hat es überhaupt nicht. Da ist Präzision und Genauigkeit gefragt und – von Talent mal abgesehen – unterscheidet sich die rein schauspielerische Arbeit überhaupt nicht. Ob Kinderfilm, Komödie oder Politdrama: Das Erarbeiten und die Herstellung sind immer gleich. Und ich freue mich über die Vielfalt und über die Angebote, die mir ermöglichen, in so unterschiedlichen Gattungen zu arbeiten.

Interview mit Stipe Erceg

Sie sind vor allem für extreme Rollen in Filmen wie DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI oder DER BAADER MEINHOF KOMPLEX bekannt. Was hat Sie an einem Kinderfilm wie TIGER-TEAM gereizt?

(lacht) Zwei Monate Asien! Aber im Ernst: Vor allem die Möglichkeit, einen Abenteuerfilm zu drehen, die bekommt man nicht oft. Und ich mag die Rolle. Sie ist klein, präzise und es ist ein Bösewicht. Das fand ich spannend: Wie spielt man einen Bösewicht in einem Kinderfilm? Erst vor ein paar Tagen war ich mit meinen Kindern im Theater, in einem Stück für Kinder ab zwei Jahren. Und mein vierjähriger Sohn hat sich so gefürchtet, dass er gehen wollte. Da muss man eine Balance finden, ohne sich selbst zu verraten. Der Bösewicht in Kinderfilmen ist oft ja ein bisschen deppert, damit die Kinder über ihn lachen, wenn er eins auf den Deckel kriegt. Das wollte ich nicht machen. Das ist eine Gratwanderung.

Sie bereiten sich immer sehr intensiv auf Ihre Rollen vor, verkörpern sie geradezu. Wie haben Sie sich in Munroe, den stets unterschätzten Sohn im Schatten seiner Mutter Q, verwandelt?

Wir haben uns da äußerlich an der Modewelt orientiert, an diesen metrosexuellen Figuren unserer Zeit. Diese Trendleute, die sehr präsent in den Medien sind und die dadurch Macht ausstrahlen. Ich hatte keinen bestimmten Promi als Vorbild, Beckham oder so, aber das mache ich eh nie. Ich suche da eher bei mir, um einen Zugang zu meinem eigenen Machtbedürfnis, zu meiner eigenen Grausamkeit zu finden.

Was sind Ihre Erinnerungen an den Dreh in China und Vietnam?

Es war heiß und feucht. Aber ich habe das ganz gern, man muss sich halt darauf einlassen. Ich war sehr überrascht, wie unterschiedlich die Kulturen sind. Ich dachte immer, Asien ist Asien. Aber in China spürt man das Selbstbewusstsein einer Jahrtausende alten Kultur. Sie wissen, wer sie sind und begegnen dir auf Augenhöhe. In Vietnam ist man eher der Exot. Aber in beiden Länder wird Freundlichkeit absolut groß geschrieben. Ich fühlte mich in jeder Sekunde willkommen.

Wie war die Zusammenarbeit mit Iris Berben?

Meine Mutter! Total entspannt. Ich habe wahnsinnig gern mit ihr zusammengearbeitet. Sie ist eine Ikone, aber sie hat so gar nichts von einer Diva. Das finde ich bewundernswert, so lange im Geschäft zu sein und sich so eine Menschlichkeit und Normalität zu bewahren. Ich erinnere mich an einen Tag, als wir bei 40 Grad am Fluss drehten und sie musste Handschellen tragen und hat die Szene 30, 40 Mal gespielt und sich schon total an den Handgelenken aufgerieben. Und dann ließ sie sich auch noch aufs Boot werfen und wollte alles selber machen. Da kenne ich Leute aus meiner Generation, die sich dafür zu schade sind. Großen Respekt. Es gibt leider viel zu wenige wie sie, die den Beruf so ernst nehmen.

Wie war der Dreh mit den Kindern?

Gut! Ich fand beeindruckend, wie diszipliniert man mit 12 Jahren sein kann. In dem Alter wusste ich noch nicht, dass ich schauspielern will, das wusste ich noch nicht mal mit 20. Und bei Dreharbeiten mit 30 Grad im Schatten und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit fällt es schon mir schwer, die Konzentration zu behalten. Und die drei waren fast jeden Tag dran!

Interview mit Peter Gersina (Regie & Drehbuch)

Zu welchem Zeitpunkt kamen Sie zum TIGER-TEAM?

Ich habe mich früh sowohl mit der deutschen Produzentin Susanne Freyer von der ndF, als auch mit dem Autor Thomas Brezina und dem österreichischen Produzenten Hans Ponsold getroffen. Beide Treffen waren sehr nett und konstruktiv.

Kannten Sie die Bücher vorher?

Mein Sohn kannte sie, ich noch nicht. Ich war aber sofort von der Geschichte angetan, das Kinderfilmgenre reizt mich generell, insbesondere der Kinder-Abenteuerfilm. Nicht nur, weil ich selber drei Kinder habe, sondern weil ich hier eine echte Marktlücke sehe. Als Abenteuer-Filme gelten derzeit nur 50 Millionen Dollar teure Superheldenaction oder aufwendige Fantasy-Geschichten aus Hollywood. Was meiner Meinung nach dabei zu kurz kommt, sind völlig normale Kinder, die das Herz am rechten Fleck haben und mit Mut und Intelligenz ein großes, echtes Abenteuer im Hier und Jetzt bestehen. Es ist merkwürdig, dass Kindern vorgegaukelt wird, toll ist nur, wenn einer Superkräfte hat oder wenn im Rahmen einer Geschichte halbe Großstädte ruiniert werden. Statt Kindern mal zu zeigen, dass die größten Abenteuer, die sie selber bestehen könnten, in der Wirklichkeit auf sie warten, um die Ecke sozusagen – in ihrem eigenen Leben. Und, dass jeder etwas Besonderes vollbringen kann. Du musst dich nur trauen. Geh hinaus und entdecke die Welt!

Spielt die Geschichte deshalb in China?

Wir leben in einer globalisierten Welt, aber Kindern wird nur selten gezeigt, wie es woanders zugeht, aussieht, wie Menschen anderswo leben. Reisen, fremde Kulturen, die Entdeckung von Unbekanntem und Neuem soll fester Bestandteil der Tiger-Team-Reihe sein.

In welchem Stadium war das Drehbuch?

Es gab einen ersten Entwurf, bzw. den Roman. Thomas Brezina und ich haben uns dann hingesetzt und gemeinsam mit den Produzenten das Buch ausgearbeitet, es filmischer gemacht: Motive, Tempo, Rhythmus, aber auch inhaltlich.

Was war im Vorfeld die größte Herausforderung?

Mit einem überschaubaren, europäischen Budget einen Film hinzubekommen, der Stand hält mit den amerikanischen Großproduktionen. Und passende Motive im asiatischen Raum zu finden, wie zum Beispiel den unterirdischen Palast. Die entscheidende Frage war da: Suchen wir einen Palast und bauen die Höhle drumherum oder finden wir eine Höhle und bauen uns einen Palast hinein? In China lagen die Motive tausende Kilometer auseinander, wir haben ja nicht nur in Beijing gedreht, sondern auch in einer weit entfernten Pandastation und in Szechuan, der letzten Provinz vor Tibet. Man muss permanent rechnen, wie man mit dem vorhandenen Geld die Realisierung des Projekts sicherstellen kann. Die Vorbereitung muss perfekt sein, erst recht, wenn man mit Kindern dreht und mit vielen Actionsequenzen, sonst hat man keine Chance. Die Aufgabe unter zum Teil schwierigen Dreh-Bedingungen war oft, das Unmögliche möglich zu machen. Auf der Chinesischen Mauer drehen? Unmöglich! Es sei denn für 25.000 Dollar am Tag. Da muss man dann flexibel sein und sich was Besonderes einfallen lassen… Gegen alle Widerstände und Schwierigkeiten etwas Gutes hinzukriegen, das ist die Herausforderung, fördert reichlich Adrenalin und macht mir Spaß.

Wie inszeniert man ein Detektivabenteuer kindgerecht?

Das muss gerade bei Kindern alles logisch sein, die sind die ersten, die dich darauf hinweisen, wenn etwas nicht stimmt. Wenn ich mit meinem Sohn etwas im Fernsehen sehe, verdreht er beim kleinsten Fehler die Augen. Jeder Schritt muss begreifbar und nachvollziehbar sein. Außerdem finde ich Gewalt, nur um die Geschichte aufzupeppen, extrem unnötig. Spannung und Action kommen wunderbar auch ohne brachiale Mittel aus. Und Humor ist ganz wichtig! Eine trocken platzierte Pointe zündet bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. Die sind so viel wacher und aufnahmebereiter als manch einer denkt!

Interview mit Thomas C. Brezina (Drehbuch)

TIGER-TEAM ist eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Kinderbuchreihen. Was macht ihren Reiz aus?

Die Abenteuer sollten ein Detektivbüro in der Westentasche werden: Starke Freunde, spannende Abenteuer und Fälle und immer die Möglichkeit, mitzuraten. Die Krimis haben alle etwas Fantastisches, etwas, das jedes Kind gerne erleben würde. Alltagskriminalität lasse ich aus, doch die Abenteuer sind beschrieben, als könnten sie auf jeden Leser schon hinter der nächsten Hausecke warten.

Wie entstand die Idee einer Verfilmung?

Mein langjähriger Agent Hans Ponsold hatte die Idee zur Verfilmung des Abenteuers BERG DER 1000 DRACHEN. Er wollte einen Fall produzieren, der nicht nur in Europa spielt, sondern auch in China, wo das TIGER-TEAM rasend beliebt ist.

Wie kam das Projekt dann konkret zustande?

Hans Ponsold hat daran geglaubt und gemeinsam mit Frank Piscator von der ndF viele Partner ins Boot geholt, um ein Budget aufzustellen, das einen starken Film ermöglicht. Er hat eine enorme Überzeugungskraft.

Worauf haben Sie beim Schreiben des Drehbuchs geachtet?

Zum Glück schreibe ich seit 25 Jahren Drehbücher für TV und auch Film und deshalb ist mir die Unterschiedlichkeit der Medien klar. Wichtig war, eine Filmgeschichte zu schaffen, zu der hoffentlich keiner sagt: Das Buch war besser. Die Filmgeschichte basiert auf einem Buch und trotzdem sehr anders. Eben Film.

Wie unterscheidet sich der Film von den Büchern?

Der Fokus liegt stärker auf der Geschichte, den Personen und Schauplätzen und weniger auf der Interaktivität, die die Bücher bieten.

Wie erzählt man Detektivgeschichten kindgerecht?

Meine Regel: Die Geschichte sollte etwas abgehoben von der Realität sein und die Kinder sollten niemals in die Schrecklichkeiten verwickelt werden, die wir jeden Tag in der Zeitung lesen. Gewalt ist für die Helden niemals eine Lösung! Nie! Die Übermacht der Gegner aber tricksen sie auf ungewöhnliche Art und Weise aus, durch viel direkteres Denken, das Kinder haben. Wichtig ist die Spannung, das Geheimnis, das Abenteuer.

Wann kam Regisseur Peter Gersina an Bord?

Er war eine Empfehlung und gleich die erste Begegnung ist sehr angeregt und gut verlaufen. Ich halte es immer für gut, wenn Familienfilme von Leuten gemacht werden, die vorher vor allem Erwachsenenproduktionen gemacht haben. Kinder orientieren sich immer nach oben.

Inwieweit waren Sie bei der Wahl der Besetzung involviert? War es wichtig, dass die drei Film-Kinder dem TIGER-TEAM Ihrer Bücher möglichst ähnlich sein sollten oder sind sie eine eigene Version?

Sie sind den Kindern der Bücher sehr ähnlich, nicht nur im Aussehen, sondern besonders im Charakter. Die drei sind ein Glückstreffer und ich bewundere ihre Disziplin und Ausdauer. Zusätzlich sind alle drei herzliche und lebensfrohe Menschen, was ich besonders schätze.

In China sind Ihre Bücher erfolgreicher als HARRY POTTER. Wird der Film dort auch die Herzen der Kinder erobern?

Das hoffe ich. Mir wurde erzählt, dass in China nur wenige ausländische Filme in die Kinos kommen. Der TIGER-TEAM-Film ist ein Fixstarter neben Blockbustern aus den USA und wird in hunderten Kinos laufen. Eine große Auszeichnung schon jetzt.

China spielt auch eine wichtige Rolle als Schauplatz im Film. Was ist Ihr persönliches Verhältnis zu Asien?

China habe ich durch den Erfolg der TIGER-TEAM-Bücher kennengelernt, als ich dort zweimal auf einer großen Lesetour eingeladen war. Wir haben – meiner Ansicht nach – ein ziemlich falsches Bild von China. Es ist ein hochmodernes Land, wo aber alte Weisheiten noch immer hochgehalten und immer weitergetragen werden. Menschen in China wissen übrigens über Europa wesentlich genauer und besser Bescheid, als umgekehrt. Die Lebensfreude der Chinesen ist sehr wohltuend. Gejammert scheint dort kaum zu werden, was ich so mitbekommen und erfahren habe.

Dürfen wir uns auf weitere Leinwandabenteuer des TIGER-TEAMS freuen?

Ja, wenn es nach mir geht. Auf jeden Fall habe ich bereits zwei neue Bücher geschrieben, die die Vorlagen für weitere Filme sein werden.

Interview mit Susanne Freyer

Wie kamen das Projekt und die Kooperation mit Family Pictures und Constantin Film zustande?

Es gab schon lange einen Kontakt zwischen meinem Kollegen Frank Piscator, der vor allem Animationsfilme macht, und Family Pictures und da stand auch mal im Raum, das TIGER-TEAM als Animationsfilm zu machen, aber der Wunsch war eigentlich immer, den Stoff als Realfilm zu verwirklichen. Vor zwei Jahren haben wir uns dann entschieden, es endlich anzupacken. Ich habe mich dann mit Hans Ponsold von Family Pictures und dem TIGER TEAM-Autor Thomas C. Brezina getroffen und wir haben gemeinsam beschlossen, dass Thomas eine erste Drehbuchfassung schreibt, was er dann auch sehr schnell getan hat. Er hat dafür den Stoff auf unsere Möglichkeiten in China umgeschrieben, so dass wir auch dort drehen konnten. Das lag zum Einen daran, dass China einfach cool ist und als Filmkulisse noch nicht so durchgenudelt wie viele andere Länder und zum Anderen natürlich daran, dass die TIGER-TEAM-Reihe in China immens populär ist, die Bücher haben dort eine riesige Fangemeinde. Diesen Sympathiebonus wollten wir nutzen, um dort drehen zu können und auch, um den Film dort ins Kino zu bringen.

Wann kam Peter Gersina an Bord?

Wir haben parallel schon überlegt, wer einen solchen Stoff umsetzen kann und auch in der Lage ist, sich das Drehbuch so zurecht zu legen, dass es vor Ort in China zu realisieren ist. Weil Peter Gersina sowohl ein guter Drehbuchautor als auch Regisseur ist, haben wir uns mit allen Partnern sehr bald auf ihn verständigt. Peter hat dann nach Kenntnis der Drehmotive vor Ort und der Besetzung zusammen mit Thomas das Buch weiterentwickelt und angepasst.

Was sind die besonderen Herausforderungen bei einem Dreh in Asien?

Vietnam ist kein Filmland, es gibt kaum Infrastruktur. Wir hatten eine Serviceproduktion vor Ort, aber die hatten keine Erfahrung mit großen, internationalen Produktionen. Da gab es natürlich Anlaufschwierigkeiten, aber sie waren sehr offen und lernbegierig und haben sich vieles schnell angeeignet. In China ist es schwieriger gewesen, weil dort eine deutlich andere Mentalität herrscht. Man merkt, dass die Leute nicht gewohnt sind, Verantwortungen zu übernehmen und deshalb auch nicht wirklich verstehen, was es bedeutet, wenn man eine Stunde zu spät ans Set kommt. Es ist schwierig sich zu verständigen, sprachlich und auch kulturell. Es ist nach wie vor so, dass die Asiaten ungern nein sagen. Das wäre ein Eingeständnis von Schwäche. Etwas nicht zu können, gibt niemand zu und das führt dann zu vielen Missverständnissen. Aber daraus lernt man ja auch und vielen Problemen könnte man bei einer Fortsetzung jetzt vorbeugen.

Interview mit Hans Ponsold

Wie kam das Projekt zustande?

Thomas Brezina, Frank Piscator und ich hatten schon länger die Idee, ein gemeinsames Projekt zu machen und das TIGER-TEAM-Thema hat uns gleichermaßen fasziniert. Da die Fangemeinde von Thomas Brezina in China derart groß ist, war es nahe liegend, die Geschichte auch dort spielen zu lassen und so bot sich das Abenteuer BERG DER 1000 DRACHEN als Grundlage für das Drehbuch an.

Wann kam Peter Gersina an Bord? Was war für seine Wahl ausschlaggebend?

Seine glühenden Augen (lacht)! Bei unseren ersten Gesprächen strahlte Peter Gersina eine derartige Begeisterung aus, konnte seiner Affinität zu den Themen „Abenteuer“ und „Kinder“ mitreißend Ausdruck verleihen, dass ganz schnell klar war, ihn an Bord zu nehmen.

Worauf haben Sie bei der Besetzung des TIGER-TEAMS geachtet?

Wir haben uns beim Casting gefragt: „Verkörpert dieses Team jenes TIGER-TEAM, das wir aus den Büchern kennen?“ Die Identifikation, die Wiedererkennung für die Leserinnen und Leser war uns sehr wichtig – und natürlich die schauspielerischen Qualitäten der Darstellerinnen und Darsteller.

Thomas C. Brezinas Bücher sind in China erfolgreicher als HARRY POTTER. Planen Sie auch einen Filmstart dort?

Ja, natürlich – im Juni, wenn das TIGER-TEAM in China ins Kino kommt. Es werden ja in China fürs Kino nur zehn bis 15 ausländische Filme genehmigt – einschließlich US-Filmen wie etwa „2012“. Dass wir mit dem TIGER-TEAM in diese Quota inkludiert werden, war für uns anfangs eine große Hürde. Diese überwunden zu haben, freut uns natürlich sehr.

Interview mit Oliver Berben

Der Film war Ihnen eine Herzensangelegenheit, warum?

Zuallererst weil es ein Kinderfilm ist und ich zum ersten Mal als Produzent ein solches Projekt von der Entwicklung bis zur Fertigstellung begleitet habe. Und zum anderen, weil ich selbst einen 10-jährigen Sohn habe, der die TIGER-TEAM-Bücher kennt. Er war mir da eine Kontrolle und Gradmesser.

Wie kam das Projekt zustande?

Die ndF hatte den Stoff mit dem Buchautor Thomas Brezina entwickelt und kam damit auf uns zu. Mich hat daran fasziniert, dass die Geschichte aus Sicht der Kinder erzählt wird und natürlich das Exotische. Sie erleben ja nicht einfach ein Abenteuer, sondern tun das in fremden Kulturen, das zieht sich durch alle Geschichten. In unserer globalisierten Welt finde ich es toll, dass schon in Kindergeschichten Verständnis und Lust an fremden Ländern und Kulturen geweckt wird. Mir hat auch gefallen, wie sich hier Kinder gegen Erwachsene durchsetzen und die wahren Helden sind.

Was war für die Wahl Peter Gersinas als Regisseur ausschlaggebend?

Er hatte schon mit MÄDCHEN, MÄDCHEN 2 – LOFT ODER LIEBE (2004) bewiesen, dass er mit Jugendthemen gut umgehen kann. Und er ist ein unglaublicher Kämpfer. Bei einem Film mit solch exotischen Drehorten und Ländern muss man schon jemand haben, der ein solches Projekt durchziehen kann. Ich kann relativ sicher sagen, dass ohne ihn dieser Film so nicht entstanden wäre. Die Drehbedingungen waren alles andere als einfach, wir haben oft in Gegenden gedreht, in der es buchstäblich keine Infrastruktur gab. Da wurde dem Team sehr viel abverlangt, auch sprachlich und klimatisch.

Wie erzählt man Detektivabenteuer kindgerecht?

Man muss es ernst nehmen. Es ist ein Riesenirrtum zu glauben, Kinder verstehen das noch nicht. Das würden sie einem nicht verzeihen. Die Perspektive, aus der erzählt wird, ist die der Kinder. Und sie müssen cool sein, für die Kinder im Kino sollen die auf der Leinwand Idole sein, die sie als Freunde haben wollen.

Constantin ist mit Serien wie DIE WILDEN HÜHNER und VORSTADTKROKODILE führend im Kinder- und Jugendfilmbereich. Welchen Stellenwert hat dieses Segment oder Genre?

Einen sehr hohen. Für uns sind Kinder und ihre Eltern schon seit Jahren ein ganz maßgebliches Publikum. Das hat bei Constantin eine lange Tradition und wir können auf einen Erfahrungsschatz und Mitarbeiter zurückgreifen. Und wir haben in der deutschsprachigen Literatur einfach tolle Kinder- und Märchenbücher, von Erich Kästner bis Thomas C. Brezina. Und wir alle kennen diese Geschichten aus der eigenen Kindheit.

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