The War Zone

Kinostart: 01.06.2000

Filmhandlung und Hintergrund

Beklemmende und packende Familientragödie. Das radikale Regiedebüt von Tim Roth.

In tiefster Nacht bricht eine Familie auf, um die schwangere Mutter ins Krankenhaus zu bringen und baut einen Autounfall. Der 15jährige Tom, ein pickliger, linkischer Einzelgänger, der gegen die Dominanz des Vaters zu rebellieren beginnt, steht den Frauen der Familie, seiner Mutter und der stillen Schwester Jessie näher. Als er entdeckt, dass sein Vater Jessie wiederholt vergewaltigt, ist er zutiefst geschockt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The War Zone: Beklemmende und packende Familientragödie. Das radikale Regiedebüt von Tim Roth.

    Die erste Inszenierungsarbeit des Schauspielers Tim Roth („Pulp Fiction“) hat mit dem erschütternden Regiedebüt seines Kollegen Gary Oldman, „Nil By Mouth“, nicht nur den britischen Schauspielberserker Ray Winstone in der Hauptrolle gemeinsam. Beide Filme erzählen von einer schwierigen, von Mißbrauch geprägten Jugend und einer Familientragödie. Während Oldman allerdings eine fiebrige Cinema-direct-Bestandsaufnahme mit Großstadtkulisse realisierte, siedelte Roth „The War Zone“ auf einem entlegenen englischen Küstenstrich an und fand bedächtige, poetische Bilder für einen Alptraum, der in langen Einstellungen in eine Katastrophe mündet.

    Vom ersten Bild an gibt eine schleichende Bedrohung trotz der ländlichen Idylle den unbequemen Ton vor. In tiefster Nacht bricht die Familie des namenlosen Patriarchen auf, um seine schwangere Frau ins Krankenhaus zu bringen, doch erleidet auf dem Weg einen Autounfall. Mit zerschürften Gesichtern, ganz als hätten sie ihren ganz privaten Krieg bereits hinter sich, geht das Quartett aus der Ouvertüre hervor, nach der sich der 15jährige Tom, ein pickliger, linkischer Einzelgänger, der leise gegen die Dominanz des Vaters zu rebellieren beginnt, als Hauptfigur herauskristallisiert. Er steht den Frauen der Familie - der Mutter im Krankenhaus („Orlando“-Star Tilda Swinton mit ungewöhnlichem Mut zu Häßlichkeit) und der stillen Schwester Jessie - näher und mag sich mit der eigenen pubertären Gefühlswelt nicht arrangieren können, nimmt dafür die Stimmungen in der Familie umso deutlicher wahr: Zum eigenen Entsetzen entdeckt er, daß sein Vater ein sexuelles Verhältnis mit seiner gedemütigten Schwester hat. Die Bilder, die Roth für den Inzest findet, sind harter Tobak - doch damit ist noch nicht das ganze dunkle Familiengeheimnis aufgedeckt.

    „The War Zone“ ist ein Film, der, als Antwort auf Truffauts „Sie küßten und sie schlugen ihn“ und Lasse Hallströms „Mein Leben als Hund“ konzipiert, den Atem einschnürt, gerade weil Roth mit seinen lang gehaltenen Totalen die Unausweichlichkeit der Situation zusätzlich unterstreicht. Aus dieser Hölle gibt es kein Entrinnen, auch nach einem letzten Verzeiflungsakt der beiden Kinder nicht. Ray Winstone, in „Nil By Mouth“ noch ein entfesselter Berserker im Rausch von Alkohol, Drogen und Gewalt, zeigt in diesem neuen filmischen Kriegsgebiet, das sich nicht weiter als die eigenen vier Wände erstreckt, eine ganz andere, viel weichere Seite als Mann, der ein hilfloser Sklave seiner Obsessionen ist. Noch besser sind aber die sensationell inszenierten Newcomer Freddie Cunliffe und Lara Belmont: Gerade die Jungdarstellerin überzeugt restlos als vergewaltigtes, verschüchtertes Mädchen, das seine grenzenlose Wut aus Hilflosigkeit gegen sich selbst richtet. Bei seiner Aufführung im Rahmen des Panoramas in Berlin erntete das starke Regiedebüt stehende Ovationen. Jetzt wurde der außerordentliche Film auch noch für die Quinzaine in Cannes gewählt - ein Novum, das die Power von „The War Zone“ unterstreicht. ts.

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