The Underneath

  1. Ø 0
   1995
The Underneath Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Michael Chambers ist ein charmanter Glücksritter, der sich einst nach dubiosen Wettgeschäften aus dem Staub gemacht hat und seine Ex-Frau Rachel samt Schuldenberg sitzen ließ. Als er in seine Heimatstadt zurückkehrt, ist Rachel mit einem schmierigen Nachtclubbesitzer liiert und will nichts mehr von ihm wissen. Michael läßt sich als Fahrer bei einem Geldtransportunternehmen anheuern. In seinem Kopf schlummert bereits ein neuer Plan, an viel Geld zu kommen.

Glücksritter Michael Chambers kehrt nach Jahren in seine Heimatstadt zurück, in der er einst seine Ex-Frau mit einem Schuldenberg zurückließ. Während sie nichts mehr von ihm wissen will, schmiedet er bereits einen neuen Plan, reich zu werden. Atmosphärisch dichter Kleinstadt-Thriller von Steven Soderbergh mit hervorragender Besetzung.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In der Flut neuer Film-noir-Variationen – „Kiss of Death“, „Die letzte Verführung“, „New York Killer“ – ist Steven Soderberghs „The Underneath“ der formal und stilistisch ambitionierteste. So ambitioniert, daß man ihn zunächst gar nicht als moderne Variante eines Krimis der Schwarzen Serie erkennen will. Wie der Klassiker „Gewagtes Alibi“ von 1949 mit Burt Lancaster basiert auch der vierte Film des „Sex, Lügen & Video“-Regisseurs lose auf Don Tracys Roman „Criss Cross“. In monochrome Farben (dunkelrot, blau und giftgrün) gehüllt, in scheinbar willkürlichem Rhythmus erzählt und mit bewußt hochgestochenen Dialogen noch weiter verfremdet, montiert Soderbergh parallel drei zeitlich versetzte, jeweils chronologische Handlungsstränge. Zwei von ihnen versorgen den Zuschauer mit Episoden aus der Vergangenheit der Hauptfigur, die essentiell sind zum Verständnis des Verbrechens, das sich in der Gegenwart abspielt und im letzten Drittel in hyperrealistischen, körnigen Bildern die Führung übernimmt. Zunächst ist die gewagte Struktur verwirrend, doch je mehr Steinchen in das Mosaik gefügt werden, desto präziser setzt sich die Geschichte zusammen, desto deutlicher treten die familiären Versatzstücke hervor, die allen Noir-Filmen gemein sind: Der ahnungslos- unschuldige Verlierertyp, die raffiniert-verschlagene Femme fatale, die auswegslose Situation, die zum Schicksal des Antihelden wird. Soderbergh nutzt die eigenwillige Thrillerstruktur und stimmig kühl-psychedelische Atmosphäre, um tief in die Psyche seiner Figuren einzudringen und damit das Porträt eines Spielers zu entwerfen der seiner Natur nicht entkommen kann. Eine Paraderolle für Peter Gallagher, der die Schwächen seines Charakters gnadenlos freilegt. Nachdem er seine Heimatstadt Austin und seine alte Flamme Rachel vor Jahren wegen Wettschulden überstürzt verlassen mußte, kehrt Michael Chambers zurück, um seine Fehler gut zu machen und Rachel wieder zu treffen, die sich mittlerweile mit dem stadtbekannten Gangster Tommy eingelassen hat. Als der die beiden ehemaligen Liebenden überrascht, zieht Michael seinen Kopf aus der Schlinge, indem er Tommy den Überfall auf einen Geldtransport vorschlägt, den er selbst fährt. In der Tradition eines klassichen Heist-Movies inszenierte Soderbergh diesen Überfall, der noch lange nicht das Ende bedeutet in dieser komplexen Story, aber Michael endgültig zur tragischen Figur abstempelt. In den USA konnte die überlegene Eleganz und Intelligenz von „The Underneath“ nicht in bare Münze umgesetzt werden. Einen deutschen Filmstart hat der Film, der beim Münchner Filmfest gezeigt wurde, allemal verdient. ts.

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