Filmhandlung und Hintergrund

Sechs Jahre nach seinem letzten Film stellt Michael Cimino mit „Sunchaser“ ein packendes Action-Roadmovie vor, das inhaltlich mit der Thematisierung der großen Western-Legenden nahtlos an sein Gesamtwerk anschließt. Formal jedoch erobert der Film über die konventionellen Grenzen des – freilich durchaus kassenträchtigen – Actiongenres hinaus nur zaudernd neues Terrain. Fast scheint es, als habe Cimino während seiner...

Der junge Navajo-Indiander Blue, ein unheilbar an Krebs erkrankter Häftling, kidnappt den Yuppie-Arzt Dr. Reynolds und flieht mit ihm auf der Suche nach einem legendären „Heiligen Berg“ in die Wüste. Allmählich gewinnt Reynolds Sympathien für den verzweifelten Jungen, so daß er ihm schließlich hilft, die Polizei abzuschütteln, um ihm auf dem sagenumwobenen Berg ein würdiges Sterben zu ermöglichen.

Der unheilbar an Krebs erkrankte Häftling Blue, ein 16-jähriger Navajo-Indianer, kidnappt den Yuppie-Arzt Dr. Reynolds. Gemeinsam fliehen die beiden Männer von Los Angeles aus in die Wüste, wo Blue den „Heiligen Berg“ zu finden versucht. Dieser soll angeblich alle Krankheiten heilen. Der überhebliche Reynolds, dem zunächst nur der Sinn nach Flucht steht, empfindet allmählich Mitleid mit dem jungen Mann und freundet sich schließlich mit ihm an. Mehr noch, er beschließt, Blue persönlich zu dem mystischen Berg zu bringen.

Der junge, im Knast einsitzende Navajo-Indianer Blue hat nicht mehr lange zu leben. Er kidnappt Yuppie-Arzt Reynolds und flieht mit ihm in die Wüste – auf der Suche nach einem Heiligtum seines Volkes. Sensibles Roadmovie und Selbstfindungstrip in Westernambiente.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User ø 0,0
5
 
Stimmen
4
 
Stimmen
3
 
Stimmen
2
 
Stimmen
1
 
Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimme)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

    Kritikerrezensionen

    • Sechs Jahre nach seinem letzten Film stellt Michael Cimino mit „Sunchaser“ ein packendes Action-Roadmovie vor, das inhaltlich mit der Thematisierung der großen Western-Legenden nahtlos an sein Gesamtwerk anschließt. Formal jedoch erobert der Film über die konventionellen Grenzen des – freilich durchaus kassenträchtigen – Actiongenres hinaus nur zaudernd neues Terrain.

      Fast scheint es, als habe Cimino während seiner langen und holprigen Karriere von „The Deer Hunter – Die durch die Hölle gehen“ über „Heaven’s Gate“ bis zuletzt „The Desperate Hours – 24 Stunden in seiner Gewalt“ doch mehr blaue Flecken davongetragen, als er, der sich in Cannes mit seinen 53 Jahren noch immer gern als kerniger Western-Rebell präsentierte, zugeben will. Daß es immer schwieriger für ihn wurde, im Hollywood-Studiosystem Filme zu drehen, gab Cimino gerne zu, und „Sunchaser“ merkt man die Sehnsucht nach einem Kassenerfolg auch an. Ein Kidnapping steht am Beginn des Films, als der unheilbar an Krebs erkrankte Häftling Blue (Jon Seda), ein 16jähriger Navajo, den Yuppie-Arzt Dr. Reynolds (Woody Harrelson) in seine Gewalt bringt und mit ihm aus Los Angeles in die Wüste flieht. Dort hofft Blue mit Hilfe eines Medizinmannes den mystischen „Heiligen Berg“ zu finden, auf dem alle Krankheit und alles Leid von ihm abgewaschen würden. Dr. Reynolds dagegen ist zunächst vor allem daran interessiert, seine eigene Haut zu retten, und entdeckt hinter seiner Angst erst allmählich sein Mitleid und seine Sympathie für den Jungen. Als Blues Zustand sich mehr und mehr verschlechtert, ringt er sich schließlich dazu durch, ihn über seine schulmedizinische Hilfe hinaus selbst zu dem sagenumwobenen Berg zu bringen.

      Den Zusammenprall der beiden amerikanischen Welten inszeniert Cimino routiniert und nicht ohne Humor: Hier der erfolgreiche, weiße, westliche Arzt, dort der todgeweihte, kriminelle Indianer – und beide aufeinander angewiesen inmitten eines Landes, dessen Weite und Schönheit Ciminos Kameramann Doug Milsome („Der letzte Mohikaner“) in exzellenten Bildern einzufangen versteht. Daß Blue und Reynolds auf ihrer Flucht abwechselnd von der Polizei, malvolenten Rockern oder schwarzen Kirchengängern verfolgt werden, sorgt zwar immer wieder für die nötigen Action-Kicks, führt aber letztlich nirgendwohin, denn das erlösende Erklimmen des Berggipfels gibt dem Film nach fast zweistündigem, angestrengt durchgehaltenem Tempo einen wenn auch schönen, so doch beinahe antiklimaktischen Schluß. Cimino mit „Sunchaser“ rein esoterische Ambitionen zu unterstellen, wäre sicherlich verfehlt, denn auch wenn hinter dem Verknüpfen alter indianischer Weisheiten mit dem modernen (Westküsten-)Lebensstil ein gewisses Harmoniebedürfnis zu erkennen ist, sind die eigentlichen Stärken des Films doch eher in der Tradition des Westerns zu suchen. Wenn Cimino in einer der aufregendsten Szenen seine beiden Hauptfiguren in einem weißen Cadillac-Cabrio (dem gleichen übrigens, das er schon in seinem Regiedebüt „Die letzten beißen die Hunde“ und in „Desperate Hours“ verwendete) inmitten einer Herde Wildpferde fahren läßt, wird deutlich, daß dieser Ausnahme-Regisseur noch immer den Legenden des amerikanischen Westens den Finger an den Puls legen kann. Den Wunsch, sein nächster Film würde sich mehr daran als an den marktwirtschaftlich abgesicherten Formeln des Genrekinos orientieren, werden freilich nur melancholische Cineasten äußern. evo.

    Kommentare