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The Man Who Wasn't There

Kinostart: 08.11.2001

The Man Who Wasn't There: Von den Coen-Brüdern inszenierter Noir-Krimi in bestechender Schwarz-Weiß-Ästhetik.

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Filmhandlung und Hintergrund

Von den Coen-Brüdern inszenierter Noir-Krimi in bestechender Schwarz-Weiß-Ästhetik.

Der schweigsame Barbier Ed Crane hadert mit der Monotonie seines Lebens. Als ein Kunde ihm anbietet, mit 10.000 Dollar Geschäftspartner seines florierenden Unternehmens zu werden, wittert Ed eine Chance, sein Leben zu ändern. Er will das Geld von Kaufhausbesitzer Big Dave erpressen, der mit Eds Frau ein Verhältnis hat. Doch Big Dave bekommt heraus, wer der anonyme Erpresser ist.

Eine kalifornische Kleinstadt in den 40er Jahren. Um in das lukrative Trockenreinigungs-Geschäft einsteigen zu können, versucht der schweigsame Friseur Ed, den Unternehmer Big Dave, den Liebhaber seiner Frau, zu erpressen. Der findet heraus, wer ihn erpresst, stirbt aber in dem folgenden Handgemenge. Der Mord wird Eds Frau angelastet und der Friseur versucht, sie vor dem Gefängnis zu bewahren. Darauf kommt es zu einer Serie von Verwicklungen, bei der zwei weitere Tote zu beklagen sind und ein UFO-Besuch nicht das Seltsamste ist…

Der schweigsame Friseur Ed versucht, den Liebhaber seiner Frau zu erpressen. Es kommt es zu einer Serie von Verwicklungen, bei der drei Tote zu beklagen sind und ein UFO-Besuch nicht das Seltsamste ist. Brillant fotografierter Schwarz-Weiß-Film von Joel und Ethan Coen, prall gefüllt mit jenen absurd-amüsanten Ideen, die das kreative Brüderpaar auszeichnen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The Man Who Wasn't There: Von den Coen-Brüdern inszenierter Noir-Krimi in bestechender Schwarz-Weiß-Ästhetik.

    Das Genre des Film Noir haben die Coen-Brüder mittlerweile fast für sich alleine: Wie unendlich schief die Dinge laufen können, wenn ein amerikanischer Jedermann nur einen kleinen Augenblick lang schwach und gierig wird und die falsche Entscheidung trifft, arbeiteten sie zuletzt in „Fargo“ auf - nun gerät Billy Bob Thornton als schweigsamer Friseur in den Strudel einer Mordgeschichte. Fans der Brüder werden sich auch für „The Man Who Wasn’t There“ begeistern, nicht zuletzt wegen seiner brillanten Schwarzweiß-Fotografie und seiner absurd-komischen Momente, während andere zu ihren typischen Coen-kritischen Argumenten greifen werden, der Film strahle Herzenskälte und Distanz aus. Die Jury in Cannes zählte offenbar zu ersteren und verlieh dem Film, ex aequo mit David Lynch, den Regiepreis.

    Schon in „O Brother, Where Art Thou?“, ihrem letzten und kommerziell erfolgreichsten Film, experimentierten die Coens mit monochromer Bildkomposition. Der logische nächste Schritt war es, nun einen Schwarzweiß-Film zu drehen, und das Ergebnis ist technisch beeindruckend. Die Sauberkeit, Tiefe und Schärfe der Bilder, die ihr langjähriger Kameramann Roger Deakins für „The Man Who Wasn’t There“ findet (der auf Farbmaterial gedreht hat) sucht ihresgleichen. Gleichzeitig stimmt von der ersten Einstellung an die Atmosphäre für die sich langsam entfaltende Geschichte: In einer kalifornischen Kleinstadt Ende der vierziger Jahre hadert der schweigsame Barbier Ed Crane (Billy Bob Thornton) mit der Monotonie seines Lebens. Unzufrieden mit Job und Ehe, scheint sich ihm die große Gelegenheit zu bieten, als ein Kunde vom Segen der Trockenreinigung erzählt und anbietet, mit 10.000 Dollar Geschäftspartner seines florierenden Unternehmens zu werden. Ed beschließt, das Geld von Kaufhausbesitzer Big Dave (James Gandolfini, den die Coens in einer Drehpause seiner Erfolgsserie „The Sopranos“ besetzten) zu erpressen, von dem er weiß, dass er mit seiner Frau (Frances McDormand) ein Verhältnis hat. Big Dave wiederum bekommt heraus, dass Ed der anonyme Erpresser ist, und verwickelt ihn in ein Handgemenge, das Big Dave nicht überlebt. Der Geschäftsmann verschwindet gleichzeitig spurlos mit dem Geld, und Eds Frau wird des Mordes an Big Dave angeklagt, weil sie für ihn die Bilanzen frisierte. Ed heuert einen sündteuren und extravaganten Anwalt an, der sie aus dem Gefängnis holen soll, doch da sind wir erst bei der Hälfte des Films, und bis das Drehbuch alle Beteiligten ihrem (mehr oder weniger) gerechten Schicksal zugeführt hat, stehen noch zwei weitere Tote, ein Autounfall und ein Ufobesuch an. Erstaunlich dabei ist, dass die Coens ihre Geschichte größtenteils durch den lakonischen Monolog von Ed aus dem Off erzählen und viele elementare Handlungselemente entweder gar nicht oder nur in ihren Folgeerscheinungen zeigen. Damit brechen sie mit dem genretypischen Muster und geben dem Off-Monolog praktisch das gesamte erzählerische Gewicht, während ihnen stimmungsvolle Arrangements und mit vielsagenden Pausen inszenierte Dialoge als atmosphärische Duftlampen genügen. Das gelingt, einerseits, hervorragend, weil allein der Look des Films schon die Noir-Welten von James M. Cain („Frau ohne Gewissen“) oder Raymond Chandler wach ruft - andererseits ist der vollkommen passiv bleibende Ed eine nicht gerade mitreißende Hauptfigur, auch wenn Billy Bob Thornton, aufgemacht wie Montgomery Clift, eine Glanzleistung in schauspielerischem Minimalismus liefert. So bleibt man bis zum Schluss fasziniert von einem kettenrauchenden Hauptdarsteller, einer präzise das Hardboiled-Kino der vierziger Jahre erweckenden Ausstattung und jener Coen-typischen Gelassenheit, mit der die haarsträubendsten Ereignisse präsentiert werden. Emotional aber will der Film einem nicht recht nahe gehen. evo.

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