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Fakten und Hintergründe zum Film "The Tourist"

Fakten und Hintergründe zum Film "The Tourist"
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Interview mit dem Regisseur

Wer als Deutscher einen Oscar abräumt, dem stehen alle Türen offen. Auch die zur Traumfabrik. Da wundert es kaum, dass Florian Henckel von Donnersmarck nach seinem fulminanten Spielfilm-Debüt, dem oscargekrönten Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ die Gelegenheit beim Schopf ergriff und auf die andere Seite des Atlantiks übersiedelte.

Drei Jahre später präsentiert der deutsche Export nun mit „The Tourist“ seinen ersten Hollywood-Streifen. Der spielt aber keinesfalls in den USA, sondern vor der malerischen Kulisse Venedigs. Und als wäre das nicht schon schön genug, bringt von Donnersmarck mit Angelina Jolie und Johnny Depp das aufregendste Filmpaar der letzten Jahre auf die Leinwand. Wir haben ihn getroffen und mit ihm über seinen neuen Film gesprochen.

Frage: Es war kaum zu überhören, dass Sie ein großer Fan von Angelina Jolie sind…

von Donnersmarck: (lacht) Auf jeden Fall.

Frage: Wie war es, mit den beiden zu drehen – die ja erstaunlicherweise zum ersten Mal zusammen vor der Kamera standen – und wie viel Druck war das auf der anderen Seite vielleicht auch?

von Donnersmarck: Ich glaube, wenn man am Set mit solchen Schauspielern zusammen ist, dann sind sie nicht die Superstars als die man sie von außen betrachtet sehen muss, sondern ganz normale Schauspieler. Sehr gute Schauspieler, aber eben Schauspieler. Die Tatsache, dass sie wahnsinnig berühmt und gefeiert sind, hat eher auf die Drehbedingungen Auswirkungen, weil selbst bei einer intimen Szene 70.000 Leute herumstehen und „Angie“ und „Johnny“ schreien. Währenddessen ist die Arbeit genau wie sie eben mit Sebastian Koch und Martina Gedeck ist. Aber in dem Moment wo man „Cut“ sagt, wird der Unterschied wieder sehr deutlich, weil die Menge wieder beginnt zu tosen und „Angie“ und „Johnny“ zu schreien. Die Leute hinter den Absperrungen – das ist der entscheidende Unterschied.

Frage: Allein wenn man an Venedig denkt, denkt man schon an Massen. Warum Venedig, was zeichnet das Set aus?

von Donnersmarck: Venedig ist einfach die schönste Stadt der Welt. Es gibt keinen anderen Ort, der so viel Zauber hat. Manchmal hab ich mich einfach nur auf meinen Balkon gestellt und mir die Leute angeschaut, die den Canale Grande entlang schweben auf ihren Gondeln, und alle sehen einfach nur wunderschön und glücklich aus. Man wird dort schön, weil man so glücklich ist. Weil einen diese Stadt beseelt. Und diese Eigenschaft wollte ich sehr gerne für meinen Film haben. Ich wollte dieses Glück auf den Gesichtern meiner Schauspieler sehen und dadurch Angelina und Johnny noch berückender machen als sie es sowieso schon sind.

Frage: Wie war es, dort zu drehen? Rein technisch, organisatorisch. Immerhin ist Venedig eine Touristenstadt…

von Donnersmarck: Organisatorisch war es eine Herausforderung, aber ich hab eigentlich die Erfahrung gemacht, dass Filmfans und Schauspielerfans Leute sind, mit denen man sprechen kann. Manchmal hatte ich das Gefühl, als wäre ich dauerhaft auf einem Rock-Konzert von Muse oder einer wahnsinnig heißen Band. Aber anders als beim Rockkonzert konnte man den Leuten dann eben sagen, „Bitte Leute, seid jetzt einfach mal einen Moment lang ganz ruhig“. Man muss einfach nur lernen das auszublenden und sich ganz auf die Szene zu konzentrieren. Aber ich hab mir gedacht, „wenn das Angelina und Johnny können, dann muss ich das auch lernen“ und hab mir das von ihnen auch etwas angeeignet.

Frage: An dem ganzen Drumherum, dem Ensemble und dem Starkult darum merkt man schon: Das ist eine andere Größenordnung als „Das Leben der Anderen“. Was war eine Herausforderung für Sie, was hat Sie aber definitiv auch gereizt, so eine Art von Film zu machen?

von Donnersmarck: Es ist halt ein sehr viel größeres Team, was man da hat. Bei „Das Leben der Anderen“ hatte ich maximal vielleicht 70 Leute am Set – abgesehen von Statisten – und hier waren es viele 100. Letztendlich macht es das Leben natürlich leichter. Man kann manchmal schneller und genauer arbeiten mit einem größeren Team. Für diese Art von Film war es natürlich entscheidend ein Hollywood-Budget zu haben, weil da wirklich jedes Kostüm stimmen musste. Jeder Statist musste so elegant sein, wie es noch nicht mal meine Hauptdarsteller bei „Das Leben der Anderen“ waren, und ich brauchte Kranfahrten und Hubschrauberflüge und all diese Sachen.

Frage: Sie haben schon gesagt, dass Einen solch ein Budget in die Lage versetzt, bestimmte Punkte wirklich so zu machen, wie man das gerne möchte. Wie wichtig ist es für den Film, dass der Look und das gesamte Drumherum so ist wie es ist, und was zeichnet diesen Look aus?

von Donnersmarck: Schon bei dem ersten Treffen mit Angelina hab ich ihr gesagt, „Eine Sache, die für mich absolut entscheidend ist, ist dass wir lange und wirklich sorgfältig an den Kostümen arbeiten.“ Das klingt jetzt vielleicht sehr weiblich und oberflächlich von mir, aber es gab verschiedene Hauptdarsteller in diesem Film: Es gab die Schauspieler, dann gab es die Kostüme, dann gab es Venedig. All diese Sachen mussten stimmen. Der Look, das Aussehen, die Ästhetik, die perfekte Form war für diesen Film einfach sehr, sehr wichtig, weil er Einen auf eine ästhetische, abenteuerliche Entdeckungsreise mitnehmen sollte, wo man einfach kontinuierlich die schönsten Sachen sieht, die unsere Welt zu bieten hat – sowohl an Menschen als auch an Schauplätzen als auch an Kostümen. Manchmal sagte ich plötzlich: „Oh nein, halt. Wir können doch noch nicht losdrehen. Dieser Statist dort in der 13. Reihe – sie hat den falschen Lippenstift.“ Diese Dinge waren plötzlich entscheidend.

Frage: Das hört sich an als wäre das ein absolutes Traumprojekt für Sie gewesen…

von Donnersmarck: Ich wollte einen Film machen, den man so nur innerhalb des Hollywood-Systems machen kann und zu Hollywood-Budget-Konditionen. Das hätte entweder ein Film mit Monstern und Spezialeffekten und vielen Explosionen sein müssen – das ist nicht so mein Interessensgebiet – oder eben ein glamouröses Schwelgen in Abenteuerästhetik und Lebensfreude. Das interessiert mich schon eher. In die Richtung hab ich versucht, den Film zu treiben und das hat mir natürlich auch sehr viel Freude gemacht.

Über die Produktion

Als Florian Henckel von Donnersmarck Produzent Graham King sein Konzept zu THE TOURIST präsentierte, war King innerhalb von 30 Minuten entschlossen, den Film zu finanzieren und auch zu produzieren. „Ich wollte einen Film machen, in dem sich der Zuschauer einfach zurücklehnen und zwei Stunden lang genießen kann“, so der Regisseur. „Florian schickte mir das Drehbuch zu, und es gab darin eine ganze Reihe von Faktoren, die mich bewogen haben, dieses Projekt zu übernehmen“, berichtet King. „In den vergangenen Jahren sind viele Drehbücher auf Florians Tisch gelandet. Er hatte die freie Auswahl, lehnte aber alles ab. Also war ich umso gespannter, warum er gerade THE TOURIST ausgewählt hat. Dass Angelina Jolie mit an Bord war, hat natürlich auch nicht geschadet.“

THE TOURIST ist eine Produktion von GK Films in Zusammenarbeit mit Spyglass Entertainment. Spyglass hat den Stoff entwickelt, GK Films stellte Finanzierung und Produktion sicher. Jolie reizte an dem Projekt nicht nur die starke Frauenrolle und die Möglichkeit, mit Henckel von Donnersmarck zu drehen, sondern auch seine Beteiligung am Drehbuch. Nach einem ersten frühzeitigen Treffen waren sich der Regisseur und sein Star einig, welche Art Film ihnen vorschwebte.

„Das Leben der Anderen ist ein schöner, intelligenter Film, aber auch schwerer Stoff“, sagt Jolie. „Als wir uns trafen, hat Florian mir klar gemacht, dass er einen edlen, unterhaltsamen Film machen möchte. Einen, der dem Publikum Spaß macht und sich selbst nicht zu ernst nimmt. Alles passte perfekt.“ Nun musste nur noch der ideale Hauptdarsteller gefunden werden. „Wir brauchten jemanden, den Angelina nicht in den Schatten stellt. Welcher Schauspieler ist attraktiv, intelligent und talentiert genug, um einen ebenbürtigen Partner abzugeben? Der einzige Name, der uns einfiel, war Johnny Depp.“

Johnny Depp und der Oscar®-nominierte Produzent Graham King sind seit Jahren befreundet und haben wiederholt zusammengearbeitet. Als sie gerade ein gemeinsames Projekt abgeschlossen hatten und ein weiteres ins Auge fassten, erwähnte King, dass Henckel von Donnersmarck und er nach einem Hauptdarsteller für einen amüsanten, spannenden, erotischen Thriller suchen – an der Seite von Angelina Jolie – und dass er in ihren Augen die Idealbesetzung wäre.

Also traf sich der Regisseur mit Depp, um persönlich mit ihm über THE TOURIST zu sprechen: „Ich legte Johnny den Part dar, der mir für ihn vorschwebte, und ihm gefiel die Rolle“, erzählt Henckel von Donnersmarck. „Aus der geplanten Stunde wurden drei und wir haben so viel gelacht, dass ich beschloss, die Story witziger zu gestalten, damit sie Johnnys Charme gerecht wird.“

Jolie und Depp zählen zweifellos zu den engagiertesten, charismatischsten und talentiertesten Filmschauspielern. Da THE TOURIST aber verlangt, dass seine Protagonisten sich vom ersten Moment an zueinander hingezogen fühlen, schien es eine gute Idee, sich vorher kennenzulernen. Denn auch wenn man es kaum glauben mag: So sind sich Angelina Jolie und Johnny Depp zum ersten Mal begegnet. Obwohl beide zu den weltgrößten Filmstars zählen, waren sie sich nie persönlich begegnet, bevor sie sich mit Henckel von Donnersmarck und King zusammensetzten. Der Produzent saß beim ersten Meeting schweigend dabei und beobachtete, wie die Schauspieler miteinander auskommen. Es war wohl keine Überraschung, dass es sofort „klick“ machte. „Die Chemie stimmte auf Anhieb“, schwärmt King. „Graham rief mich gleich nach dem Meeting an und war ganz aufgeregt“, bekräftigt Produzent Tim Headington. „Als wir dann zu drehen begannen und uns die Tagesaufnahmen ansahen, war das wie Magie auf Zelluloid gebannt.“

Florian Henckel von Donnersmarck hatte seine idealen Hauptdarsteller gefunden. „Beide sind große Filmstars, aber darüber hinaus sind Angelina und Johnny auch großartige Schauspieler. Ich wollte ihnen Rollen geben, in denen sie ihr ganzes Können ausspielen dürfen. Elise ist charmant, zart, feminin und stark – alles zugleich; Frank ist einnehmend und lustig, genau wie Johnny im wahren Leben.“ „Nur einen von beiden in unserem Film zu haben, wäre schon grandios gewesen. Aber Angelina Jolie und Johnny Depp zusammen – das ist der Glücksfall, von dem man immer träumt. Ein Traum, der allzu selten wahr wird, wenn überhaupt“, schwärmt Co-Autor Julian Fellowes.

Jolie spielt in THE TOURIST Elise Ward, die Geliebte des untergetauchten Kriminellen Alexander Pearce. „Dieser Mann wird von einer Menge Leute gesucht“, erklärt die Schauspielerin. „Er hat einem Gangster einen Haufen Geld abgenommen. Der will nun Rache – und sein Geld zurück. Die Briten suchen Alexander wegen Steuerhinterziehung auf eben diese Summe. Einfach jeder ist hinter ihm her – auch Elise, die Alexander lange nicht gesehen hat und nicht weiß, wann er wieder auftaucht.“ Gerüchten zufolge hat Pearce sein Aussehen drastisch verändert, um die Verfolger abzuschütteln. Er lässt Elise folgende Nachricht zukommen: Nimm einen bestimmten Zug nach Venedig, suche einen Fremden, der in etwa meine Größe und Statur hat, und lass alle anderen glauben, dass dieser Mann Alexander Pearce ist.

Ihre Wahl fällt auf den amerikanischen Mathelehrer Frank Tupelo (Johnny Depp), der auf dem Weg nach Venedig ist, um über eine unglückliche Liebe hinwegzukommen. „Elise entführt ihn direkt in ein Abenteuer, auf das er nicht vorbereitet ist“, fügt Jolie hinzu. Natürlich läuft nicht alles so, wie Elise geplant hatte. „Stellen Sie sich eine elegante, kultivierte, gebildete Lady vor. Und diese Traumfrau verknallt sich ausgerechnet in einen Kerl, der keine dieser Eigenschaften mitbringt“, erläutert Henckel von Donnersmarck. „Sie hat diesen ausgeklügelten Masterplan. Dass sie sich in ihn verliebt, war nicht vorgesehen.“

„Ich wollte einen Thriller, der echten Kinospaß garantiert“, sagt Produzent Graham King. „Zwei Ausnahme-Schauspieler mit toller Chemie, legendäre Schauplätze… Wer würde nicht gern mit Angelina und Johnny in Paris und Venedig Abenteuer erleben?“

Johnny Depp arbeitet deshalb so gern mit Graham King zusammen, weil „Graham ein Rebell ist. Er kennt die Regeln des Spiels, aber er hält sich nicht unbedingt daran. Er sucht das Risiko, das macht ihn einzigartig. Er liebt die Herausforderung, hat einen großartigen Geschmack und es interessiert ihn nicht, was die anderen machen. Ihn kümmert nur, woran er selbst glaubt.“

Die Drehbuchautoren haben die Handlung nach Venedig verlegt. Die Lagunenstadt leiht dem Film nun ihre einzigartige Atmosphäre zwischen Schönheit und einer gewissen Bedrohlichkeit, sagt Florian Henckel von Donnersmarck: „Jemand hat einmal gesagt, dass Kodak einen Großteil des Umsatzes Venedig verdankt. Was Kunst und Schönheit angeht, hat kein Ort der Welt mehr zu bieten – es gibt nichts Vergleichbares. Obwohl die Stadt sinkt und verfällt wollten wir ihren Glanz einfangen. Also fragten wir uns, wie wir Venedig von seiner besten Seite zeigen können. Die Handlung hat durchaus düstere Elemente, dank Venedig aber nie so düster, dass es bedrückend werden könnte.“

„Venedig hat was“, bestätigt Produktionsdesigner Jon Hutman. „Das Wasser, die Architektur und die Geschichte schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Wir haben uns bemüht, diese prachtvollen Sehenswürdigkeiten in unsere Story einzubauen.“ Und es war nicht nur unter optischen Gesichtspunkten die richtige Entscheidung, in Venedig zu drehen: Wie sich herausstellte, hatte sie durchaus praktische Vorteile. „Man könnte das Studio oder die Produzenten für verrückt erklären, dass sie so etwas genehmigen. Aber uns blieb für die Dreharbeiten nur ein sehr enges Zeitfenster. Wir hätten gar keine Chance gehabt, die Venedig-Interieurs im Studio nachzubauen. Es hatte also ganz praktische Gründe, dass wir das Unerhörte gewagt haben.“

Das Setting verlangte nach spektakulären Actionszenen, die eigens auf Venedig zugeschnitten werden mussten. Der renommierte Stuntchoreograph Simon Crane, der an Blockbustern von Cliffhanger über Der Soldat James Ryan bis Hancock mitgewirkt hat, übernahm die Aufgabe, den Charakteren und der Stadt die Action auf den Leib zu schreiben. „Jeder kann sich eine Actionsequenz zusammen fantasieren“, kommentiert Crane. „Wenn sie aber nicht zum Stil des Films passt, taugt sie nichts. Es geht vor allem um Glaubwürdigkeit.“ Ein gutes Beispiel dafür ist die Szene, in der Frank auf der Flucht vor Killern, die ihn für Alexander Pearce halten, über die Dächer Venedigs hechtet – wie einst Casanova auf der Flucht vor eifersüchtigen Ehemännern.

„Auf die Idee bin ich gekommen, als ich über Casanova las. Frank ist eher ein Anti-Casanova“, meint Henckel von Donnersmarck. „Aber ich dachte, es wäre doch lustig, ihn so darzustellen: eben nicht als den großen, selbstbewussten Liebhaber, der vor dengehörnten Gatten türmt, sondern ihn wirklich um sein Leben rennen zu lassen. Das untermauert Franks Charakter und zeigt nebenbei die ganze SchönheitVenedigs. Es hat Riesenspaß gemacht.“

Eine weitere Actionsequenz, die sich Venedigs besonderen Charme zunutze macht, war die Verfolgungsjagd auf dem Kanal. Der Dreh nahm sieben Nächte in Anspruch. Jolie lernte dafür extra, verschiedene Boote zu lenken. Crane, der bereits mehrfach mit Jolie gearbeitet hatte – zuletzt bei Salt und Mr. & Mrs. Smith –, lobt, dass die Schauspielerin wie immer vollen Einsatz zeigte, damit jedes Detail stimmte.

„Jeden Tag kamen neue Details und Feinheiten hinzu. Eines Nachts, kurz bevor wir die Bootsjagd drehten, kam ich im Morgengrauen von der Arbeit nach Hause und sah diesen tollen Nebel über ganz Venedig liegen“, erzählt Henckel von Donnersmarck. „Und ich dachte: Oh, es wäre toll, das im Film zu haben. Wir haben beim Nebel also ganz schön dick aufgetragen, um diese Stimmung einzufangen. Das war ein guter Weg, die finstere Seite der Stadt in Szene zu setzen, bedrohlich und romantisch zugleich.“

Eine so stilisierte Actionszene zu drehen, noch dazu bei Nacht, war eine echte Herausforderung – nicht zuletzt, weil das Team keine Möglichkeit hatte, vor Ort zu proben. Crane ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen: „Wir haben das Ganze eben auf offenem Meer durchgespielt, mit Hilfe von Bojen und anderen Markierungen. Sicher, leicht war es nicht. Aber man muss es eben durchziehen.“

Produktion: Die Charakteren

Angelina Jolie ist Elise Clifton Ward, eine mysteriöse Schönheit (natürlich!), die eine Liebesaffäre mit dem gesuchten Dieb Alexander Pearce verbindet. Ihre wahren Beweggründe behält sie allerdings für sich. „Alexander weist sie an, einen Zug von Paris nach Venedig zu besteigen und dort einen Mann zu suchen, der Alexanders Größe und Statur hat“, erklärt Jolie. „Sie stößt auf Frank und zerrt ihn in dieses Abenteuer.

Eine Rolle wie diese habe ich noch nie gespielt. Florian hat mir sehr genaue Regieanweisungen gegeben. Mein natürlicher Rhythmus wäre schneller und heftiger. Gleich zu Beginn des Drehs bemerkte Florian, dass ich vom Gas gehen soll. Denn Elise bewegt sich in einer eleganten Luxuswelt.“ „Angelina wacht morgens schon glamourös und feminin auf, und genau das wollte ich in ihrer Elise einfangen“, so Henckel von Donnersmarck. „Florian ist einer der intelligentesten Menschen, die mir je begegnet sind“, schwärmt Jolie. „Ich meine, er beherrscht sechs Sprachen! Als wir in Paris drehten, sprach er Französisch; in Italien Italienisch. Und einige unserer Stuntleute waren Russen, also sprach er Russisch mit ihnen.“

Das Gegenstück zu der umwerfenden Elise Clifton Ward ist der amerikanische Mathematiklehrer Frank Tupelo. „Ich wollte den ultimativen Jedermann spielen“, sagt Johnny Depp. „Die Menschen, die andere für ganz normal halten, sind für mich gerade die sonderbarsten: voller Spleens, Schwächen und eigenartiger Manierismen. Dieser Frank hat noch nicht viel erlebt. Meine Aufgabe war also, einen Hypernormalo zu spielen.“

Auch Depp genoss die Zusammenarbeit mit Henckel von Donnersmarck. „Er ist nicht nur nett, bescheiden, großzügig, einfühlsam, liebevoll, klug und ausgesprochen smart, er ist auch mehr als kollegial“, lobt der Schauspieler. „Er legt großen Wert darauf, dass sich Dinge ganz natürlich entwickeln. Florian vertraute darauf, dass das Ganze schon wird, wenn Angelina und ich zusammen in den Ring steigen.“

Die Filmemacher stellten Depp und Jolie einige berühmte Gesichter zur Seite. Paul Bettany spielt den Polizeibeamten Acheson, der auf Gangster Alexander Pearce Jagd macht. „Er ist völlig besessen davon, Pearce zu fassen“, erzählt Bettany. „Er ist schon lange hinter ihm her, aber jedes Mal gescheitert. Das Spannende an diesem Film ist aber, dass niemand ist, was er auf den ersten Blick scheint – nicht einmal Acheson. Seine Ermittlungen sind kompliziert und verfahren. Er wird von ganz persönlichen Motiven getrieben. Florian ist ein Perfektionist, fordernd und peinlich genau“, fährt Bettany fort. „Er achtet auf jedes kleinste Detail. Er ist dabei zwar sehr charmant, aber er lässt auch nicht locker, bis er genau das hat, was er will.“

Der ehemalige James-Bond-Darsteller Timothy Dalton gibt in THE TOURIST zwar erneut einen Agenten der britischen Regierung, der allerdings keine Ähnlichkeit mit 007 hat: Als Chefinspektor Jones leitet er die Fahndung nach Alexander Pearce. „Ich spiele in THE TOURIST Chefinspektor Jones, einen kostenbewussten Buchhalter von einem Polizeibeamten, der die Operation Alexander Pearce leitet.

Moralische Beweggründe, das Verbrechen als solches oder der Täter, interessieren ihn nicht. Jones will einfach nur die enorme Summe wiederbeschaffen, die Pearce veruntreut hat: Das (höchst illegal erworbene) Vermögen von Alexander Pearce beläuft sich auf 744 Millionen, und da er britischer Staatsbürger ist, könnten wir das alles konfiszieren! Interessanterweise wendet Jones dabei seinen ganz eigenen Gerechtigkeitssinn an, seine ganz persönliche Auffassung von Anständigkeit und Moral.“

Steven Berkoff spielt den Schurken Shaw, der bei der Jagd nach Alexander Pearce noch verbissener vorgeht als Acheson – falls das überhaupt möglich ist. „Meine Figur ist ein eigenwilliger Mix aus Teufel, Charmeur und Gentleman“, beschreibt Berkoff. „Die Szenen zwischen Angelina Jolie und mir sind sehr intensiv – es kommen Messer und Knarren darin vor. Aber sie macht es einem so leicht und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie ist furchtlos und sehr, sehr vertrauensvoll. Sie würde nie auch nur mit der Wimper zucken, wenn es heiß hergeht, so konzentriert ist sie.“

Produktion: Die Dreharbeiten

„Der Drehort Venedig verleiht diesem Film ein ganz besonders köstliches Aroma“, sagt Regisseur

Florian Henckel von Donnersmarck. „Natürlich hat uns das in puncto Design gleichzeitig vor eine

Herausforderung gestellt: Da Venedig und Paris derart häufig fotografiert werden, wollten wir die Städte

von einer anderen Seite zeigen. Jon Hutman war der Erste, den ich anrief, nachdem ich das Drehbuch

gelesen hatte. Ich bewundere seine Arbeit in Robert Redfords Quiz Show, Was Frauen wollen und Was

das Herz begehrt von Nancy Meyers oder auch in Sydney Pollacks Die Dolmetscherin. Ich wusste, dass

Jon mir geben konnte, was ich suchte.“

Nach ersten Besprechungen mit Produktionsdesigner Jon Hutman wurde beschlossen, dass die

Ausstattung zwar die Schönheit der Lagunenstadt widerspiegeln, dabei aber dennoch frisch und

modern wirken sollte. „Wo sonst wenn nicht in Venedig kann man Verfolgungsjagden durch Kanäle und

über Dächer inszenieren und seine Protagonisten durch die fantastischsten Straßen der Welt

schlendern lassen?“, schwärmt Hutman. „Angelina Jolie, Johnny Depp, Venedig – mehr geht nicht!“

Drehbuchautor Julian Fellowes hatte die Idee, die Handlung nach Venedig zu verlegen. „Venedig

verbindet betörende Schönheit mit der unheimlichen Atmosphäre einer verfallenden Zivilisation. Diese

Stadt kann sehr düster sein“, so der Autor. Venedig, die Stadt der Kanäle, erstreckt sich über eine

flache, sumpfige Lagune an der Adria in Nordost-Italien. Die Stadt wurde auf einem Archipel aus 116

Inseln errichtet, welches durch 150 Kanäle gebildet wird. Die Inseln sind durch rund 400 Brücken

miteinander verbunden. Man kommt nur per Boot oder zu Fuß voran, Autos und sogar Fahrräder sind

verboten.

Trotz dieser logistischen Probleme waren die Produzenten leicht von der Location zu überzeugen.

„Venedig ist kaum zu fassen“, schwärmt der Ausführende Produzent Lloyd Phillips. „Die Stadt hat so

viele Gesichter, ihre Architektur ist einzigartig. Nirgendwo auf der Welt findet man dieses Licht. Wie es

sich auf den Kanälen und Fensterscheiben bricht, das ist einfach magsisch. THE TOURIST bietet eine

Fülle von Verwicklungen. Dazu noch der einzigartige Charakter der Stadt – die perfekte Kombination.“

Venedig ist ein beliebtes Touristenziel, das jedes Jahr an die 20 Millionen Besucher anzieht. Mit Unterstützung des Bürgermeisteramts und des Polizeichefs von Venedig konnten die Dreharbeiten inmitten der Menschenmengen ohne nennenswerte Schwierigkeiten vonstatten gehen. Und so konnten die anwesenden Touristen mit etwas Glück auf dem Markusplatz, zwischen Guggenheim und Naturkundemuseum bis zum Rialtomarkt und dem Arsenal Jolie und Depp in Action erleben.

Neben den über 50 Schauplätzen wurde das Team um Produktionsdesigner Jon Hutman auch mit dem Bau von drei Sets betraut: der Dogen-Suite im Danieli Hotel, der Kulisse für eine elegante Abend-Gala und Pearces Apartment, wo der Film seinem dramatischen Höhepunkt entgegensteuert. Die Dogen-Suite enstand im Palazzo Pisani Moretta direkt am Canal Grande: Er bot den idealen Balkonfür eine intime Szene zwischen Elise und Frank.

Venedig ist aus Stein gebaut, also wurde die Einrichtung der Dogen-Suite – erdige Terrakotta-Töne und kunstvolle Dekors wie kristallene Kronleuchter – dem Stil des Palazzo Pisani Moretta angepasst. Hutman unterteilte die Räume neu und verlieh der Location mittels Doppeltüren und deckenhohen Fenstern ein harmonisches Nebeneinander von modernem und historischem venezianischen Design.

„Während wir in der Dogen-Suite drehten, dachte ich die ganzen drei Tage lang: Was für ein sensationelles Hotelzimmer. Bis mich jemand darauf hinwies, dass das gar keine richtigen Wände waren und der Stuck nur aufgepinselt“, gesteht Angelina Jolie. „Das war so feine Handarbeit, dass ich nicht unterscheiden konnte, was echt und was hinzugefügt war.“

Für die Konzeption des Gala-Sets brauchten Hutman und seine Mitarbeiter zehn Wochen. Es galt immerhin, einen leeren Raum von der Größe eines Fußballfeldes auszustatten. Dank Location Manager Fabrizio Cerato stießen Hutman und Henckel von Donnersmarck auf die Scuola Grande della Misericordia im Stadtteil Cannaregio. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das gigantische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert hat die für venezianische Architektur typischen unverputzten Backsteinfassaden und tragende Säulen. Nachdem die Entwürfe standen, benötigten Hutman, sein künstlerischer Leiter Marco Trentini und ein Team aus 20 Baumeistern und Malern ganze vier Wochen, um den Set zum Leben zu erwecken. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, musste die Stadtverwaltung jede Kleinigkeit absegnen – bis zum letzten Nagel. Ein komplettes Zwischengeschoss samt Wendeltreppe und Balkon wurde von Grund auf neu errichtet und sorgsam mit Sandpapier abgeschliffen, damit er sich nahtlos in die historische Fassade einfügte.

Das Tanzparkett wurde von Hand bemalt, damit es wie Marmor aussah. Ein Podium für das 20-köpfige Orchester wurde konstruiert. Die Säulen wurden mit Spiegeln verkleidet und Holzrahmen geweißelt, bis sie zu dem weißen Marmor passten. Für die kristallenen Wandleuchter, die die Szenerie erleuchten, wurden extra Steckdosen installiert. „Während Elise und Frank tanzen, sind sie von Glitzern und Funkeln umgeben“, beschreibt Hutman. „Purer Glamour – feierlich, aber nicht künstlich.“

Hutmans dritter Streich ist die Wohnung von Alexander Pearce auf der Laguneninsel Giudecca, wo das Finale des Films stattfindet. Dort, gleich neben dem Hotel Palladio, befindet sich die Villa Effe, in der Hutman ein komplett entkernter Raum zur Verfügung stand – mit Traumaussicht auf den Canale di Giudecca. „Das war für mich, als würde man einem Maler eine leere Leinwand geben“, so Hutman. Die Renovierung, Einrichtung und Ausstattung – ein Mix aus modernem und klassischem Design – kosteten Hutman und sein Team fünf Wochen, in denen praktisch rund um die Uhr gearbeitet wurde. Wände und Pfeiler wurden errichtet, um dem enormen Grundriss mehr Struktur zu geben.

Samtvorhänge und Raumteiler aus Leinen fließen auf den Terrazzo-Boden. Digitale Kopien von Florentiner Fresken aus dem 15. Jahrhundert zieren die 4,8 Meter hohe Decke, Kunstwerke von echten Museumsstücken und Skulpturen bis hin zu Reproduktionen berühmter Modigliani-Gemälde die Wände. Bücherregale mit Kunstbänden und Nachschlagewerken verleihen dem Set Wohnlichkeit. Ein großer italienischer Kamin und 3,5 Meter langes maßgefertigtes Sofa runden das elegante Design ab. Die charakteristischen raumhohen Bogenfenster garantierten dem Filmteam eine eindrucksville Aussicht.

Das brachte Kameramann John Seale und Oberbeleuchter Mo Flam auf die Idee, die Sehenswürdigkeiten auf der anderen Seite des Kanals anzustrahlen. Und so waren die Venezianer zwei Wochen lang jeden Abend aufs Neue überrascht, wenn die Monumente entlang des Canale della Giudecca – die Kirche Madonna de la Salute etwa und der berühmte Markusdom – in neuem Licht erstrahlten.

Produktion: Die Kostüme

Die unvergessliche Garderobe in THE TOURIST hat die legendäre Kostümbildnerin Colleen Atwood entworfen. Die zweifache Oscar®-Preisträgerin wurde von einem zehnköpfigen Team aus England, den USA und Italien unterstüzt. Atwood war Henckel von Donnersmarcks Favoritin und der Regisseur entsprechend begeistert, als sie zusagte: „Colleen Atwood ist immer die erste Wahl, wenn es um Kostüme geht. Für mich ist sie das spätestens seit Chicago. Sie hat bewiesen, dass Sexappeal und Eleganz ein und dasselbe sein können. Bei ihr sehen sogar außerirdische Primaten sexy aus (in Tim Burtons Planet der Affen, Anm. d. Übersetzers). Colleen ist der personifizierte gute Geschmack. Ihre Kleider erheben jeden Film, jede Szene über den Durchschnitt.“

In Abstimmung mit den anderen Produktionsbereichen verlangten auch die Kostümdesigns nach Glamour. Jedes Kleidungsstück wurde einzeln ausgewählt und maßgefertigt, um Eleganz und Charakter der jeweiligen Figur zu betonen.Als Inspiration dienten Atwood ihre persönliche, umfangreiche Sammlung von Modefotografien, darunter Arbeiten von Richard Avedon und Louis Dahl-Wolfe. „Meine Entwürfe verschmelzen die alte mit der neuen Welt“, erklärt Atwood. „Ich habe einen eher klassischen Ansatz gewählt, nicht gerade die neuesten Toptrends und schrillsten Farben. Ich wollte der Architektur dieser schönen Stadt Reverenz erweisen, außerdem geht es in Venedig ziemlich hektisch zu. Also hielt ich die Garderobe der Schauspieler eher schlicht.“

Atwood hat im Laufe ihrer Karriere schon viele Looks für Johnny Depp kreiert, von Edward mit den Scherenhänden bis Alice im Wunderland und demnächst The Rum Diary. Die beiden verbindet mittlerweile ein stilles Einverständnis. „Colleen ist in der Lage, Persönlichkeit in Farben, Stoffen und Struktur auszudrücken“, bestätigt Depp. „Sie liefert dir die Haut deiner Figur, du steuerst dann das Innenleben bei. So werden beide Seiten zusammengeführt. Sie verändert die Art, wie du gehst, wie du stehst, sitzt und wie du auf andere zugehst. Sie ist unvergleichlich.“

„Johnny und ich haben schon so oft zusammengearbeitet, allerdings noch nie bei einem Film, der in der Gegenwart spielt. Wir wollten die Figur des Frank Tupelo so bodenständig wie möglich gestalten. Er ist ein Durchschnittstyp, also haben wir bei einen schlichten Stil gewählt: grauer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte. Für die Gala entwarf Atwood für Depp ein elegantes, schnittiges weißes Dinnerjackett samt Hose, maßgefertigt von den Schneidern der berühmten Londoner Saville Row. „Eine klassische Palette, wohin man sieht“, so Atwood.

Auch mit Angelina Jolie arbeitete die Designerin eng zusammen, um Elise als vollendete Lady zu präsentieren. „Elise sollte ausgesprochen weiblich und stark zugleich wirken“, sagt Atwood. „Colleen ist eine Zauberin“, schwärmt Jolie. „Sie hat einen exquisiten Geschmack. Normalerweise bin ich sehr eigen, wenn es darum geht, was ich trage, und hatte da so meine Vorstellungen. Aber eigentlich habe ich ihr ziemlich freie Hand gelassen. Wenn man Elise jetzt zum ersten Mal sieht, in einem engen Rock und Highheels, weiß man genau, mit wem man es zu tun hat.“

Das atemberaubende Kleid, das Jolie zur Gala trägt, besteht aus mehreren Lagen schwarzem Seidentüll, Netz und Satin mit Plissee-Details. Atwood und ihre Mitarbeiter brauchten Wochen, um zwei identische Modelle anzufertigen. Zu der schulterfreien Robe trägt Jolie ein extravagantes Vintage- Halsband aus Diamanten. „Wir wollten ein ausgesprochen feminines Kleid, das ein wenig an die Eleganz einer anderen Ära erinnert. Totzdem sollte die Halskette noch zur Geltung kommen. Dieses Ensemble ist der perfekte Rahmen für Angelinas Gesicht und ihren Körper.“

Das schwarze Abendkleid, in dem Elise mit Frank auf der Gala tanzt, musste allerdings auch die anschließende Actionsequenz überstehen, der Höhepunkt des Films. Ein Exemplar der Traumrobe wurde für die Nahaufnahmen benutzt, eine exakte Kopie für die Stunts. Bei der großen Gala waren Atwood und ihre Kostümbildner in ihrem Element, denn abgesehen von den beiden Stars galt es auch, mehr als dreihundert Statisten für den Ball einzukleiden. Die Anproben begannen einen Monat, bevor die erste Klappe fiel. Für die Damen wählte Atwood aufeinander abgestimmte bodenlange Kleider, darunter viele Modelle von Alberta Ferretti. Jedes einzelne wurde seiner Trägerin Wochen im voraus auf den Leib geschneidert.

Besonderes Augenmerk galt dabei den Roben der Tänzerinnen, die entsprechende Beweungsfreiheit brauchten. Wo nötig, wurde Stretch eingesetzt und der Saum ein wenig angehoben. Allerdings stammt nicht jedes Prachtstück in dieser Szene von Atwood: Paul Bettany trägt seinen eigenen Designer-Smoking von Ozwald Boateng. Sämtliche Outfits, die Jolie in THE TOURIST trägt, wurden eigens für sie entworfen und maßgefertigt – mit Ausnahme des grauen Vintage-Kleides von Charles James aus den 50ern. Da konnte Atwood einfach nicht widerstehen: „Angelina ist buchstäblich in dieses Kleid hineinspaziert. Es war wie für sie gemacht.“

Produktion: Die Musik

Der Oscar®-nominierte Komponist James Newton Howard steuert den Score für THE TOURIST bei. „James Newton Howard zählt zu meinen absoluten Lieblingskomponisten, seit er mich mit My Girl zum Weinen gebracht hat. In Auf der Flucht schug mir das Herz bis zum Hals und in Im Auftrag des Teufels blieb es mir fast stehen. Der kreative Austausch mit James war wie eine Belohnung für all die harte Arbeit, die wir in diesen Film investiert haben“, lobt Florian Henckel von Donnersmarck.

„Ich sprach mit Florian über den Schauplatz des Films und wie man Venedig in der Musik reflektieren könnte: ihre düster-romantische Seite, ein Hauch verfallener Pracht. Das erzeugt eine Spannung, die den Score umso eindringlicher macht.“ Bei jeder Filmmusik stellt sich die Aufgabe, eine eigene Toanart nur für diesen speziellen Film zu finden“, erklärt Howard. „Außerdem versuche ich, die Musik so zu gestalten, dass sie für sich stehen kann, auch unabhängig vom Film. Ich versuche ihr eine gewisse Vollkommenheit zu geben.“

Natürlich dient die Musik ebenso dazu, den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. „Elise hat alles im Griff, sie ist sehr selbstbewusst“, so Howard. „Das wollte ich auch in meiner Musik ausdrücken. Das Publikum weiß vielleicht nicht immer hundertprozentig, was sie vorhat – und auch Elise hat Momente der Verletzlichkeit, die sich in der Musik widerspiegeln. Aber im Grunde geht es bei ihr um Beherrschung. Frank dagegen verkörpert Wärme und Zuverlässigkeit – er ist quasi der Fels in diesem wilden, chaotischen Haufen.

Die musikalische Untermalung für die große Gala stammt indes von Gabriel Yared, der für Der englische Patient einen Oscar® gewonnen hat und für zwei weitere nominiert war. Einen Monat vor Drehbeginn spielte er die Ball-Musik in London ein, mit einem Orchester aus zwölf Cellos, vier Mandolinen, Kontrabass und Harfe. „Es war eine Freude, nach Das Leben der Anderen erneut mit Gabriel zu arbeiten. Erst sein wunderbares Stück hat Johnny Depp davon überzeugt, sich vor laufender Kamera aufs Parkett zu wagen – keine leichte Aufgabe!“

Der italienische Choreograph Luca Tommassini, der bereits mit Madonna auf Tournee war, entwickelte mit 30 Profitänzern den Standardtanz für die Szene. Seine Choreografie ist ein Stil-Mix, die Elemente von Walzer bis Tango beinhaltet. Darüber hinaus trainierte Tommassini mit Angelina Jolie und Johnny Depp, denn keiner von beiden brachte nennenswerte Tanzerfahrung mit. Als schließlich die erste Klappe fiel, konnten die Stars auf dem Parkett mühelos mit den Profis mithalten.