Filmhandlung und Hintergrund

Ein Weingut als Metapher für die Welt - Niki Caro räsoniert in ihrem dem magischen Realismus verpflichteten Epos über die elementaren Dinge des Lebens.

Burgund, 19. Jahrhundert. Der ehrgeizige Bauer Sobran ist mit dem Wein, den er für das Adelsgut der Familie de Valday keltert, unzufrieden. Ihm steht der Sinn nach dem perfekten Tropfen. In seiner Verzweiflung geht er einen Pakt mit einem Engel - oder ist es der Teufel? - ein. Bedingung: Er muss jedes Jahr berichten, wie die Dinge laufen. Der Wein wird immer erlesener, aber der Winzer muss auch zahlreiche Schicksalsschläge hinnehmen. Hinzu kommt, dass die Gattin eifersüchtig auf seine Freundschaft mit der Baronesse reagiert.

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Kritikerrezensionen

  • The Vintner's Luck: Ein Weingut als Metapher für die Welt - Niki Caro räsoniert in ihrem dem magischen Realismus verpflichteten Epos über die elementaren Dinge des Lebens.

    Ein Weingut als Metapher für die Welt - Niki Caro räsoniert in ihrem dem magischen Realismus verpflichteten Epos über die elementaren Dinge des Lebens.

    Um den Drang zur Selbstbestimmung sowie die Suche nach Liebe und der eigenen Identität geht es (wieder) im aktuellen Film der Neuseeländerin Niki Caro, die 2002 mit „Whale Rider“ einen weltweiten Arthouse-Hit landete. Erneut hat sie sich einen Roman als Vorlage genommen, „The Vintner’s Luck“ - zu deutsch „Der Engel mit den dunklen Flügeln“ - von Elizabeth Knox, der dem Werk auch seinen Titel leiht. Vom Down Under der Neuzeit begibt sie sich ins Frankreich des 19. Jahrhunderts und folgt dem wechselvollen Lebensweg des Bauern Sobran - Jérémie Renier, bekannt aus den Filmen der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne -, der davon träumt, den perfekten Wein zu keltern.

    Aus dem Krieg kehrt er nach Hause, sein Vater stirbt und auch eins seiner Kinder. Ehefrau Celeste - „Walreiterin“ Keisha Castle-Hughes - ist eifersüchtig auf seine Freundschaft mit der Baronesse (Vera Farmiga), auf deren Gut er arbeitet, Stürme zerstören die Reben. John Fords „Früchte des Zorns“ und Alfonso Araus „Dem Himmel so nah“ kommen einem in den Sinn, bis ein Engel - oder ist es gar der Teufel? - namens Xas (Gaspard Ulliel) auftaucht und dem geplagten Winzer Beistand anbietet. Dafür muss Sobran nur einmal im Jahr Xas berichten, wie die Dinge laufen. „Nicht zu gut“, lautet meist die Antwort.

    Ein magischer Realismus umweht diesen schwer fassbaren Film, der auf der Bildebene gefällt. Wunderschöne Kompositionen gelingen Kameramann Denis Lenoir („Carlos“), besonders wenn er in ländlichen Festen schwelgen darf. Problematisch wird’s auf der Sprachebene - zumindest im englischen Original -, da die Schauspieler einen dicken französischen Akzent pflegen. Da muss man einfach „abschalten“, das (Liebes-)Spiel zwischen der wunderbaren Vera Farmiga und Renier genießen, gegen das Castle-Hughes nicht ganz ankommt.

    Caro findet nicht immer die rechte Balance für ihr pralles, nur vorgeblich historisches Sujet, mag sich keinem Stil, keinem Genre und keiner Erzählperspektive verpflichten. Sie ist wie ihr Held, der viel, vielleicht zu viel will. Das Weingut in Burgund dient als Metapher für die Welt, die der Zuschauer durch die Augen des ehrgeizigen Weinbauern betrachtet. Alles dreht sich um elementarste Dinge, um Leben und Tod, Essen und Trinken, Liebe und Entfremdung, Schicksal und Bestimmung. Und je nachdem, mit wem Sobran gerade interagiert, ändert sich sein Verhalten, sein Lebensweg. Ein ambitioniertes, vielschichtiges Epos. geh.

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