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This World, Then the Fireworks

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Filmhandlung und Hintergrund

Zeit seines Lebens fand Jim Thompson niemanden, der seine Shortstory „This World, Then the Fireworks“ veröffentlichen wollte. 1955 geschrieben, galten die darin enthaltenen Themen Inzest und Sado-Masochismus dreißig Jahre lang als zu kontrovers. Nun adaptierte der junge Filmemacher Michael Oblowitz die rabenschwarze Geschichte vom mordenden Zwillingspärchen fürs Kino - und drehte einen ebenso gewagten wie brillanten...

Das traumatische Erlebnis, mit ansehen zu müssen, wie der eigene Vater den Mann seiner Geliebten tötet, schweißt die Zwillinge Marty und Carol noch enger zusammen. Im Jugendalter beginnen die beiden ein inzestuöses Verhältnis. Dann zieht Marty nach Chicago, heiratet und wird Journalist. Nachdem er sich mit der dortigen Polizei angelegt hat, kehrt er in sein Heimatstädtchen zurück, wo sich seine Schwester als Prostituierte über Wasser hält. Die alte Liebe der Geschwister flammt wieder auf. Um die gemeinsame Zukunft auch finanziell zu sichern, gehen die beiden über Leichen.

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Kritikerrezensionen

  • Zeit seines Lebens fand Jim Thompson niemanden, der seine Shortstory „This World, Then the Fireworks“ veröffentlichen wollte. 1955 geschrieben, galten die darin enthaltenen Themen Inzest und Sado-Masochismus dreißig Jahre lang als zu kontrovers. Nun adaptierte der junge Filmemacher Michael Oblowitz die rabenschwarze Geschichte vom mordenden Zwillingspärchen fürs Kino - und drehte einen ebenso gewagten wie brillanten Film noir, der wie kaum eine Thompson-Verfilmung zuvor den atemlosen, düster-erotischen Stil des Romanciers einfängt.

    Das Inzest-Thema zog sich zwar bereits mehr oder weniger explizit durch den Film noir, man denke nur an „Chinatown“, doch noch nie ging es in dem Genre so direkt zur Sache: Die Zwillinge Marty und Carol Lakewood, nach einem blutig endenden Seitensprung des Vaters früh traumatisiert, haben sich im Laufe der Zeit in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis verstrickt, das bis ins Bett hinein reicht. Marty (Billy Zane), gutaussehend und smart, verdient als Sensationsreporter und Gelegenheitsgauner sein Geld, mit dem er seine Schwester unterstützt, die sich als Prostituierte durchs Leben schlägt (Gina Gershon voll malvolenter Erotik). Die bibeltreue Mutter steigert sich derweil, nicht ganz zu Unrecht, in den Glauben hinein, zwei wahre Höllennattern an ihrem Busen genährt zu haben. Als sich Marty dann die frustrierte Polizistin Lois (Sheryl Lee) hörig macht, sind die Stricke zu einer fatalen Dreiecks-Beziehung geknüpft. Lois, blind verliebt in Marty, weiß den Polizeiapparat mit genügend falschen Informationen zu füttern, um von den diversen Leichen, die den Weg des mordenden Geschwisterpaares säumen, abzulenken. Doch, wie üblich im Film noir, ist nichts, wie es zunächst scheint, nichts geschieht zufällig, und ein jeder spielt ein doppeltes oder dreifaches Spiel, bei dem es zum Schluß nur Verlierer gibt.

    Drehbuchautor und Mit-Produzent Larry Gross spult in Windeseile eine Kette von aufrüttelnden Szenen ab, verbindet und verwirrt die Handlungsfäden nach klassischer Genre-Manier, bis jede ausgelegte Spur an ihr (meist tödliches) Ende führt. Billy Zane spielt den bestechend gutaussehenden Marty mit einem Killer-Charme, der den Zuschauer schnell auf seine Seite zieht, und jedesmal umso heftiger zurückstößt, wenn er sich wieder als lustvoller und gänzlich gewissenloser Mörder zeigt. Dieses emotionale Jojo-Spielen freilich hat seinen Sinn, bereitet es doch durch pures Schwindeligmachen auch auf eines der schlimmsten Tabus, den später gemeinsam ausgeführten Muttermord, vor. Daß Gross von Anfang an exzessiv Gebrauch macht von Billy Zanes Off-Monolog, ist ein weiteres noir-Stilmittel, das auf größtmöglichen Effekt hin ausgereizt wird: Das fiebrige Plappern der Hauptfigur verschwimmt schließlich mit den wunderschön fotografierten, teilweise hocherotischen Bildern zu einem dramatischen, potentiell verstörenden Thriller, den Regisseur Michael Oblowitz nicht ohne Stolz „pervers“ nennt.

    In Cannes lief „This World, Then the Fireworks“, das dem deutschen Publikum auf dem Münchner Filmfest präsentiert wurde, parallel mit „L.A. Confidental“, einem anderen modernen noir-Meisterwerk, das ebenfalls nach einer als nicht verfilmbar geltenden literarischen Vorlage entstand. Fast ist man versucht, das hoffnungsfroh als beginnende Neudefinition des Genres zu interpretieren. evo.
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