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Wege des Lebens - The Roads Not Taken

   Kinostart: 13.08.2020

The Roads Not Taken: Eindringliches Drama über einen innerlich zerrütteten Mann, der sein Leben wie ein Puzzle zusammensetzt.

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„Wege des Lebens - The Roads Not Taken“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Eindringliches Drama über einen innerlich zerrütteten Mann, der sein Leben wie ein Puzzle zusammensetzt.

Molly (Elle Fanning) stürmt in die Wohnung ihres Vaters. Leo (Javier Bardem) ist nur noch ein Schatten seiner selbst, er wirkt abwesend und verliert sich in Halluzinationen. In Gedanken durchlebt er eine leidenschaftliche Ehe mit seiner Frau Dolores (Salma Hayek) – bis sich ihre Wege trennen. Ein anderes Mal sitzt er als grüblerischer Schriftsteller auf einer griechischen Insel und brütet über dem zu füllenden Papier. Er durchlebt Leben, die seine hätten sein können, er erinnert sich und gelangt letztendlich immer wieder an die ein oder andere unbequeme Wahrheit. Stück für Stück wird aus diesen Erinnerungen ein Ganzes.

Die fürsorgliche Tochter begleitet ihren Vater auf einer turbulenten (Gedanken-)Reise durch New York. Der zerrüttete Geisteszustand von Leo führt auch Molly an ihre Grenzen, ringt die junge Frau doch mit ihren eigenen Zukunftsplänen.

„The Roads Not Taken“ – Hintergründe und Kinostart

Bereits zum fünften Mal präsentiert die britische Regisseurin Sally Potter einen Film auf der Berlinale. Am 26. Februar 2020 wird „The Roads Not Taken“ uraufgeführt und nimmt am Wettbewerb teil. Nach Dramen mit feministischer Prägung, wie „The Golddiggers“ und „Orlando“, widmet sie sich in jüngerer Vergangenheit verstärkt der Koexistenz zwischen Mann und Frau – so auch in ihrem neuen Werk. Wie sich die angespannte Beziehung zum Vater letztendlich auf die Zukunft der Hauptprotagonistin auswirkt, können deutsche Kinobesucher ab 13. August 2020 in Erfahrung bringen.

Das Drama versammelt ein hochkarätiges Schauspielaufgebot: Neben Oscarpreisträger Javier Bardem („No Country For Old Men“) sehen wir Elle Fanning („Maleficent“), Salma Hayek („Frida“) und Branka Katic („The Return of the First Avenger“).

Ursprünglich lief der Film unter dem Titel „Molly“, wird nun aber unter dem Titel des bekannten Gedichts „The Roads Not Taken“ von Robert Frost veröffentlicht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      FBW-Pressetext:

      Gefangen in seiner immer stärker werdenden Demenz sinniert der Schriftsteller Leo über die Wege in seinem Leben nach, die er nicht gegangen ist. Während seine Tochter Molly verzweifelt versucht, die fragile Bindung zu ihm aufrecht zu halten. Intensives und ruhig erzähltes Drama von Sally Potter, in dessen Zentrum die philosophische Frage steht, was mehr nachhallt: das gelebte oder das nicht gelebte Leben?

      Mit ihrem neuen Film verlangt Sally Potter auch den Zuschauern jede Menge ab. In immer wieder neuen Erinnerungen und Bewusstseinsfragmenten kreist die Figur des Leo, den Javier Bardem eindrucksvoll verkörpert, um die Vergangenheit und die jeweiligen Emotionen, die sich in seinem immer unzuverlässiger funktionierenden Kopf festgesetzt haben. Die Kamera von Robbie Ryan verlässt Javier Bardem dabei fast nie, immer umkreist sie ihn in Nahaufnahmen, als wolle auch sie in seinem leblosen Gesicht nach einer Reaktion suchen. Elle Fanning spielt die Tochter Molly überzeugend in ihrer Sehnsucht nach dem Vater, der sich an Dinge vor ihrer Zeit erinnert. Und so wie der Zuschauer tiefer in Leos Empfinden taucht, so lernt auch Molly ihren Vater besser kennen. Die Geschichte ist auch in den verschiedenen Zeitebenen vielschichtig gestaltet, die Ausstattung ist karg und kühl, sinnbildlich für die verlorengegangene emotionale Bindung der Figuren. Gerade in der Darstellung der Demenz ist Sally Potter, auch aufgrund eigener Erfahrung, die den Antrieb für den Film bildeten, sehr authentisch, der Film verzichtet auf dramatische Überhöhungen, die Dialoge sind reduziert und lassen dem Zuschauer Zeit, die Figuren selbst zu erforschen.

      FBW-Jury-Begründung:

      Sally Potters jüngster Film WEGE DES LEBENS - THE ROADS NOT TAKEN erzählt auf eindringliche Weise von den Auswirkungen einer Demenz auf Umfeld, Beziehungen und Erinnerungen des Betroffenen. Auf verschiedenen Ebenen agieren die unterschiedlichen Gewerke dabei derart konzentriert, dass es beim Zuschauen kein Entrinnen gibt: Auf radikale Weise vermittelt so der Film den Zustand seines Protagonisten als eine Mischung aus Apathie, Schwermut und gestörter Wahrnehmung. Diese Mischung wird für die Zuschauer*innen nacherlebbar, streckenweise nahezu körperlich spürbar - eine erstaunliche Leistung, die aus dem Zusammenspiel der klaustrophobisch arrangierten Bilder, dem intensiven und aphasischen Spiel Javier Bardems sowie der assoziativ anmutenden Erzählführung resultiert. In dieser Hinsicht entwickelt der Film geradezu empathische Qualitäten, weil die konsequente Inszenierung den Zuschauer*innen ein Entkommen aus dem Zustand der Hauptfigur ebenso wenig zugesteht wie ihr selbst.
      Mag dieser Ansatz begrüßenswert radikal sein, so birgt er in den Augen der Jury doch auch nennenswerte Kehrseiten. In erster Linie hat diese Konzeption nämlich zur Folge, dass sich in den Figuren so gut wie keine Entwicklung ergibt. Weil der Film im immer gleichen Rhythmus nie seine Grundstimmung aus Depression, Apathie und Schwermut verlässt, entsteht kaum Vielschichtigkeit und Tiefe. Auch eine potenziell spannende Reflexion über die im Titel anklingenden „Wege des Lebens“ stößt der Film nicht wirklich an, sondern zelebriert recht ausgedehnt in gleicher Grundstimmung die Erinnerungen der Hauptfigur.
      Ein weiterer Nebeneffekt dieser konzeptionellen Konsequenz, den erzählerischen und inszenatorischen Fokus so stark auf die Hauptfigur zu legen, findet sich in der sich daraus ergebenden Figurenkonstellation. Der Film schildert einen fragilen, starren und irgendwie ungreifbaren älteren Mann, um den herum satellitenartig zahlreiche Frauenfiguren kreisen und sich nach ihm ausrichten. Auch diese Grundvoraussetzung bleibt statisch und ohne Entwicklung und trägt deshalb nach Ansicht der Jury zum Eindruck bei, dem Film mangele es in seiner Zähheit am Ende schlicht an erzählerischer Tiefe.
      Trotzdem: Die mutige Entscheidung, das Thema Demenz mit einem solch radikalen formalen Ansatz zu erzählen und erfahrbar zu machen, führt zu einer nachhaltigen Filmerfahrung, die innerhalb dieses Themenfeldes ihresgleichen sucht.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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    1. Wege des Lebens - The Roads Not Taken: Eindringliches Drama über einen innerlich zerrütteten Mann, der sein Leben wie ein Puzzle zusammensetzt.

      Die legendäre feministische Regisseurin Sally Potter, die zuletzt mit der schwarzen Komödie „The Party“ im Kino war, kehrt mit einem Film zurück, in dem sie sich mit den Beziehungen zwischen Männern und Frauen befasst. Sie zeichnet das Porträt eines höchst widersprüchlichen Künstlers, gespielt von Javier Bardem. Er wird von Elle Fanning, Laura Linney und Salma Hayek unterstützt.
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