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Fake oder echt? Mann findet im Wald einen unheimlichen „Schrein der vermissten Personen“

Fake oder echt? Mann findet im Wald einen unheimlichen „Schrein der vermissten Personen“

Das bringt der Serienherbst auf Disney+

Kurz vor Halloween erleben die USA eine bis dato beispiellose Horror-Hysterie. Brandbeschleunigt durch die Sozialen Medien erhoben sich etliche Falschmeldungen zu „Creepy Clowns“ in den letzten Wochen immer mehr zu einem ernstzunehmenden Problem für die Ordnungshüter. In dieser ohnehin schon angespannten und gefährlichen Lage tauchen nun immer neue „unheimliche Videos“ zu bekannten Horror-Phänomen auf. Die Herkunft und Authentizität dieser selbstgedrehten Videos ist dabei mehr als zweifelhaft. Fake oder echt – das ist auch die Frage, die das Netz derzeit bei einem Video über einen „Schrein der vermissenden Personen“ debattiert.“

Poster Blair Witch

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Gemacht hat das Video ein Mann namens James Rankin. Der war laut eigener Aussage im Berkeley Jackson County Park wandern, als er auf einen „Schrein der vermissten Personen“ stieß. So zumindest nennt Rankin seinen obskuren Fund, welchen er in seinem Video mit angemessen verstörter Stimme beschreibt. Das Video zeigt die an Bäume gehefteten Poster vermisster Personen, sowie einen behelfsmäßigen Unterschlupf.

Das zweiteilige Video zog binnen kürzester Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich. Die Frage, ob James Rankin das Netz an der Nase herumführen will oder tatsächlich unwissend auf den „Schrein“ gestoßen ist, steht dabei im Mittelpunkt der Diskussionen.

Soziale Medien 2016: Fake, Prank, Promo, echt?

Da Rankin sein Video mit reißerischen und in Hollywood-Filmen nicht unüblichen Kommentaren begleitet („Wir müssen hier weg. Wir müssen uns so weit wie möglich entfernen“), glaubte die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren zunächst an einen Fake. So unterstellte man James Rankin zum Beispiel heimlich Werbung für den gerade erst veröffentlichten Film „Blair Witch“ zu machen oder zufällig in die Location für einen Indie-Horrorfilm gestolpert zu sein. Auch die deutlich hörbaren Fahrzeuggeräusche im Hintergrund wurden als merkwürdig bezeichnet. Schließlich meldeten sich sogar Angehörige der Vermissten und unterstellten dem Autor des Videos deren Schicksal für einen billigen Prank zu missbrauchen.

James Rankin antwortete daraufhin persönlich mit einigen ausführlichen Kommentaren. Etwa, dass er nie behauptet habe, sich tief im Wald zu befinden und dass er den Angehörigen der vermissten Personen nicht respektlos gegenüber auftreten wolle. Das Video sei nicht gestellt, es sei auch nie für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. So habe James Rankin das Video nur auf YouTube veröffentlicht, weil er befürchtete, dass die Polizei das Video im Zuge ihrer (mittlerweile eingestellten) Ermittlungen konfiszieren würde.

Einleuchtende Erklärung: Nein danke!

Die Ermittlungen der Polizei ergaben im Übrigen, dass es sich bei dem unheimlichen Ort um eine Dekoration für eine anstehende Halloween-Party handele. Das ergab die Befragung der Besitzer eines nahegelegenen Grundstücks. Eine logische Erklärung. Ende der Diskussion. Auf seiner Facebook-Seite zweifelte Rankin diese „Theorie“ allerdings bereits an. Womit die Diskussion dann trotz einer einleuchtenden Erklärung weitergehen dürfte.

Das virale Video vom „Schrein der vermissten Personen“ zeigt derweil, wie anfällig die Sozialen Medien in den USA aktuell für Hysterie und Falschmeldungen sind. Das Misstrauen in die Massenmedien und die Popularität von Fan-Theorien haben sich zu einer gefährlichen Gemengelage entwickelt und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sehr porös gemacht. Das Opfer dieser Entwicklungen war zuletzt immer häufiger der gesunde Menschenverstand.