The Quiet Room

Filmhandlung und Hintergrund

Mit einem minimalistischen Konzept gelingt dem australischen Filmemacher Rolf de Heer ein ebenso dramatischer wie anrührender Ausflug in die Gedankenwelt eines siebenjährigen Mädchens, das unter den Eheproblemen ihrer Eltern leidet. De Heer erzählt seinen Film vollständig aus der Perspektive des kleinen, namenlos bleibenden Mädchens (Chloe Ferguson), das sich entschlossen hat, nicht mehr zu sprechen, weil aus ihrer...

Aus Protest gegen die lautstarken Streitigkeiten ihrer Eltern und aus Angst vor deren Trennung beschließt ein kleines Mädchen, nicht mehr zu sprechen. Im Geiste freilich antwortet sie auf Fragen, und ihre Kommentare zum für sie unverständlich bleibenden Benehmen der Erwachsenen machen die verheerende Wirkung einer zerbrechenden Ehe auf die Psyche eines Kindes deutlich.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Mit einem minimalistischen Konzept gelingt dem australischen Filmemacher Rolf de Heer ein ebenso dramatischer wie anrührender Ausflug in die Gedankenwelt eines siebenjährigen Mädchens, das unter den Eheproblemen ihrer Eltern leidet.

    De Heer erzählt seinen Film vollständig aus der Perspektive des kleinen, namenlos bleibenden Mädchens (Chloe Ferguson), das sich entschlossen hat, nicht mehr zu sprechen, weil aus ihrer Sicht alles Leid um sie herum aus den wortreichen Streitigkeiten ihrer Eltern (Celine O’Leary und Paul Blackwell) entspringt. Die Kleine ist dennoch nicht stumm: auf Anreden antwortet sie im Geiste, aus dem Off. Wir sehen durch die Augen des Mädchens, hören mit ihren Ohren und tauchen mit ihren zu sich selbst gesprochenen Kommentaren ein in ihre Erlebenswelt. De Heer bedient sich dabei eines simplen Tricks, der die Wirkung des Films enorm verstärkt: Indem er die Erfahrungen seiner (erwachsenen) Zuschauer schweigend zu denen seiner kleinen Hauptdarstellerin addiert, begreifen wir einerseits die Zusammenhänge, die dem Mädchen verschlossen bleiben, und sehen sie zugleich in einem ganz neuen, erschreckenden Licht. Die Kleine sehnt sich nach der Zeit zurück, in der sich ihre Eltern noch liebhatten. Jede schnippische Antwort, jedes laute Wort zwischen ihnen stürzt sie aufs neue in dunkle Abgründe der Angst vor dem Verlust ihrer Familie. Dabei begräbt sich de Heer nie unter der Zentnerlast eines Problemfilms. Im liebenswürdigen Spiel des Mädchens schlägt er ebenso heitere Töne an, wie er im nächsten Moment effektvoll das kindliche Grauen einer bevorstehenden Scheidung der Eltern beschwört. Daß „The Quiet Room“ mit einem schönen Happy End schließt, mildert den nachdrücklich ernsten Ton des Films keineswegs. Das pausbäckige, ausdrucksstarke Gesicht von Chloe Ferguson füllt die meiste Zeit die Leinwand, während ihre eingesprochenen Gedanken sich darauf emotional widerspiegeln. Indem er den räumlichen Rahmen der Handlung extrem übersichtlich hält und etwa ihr Kinderzimmer in leuchtenden Primärfarben filmt, verleiht de Heer dem Einblick in die Welt einer Siebenjährigen zusätzlich Dimension. Selten zuvor war ein „Kinderfilm“ zu sehen, der das Drama des Kindseins so erschütternd und gleichzeitig optimistisch zeichnete. evo.

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