Alle Jahre wieder überschüttet uns Hollywood mit Remakes erfolgreicher internationaler Filme. Und immer fragen sich Fans des Originals dabei: Warum? Eine US-Neuauflage muss ihre Existenz stets über die finanzielle Frage hinaus rechtfertigen, um nicht den Anschein von reiner Geldmacherei zu erwecken und damit Zuschauer zu verprellen. Joe Carnahan, der die US-Variante von „The Raid“ auf den Weg bringen will, versucht diesen Drahtseilakt nun zu meistern – und dürfte in den Augen vieler Fans bereits abgestürzt sein.

Mit „The Raid“ sorgte 2011 ein kompromissloser Action-Film weltweit für Aufsehen. Die Fortsetzung wird von Fans als einer, wenn nicht sogar der beste Vertreter des Genres überhaupt betrachtet und dementsprechend war es nur einer Frage der Zeit, bis die USA das Original neu auflegen will. Seit Jahren wird über eine angestrebte Adaption der Geschichte um einen Cop, der sich durch ein Hochhaus kämpfen muss, berichtet und erst kürzlich bestätigte sich Joe Carnahan selbst als Regisseur des Projekts.

Gleichzeitig wird der Mann, der gerade „Bad Boys for Life“ auf den Weg bringt, das Drehbuch schreiben und mit Frank Grillo steht seit einiger Zeit auch ein Hauptdarsteller für das US-Remake fest. In einem Interview mit Collider erklärten Joe Carnahan und Frank Grillo nun, inwiefern sich ihre Version von der Vorlage unterscheiden soll und es ist fraglich, ob Fans der indonesischen Variante von ihren Aussagen überzeugt werden.

US-Remake von „The Raid“ will auf spektakuläre Choreografien verzichten

Carnahan betonte, dass man nicht einfach eine US-Version von „The Raid“ machen wolle und deswegen auf aufwendige Choreografien verzichten werde; also auf einen wichtigen Aspekt, der die „The Raid“-Filme erst beliebt gemacht hat. Stattdessen wolle man eine tiefere Geschichte über zwei Brüder und deren Vater präsentieren und thematisch die Verletzbarkeit des Protagonisten ausloten.

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Der Fokus liege laut ihm auf der Brutalität, bei der man den ganzen Film über den unangenehmen, aber fesselnden Grad erreichen will, den „Der Soldat James Ryan“ in der Messerkampfszene zwischen Adam Goldberg und dem deutschen Soldaten bewiesen hatte. Als Kernpunkt für ihr Interesse, „The Raid“ in die USA zu bringen, bezeichnen sie, dass ein großes Publikum das Original nicht kennt und über das US-Remake wollen sie mehr Zuschauer erreichen.

Frank Grillo und Joe Carnahan haben sich bereits den Segen von „The Raid“-Regisseur Gareth Evans eingeholt und Hauptdarsteller Iko Uwais hat sogar Interesse, in der Neuauflage eine Rolle zu übernehmen; laut Grillo könnte er diesmal einen Bösewicht spielen.

Einen Kinostart für das US-Remake von „The Raid“ gibt es derzeit nicht und es steht momentan auch kein Studio hinter dem Projekt. Carnahan arbeitet derzeit unentgeltlich an einem Drehbuch und peilt ein Produktionsbudget von 20 Millionen US-Dollar an. Geld sehen Frank Grillo und Joe Carnahan laut eigener Aussage erst, wenn der Film letztlich ein Erfolg wird. Ob dies gelingt, bleibt aber abzuwarten.

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