Filmhandlung und Hintergrund

Dramatischer Polit-Thriller, der Brücken zwischen westlicher und muslimischer Welt, zwischen Freund und Feind schlägt. Nach einer Bestseller-Vorlage.

Der Amerikanische Traum ist für den brillanten Princeton-Absolventen Changez Khan zum Greifen nah. Er hat eine Karriere an der Wall Street vor sich, liebt ein nettes US-Girl, ist gesellschaftlich anerkannt. Nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center ist nichts mehr, wie es einmal war. Er muss demütigende Körperkontrollen am Flughafen über sich ergehen lassen. Ihm schlägt permanentes Misstrauen bei Freunden und Behörden entgegen. Er steht unter Generalverdacht. Desillusioniert kehrt er nach Pakistan zurück, um an der Uni zu lehren.

Ein junger Pakistani träumt den amerikanischen Traum. Als der zum Greifen nah ist, kommt ihm 9/11 in die Quere. Mira Nair („Monsoon Wedding“) nimmt sich in diesem Politdrama des 11. Septembers und seiner Folgen an.

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    Kritikerrezensionen

    • The Reluctant Fundamentalist: Dramatischer Polit-Thriller, der Brücken zwischen westlicher und muslimischer Welt, zwischen Freund und Feind schlägt. Nach einer Bestseller-Vorlage.

      Mira Nair schlägt im Eröffnungsfilm von Venedig, einem dramatischen Polit-Thriller, Brücken zwischen westlicher und muslimischer Welt, zwischen Freund und Feind.

      Das Post-9/11 Trauma diesmal nicht aus Sicht der Amerikaner, sondern aus der Perspektive eines Pakistani. Der Amerikanische Traum ist für den brillanten Princeton-Absolventen Changez Khan zum Greifen nah. Er hat eine Karriere an der Wall Street vor sich, ohne Rücksicht auf Kollateralschäden, liebt ein nettes US-Girl, ist gesellschaftlich anerkannt. Dann der Bruch nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center. Nicht ist mehr, wie es einmal war. Demütigende Körperkontrollen am Flughafen, permanentes Misstrauen bei Freunden und Behörden. Er steht unter Generalverdacht. Der Desillusionierte kehrt nach Pakistan zurück, um an der Uni zu lehren.

      Mira Nair legt in der Verfilmung von Mohsin Hamids internationalem Bestseller „Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“ den Finger in die Wunde, den Konflikt und das Unverständnis zwischen den Kulturen und zeichnet – manchmal sehr simplifiziert – Vorurteile und Missverständnisse, die Gefahr, in Terrorismus abzurutschen. Zur Originalvorlage, die primär aus einem Gespräch zwischen dem US-Journalisten Bobby Lincoln (Liev Schreiber), der mit der CIA kooperiert, und dem Pakistaner Khan (Riz Ahmed) bestand, fügt sie starke Thriller-Elemente hinzu wie die Entführung eines amerikanischen Professors.

      In Rückblenden entwickelt sich das Leben des jungen Pakistani, wobei die Chemie zwischen Ahmed und einer brünetten Kate Hudson, das Klischee einer liberalen Künstlerin, nicht recht stimmen will. Sehr differenziert aufgebaut dagegen die Beziehung zwischen dem nach Erfolg Hungerndem und seinem Boss, gespielt von Kiefer Sutherland, eine Mischung aus Vaterfigur und beinhartem Manager. Die Gegenüberstellung der unpersönlichen Welt der Hochfinanz in eiskalten Farben und der pakistanischen Großfamilie mit Musik und Tanz in warmen Tönen wirkt streckenweise übertrieben. Aber immer wieder gelingt es Nair, die Fäden zu einem komplexen Ganzen zu verweben und Spannung zu erzeugen.

      Der Fundamentalismus, so die Aussage, herrscht überall – der kapitalistische in der westlichen, der religiöse in der vom Islam geprägten Hemisphäre. Ahmed und Schreiber versinnbildlichen zwei sich ähnelnde Persönlichkeiten, zwei Seiten einer Medaille. Wie sie sich verbal umkreisen, auf eine Schwäche des anderen warten und nicht alles preisgeben, das wird zum schauspielerischen Duell, bei dem Ahmed die Nase vorn hat. Die indischstämmige Regisseurin Nair verzichtet auf Schwarzweißmalerei, weist subtil auf Unterschiede und marginale Grenzen zwischen Gut und Böse hin. Ein Anstoß zum Nachdenken. mk.

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