Fakten und Hintergründe zum Film "The Spirit"

Kino.de Redaktion |

The Spirit Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Die Charakteren von The Spirit

The Spirit

Auf wundersame Weise kehrt Polizist Denny Colt als „The Spirit“ (Gabriel Macht) ins Leben zurück, um das Verbrechen in Central City zu bekämpfen. Mit Hut und Maske macht er sich auf die Jagd nach seinem größten Widersacher OCTOPUS. THE SPIRIT ist unsterblich und seine Wunden heilen im Zeitraffer – doch er ist ein Held ohne Superkräfte. Seine größte Schwäche ist seine Leidenschaft für schöne Frauen. Dabei gilt seine Liebe eigentlich nur Central City, seiner Stadt.

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Alle Bilder und Videos zu The Spirit

Sand Saref

Sand Saref (Eva Mendes) ist atemberaubend sexy, war oft und ausgiebig verheiratet und ist scheinbar eiskalt. Sie liebt die glitzernden Dinge im Leben und würde alles tun, um sie zu bekommen. Sie ist die einzige Frau, die die Macht hat, THE SPIRIT das Herz zu brechen. Denn die beiden kennen sich aus längst vergangenen Kindertagen und waren ein Herz und eine Seele, bis ein schreckliches Unglück ihre Wege trennte.

Ellen Dolan

Die Chirurgin Ellen Dolan (Sarah Paulson) verbinden gleich zwei Lebensabschnitte mit THE SPIRIT: Einst war sie die Verlobte von Denny Colt. Nach seinem Tod vergräbt sie sich in ihre Arbeit als Ärztin. Sie ist es, die THE SPIRIT immer wieder zusammenflickt – und wie besessen davon ist, ihn zu umsorgen.

Lorelei

Die rätselhafte Lorelei (Jaime King) umwirbt THE SPIRIT pausenlos. Doch sie ist keine Frau aus Fleisch und Blut, sondern eine mysteriöse Sirene, ein Engel des Todes.

Plaster von Paris

In Plaster von Paris findet THE SPIRIT eine Frau, die stets für eine Überraschung gut ist. Sie verfolgt mörderische Pläne und ist brandgefährlich. THE SPIRIT und die französische Nachtclubtänzerin verbindet eine gemeinsame Vergangenheit.

Silken Floss

Silken Floss (Scarlett Johansson) ist eine punkige Sekretärin und ein kaltes Biest. Als eisiges Genie ist sie die rechte Hand von OCTOPUS und hilft ihm, seine wahnsinnigen Ziele zu verfolgen.

Octopus

Octopus (Samuel L. Jackson) ist THE SPIRITS großer Widersacher. Er bezeichnet sich selbst als „kriminelles Superhirn“ und liebt theatralische Auftritte. SPIRITS Erzfeind ist auf einer größenwahnsinnigen Mission: Er plant, SPIRITS geliebte Stadt auszulöschen, während er nach seiner eigenen Unsterblichkeit strebt.

Produktionsnotizen

THE SPIRIT vereint zwei der größten Visionäre der Comic-Kunst miteinander: Frank Miller, der Schöpfer zeitgenössischer und innovativer Graphic-Novel-Klassiker wie „Sin City“, „300“ und „The Dark Knight Returns“, und Will Eisner, der Pionier des modernen US-Comics. Mit dem Erscheinen seiner Reihe „The Spirit“ in den 1940er Jahren erweiterte Eisner die Grenze des Comics maßgeblich. Ein vergleichbares Kunststück gelingt Miller nun mit THE SPIRIT, einer Comicverfilmung, dessen Look alle vorherigen Comicfilme problemlos in den Schatten stellt.

Miller bezeichnet Eisner als eines seiner größten und frühesten Vorbilder. „Mit 13 Jahren stieß ich zum ersten Mal auf Will Eisners Comics und hielt ihn für einen heißen Newcomer“, sagt Miller. „Dabei waren seine Werke rund vierzig Jahre alt. Sie sahen aber frischer und aktueller aus als alles, was ich bis dahin gesehen hatte.“

Eisner war gerade mal in seinen Zwanzigern, als ihn die Veröffentlichung von „The Spirit“ als wöchentliche Beilage einer Zeitung schlagartig an die vorderste Front einer neuen Comic-Bewegung katapultierte. Die Serie beschleunigte nicht nur die Weiterentwicklung herkömmlicher Comic-Strips, die üblicherweise aus drei bis vier Bildchen bestanden und auf der Humorseite platziert waren, sie löste eine ganze Reihe formaler und erzählerischer Innovationen aus. Während Ritter in Ganzkörpermontur wie Batman und Superman für Furore sorgten, schuf Eisner einen maskierten Helden im Anzug, Schlips und Kragen, mit Handschuhen und Filzhut, der über keinerlei übermenschliche Kräfte verfügte. Er war weder ein Millionär noch ein Außerirdischer, sondern ein ehemaliger Polizist namens Denny Colt, der allgemein für tot gehalten wurde. „The Spirit“ war eine sehr erwachsene Figur mit trockenem Humor, einem Faible für Frauen und einer unerschütterlichen Zuneigung für seine Heimatstadt, den schmutzigen Schmelztiegel Central City. Eisner erzählte die Abenteuer mit filmischen Stilmitteln, mit Illustrationen, die an Filme wie Citizen Kane (1941) erinnerten, was Bildkompositionen und außergewöhnliche räumliche Perspektiven betraf.

Miller hatte bereits mit der Arbeit an eigenen Comics begonnen, als er Eisner auf einer Party in New York zum ersten Mal begegnete. „Ich schrieb und zeichnete zu der Zeit für Marvel Comics eine meiner ersten Ausgaben von Daredevil‘“, erinnert er sich. „Eisner warf einen Blick auf die erste Seite und sagte mir sofort, was damit nicht stimmte. Wir stritten über das Schriftbild der Seite, was in einer Diskussion mündete, die letztlich 25 Jahre anhielt, darüber, wie man Comics erschafft und wie sie funktionieren. Wir führten eine turbulente und heftige Beziehung und gleichzeitig waren wir beste Freunde. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.“

Produktion: Vom Comic zum Film

Die Produzenten Deborah Del Prete und Michael Uslan begeistern sich schon ihr Leben lang für Comics.

Mit der Produktion von Tim Burtons Batman (1989) läutete Uslan die Ära von Comicfilmen ein, die sich auch an ein erwachsenes Publikum richteten. 1992 erwarb er von Eisner die Filmrechte an THE SPIRIT und musste ihm bei Vertragsabschluss etwas hoch und heilig versprechen. Uslan erinnert sich: „Ich schwor Will, dass niemand, The Spirit‘ anrühren dürfe – keine Produktionsfirma, kein Mensch – der nicht willens sei, sich respektvoll und akribisch an die Vorlage zu halten.“

Fast ein Jahrzehnt später machte Schauspieler Dan Lauria Uslan mit der Produzentin Del Prete und ihrer Produktionspartnerin Gigi Pritzker bekannt. Del Prete faszinierte Uslans Background von Comic-Adaptionen. Del Prete erinnert sich: „Ich sagte zu Michael, ,Ich wollte schon immer einen Comic verfilmen. Wir sind unabhängige Filmemacher, die ihre eigenen Projekte entwickeln können. Dies ist die Gelegenheit, nach der ich lange gesucht habe‘.“

Nach diesem Treffen verging lange Zeit, bevor Uslan die Leute der Produktionsfirma Odd Lot wiedersah. Er war immer noch frustriert auf der Suche nach der bestmöglichen Umsetzung von „The Spirit“, als er sich schließlich 2004 mit Del Prete traf, um sie von THE SPIRIT zu überzeugen. „Wir unterhielten uns sehr nett und dann fragte sie ,,Du hast mir etwas mitgebracht! Was ist es?‘“, erinnert sich Uslan. „Ich sagte ,,Deb, ich habe hier das kreativste und großartigste Werk, das die Comic-Industrie innerhalb der letzten 70 Jahre hervorgebracht hat.‘ Sie sah mich an und antwortete, ,jetzt sag nicht, dass dir die Rechte an ,The Spirit‘ gehören?‘ Ich schickte ein ,Mama, ich bin zuhause!‘ in den Himmel, denn Deborah war die erste Person, die ,The Spirit‘ überhaupt kannte! Es war ein magischer Moment.“

Del Prete ergänzt: „Comics haben mir beigebracht, wie man eine Geschichte in Bildern erzählt. Deshalb wollte ich schon immer einen Comic verfilmen, aber nicht irgendeinen. Ich hielt ,The Spirit‘ von jeher für ein brillantes Werk und war deshalb umso begeisterter, die Filmproduktion zu übernehmen.“

Frank Miller stand bei Odd Lot auf der Liste potenzieller Drehbuchautoren für THE SPIRIT ganz oben. Auf vielerlei Weise galt Miller als Eisners legitimer Nachfolger und Del Prete und Pritzker wollten ihn unbedingt dabei haben. Als Will Eisner im Januar 2005 mit 87 Jahren starb, baten sie Uslan, der an der Trauerfeier in New York teilnahm, sich dort mit Miller zu treffen, um ihm THE SPIRIT als Drehbuchautor und Regisseur anzubieten. Miller reagierte zuerst skeptisch – wie könnte er es wagen, das Werk des Meisters, seines Freundes und Mentors anzutasten? Miller ging, nur um kurz darauf anzurufen und die Worte zu sprechen, die sich die Produzenten erhofften: „Ich kann nicht zulassen, das es jemand anderes antastet.“

Millers Verpflichtung war für THE SPIRIT ein großes Ereignis, wie Del Prete erklärt: „Erst Will Eisner, einer der Erfinder des modernen Comics. Und dann die absolute Ikone des zeitgenössischen Comics, Frank Miller – der Wills Protégé, Freund, Streitpartner war und ihm ebenbürtig ist. Das nenne ich einen Coup.“

Produktion: Über das Drehbuch

Bevor Miller mit der Arbeit am Drehbuch begann, umgab er sich mit Bildern von Eisners Artwork. „Ursprünglich dachte ich in den Kategorien eines Schriftstellers, wie etwa eines Raymond Chandler, und wollte auch erzählerisch auf diese Weise vorgehen“, sagt der Autor/Regisseur. „Aber dann merkte ich, dass Chandler die denkbar schlechteste Referenz war, dass Eisner jemandem wie O. Henry viel näher stand. Er erzählte eine Reihe meist sehr schöner Kurzgeschichten. Von denen wählte ich meine Lieblingsgeschichte, eine zweiteilige Story über Sand Saref, und entwickelte sie weiter.“

Sand Saref, eine sexy Juwelendiebin, ist eine der vielen liebenswerten Frauenfiguren, die Eisner für „The Spirit“ erfand. Zu den weiteren Verführerinnen und Schätzchen, die in Millers Story auftauchen, gehören Ellen Dolan, Tochter des Polizeichefs von Central City, die exotische Nachtclubsängerin Plaster von Paris, das eisige Genie Silken Floss und der Unterwasser-Todesengel Lorelei. „Mir war wichtig, mit THE SPIRIT einzufangen, was Eisners Arbeit implizierte“, erläutert Miller. „Denn Spirit selbst ist auch nicht ganz fehlerfrei. Schließlich ist er den Damen zugetan, obwohl er mit Ellen Dolan einen wahren Schatz an seiner Seite hat. Seine wahre Liebe gehört allerdings sowieso Central City, mit der Stadt verbindet ihn eine Seelenverwandtschaft.“

Spirit riskiert für diese Stadt sein Leben und Eisner ließ seinen Helden von seinen Feinden oft übel zurichten. Die Fähigkeit des Helden, dermaßen einstecken zu können, wurde ein zentrales Motiv in Millers Plot. Dazu stellt er fest: „Spirit weiß, dass er ein Cop ist, der erschossen und dann mysteriöserweise wieder zum Leben erweckt wurde, er weiß nur nicht wie. Er ist kein Superheld. Er kann nicht fliegen, keine Autos herumschmeißen. Aber er besitzt eine außergewöhnliche Eigenschaft: er kann unglaubliche Schmerzen und Verletzungen ertragen, die schneller heilen als bei jedem anderen. Inmitten dieses romantischen Abenteuers versucht er also herauszufinden, was er wirklich ist.“

Miller entschied, dass die Antwort nur einer von Eisners berühmtesten Schurken kennt: Octopus. In der Original-Comicserie wurde Octopus nur von einem Paar weißer Handschuhe repräsentiert. Miller jedoch erfand die Figur neu: Octopus hegt einen Groll gegen Central City und finanziert seine kranken Gen-Experimente mit einem lukrativen Drogenhandel. Ganz nach Comic-Manier ist Octopus Spirits direktes Gegenstück. „Während Spirit Ordnung in die Welt bringt, stiftet Octopus Chaos. Während Spirit versucht, den Menschen zu helfen, will Octopus sie unterjochen“, bestätigt Miller und fügt hinzu: „Er ist außerdem komplett wahnsinnig.“

Eisner legte seinen Helden zeitgemäß an und Miller folgte diesem Beispiel, als er THE SPIRIT schrieb. Trotzdem dehnte er den Begriff „zeitgenössisch“ sehr eigenwillig aus, indem er in seiner Story Design-Elemente aus vielen verschiedenen Ären unterbrachte. Daher kommt es, dass einerseits Frauen stets elegant gekleidet sind, Männer Anzüge und Hüte tragen und Sedans aus den 1950er Jahren als Taxen dienen. Dennoch ist es eine Welt, in der Handys, Splitterschutzwesten und Klontechnik existiert. Und der grimmige Gewalt-Level des Films steht dem 21. Jahrhundert bedeutend näher als den 1940er Jahren. Der respektlose Humor, ein wesentlicher Bestandteil in Eisners Universum, findet sich auch im Film wieder, ergänzt und erweitert durch Millers charakteristischen bissigen Witz.

In den Monaten, die Miller damit verbrachte, das Drehbuch in Form zu bringen und auszuarbeiten, war Del Prete eine wertvolle Hilfe. „Ich finde, die Tonalität des Drehbuchs trifft den Ton der Comics sehr genau. Es ist ein Abenteuer, eine Romanze und enthält darüber hinaus noch jede Menge Humor“, sagt sie. Wir sind mit den Bestandteilen von ,The Spirit‘ immer sehr respektvoll und in Eisners Tradition umgegangen. Nichtsdestotrotz reden wir hier von Frank Miller und er hat natürlich seinen eigenen speziellen Blickwinkel.“

Pritzker, in der Welt der Comics ein Neuling, fungierte als Stellvertreter des normalen Zuschauers, denn sie war weder mit „The Spirit“, Will Eisner noch Frank Miller vertraut. „Es war uns wichtig, dass auch Leute mit THE SPIRIT etwas anfangen können, die nicht unbedingt Comic-Freaks sind“, sagt Pritzker. „Ich denke, das ist uns gelungen. Es gibt hervorragende Insider-Jokes für Kenner und für alle anderen ist es einfach eine fantastische Story und sehr witzig.“

Produktion: Die Figuren

Während die meisten Comicverfilmungen einen großen Star in der Heldenrolle präsentieren, hatten die Macher von THE SPIRIT das Gefühl, dass ein anderer Ansatz erforderlich sei. Sie suchten nach einem eher unbekannteren Schauspieler oder wie Del Prete sich ausdrückt: „Spirit sollte für die Zuschauer ganz einfach Spirit sein.“

Gabriel Machts tief grollende Stimme und sein ironisches Understatement während des Vorsprechens ließ die Filmemacher sofort aufhorchen. „In Hollywood gibt es tausende brillante männliche Schauspieler, aber Gabriel brachte einen Humor à la Chandler mit und eine körperliche Präsenz, eine Männlichkeit, die es auf der Leinwand heutzutage nur selten gibt“, kommentiert Miller. „Er ist ein großartiger Spirit in der Tradition des Film noir.“

Sobald Macht die Herausforderung des Spirit angenommen hatte, vertiefte er sich in Eisners Zeichnungen. Dazu der Schauspieler: „Durch die Studien von Eisners Comics war ich in der Lage, Spirits Physis zu absorbieren, die Art, in der er seinen Kopf bewegt, jemanden ansieht, seinen Hut trägt oder seine Schultern bewegt – das waren alles Dinge, die Spirit für mich definierten.“ Macht schätzte auch Spirits menschliche Schwächen. „Spirit kann Sachen anstellen, die andere Cops nicht dürfen und seine Körperkraft ist unglaublich. Auf der anderen Seite ist er ein unbeholfener Tollpatsch. Eisner zeichnete ihn oft, wie er pausenlos über etwas stolpert. Das macht einen Teil seines Charmes aus.“

Die Aussicht, mit Miller zusammenarbeiten zu können, lockte eine beeindruckende Reihe hochkarätiger Schauspieler, darunter auch Samuel L. Jackson, der nun Spirits Erzfeind Octopus verkörpert. Als Miller entschieden hatte, dass er Octopus als einen Gegner aus Fleisch und Blut zeigen wollte und nicht wie in den Comics als ein Paar Handschuhe, hatte er den gefeierten Star für die Rolle bereits im Hinterkopf. „Ich brauchte den bestmöglichen Bösewicht, den es gab, und da kam nur Sam in Frage. Er war meine erste und einzige Wahl.“

Jackson, selbst ein leidenschaftlicher Comicfan, musste nicht überzeugt werden. „Ich bin schon lange ein Frank-Miller-Fan, von ,The Dark Knight‘, der ,Sin City‘-Serie bis zu ,300‘ und darüber hinaus“, erklärt Jackson. „Die Tatsache, dass Frank mich für die Rolle des Octopus haben wollte, hat mich mit unglaublichem Stolz erfüllt.“

Durch Jacksons Besetzung nahm Octopus nahezu opernhafte Dimensionen an, ein Bösewicht, der in seiner Rolle total aufgeht und sie enthusiastisch ausfüllt. Die Figur sorgt für Lacher und Gänsehaut gleichermaßen, weshalb sie in das THE-SPIRIT-Universum perfekt hineinpasst. Jackson dazu: „Will Eisner hatte einen großartigen Sinn für Humor und dieser Film musste dieses komödiantische Element unbedingt beibehalten. Deshalb ist Octopus ein bisschen theatralisch; er trägt Kostüme und ändert seine Erscheinung nach Lust und Laune. Er ist sehr smart – oder, wie er sich selbst nennt: ein kriminelles Superhirn.“

Octopus’ Tandem-Partnerin beim Kostümwechsel ist seine kaltherzige Adjutantin und sein Protégée Silken Floss, die von Scarlett Johansson gespielt wird. Im Film ist die Figur jünger als in Eisners Original. Nachdem Miller sich mit Johansson getroffen hatte, um über die damals noch völlig anders angelegte Rolle zu sprechen, schrieb er sie komplett um. „Ich dachte, ,Sie ist falsch für den Part, sie ist zu jung. Aber ich muss irgendwas für sie schreiben.‘ Ich war so beeindruckt von ihr, wie intelligent, witzig und bissig sie war“, sagt er. „Eisners Figur war eine Astrophysikerin, die ihre Sexualität unterdrückt, sehr anständig und hoffnungslos in Spirit verliebt ist. Ich wollte einen Kontrapunkt setzen und verpasste ihr eine vergeudete Jugend.“

Johansson war ganz entzückt von ihrer unerschütterlichen Figur, die sie als „sehr, sehr schlau und schnell gelangweilt“ beschreibt. „Silken will einfach Spaß haben, hilft diesem verrückten Kerl bei seinen Drogengeschäften und trägt coole Klamotten. Sie nimmt nichts wirklich ernst. Wahrscheinlich auch, weil sie sich selbst kräftig bei den Drogen bedient. Sie macht eine merkwürdige Phase in ihrem Leben durch nach dem Motto: Wer weiß schon, was als Nächstes passiert?“

Eva Mendes wurde für die zentrale Rolle der Sand Saref besetzt, der einzigen Frau, die in der Lage ist, Spirits Herz zu brechen. Miller sah in Mendes eine Schauspielerin, die „ebenso unvergesslich und wunderschön ist wie die Original-Illustrationen.“

Sand war oft und ausgiebig verheiratet; sie ist atemberaubend sexy und scheinbar eiskalt. Doch hinter ihrer harten Fassade verbirgt sich eine verletzte Seele, die immer noch unter dem Verlust des Vaters während ihrer Kindheit leidet. „Sand Saref ist eigentlich ein gebrochenes kleines Mädchen“, kommentiert Mendes. „Sie hat einfach eines Tages beschlossen, dass wertvolle Juwelen das Einzige sind, was zählt. Sie liebt glitzernde Dinge, wie sie es nennt.“

Auch zu Ellen Dolan, der Tochter des Polizeichefs von Central City, hat Spirit eine komplizierte Beziehung, denn sie war einmal mit Denny Colt verlobt. „Ellen ist ausgesprochen scharf“, sagt Miller. „Leicht abweichend von den Comics habe ich sie in eine Chirurgin verwandelt – die Frau, die Spirit körperlich immer wieder zusammenflickt.“

Ellen wird von Sarah Paulson verkörpert, einer begabten Schauspielerin, die für ihre Rolle in Aaron Sorkins Fernsehserie „Studio 60 on the Sunset Strip“ gefeiert wurde. Sie fand eine melancholische Ader in ihrer getriebenen, selbstbezogenen Figur. „Ich glaube, Ellen versucht sich von ihrer Trauer über den Verlust ihres heißgeliebten Verlobten abzulenken“, kommentiert sie. „Sie vergräbt sie sich in ihrer Arbeit, genau wie ihr Vater. Und sie ist irgendwann besessen davon, Spirit zu versorgen und sich um ihn zu kümmern, um sicherzugehen, dass er gesund und wohlauf ist.“

Den Part der Lorelei schrieb Miller Jaime King auf den Leib, die Goldie in Sin City (2005) spielte. Die Akteurin war begeistert, wieder mit dem Autor/Regisseur zusammenarbeiten zu können, den sie mittlerweile zu ihren engen Freunden zählt. „Frank ist so unglaublich kreativ und sein Drehbuch war anders als alles, was ich jemals gelesen hatte“, sagt King. „Es war ein sexy Film noir und noch so vieles mehr – romantisch, düster, lustig und scharfsinnig. Ich brannte darauf, diese mysteriöse Frau zu spielen, die eigentlich ein Engel des Todes ist, der Spirit während des ganzen Films umwirbt.“

Die Rolle der Plaster von Paris ging an die preisgekrönte spanische Schauspielerin Paz Vega, die ihr US-Filmdebüt in Spanglish (2004) gab und durch sinnliche Rollen in Filmen wie Lucia und der Sex (2001) bekannt wurde. „Plaster von Paris ist eine von Eisners eigenartigsten Geschöpfen“, räumt Miller ein. „So wie Paz Vega sie spielt, erscheint sie als ein fiebriger Sextraum von einer Frau, aber definitiv ein brandgefährlicher.“

Vega war überglücklich, den Atlantik für ihre recht kurze Rolle zu überqueren. „Ich liebe Comics und für mich ging mit der Arbeit für Frank Miller ein echter Traum in Erfüllung“, sagt sie begeistert. Vega verrät, dass Spirit vor Paris viel zu befürchten hat, besonders im Licht ihrer gemeinsamen Vergangenheit. „Ich denke, dass sie eine heißblütige Beziehung miteinander hatten und sie ihn immer noch liebt. Paris ist eine sehr merkwürdige Frau, bei der man nie weiß, was als Nächstes kommt.“

Miller erfand die Figur der Morgenstern, einer jungen Polizistin, die von Spirit wie gebannt ist, sich aber auch unbedingt selbst beweisen möchte. Stana Katic, die kürzlich in Quantum of Solace (Ein Quantum Trost, 2008) mitwirkte, erhielt die Rolle der jungen Polizistin, die mit ihrer übermütigen Ernsthaftigkeit zu den anderen schamlosen verführerischen Frauen im Gegensatz steht. „Sie ist die Einzige im Film, die sich ihren Weiblichkeit noch nicht wirklich bewusst ist“, sagt Katic. „Als Gesetzeshüterin bewundert sie Spirit. Als sie ihn dann schließlich trifft … nun, er ist einfach der Größte und sie verknallt sich total in ihn.“

Für eine erfrischende Portion noir-getränkter Derbheit sorgt Dan Lauria als Commissioner Dolan, ein altmodischer Cop, der als Einziger weiß, dass sich hinter Spirit eigentlich Denny Colt verbirgt. Bereits Laurias erstes Vorsprechen überzeugte Miller, den Richtigen für die Rolle gefunden zu haben. „Commissioner Dolan ist der Vater, den Denny Colt nie hatte, und er führt eine permanente streitsüchtige Beziehung mit Spirit. Als Commissioner Dolan strahlt Dan Autorität aus, Überdruss und Besorgnis. In mancher Hinsicht ist er meine Lieblingsfigur, weil er mich an Will Eisner erinnert, wenn er schlechte Laune hatte.“

Als ein Filmfan mit einer Sammlung von rund 4.000 Titeln bereitete es Lauria großes Vergnügen, dem Stakkato-Stil seiner Lieblingsfilme aus den 1940er Jahren nachzueifern. „Die Schauspieler seinerzeit, besonders im Film noir, sprechen sehr abgehackt. Franks Dialoge orientieren sich ziemlich daran. Ich konnte durch meine Zeilen geradezu rasen, was ihnen einen besonderen Reiz verlieh, der mir außerordentlich gefällt.“

Schließlich gibt es noch Octopus’ geklonte Bruderschaft, bestehend aus tumben Handlangern, der er sich immer dann entledigt, wenn sie seine Erwartungen nicht erfüllen – was aufgrund ihrer Beschränktheit ziemlich oft der Fall ist. Zuerst hatte Miller bei der Schlägertruppe identische Drillinge namens Logos, Pathos und Ethos im Sinn. „Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr nahm eine ganz andere Idee Gestalt an“, erinnert er sich. „Ich überlegte, ,Warum bei Drillingen aufhören, wenn wir es hier mit einem Meister der Genmanipulation zu tun haben? Warum lassen wir ihn nicht einfach eine Riesentruppe zusammenstellen?‘“

Um die multiplen Maniacs – Kollektivname: Phobos – zu spielen, wählten Miller und Del Prete den Darsteller Louis Lombardi aus, bestens bekannt als launischer Edgar aus „24“. Er erinnert sich: „Frank und Deborah sagten mir, sie hätten eine großartige Rolle für mich: ,Es handelt sich um einen Typen, der fünfzig Mal getötet wird.‘ Ich so, ,hm, wirklich?‘ Dann zählte Frank die ganzen Arten auf, auf die ich ums Leben kommen sollte, und ich dachte, ,Wow. Das wird Spaß bringen!‘ Als Frank mir erklärte, wie er den Film angehen würde, konnte ich es gar nicht mehr erwarten, ans Set zu kommen und endlich loszulegen.“

Produktion: Das Design

Die Pläne der Filmemacher für THE SPIRIT waren ausgesprochen ambitioniert: Sie wollten die gesamte Produktion mit Green-Screen-Technik und den neuesten CGI-Programmen drehen, um einen Hybrid aus Spielfilm und Comicalbum zu schaffen. Seine erste Begegnung mit ausgereifter Digitalfilmtechnik hatte Miller als Ko-Regisseur von Robert Rodriguez bei Sin City (2005). „Was mit Computertechnik und CGIs mittlerweile möglich ist, kommt für jemanden wie mich und meinem Background genau zur richtigen Zeit“, freut sich Miller. „Ich erzähle Geschichten mit Bildern. Ich liebe an CGIs, dass sich mit ihnen alles umsetzen lässt, egal, was ich mir einfallen lasse. Dazu kommt noch, dass diese Technik zwar einerseits sehr zukunftsträchtig ist, andererseits aber auch Werte der Vergangenheit zurückbringen kann. Nicht bloß Comicwerte wie fremdartig aussehende Städte und knalliges Licht, sondern auch klassische Film-noir-Werte. Ich wollte, dass THE SPIRIT den reinen, furchteinflößenden Look dieser alten Filme bekommt.“

Del Prete suchte sorgfältig eine Spitzencrew zusammen, die Miller helfen sollte, seine Vision von THE SPIRIT umzusetzen. Dazu sagt die Produzentin: „Wir hielten nach Leuten Ausschau, die mit den Konzepten von Franks Comics etwas anfangen konnten und sie schätzten. Wir wollten Mitarbeiter, denen der Name Eisner und ,The Spirit‘ ein Begriff waren. Frank sollte von hochtalentierten Leuten umgeben sein, die es gar nicht abwarten konnten, endlich loszulegen. Jedes einzelne Team-Mitglied war jemand ganz Besonderes.“

Millers wichtigste Mitstreiter der Technik-Crew waren: der renommierte Kameramann Bill Pope, zu dessen Credits Spider-Man 2 und 3 (Spider-Man 2, 2004; Spider-Man 3, 2007), die Matrix-Trilogie (Matrix, 1999; Matrix Reloaded, 2003; Matrix Revolutions, 2003) und Bound (Bound – Gefesselt, 1996) zählen; und Senior Visual Effects Supervisor Stu Maschwitz, Gründer der innovativen Effekt-Schmiede The Orphanage, zu dessen atemberaubenden Arbeiten Iron Man (Iron Man, 2008), Night at the Museum (Nachts im Museum, 2006), Superman Returns (Superman Returns, 2006) und Harry Potter and the Goblet of Fire (Harry Potter und der Feuerkelch, 2005) gehören.

Pope nutzte die Gelegenheit, Miller bei seinem Solo-Regiedebüt zu unterstützen. Er sagt: „Wenn Frank Miller anruft an und fragt, ob man an seinem Film mitarbeiten möchte – ein Mann, der ein absoluter Meister eines anderen visuellen Mediums ist – da will man einfach sehen, was er auf die Beine stellen wird. Was würde man sagen, wenn einen Julian Schnabel anriefe? Natürlich: ja.“

Maschwitz arbeitete an THE SPIRIT als Second-Unit-Regisseur und beriet Miller in der Vorproduktionsphase bei den Visual Effects. „Frank schäumt über vor Energie, was man auch in seinen Artworks spürt“, stellt er fest. „Und er hat eine umfassende Vision von dem, was er macht. Es ist toll, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Wie er die Figuren zum Leben erweckt, die er vorher mit einer einfachen Pose oder Geste auf Papier festgelegt hat.“

Die Dreharbeiten zu THE SPIRIT begannen am 8. Oktober 2007 in Albuquerque, New Mexico, als erste Spielfilmproduktion, die in den neuen Albuquerque Studios entstand. Die Bühnen 7 und 8 wurden in eine gewaltige Green-Screen-Bühne, eine Black-Screen-Bühne und eine Stuntbühne umgebaut, die sich sowohl grün als auch schwarz auskleiden ließ. Der ehrgeizige Drehplan sah 48 Drehtage mit über einhundert Schauspielern und Stuntleuten vor.

Für die Darsteller und die wichtigsten technischen Mitarbeiter erstellte Miller Notebooks mit Eisners Originalgeschichten, die als Grundlage für THE SPIRIT dienten. Außerdem zeichnete der Autor/Regisseur täglich Storyboards, damit sich die Schauspieler und Crewmitglieder besser vorstellen konnten, was jeweils gedreht werden sollte. Dazu sagt Del Prete: „Frank sorgte dafür, dass alle an dem Film Beteiligten genau wussten, wie Eisners Originale und sein eigener Kunststil funktionierten. Er schuf eine Mischform der beiden Stile. Es verging kein Tag, an dem wir uns nicht über Will unterhielten.“

Gemeinsam arbeiteten Miller, Pope und Maschwitz eine abenteuerliche, visuelle Strategie aus. „Wir entschieden uns dafür, THE SPIRIT größtmöglich zu stilisieren. Der Film sollte Franks Zeichnungen noch mehr entsprechen, als es bei Rodriguez’ der Fall gewesen war“, erklärt Pope. „Stu und ich waren so etwas wie die Erfüllungsgehilfen von Frank Millers Empfindungsvermögen. Unsere Aufgabe bestand darin, technisch umzusetzen, was in seinem Kopf und seinen Zeichnungen vor sich ging. Frank ist kein Techniker, aber fantastisch, wenn es darum geht, den einen emotionalen Moment zu finden, der im Kern jeder Szene steckt.“

Eine kreative und verspielte Stimmung erfüllte das Set auf beiden Seiten der Kamera. Für Miller eine essenzielle Voraussetzung, um Eisners Werk angemessen zu adaptieren: „Will hat künstlerisch immer viel gewagt“, erklärt er. „Ich wollte diese Experimentierfreude im Film wieder aufleben lassen, die er in ,The Spirit‘ gezeigt hat und die ,The Spirit‘ definierten. Die gesamte Besetzung und die Crew waren Feuer und Flamme, um Neues auszuprobieren.“

Sam Jackson kann dem nur beipflichten. Er sagt, dass Miller für alle Ideen der Schauspieler empfänglich war, egal, ob es um Dialogzeilen oder Gesichtsbehaarung ging. Als Jackson die fertigen Kostüme sah und die minimalen bis nicht vorhandenen Sets, wurde ihm klar, dass er aus der überlebensgroßen Figur, die er spielten sollte, noch mehr herausholen könnte. „Wir erkannten, dass wir Octopus gigantisch hervorheben können mit den ganzen Perücken, dem Augen-Make-up und vielen allen ausgetüftelten Dingen in meinem Gesicht. Wir hatten viel Spaß mit der Figur und ich glaube, das hat uns dabei geholfen, einen ungemein witzigen, denkwürdigen Bösewicht zu erschaffen.“

Miller war von seinen Schauspielern begeistert. „Ich bin es gewohnt, am Zeichentisch zu sitzen und mir meine eigenen Geschichten, Bilder und eben auch Darsteller auszudenken. Deshalb war es für mich die größte Überraschung, dass ich Schauspieler und die Arbeit mit ihnen wirklich klasse finde. Jeder im Film spielt superb, und ich bin jetzt fest davon überzeugt, dass der Schauspieler die Figur zum Leben erweckt. Der Regisseur hilft ihm nur.“

Klar war auch, dass alle Figuren in THE SPIRIT nach einem lebendigen und ausgeklügelten Kostümdesign verlangten. Kostümbildner Michael Dennison nahm die Herausforderung gern an und entwarf stilvolle Kleidungsstücke, die die Persönlichkeit, die Vergangenheit und die Stimmungswechsel jeder einzelnen Figur reflektierten. Jacksons Octopus steckte er beispielsweise in eine ganze Reihe von Outfits, die die Vorliebe des Schurken für das ultimative Böse unterstrichen – vom archetypischen Western-Bad-Guy über einen mörderischen Samurai bis zum Nazi. Die herrlichen Frauenfiguren des Films boten natürlich erst recht glanzvolle und vielfältige Möglichkeiten: Abendgarderoben, Kostüme, Kleider und vieles mehr, das der weiblichen Silhouette etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts huldigte und gleichzeitig einen modernen Look hatte.

Im Gegensatz dazu verlangte die Garderobe von Spirit nach schlichten, aussagekräftigen Outfits. Um Spirit zeitgemäßer aussehen zu lassen, nahm Dennison an dessen Kleidern einige subtile Änderungen vor. „Der originale Spirit trug einen Anzug“, sagt Dennison. „Unser Kostüm besteht jedoch nur aus Hemd, Krawatte, Hosen, Gürtel, Sneakers plus einem tollen Trenchcoat und einem Filzhut. Den Trenchcoat nannten wir liebevoll seinen Umhang, weil er wehte, flog, etwas verbarg und ihn einhüllte. Der dunkelrote Schlips gehörte zu Franks Vision. Er ist ein grafisches Element, das zum Erkennungszeichen der Figur wird.“

Zu den gewagtesten Neuerungen bei THE SPIRIT zählen sicher die ausgiebigen Unterwassersequenzen des Films, darunter die Szenen, in denen Mendes’ und Jacksons Charaktere versuchen, ihre Beute in den Mudflats von Central City zu verstecken. Dabei sollte Mendes’ Sand Saref nach Wunsch der Filmemacher unter Wasser genauso atemberaubend aussehen wie an Land, wie es bislang nur in Comics möglich war. Um diesen Effekt zu erzielen, verwendete Pope ein spezielles Lichtdesign und filmte die Szenen mit einer Phantom-Kamera, ein Hochgeschwindigkeitsmodell, das eigentlich wissenschaftlichen Zwecken dient. Mendes wurde an Gurten aufgehängt und man benötigte keinen einzigen Tropfen Wasser. Dazu Del Prete: „Wir bekamen, was wir wollten: eine total glaubwürdige Unterwasserszene. Und Eva sieht göttlich aus – ihr Make-up und ihr Haar sind absolut perfekt – weil sie nicht wirklich unter Wasser ist. Es sieht aus wie in einem Comic!“

THE SPIRIT wurde als zeitgenössischer Film noir konzipiert, bei dem Farben allerdings eine wichtige Rolle spielen. Die Farbpalette der Produktion wurde u.a. mit der Lichtgestaltung, dem Kostümdesign, der Art Direction angelegt und in der Postproduktion durchgeführt. „Der Film sollte von vornherein nicht ausschließlich schwarzweiß sein. Wir wollten Hauttöne und Fleisch sehen“, sagt Pope. „Deshalb versuchten wir, uns klar zu machen, welches überhaupt die thematischen Farben des Films waren. Beispielsweise schrieb Frank eine Szene, in der der junge Spirit und die junge Sand auf einer Veranda sitzen und ein Medaillon öffnen. Das brachte mich auf die Idee, Gold zu Sands Leitfarbe zu machen. Denn das Medaillon könnte golden sein, die Erinnerung kann golden sein und Sand ist sehr materialistisch veranlagt.“

Nach Abschluss der eigentlichen Dreharbeiten verlagerten sich die Aktivitäten ins Orphanage-Hauptquartier in Nordkalifornien. Von dort aus leitete Maschwitz ein Visual-Effects-Team von rund zweihundert Personen in zehn Einrichtungen auf der ganzen Welt, darunter in Australien, Los Angeles und Kanada. Für Maschwitz und seine Mitarbeiter bedeutete dieser Auftrag fast das Gegenteil ihrer üblichen Visual-Effects-Arbeit. „Unsere Aufgabe besteht meistens darin, ein kleines Element in eine nahezu komplette Szene einzufügen“, erklärt Maschwitz. „Bei THE SPIRIT bekamen wir ein kleines, sehr wichtiges Element, nämlich die Performance, und mussten den ganzen Background dazufügen.“

Währenddessen stieß Cutter Greg Nussbaum zur Postproduktion in Los Angeles. Stu Maschwitz hatte ihn empfohlen, da er ihn von früheren gemeinsamen Arbeiten an Werbespots und Musikvideos kannte. „Das Schwierige an Filmen wie diesem ist, dass einem Cutter nur Bilder mit Schauspielern vor grüner Leinwand zur Verfügung stehen. Da braucht es schon eine gewaltige Vorstellungskraft, um das Richtige zu tun. Deborah wollte jemanden, der Franks Stil genau wie alle anderen im Team wirklich verstand. Greg war als Cutter bereits bei der Prävisualisationsphase von THE SPIRIT beteiligt und ich wusste, dass er sehr talentiert war und perfekt ins Team passen würde“, erinnert sich Stu Maschwitz. Probehalber gab Del Prete die Aufnahmen der ersten Wochen an Nussbaum, um zu sehen, was er daraus machen würde. Miller und ihr gefiel das Resultat sehr und Nussbaum bekam den Job.

Die Postproduktion ist, erst recht bei einem Film wie THE SPIRIT, einer der wichtigsten Arbeitsprozesse überhaupt. Während Miller und Del Prete die visuelle Seite bei Maschwitz und The Orphanage in den besten Händen wussten, brauchten sie noch jemanden, der die gleichen Maßstäbe in puncto Sound und Musik setzen konnte. Sie verbrachten viel Zeit damit, Scores zu hören und Filmkomponisten zu treffen. Produzentin Del Prete erinnert sich: „Wir waren in der glücklichen Lage, aus vielen Angeboten aussuchen zu können. Denn nachdem einige Samples des Filmmaterials die Runde gemacht hatten, war buchstäblich jeder, den wir treffen wollten, ganz versessen darauf, an dem Film mitzuwirken. Das Härteste war wirklich, so vielen großartigen Musikern absagen zu müssen. Nach ausgiebigen Überlegungen entschieden wir uns für den hochtalentierten, mehrfach für einen Academy Award® nominierten David Newman (Ice Age, 2002; Anastasia, 1997; Das Phantom, 1996). Frank schwebte ein Mix aus 1940er-Jahre-Jazz, ikonografischer Heldenmusik mit einem Hauch Spaghettiwestern-Sound vor. David hat das perfekt umgesetzt.“

In der Postproduktion erweckten Maschwitz und Miller den schwierigsten Charakter von THE SPIRIT zum Leben: Central City, Spirits große Liebe. Eisner hatte dafür seine Heimatstadt Manhattan als Basis genommen, wo auch Miller seit Langem lebt. Dazu Miller: „Stu und sein Team schufen ein Central City meiner Träume, das aus Manhattans Gebiet von Jane Street bis Houston besteht. Denn Spirit ist eher der Beschützer seines Viertels als der einer ganzen Stadt. Stu und sein Team beschworen verschiedene Epochen New Yorks herauf. Es ist wie Pompeji auf Pompeji auf Pompeji. So modern, wie man will, und so altmodisch, wie man will.“

Maschwitz fügt an: „Central City ist das New York, das Frank sieht, wenn er in Manhattan spazieren geht. Man wählt dies und das aus der echten Stadt aus, um eine greifbare Realität und das Tohuwabohu einer wirklichen Stadt wiederzugeben. Dann tauscht man die Zutaten aus, die nicht in Franks und Eisners Welt passen – und heraus kommt Central City. Der Film ist wirklich eine Liebeserklärung an die Stadt.“

Außerdem ist es eine liebenswürdige, respektvolle Verneigung vor Will Eisner, dem Comic-Pionier. „Als ich mich in dieses Abenteuer stürzte“, sagt Miller über die riesige Aufgabe, THE SPIRIT ins Kino zu bringen, „wollte ich den Film so gut wie nur irgend möglich machen. Ich habe alles gegeben und hoffe, Will erhebt sich nicht aus seinem Grab und stranguliert mich, falls er ihn sieht.“

Die Schauspielerin Jaime King glaubt, dass Miller da ganz beruhigt sein kann. „Will Eisners ,The Spirit‘ war revolutionär, etwas, das es zu der Zeit noch nicht gegeben hat. Ich denke, Frank ist mit diesem Film dasselbe gelungen.“

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