The Sisters Brothers

  1. Ø 0
   2018
The Sisters Brothers Poster

Filmhandlung und Hintergrund

The Sisters Brothers: Erster Western von Jacques Audiard über ein Brüderpaar, das als Auftragskiller durch Kalifornien reitet.

Die Brüder Eli und Charlie Sisters sind grundverschieden, ein Romantiker der eine, ein Psychopath der andere, und doch sind sie unzertrennlich und als Auftragskiller auf dem Weg durch den Wilden Westen. Vom „Kommodore“ werden sie von Oregon nach Kalifornien geschickt, um den Goldgräber Kermit Warm zu töten, der ihren Auftraggeber bestohlen haben soll. Unterwegs haben die Brüder viele Begegnungen. Und als sie Warm schließlich finden, ist doch alles ganz anders als zunächst gedacht.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Jacques Audiards erster englischsprachiger Film ist ein existenzialistischer Western um zwei ungleiche Brüder und Killer nach gleichnamiger Romanvorlage.

    Als der gleichnamige Roman des kanadischen Schriftstellers Patrick deWitt 2011 veröffentlicht wurde, merkten diverse Kritiker bereits an, die Ballade zweier Mitte des 19. Jahrhunderts mordend durch den Wilden Westen ziehender Brüder mit dem klingenden Nachnamen Sisters erinnere sie an einen Mix aus der kaltblütigen Entschlossenheit eines Cormac McCarthy und dem trockenen schwarzen Humor, wie man ihn aus den Filmen der Coen-Brüder kennt, eine Art surrealer „True Grit“. Das beschreibt die filmische Adaption schon ziemlich gut. Und doch überrascht der visuelle und erzählerische Ansatz Audiards, der sich mit Filmen wie „Ein Prophet“ oder „Der Geschmack von Rost und Knochen“ als führender europäischer Genreregisseur etablierte, aber schon mit seinem – von den Coens als Präsidenten der Jury! – mit der Goldenen Palme ausgezeichneten jüngsten Film „Dämonen und Wunder – Dheepan“ abwandte vom typischen Look & Feel des Genrekinos. „The Sisters Brothers“ führt den eingeschlagenen Weg fort, ein Western, den Audiard fast schon verachtend schmuck- und farblos aussehen lässt, wie auf Video gedeht, weil es ihm nicht um Ästhetisierung oder Verbrämung geht. Er will die Zuschauer direkt an die Seite seiner komischen Antihelden versetzen, gespielt von Joaquin Phoenix und John C. Reilly, ein ungleiches und unzertrennliches Brüderpaar, das an Terrence Hill und Bud Spencer erinnert, aber als Sympathieträger nicht viel taugt.

    Die Sisters-Brüder sind Killer. Das Morden fällt ihnen leicht, es belastet sie nicht, sie sehen es als notwendigen Bestandteil, um zu überleben, und das lässt sie auch haarige Situation unbeschadet überstehen. Nun befinden sie sich im Auftrag des ominösen Commander – Rutger Hauer in einem Auftritt, der kaum länger als fünf Sekunden dauert – unterwegs von Oregon nach Kalifornien, wo sie einen jungen Chemiker töten sollen, der bereits von einem ebenfalls in den Diensten des Gangsterbosses stehenden Detektiv beschattet wird. Um die Reise geht es zunächst, in der die Brüder sich endlos über Gott und die Welt unterhalten, wenn sie es nicht gerade mit Bären, verendenden Pferden, Spinnenbissen und feindseligen Kontrahenten zu tun haben. Dass der Film aber eigentlich erst so richtig losgeht und dann eine ganz andere Richtung einschlägt als erwartet, als sie endlich ihrem Opfer gegenüberstehen, ist das wunderbare Wunder in diesem respektlosen Film, dem der Wilde Westen eigentlich egal ist, dem es nur um die beiden Brüder geht und die Möglichkeit, ob man sein Leben denn wirklich noch einmal ganz neu beginnen kann. Die Antworten, die Audiard gibt in dieser absurden Variation von „Der Schatz der Sierra Madre“ sind verstörender als die brennenden Pferde (Winterbottoms „Das Reich und die Herrlichkeit“ lässt grüßen), in Mundhöhlen nistenden Spinnen, verführerisch leuchtenden Flüsse und endlosen Tötungen, die er auf dem Weg ansammelt. ts.

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